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Nr. 30.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
mit frisch von der Weide hereingebrachtem Futter zu füttern, was er auch ausführte. Mittag kam der Inspektor Böhnke nach Hause und war mit dem Füttern höchst unzufrieden. Als ihm der alte Hirt dann sagte, daß er doch selbst diese Art des Fütterns bestimmt habe, geriet er in Wut und schlug den alten Mann mit einem schweren, eisenbe⸗ schlagenen Stock unzählige Hiebe über Kopf und Arme, so daß dem Mißhandelten die Arme bluteten und dick aufschwollen. Da⸗ mit aber nicht genug; der rohe Patron zog auch noch einen Revolver und schoß auf den alten, schwer mißhandelten Mann 4 Schüsse ab, von welchen 3 Kugeln trafen. Der Bedauerns⸗ werte wurde nach Königsberg in die städtische Krankenanstalt gebracht, wo er gegenwärtig noch schwer krank darniederliegt.
Der schießlustige Inspektor läuft heute noch frei herum und waltet in altgewohnter Weise seines Amtes.
Diese schrecklichen Roten.
In dem Orte Langenberg bei Gera will
die sozialdemokratische Mehrheit des Gemeinde- rates nicht, daß die Konferenzzimmer des Schulvorstandes mit den Bildnissen des Kaisers und des Fürsten Bismark auf Kosten der Gemeinde geschmückt werden. Sie lehnte deshalb ab, Mittel hierzu aus der Gemeinde— kasse zur Verfügung zu stellen. Für gute Land⸗ karten und sonstige Lehrmittel würde der Ge⸗ meinderat gerne die erforderlichen Mittel be⸗ willigen. Zur Entstehung der Zuchthaus vorlage weist die Bielefelder„Volkswacht“ darauf hin, daß die Aeußerung des Pastors von Bodel— schwingh, welche dem Kaiser Anlaß gab zu den bekannten Aeußerungen über den Schutz der Ar— beitswilligen, seiner Zeit gefallen ist bei der Besichtigung des Ofens, in welchem die Kleider der in Wilhelmsdorf als Arbeiter aufge— nommenen Handwerksburschen vom Ungeziefer gereinigt werden. Als da der Kaiser nach dem Lohn, den diese erhielten(derselbe betrug bei freier Station täglich im Sommer 30, im Winter 20 Pf.), fragte, lenkte Herr von Bodel⸗ schwingh in seiner Antwort ab und sprach über den Bielefelder Streik. Bei dem Kaiserbesuch in Bethel dagegen sei überhaupt nicht gearbeitet worden, während anderseits der damalige Maurerstreik sich nicht bis nach Bethel hin erstreckt hat.
Zur Zuchthausvorlage.
*Die Einwirkungen zu Gunsten der Zucht⸗ hausvorlage werden mit allen erdenklichen Mitteln fortgesetzt. Die Kreisblätter bringen besondere Flugblätter als Beilagen, und es wäre nicht uninteressant, zu erfahren, aus welchen Mitteln wohl diese besonderen Aufwendungen bezahlt werden. Außerdem wird hinter den Koulissen gearbeitet, um die Nationalliberalen, soweit sie noch nicht für die Vorlage sind, für dieselbe zu gewinnen. Daß auch das Tele⸗ gramm des Kaisers an Geheimrat Hintzpeter, worin er seinen„unbeugsamen Willen“ kundgab, „den einmal als richtig erkannten Weg allem Widerstand und Trotz unbeirrt weiterzugehen“, auf das sogenannte Gesetz zum Schutz der Ar⸗ beitswilligen Bezug hat, wird nicht mehr in Zweifel gezogen. Die Arbeiter dürfen deshalb keinen Augenblick versäumen, sich ihre be⸗ scheidenen Rechte zu wahren.
Dieser Tage hat wieder die„Frkf. Ztg.“ recht energisch Stellung gegen die Zuchthaus⸗ vorlage genommen. Sie schrieb:
„... Man erspare sich doch alle die schönen Redensarten, daß man nicht die Koalitionsfreiheit an⸗ tasten, sondern nur dem Koalitionszwang zu Leibe gehen wolle, und man sei vor allem vorsichtiger in der Be⸗ hauptung, daß Arbeitgeber und Arbeiter mit gleichem Maße gemessen werden sollen. Denn damit steht nicht nur die Fassung der Vorlage in Widerspruch, sondern auch die bisherige Anwendung der Gesetze. Mit den strengsten Strafen sind alle Ueber⸗ griffe geahndet worden, welche sich Streikende oder die für sie eintretenden Preßorgane behufs Fernhaltung von Zuzug zu den gesperrten Arbeitsftellen zu Schulden kommen ließen. Uns ist aber kein Vorgehen bekannt geworden gegen Arbeitgeber, welche streikenden Arbeitern
ein Unterkommen im ganzen Reiche unmöglich gemacht haben, wir haben von keiner Bestrafung solcher Unter⸗ nehmer gehört, welche Arbeiter und sonstige Angestellte, die von ihnen fortgingen, um anderwärts bessere Arbeits⸗ gelegenheit zu finden, aus ihren Stellen durch Androhung von Zwangsmaßnahmen gegen die neuen Acbeitgeber vertrieben. Wo ist denn hier die Gerechtigkeit? Und diese Gegensätze werden durch das Zuchthausgesetz nicht etwa gemildert, sonder noch verschärft.
