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Nr. 17.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
suchen, Erhebungen anstellen zu lassen, ob einzelne Behauptungen des von den Antisemiten eingereichten Wahlprotestes auf Wahrheit be— ruhen. Es handelt sich namentlich um die Thätigkeit des hiesigen Landrats und zahlreicher Bürgermeister während der Wahlkampagne. Die Antisemiten, welche bei einer etwaigen Nachwahl mit den Christlich⸗-Sozialen zusammen gegen den Nationalliberalen Krämer gehen würden, scheinen schon Morgenluft zu wittern. Der ehemalige Dresdener Reichstagsabgeordnete und„Wacht“⸗Direktor Zimmermann kündigt bereits im antisemitischen Arizona-Kicker des Abg. Köhler für Wetzlar und Altenkirchen Ver⸗ sammlungen an. Herr Zimmermann, den die Dresdener Arbeiter im vorigen Jahre aus dem Reichstag hinaus gewählt haben, möchte gar zu gern wieder Reichsbote werden. Im Wetzlar— Altenkirchener Kreis wird's nicht gelingen. An⸗ gesichts der großen Mehrheit, die für den Abg. Krämer an die Wahlurne gehen mußte, ist es sehr zweifelhaft, ob es zu einer Nachwahl kommt. Unter allen Umständen thun aber unsere Genossen gut, ihre Vorbereitungen zu treffen. Unsere Presse verbreiten und Gelder flüssig machen, ist die erste Vorbedingung.
— Liebe deinen Nächsten! Der Pfarrer D. zu Erda hat den dortigen Vorsteher durch mehrere„Redensarten injuriöser Art“ be⸗ leidigt. Das Urteil der Wetzlarer Straf⸗ kammer lautet auf eine Geldstrafe von 50 Mk. Diesem Urteile nach scheinen die„Redensarten injuriöser Art“, die der Herr Pfarrer dem Vorsteher gewidmet hat, nicht allzu glimpflich gewesen zu sein.
— Achtung vor dem Gesetz. Den Be⸗ sitzern der Minervahütte bei Haiger, den Fabri⸗ kanten B. und Kl., werden mehrere Verstöße gegen die Arbeiterschutzbestimmungen der Ge⸗ werbeordnung zur Last gelegt. Sie haben jugendliche Arbeiter länger als zehn Stunden täglich beschäftigt und denselben auch nicht die genügende Frühstücks⸗ und Mittagspause gewährt. Urteil der Strafkammer: B. 200, Kl. 100 Mk. Geldstrafe.
Aus Eschwege.
Die Maifeier wird hier wie folgt be. angen werden: Sonntag, den 30. April zur 5 im Garten bei R. Heinemann Konzert. Montag Morgen Ausflug und Abends Ver— sammlung. Daß die Feier eine imposante werden wird, dafür zu sorgen ist in erster Linie Pflicht der Gewerkschaften, aber auch jeder einzelne Genosse, jeder organisirte Arbeiter muß dafür sorgen!
Heiteres in eruster Zeit.
Die antisemitische„Staatsbürgerztg.“ schreibt über den Ausfall der Berliner Wahl:
„Ein Gutes aber hat das Wahlresulat trotz allem: Es wird Klarheit schaffen und denen, die noch sehen wollen, die Augen öffnen. Nur der antisemitische Gedanke vermag die nationalgesinnte Berliner Wählerschaft zu einigen; nur durch ihn wird sie siegen.“
Man darf nicht vergessen: der Abgott der Staatsbürgerin, der antisemitische Dreschgraf Pückler, kandidierte höchstselbst und der in ihm vereinigte antisemitische Gedanke verdichtete sich in— 140 Stimmen.
Bei den Antisemiten sind nur zwei Dinge wirklich groß: der Dalles und das Maul.
Zuckersaft giebt Muskelkraft.
In der Frage der Zuckerernährung der Sodaten ist nach der„Kreuzztg.“ jetzt höheren Ortes angeordnet worden, daß je zwei Kom⸗ pagnien von zwei Regimentern eines jeden Armeekorps jetzt und besonders im Sommer längere Uebungsmärsche ausführen sollen, auf denen von den intelligenteren Mannschaften dieser Kompagnien Versuche mit reinem Zucker und mit Pastillen aus Zucker mit Kaffee⸗ oder Citronenzusatz, in Wasser in mitgeführten Blech⸗ bechern aufgelöst, angestellt werden, um fest⸗ zustellen, ob sich dadurch Strapazen leichter ertragen lassen.
Arbeiterbewegung.
Der Frankfurter Brauerstreik dauert fort. Also: Kein Frankfurter Bier trinken!
Ein Streik der Weißbinder in Frank⸗
furt ist siegreich beendet. Die Zahl der Streikenden betrug über 1000. Mindestlohn für jugendliche Arbeiter ist jetzt 36 Pfg., für ältere Arbeiter 42 Pfg. pro Stunde. Die Weißbinder können auf diesen Erfolg, den sie ihrer erst jungen Organisation danken, stolz seiu.
sssicht nach Frankfurt!
