Ausgabe 
22.10.1899
 
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Seite 4.

Witieldeutsche Sonntags⸗Zeitung

Nr. 48.

4% S. Noreen be

i gel jeder zielbewusste Arbeiter aus dem Hreis Ciessen- Land zur Hahlmünnerioalil. 8 Durch die Nail derjenigen Nahlmäͤnner, die sich verpflichten, unseren Candidalen Philipp Schieidemann in Giessen zum Land- sagsubgeordneten zu wühlen, sichiern Sieli die Arbeiler im hessischen Parlamenl eine Fa Verltrelung.

Aber mehr nocht: Dureh die Mail eines

8 Sosialdemolrralen, dureh die Mail unseres Genossen Pf. Scheidemann prolèslieren die S Arbeiter auch gleichzeitig gegen die Be- Hauplung der Na inνν,,iIͤbe Lale n, dass des Pole noch nicht reif sei, dire! Sie proleslieren ferner gegen die Irrsinnspolilik der Anlisemilen,

vil ih len.

die ehrliche Arbeiter Schlammbeisser

schimpfen. dureh: die

25 den Zuchilhaus hun s, gegen dus

Die Arbeiler proloeslieren ferner ail eines Sozialdemoseralen

neue Ausnahmegesels, unter das der Ar- bellsmann geslelli werden soll.

Ein Tug den Abrechmunig muss der&. Norember Iôgg werden. Alle glelen gegen Euch, ihr Münner der Ar-

beil, nun handlell, wie es ernslen Männern gesieml. Heiner darf der Mahlurne sern bleiben. Von Bauslelle zu Baustelle, von Peristull ν Werleslall, von Fabrik zu

Fabri muss am S. November vor millags die Losung laulen:

Heim zur Nan˖l.!

Zeigt am&. November, wb polidischi reife MHünner handeln. Zahll den anli- Semilisclien die

Hanswürslen 2 Reim!

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* Wahlbewegung in Hessen.

* Die Adressen der Wahlmänner sind noch nicht von allen Orten nach Gießen gemeldet worden. Wir ersuchen die Parteigenossen, bisspätestens zum 25. Oktober die genaue Adresse eines jeden Wahlmannes an 5 Genossen Ph. Scheidemann in Gießen zu enden.

* Wo werden Wähler ⸗Versamm⸗ lungen gewünscht? Die Parteigenossen werden ersucht, sich sofort an Scheidemann zu wenden, wenn Wählerversammlungen abgehalten werden sollen. Außer den in Gießen ansässigen Parteigenossen haben sich die Landtagsabgeord neten Dr. David und Ulrich bereit erklärt, einige Versammlungen im Gießener Landkreis abzuhalten.

* Holland in Not ist bei den Anti⸗ semiten. Sie betteln um Geld, daß es Steine erweichen könnte. Dabei schwindeln sie von denRiesensummen, die den Sozialdemo kraten zu Gebote stehen sollen. Die antisemi⸗ tischen Schiupfapostel wollen nochviele Ver⸗ sammlungen abhallen undtaasende Flug blätter verbreiten. Die Versammlungen werden sie allem Anschein nach nicht öffentlich ab⸗ halten und in den Flugblättern werden sie wieder lugen, verleumden und schimpfen, daß sich die Balken biegen. Den Arbeitern im Gießener Landkreis fällt die ehrenvolle Aufgabe zu, den Architelten Hirschel ebenso heimzu schicken, wie ihn die Odenwälder Bauern heim⸗ geschickt haben.

* Feierabendstunde bei Wahlen. Verschiedene Kreisämter beingen zur öffentlichen

versammlungen für Reichstag und Lan d⸗ tag vom Tage der Ausschreibung der Wahl bis nach vollständig beendeter Wahl in dem betreffenden Wahlbezirk nicht zur Anwendung kommt. Das ist bekanntlich der Erfolg eines von unserer Fraktion in der Zweiten Kammer gestellten Antrages. »Freisinnige Volks partei in Hessen. Unter dem Vorsitz des Notars Wolf⸗Mainz tagte in Frankfurt a. M. der Landesausschuß der freisinnigen Volkspartei für Hessen. Nach reger Diskussion wurde Eintreten in die Agi⸗ tation für die Landtagswahlen und Erlaß eines Wahlaufrufs beschlossen. Wo wollen denn dieFreisinnigen aufrufen? Oder haben sie sich schon entschlossen, ob sie mit den National- liberalen oder mit den Antisemiten, oder ob sie mit beiden kuddelmuddeln wollen?