Das Berliner Landgericht J hat vor kurzem den Beweis der Wahrheit für die Behauptung als ge⸗ führt erachtet, daß das Oberlandesgericht in Dresden oft und ohne Umschweife die Sozialdemokraten als minderen Rechts erklärt habe.
Während jede Bedrohung und Beschimpfung von Arbeits⸗ willigen durch Streikende streng bestraft wird und nach dem Regierungsentwurf fast als ein todeswürdiges Verbrechen gilt, melden sozialdemokratische Blätter aus Sachsen, ohne daß bisher eine Richtigstellung erfolgt ist, daß dort die Streikenden von Polizeibeamten direkt verhöhnt werden. In Zwickau ist gegenwärtig ein Maurerstreik ausgebrochen, der anscheinend die Unter⸗ nehmer in große Verlegenheit gebracht hat. Die Polizei ist hier sehr eifrig mit Verhaftungen und Anklagen. Sie scheint aber auch eine besondere Art zu haben, den Streikenden gut zuzureden; denn wie die„Sächs. Arbeiterztg.“ berichtet, wurden streikende Maurer von einem Gensdarmen mit Ausdrücken wie„Lumpengesindel, Vagabunden mit zerrissenen Hosen und schiefgelatschten Stiefeln“ bedacht. Der Gensdarm waltet nach wie vor seines Amtes, während kurz vorher ein Maurer, der einen Arbeitswilligen mit einem als Bedrohung aufge⸗ faßten Kraftausdruck bedacht hatte, in Dresden zu zwei Monate Gefängnis verurteilt worden war. Aber noch mehr! Die Zuchthausvorlage stellt unter besonders schwere Strafe das Streikpostenstehen, und schon jetzt verfolgen es manche Gerichte unter Anwendung des Groben Unfug⸗Paragraphen als angebliche Belästigung des Publikums, auch wenn die Streikposten sich darauf beschränken, die zureisenden Arbeiter von dem Ausbruch eines Streiks in Kenntnis zu setzen. In Zwickau aber ist die Polizei, wie der„Vorwärts“ zutreffend be⸗ richtet, umgekehrt dazu übergegangen, auf dem Bahnhof ankommende Maurer daraufhin anzureden, daß sie Arbeit annehmen möchten, während gleichzeitig die früher zugelassenen Streikposten vom Bahnhof und dessen Nähe fortgewiesen worden sind.“
Jetzt kann von wirklicher Koalitions⸗ freiheit schon gar keine Rede sein. Nach An⸗ nahme der Zuchthausvorlage wären die Arbeiter thatsächlich vogelfrei! Es ist fast unglaublich, daß es noch Arbeiter giebt, die angesichts der heutigen Zustände in Deutschland gleichgültig bei Seite stehen. Man sollte annehmen, daß die Reichsregierung, die im Sinne Stumms geniale Sozialpolitik treibt, mit der Zuchthaus⸗ vorlage auch den denkfaulsten und gleichgültig⸗ sten Arbeiter in das Lager der Sozialdemokratie getrieben hätte.
Hessischer Landtag.
Feuerbestattung.
Das Gesetz über die Feuerbestattung ist am Montag auch von der Ersten Kammer angenommen worden. Der Prälat Habicht versuchte aus religiösen Gründen gegen das Gesetz Stimmung zu machen, erzielte jedoch damit keinen Erfolg. Da das Gesetz auch die Zustimmung der Regierung hat, so steht der Benutzung des vor einigen Jahren mit großen Kosten erbauten Offenbacher Crematoriums(Leichenverbrennofen) nichts mehr im Wege. Trotz der vielen„Fälle“ in Hessen brauchen wir uns also doch nicht begraben, sondern können uns verbrennen lassen.
Neue Eisenbahnen in Oberhessen.
Bei Erledigung verschiedener Eisenbahnfragen macht Ministerialrat Ewald die Mitteilung, daß die preußische Regierung sich für Beibehaltung der zuerst projektirten Linien Lauterbach-Gedern und Stockheim⸗ Frankfurt entschieden habe. Vorbehaltlich der Ge⸗ nehmigung einer Nachtragsforderung durch den hessischen Landtag werden diese Linien also gebaut werden.
Die Steuerreform.
Bei der Beratung der Steuervorlage erklärt Mini⸗ sterialrat Deisler Namens des Finanzministers, daß es der Regierung sehr schwer geworden sei, in eine Pro⸗ gression der Einkommensteuer bis zu 5 pCt. zu willigen. Nur im Interesse des Zustandekommens der Steuervor⸗ lage habe sich der Finanzminister zum Nachgeben ent⸗ schlossen. Die Abgeordneten Dr. Schmitt(Centrum), Dr. Osann(natlib.), Köhler(Antis.), Weidner (christl.⸗soz.) geben kurze Zustimmungserklärungen zur Vorlage ab.