In Gießen sucht ein Mann Brauerei⸗ arbeiter nach Frankfurt zu werben! Wer wäre geneigt, den reichen Brauereibesitzern zu Hilfe zu eilen, um dadurch den um bessere Lebens— bedingungen kämpfenden Brauereiarbeitern in den Rücken zu fallen?
Wir hoffen: Niemand! Err/
Hessischer Landtag.
Wahlreform.
Am Dienstag hat der Landtag seine Sitzungen wieder aufgenommen. Auf der Tagesordnung stand der Antrag der Abg. Wasserburg und Genossen, die Ein⸗ führung direkter Wahlen zum Landtag betreffend, sowie Antrag der Abg. Schmitt und Genossen, den Erlaß einer Vorlage über Wahlvorschriften betreffend.
Auf Antrag unseres Genossen Ulrich werden die Anträge des Abg. David und Genossen, die Wahlen zur Zweiten Ständekammer an Sonntagen und die Vermehrung der Wahlbezirke betreffend, in die Debatte hineingezogen.
Abg. Frenay spricht für die Einführung der direkten Wahlen und hofft, daß die Regierung demnächst eine diesbezügliche Vorlage dem Hause machen werde. Die Geheimhaltung der Wahl könne nur durch Einführung amtlicher Wahlkouverts gesichert werden. Er stehe auf dem Boden der Wahlpflicht und halte die Propor⸗ tionalwahl für das gerechteste System.
Staatsminister Rothe: Der Frage des Ersatzes der indirekten Wahlen durch direkte werde die Regierung nicht(11) nähertreten. Eine Revision des Wahlgesetzes könne aber nicht ausbleiben. Die Landtagswahlen könnten ruhig weiter an Werktagen stattfinden.
Abg. Schröder(national⸗liberal!) erklärt im Namen eines großen Teils seiner Parteifreunde, daß sie für die Erhaltung des indirekten Wahlsystems für den Landtag eintreten würden. Das Volk sei nach ihrer Ansicht für das allgemeine direkte Wahlrecht noch nicht reif genug. Genosse Ulrich meint, wenn das Volk politisch noch nicht reifer sei, so trügen gerade die Nationalliberalen, die ja Jahr⸗ zehnte lang die Herrschaft ausgeübt und Gelegenheit zur politischen Heranbildung des Volkes gehabt hätten, die größte Schuld daran. Aber die Annahme treffe gar nicht zu, für die sozialdemokratischen Wähler wenigstens nicht. Der Redner tritt ein für die Abschaffung der ersten Kammer, Einführung der Sonntagswahl und der Wahlpflicht. Er halte ein sicheres Proporttonalwahlsystem für das vernünftigste und gerechteste. Eine andere Eintheilung der Wahl⸗ kreise sei durch die Verschiebung der Bevölkerungs-Ver⸗ hältnisse bedingt. Abg. Reinhart(nl.) gibt im Namen einer Minorität seiner Partei und des Präsidenten Haas die Erklärung ab, daß sie für die Einführung der direkten Wahl unter Voraussetzung der Wahlpflicht stimmen würden. Abg. Köhler-Langsdorf tritt für direkte Wahl, Wahlpflicht und Sonntags wahlen ein.
In der Mittwoch sitzung wurde die Wahlrechts⸗ frage noch lebhaft besprochen, aber nicht erledigt. Die Gesetzentwürfe über die freiwillige Gerichtsbar— keit werden dem Hause nach einer Mitteilung der Re⸗ rierung in Kürze zugehen. Der Bau der Lumda⸗ thalbahn wird diesen Sommer begonnen und soll spätestens in 1¼ Jahren fertiggestellt sein.
Arbeiter im Eisenbahndienst.
In scharfer Weise geißelten unsere Genossen Ulrich und Cramer verschiedene Zustände in dem Betriebe der Main⸗Neckar⸗Bahn. Die Art der Entlohnung bedürfe entschieden der Besserung. Daß Arbeiter, die über 40 Jahre alt sind, nicht mehr angenommen würden laut Werkstätteordnung rufe die größte Entrüstung her⸗ vor. Der Oberfinanzrat Ewald bestritt die geschilderten Zustände, mußte sich aber nachweisen lassen, daß er schlecht unterrichtet war, Hoffentlich nützt das Eintreten unsern Genossen.
Nach dreitägiger Verhandlung nahm die 2. Kammer in namentlicher Abstimmung mit allen gegen 8 Stim⸗ men den Antrag an, die Regierung zu ersucheu, bei den Landtagswahlen das direkte Wahlrecht einzu⸗ führen. Das an die Regierung gerichtete Ersuchen wegen Beseitigung der bestehenden Beschränkung in Be⸗ treff der Steuerzahlung, sowie bezüglich der Einführung von Wahlkouverts fand ebenfalls Annahme. Dagegen wurde ein Antrag des Genossen Dr. David, die Wahlen am Sonntag vorzunehmen, abgelehnt.