b. In Heldenbergen fand am Sonntag den 8. Oktober eine Wählerversammlung statt, in der Gen. Ulrich aus Offenbach über die bevorstehende Landtagswahl referierte. Ulrich schilderte die Situation als er und Jöst zum erstenmal in den hessischen Landtag einzogen, wie damals sofort eine andere Haltung seitens der übrigen Parteien eintrat. Redner führte der Versammlung vor Augen, wie nötig es sei, mehr Sozialdemokraten in der 2. Kammer zu haben. An der Diskussion beteiligten sich die Gen. Toussaint, der sich namentlich mit dem Grafen Oriola beschäftigte, Weisbecker, der die Arbeiter aufforderte, einig zusammenzustehen, und Fußennecker. Letzterer wünschte von Ulrich Auskunft, für was die 600,000 M. für die Landwirtschaft angelegt worden sind. Gen. Ulrich kam der Anfrage zur größten Zufrieden⸗ heit der Versammlung nach. Zum Schluß forderte Gen. Reul die Versammlung auf, wie bei der Reichstagswahl so auch jetzt ihre Pflicht zu thun am 8. November und für die Wahlmänner Heinrich Hild und Peter Wolf einzutreten.

Darmstadt. Regierungsrat Noack hat nunmehr die Kandidatur im Landtagswahl⸗ bezirk Darmstadt⸗Land angenommen, nachdem der ursprünglich von den Nationalliberalen auf- gestellte Stadtverordnete Wittmann verzichtet hat. Herr Noack kandidiert für National- liberale und Antisemiten.

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Freie Lehrmittel.

* Die Gießener Stadtväter haben am Donnerstag beschlossen, allen Volks⸗ schulkindern, deren Eltern ein Einkommen von weniger als 900 Mk. haben, vom nächsten Schuljahr ab alle Lehrmittel gratis zu liefern, wenn die Eltern einen bezüglichen Wunsch äußern. Als Armenunterstützung wird diese Lehrmittelabgabe nicht angesehen. Ist auch der Wunsch der sozialdemokratischen Vertreter im Gießener Stadtparlament, allen Volksschülern die Lehrmittel umsonst zu liefern, zunächst nicht erreicht, so bedeutet die am Donnerstag einstimmig ausgesprochene Be⸗ willigung doch einen großen Schritt nach Vor⸗ wärts. Die beiden Sozialdemokraten in der Stadtverordnetenversammlung, die Gen. Orbig und Krumm werden hoffentlich bei den nächsten Wahlen weitere sozialdemokratische Collegen be⸗ kommen und dann wird die Forderung auf Lieferung der Lehrmittel für alle Volksschüler von Neuem gestellt.

Leichen verbrennung in Gießen.

* Auf eine Anregung des Professors Fuhr haben die Stadtverordneten am Donnerstag ein stimmig beschlossen, den Oberbürgermeister zu er suchen, eine Umfrage wegen der in anderen Städten bereits bestehenden Leichenverbrennungsöfen(Kre matorien) zu halten und dann der städtischen Ver tretung eine Vorlage zur Errichtung eines Krema toriums auch in Gießen zu machen. Auf dem neuen Friedhof ist bereits ein geeigneter Platz zur Errichtung eines Krematoriums vorgesehen.

Eine auffällige Begnadigung. Zu Anfang d. Is. erregte in Darmstadt die Miß

großes Aufsehen. Der Hauptschuldige, Student Kopf aus Frankfurt a. M., worde am 22. Juni von der Darmstädter Strafkammer zu 8 Monaten 2 Wochen Gefängnis verurteilt, wovon 4 Monate 2 Wochen durch die Untersuchungshaft für ver⸗ büßt erachtet wurden. Jetzt verlautet, daß der Großherzog Kopf begnadigt habe. Kopf soll gegenwärtig als Einjähriger bei einem Ulanen⸗ regiment dienen.