Gen. Ulrich führte u. a. aus: Wir Sozial⸗ demokraten werden für die Reform stim⸗
men, da nunmehr der Ausschuß sich für die Erleichterung der unteren Klassen der Ein⸗ kommensteuer habe gewinnen lassen. Seine prinzipiellen Bedenken beständen weiter, doch wolle er daran die Reform nicht schei— tern lassen. So lange seine Partei in dem Hause vertreten sei, werde immer und immer wieder die Progression in der Vermögens- steuer angestrebt werden. Er sei der Ansicht, daß zwar die jetzige Regierung für die letzthin enthüllten Schäden nicht die Schuld trage, aber sie habe für deren Beseitigung zu sorgen und sei der Kammer Rechenschaft schuldig.
Die Steuerreform wurde dann glücklich unter Dach und Fach gebracht. Der Großherzog hat das Recht, das Gesetz zu erlassen.—
Am Dienstag fand noch eine Nachmittagssitzung statt,
über die wir an anderer Stelle berichten.— Am Mitt⸗ woch hat der Großherzog den Landtag geschlossen. „55
Von Nah und Lern.
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Das Reptilchen übergeschnappt.
* Das Gießener Reptilchen scheint über⸗ geschnappt zu sein. Auf unsere Feststellung, daß es zwar sehr gewissenhaft über Dreyfus, aber sehr ungewissenhaft über die Aufsehen er⸗ regenden hessischen„Fälle“ Dettweiler, Küchler und Schiller berichtete, schreibt das Reptilchen in seiner Dienstagsnummer im Briefkasten:
Philippikus. Wie wir uns zum Fall Schiller stellen?— Einstweilen abwartend. Vorurteilsfreie Kreise sind über das verspätete Vorgehen mindestens geteilter Meinung. Solange nicht der Beweis erbracht ist, daß hier sachliche Beweggründe die persön⸗ lichen überwiegen, vermögen uns selbst zünftige Brand⸗ reden nicht zu bestimmen, unsere Zurückhaltung auf⸗ zugeben. Eile mit Weile gilt in jedem Falle als vernünftig; darum lasse man der Gerechtigkeit ihren Lauf. Das Fegefeuer der Zweiten Kammer mag aufs neue seine Wirkung erproben.
Ja, bildet sich denn das Reptilchen wirklich ein, daß von ihm jemand verlangt, es solle Stellung nehmen in den erwähnten Fällen? Das verlangt von ihm kein Mensch. Denn wer Stellung zu irgend einer Frage nehmen soll, muß zunächst unabhängig sein und außerdem die nötige Urteilsfähigkeit besitzen. Weder das eine noch das andere trifft beim Reptilchen zu. Was aber von jeder Zeitung, also auch vom Gießener Aemterorgan, verlangt werden kann, ist eine gewissenhafte Berichterstattung, keinem zu Lieb und keinem zu Leid. Dann sagt Reptilchen pfiffig:„Eile mit Weile gilt in jedem Falle als vernünftig.“ Famos! Aber warum hat man denn in der Schulstraße nicht nach diesem Grundsatz gehandelt bei der Bericht⸗ erstattung über den Einzug des Kaisers in Konstantinopel? Damals ging es nicht„Eile mit Weile“, denn der„G. Anz.“ wußte zum großen Gaudium aller Witzblätter Deutschlands schon zu berichten, daß die Muselmänner beim Einzug des Kaisers ganz aus dem Häuschen gewesen wären, als Wilhelm II. noch mehrere Tagereisen von der türkischen Hauptstadt entfernt war! Die schnoddrige Bemerkung über „zünftige Brandreden“ schenken wir dem Reptil, das weder„zünftig“ reden noch schreiben kann. Das Gefühl der Verachtung, das Herrn Prof. Schiller wohl beherrschte, als er die Z w eifel des Reptils an seinen ganz zweifellos sachlichen Beweggründen las, kann nicht größer gewesen sein als der Ekel, der uns jedesmal überkommt, wenn wir uns aus journalistischer Gewissen⸗ haftigkeit mit dem Reptil beschäftigen müssen.
Gegen Schulbetteleien.
Gegen Geldsammlungen des berühmten Bielefelder Pastors Bodelschwingh für ostafri⸗ kanische Kirchenbauten, die namentlich in den kleinen Städten und auf dem Lande eifrigst in den Schulen aller Konfessionen betrieben wurden, richtet sich eine soeben erlassene Ver⸗ fügung der Kreisschulinspektion in Brieg.
Sie lautet:„Es ist zur Kenntniß gekommen, daß an die Lehrer des Bezirks gedruckte Auf⸗ rufe ergangen sind, in den Schulen zu Abhilfe von Notständen in Deutsch⸗Ostafrika Geld ein⸗