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Partei⸗Nachrichten. Alsfeld. Eingegangen beim Kreisvertrauensmann
zu Agitationszwecken: Mk. 2.13 durch Versteigerung einer Zigarre auf der Pfefferhöhe.
Für die Angehörigen der Dresdener Ver⸗ urteilten sind beim Parteikassirer Gerisch nachträglich noch M. 12 629,32 eingegangen. Dieser Betrag wurde, entsprechend der Bekanntmachung des Parteivorstandes in Nr. 67 des„Vorwärts“, dem Unterstützungs⸗ fonds der sozialdemokratischen Partei überwiesen. Dem Löbtauer Fonds sind noch M. 126,25 aus dem Aus⸗ land zugeflossen, so daß ein Gesammt-Betrag von M. 88 247,68 verbleibt.
Das Mannheimer Gewerkschaftskartell wählte den Genossen Simon Katzenstein, der zur Zeit in Zürich ist, zum Arbeitersekretär des neu zu errichtenden Arbeiter⸗ sekretariats. Wir wünschen unserm Landsmann besten Erfolg in Mannheim.
Briefkasten der Redaktion. Dichter C. E. Ihr Gedicht ist nicht druckreif.— „Thut fließen“ das ist doch nicht zu genießen! Und: „Die Erde trägt Frucht“ für den,„der Anspruch sucht?“ — Ei verflucht!
Briefkasten der Expedition.
Marburg. Wegen Raummangel mußten wir den Artikel über den zahm⸗radikal⸗demokratisch⸗national⸗ sozialen Herrn Scheibe zurückstellen.
Quittungen. Fr. Gbg. 3.40. Rg, Ltbch. 28.60. N. The. 1.80. Wzl. Egdf. 3.20. Kft. Wsmr. 3.60. Sch. Wkpl. 2.—. M. Obsch. 4.80. Rbch. Albsh. 4.80. Sch. Verb. Ins. 1.—. Frt. Gbg.
H. Kft.—.40.
3.40. Hbr. Dbzn. 8.40. Abg. G. 8.—. K. W. R. 1.—. Wtzl. Wtzh. 18.—. Schm. Hchhm. 26.40. cht. Gbg. 6.20. Flgh. R. 2.30. O. Altona 1.—. F. Wtzlr. 25.—. Kch. Kefd. 43.20. Schpf. Alldf. 2.40. Mek. Nbtbch. 1.75. J. Ekh. 4.40. Schm. Wbg. 1.—. M. Bdgn. 11.65. Dgs. Blchbch. 8.—. B. G.
3.—. A. B. G. 18.—. H. Sch. G. 12.—. K. C. A. 15.—. W. Aff.
Der hentigen Nummer liegt ein Prospekt des Waarenhanses von Adolf Baer, Gießen, Schulstra ße 6 bei, auf den wir hiermit hinweisen.
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Antergaltungs⸗ Teil.
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* Die Dichtkunst.
O heil'ge Dichtkunst, wie wirst du entweihet!
Wie treten nieder deine hohe Würde
Die Unverständigen! Und dann am meisten,
Wenn sie am schönsten dich erheben wollen.
So sagen Deine ungeweihten Priester:
Die Dichtkunst gleichet einem prächt'gen Saale,
Mit reichem, herrschaftlichem Schmuck verzieret.
Da darf man nur mit fein lackierten Schuhen,
Mit Anstand und mit Sierlichkeit eintreten.—
Schweigt! Unwahr ist ein jedes eurer Worte!
Nicht gleicht die Dichtkunst dem Gesellschaftssaale,
Wo, um zu schwatzen, hin geputztes Volk kommt—
Das auserles'ne Unkraut der Gesellschaft——
Die Dichtkunst ist viel mehr! ein hehr' Gebäude,
Geöffnet jedem, der zu beten kommet,
Gleich für des Glückes, wie des Unglücks Kinder;
Mit einem Wort: sie ist ein Gottestempel!
Dahin darf jeder kommen nach Belieben,
Auch in Pantoffeln, selbst mit bloßen Füßen. Alexander Petöfi.
vom Stamm gerissen.
Roman von E. Lauger. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Als Valeska sich abends in dem schneeweißen, nach Lavendel duftenden Bette ausstreckte, und Frau Braun, welche nachsehen kam, ob ihre Einwohnerin gut läge und alles hätte, was ste brauchte, dies und jenes noch im Zimmer ordnete, wobei ihre Bewegungen so sauft und leise wie ihre Stimme waren, da kam es Valeska vor, als sei sie wieder daheim bei der guten teuren Mutter. Es war ein wohliges und schmerzliches Gefühl zugleich. Fortgetrieben aus dem Elternhause, war sie in den Strudel des Lebens gerissen worden, es half kein
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