Eine teure Jungfserurede

hielt im Februar dieses Jahres der Mechaniker Schönberg in einer Arbeiterversammlung in Frankfurt a. M. Er hatte sich eine Broschüre von Most zur Unterlage genommen, ohne zu bedenken, daß vieles, was in der Broschüre steht, wohl richtig ist, aber nicht gesagt werden darf. Da Schönberg den Vortrag aus dem Gedächtnis hielt, so fiel der Vortrag viel⸗ fach noch schärfer aus. Der überwachende Beamte hatte sich die Rede stenographiert und so war ein ganzer Rattenkönig von Anklagen die Folge. Das Landgericht verurteilte ihn deshalb dieser Tage zu sechs Monaten Gefäng⸗ nis! An diese Jungfernrede dürfte der junge Genosse zeitlebens gedenken.

DieHarmlosen vor Gericht. Seit Wochen stehen in Berlin die jugend⸗ lichen Spieler, die unter der Bezeichnung:die Harmlosen ihr Geld mit leichtsinnigen Weibern und im Spiel vergeudeten, vor Gericht. Ab⸗ esehen davon, daß fast in jeder Sitzung neue elege für den bodenlosen Leichtsinn dieser adligen Faulpelze erbracht wurden, spielt sich dort auch manche heitere Szene ab. So er⸗ zählte der Zeuge v. Andreae, daß er einmal an v. Kayser 10000 Mark verloren habe. Kayser bestritt dies. Er habe eines Abends bemerkt, daß v. Andreae, obwohl ziemlich ani⸗ mirt, mit großen Summen gegen den Frhrn. v. Reccum gespielt und erhebliche Beträge ver⸗ loren habe. Er habe zu ihm gesagt:Mensch, höre auf, ich werde Dich nach Hause bringen und für Dich weiter spielen. Er habe dann auch in kurzer Zeit etwa 6000 Mark für den Zeugen gewonnen und diesen hierauf nach Hause gebracht. Als er nach einem kleinen Abstecher wieder in das Spiellokal zurückgekommen sei, habe der Zeuge zu seinem größten Erstaunen wieder am Spieltisch gesessen und wieder er⸗ hebliche Summen an v. Reccum verloren. (Heiterkeit.) Vors.: Zu welcher Zeit war das? Zeuge: Ich war gerade zur notleidenden landwirtschaftlichen Woche hier. (Große Heiterkeit.) Die Woche der Not⸗ leidenden nennt man die jedesmalige General- versammlung des Bundes der Landwirte. Wenn diese Junker jedesmal in Berlin sind, geht es hoch dort her.

Kleine Mitteilungen.

v. Lollar. Am 18. Oktober feierten hier der Schlosser Joh. Schupp und seine Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Für die allgemeine Beliebtheit des Ehepaares zeugten die getroffenen Veranstaltungen. Der Gesangverein Eintracht-Gießen brachte dem Paar ein Ständchen. Der erste Bevollmächtigte des Lollarer Metall arbeiter⸗Verbandes überreichte eine Gedenktafel.

Saale am Mittwoch verlebt wurden. Wir er lauben uns an dieser Stelle dem Silber-Hoch zeits⸗Paar die besten Glückwünsche darzubringen. Mögzgen die beiden Lebensgefährten, die ein viertel Jahrhundert Freud uud Leid miteinander geteilt haben, gesund und munter bleiben, auf daß sie nach weiteren 25 Jahren die goldene Hochzeit in frohem Kreise feiern können.

Krofdorf. In der hiesigen Königlichen Oberförsterei wurde ein kapitaler Vierzehnender

gedenken hier nicht erlegt ist.

Nacht durch getanzt wird.

handlung zweier Handwerker, von denen einer

Kenntnis, daß die Polzeistunde bei Wahl

ein Auge einbüßte, durch Studenten

versammlungen? Merkwürdig lange läßt hier

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Es waren frohe Stunden, die im Weinrich schen

zur Strecke gebracht, wie er stärker seit Menschen-

l. Nieder-Eschbach. Im hiesigen Schul⸗ saal wurde kürzlich die Hochzeit eines auswärtigen Lehrers gefeiert. Wir haben nichts dagegen, wenn im Schulsaal bei solchen Gelegenheiten einmal die Aber wie steht es denn mit der Ueberlassung des Schulsaales zu Volks⸗

die Reparatur eines nur mit großer Gefahr zu

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