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Nr. 21.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
als der, welchen die Sachverständigen
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einstimmig für den besten erklärt hatten, darauf rutschte ihr Mannesstolz vom Herzen abwärts, ihrem Haupte aber ging die Erleuchtung auf, daß der Kaiser auch ein Sachverständiger sei und zwar einer, dessen Sachverständnis das des ganzen übrigen Sachverständigen-Kollegii über⸗ rage. So liegt die Sache, denn zur Ausführung zu bestimmen hatte der Kaiser schwerlich etwas, da die preußische Staats- und die deutsche Reichs⸗ verfassung bei den kaiserlichen und königlichen Hoheitsrechten vom edlen deutschen Männersang und seinen Plakaten leider nicht reden. Dieses kleine Beispiel des Servilismus ist aber einer Festnagelung in unserem Blatte deshalb wert, weil man aus Ergebenheitsdrang pflichtwid⸗ rig gegen die am Wettbewerb Beteiligten gehandelt hat. Kleine Mitteilungen.
— Ein gefährlicher Blitzschlag. Unter starkem Gewitter und Sturm ging am 15. Mai ein Hagelschlag in der kurhessischen Gegend nieder. Ein Blitzschlag traf bei Lichtenau eine Gruppe von 10 jungen Mädchen, die im Walde gearbeitet und unter den Bäumen Schutz gesucht hatten. Eins der Mädchen wurde sofort getötet, die anderen wurden betäubt, mehrere gelähmt und schwer verletzt. Die angewandten Wieder⸗ lebungsversuche waren bei den Betäubten erfolgreich.
Bürgermeisterwahl in Stuttgart. Unsere Stuttgarter Genossen beschlossen, bei der Stadtschultheißen⸗ wahl den Rechtsanwalt Lautenschlager zu unter⸗ stützen. Die Demokraten dagegen gehen für den National⸗ liberalen Ganß ins Zeug! Als Vorwandt dient, daß sonst der konservative Kandidat Morthof wegen Stimmenzer⸗ splitterung siegen würde. Lautenschlager ist vom Gewerbe⸗ gericht Stuttgart her als trefflicher Vorsitzender, Mit⸗ schöpfer des Arbeitsamts und freiheitlich denkender, kenntnis⸗ reicher Sozialpolitiker bekannt.
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Saubere Bäckereien.
* In Würzburg stellten die Bäckergesellen an die Meister einige recht bescheidene Forde— rungen. Sie wurden abgewiesen und dadurch gezwungen, zu schärferen Maßnahmen zu greifen. Sie gaben ein Flugblatt heraus, in dem sie ihre Wünsche dem Publikum gegenüber recht⸗ fertigten. Diese Frevelthat empörte die Meister aufs äußerste. Sie fühlten sich beleidigt und verklagten die Herausgeber der Flugschrift. Damit hatten sie aber einen recht dummen Streich gemacht, denn die Gesellen wurden nicht nur freigesprochen, sondern in der Gerichtsverhandlung wurden auch eine große Anzahl Schweinereien zutage gefördert, die zahlreichen Meistern den Zorn, den Gesellen
aber die Sympathien des Publikums eintrugen.
Die Gesellen hatten nämlich u. a. mehr Rein⸗ lichkeit im allgemeinen, reine Betten, saubere Handtücher u. s. w. gefordert. Hören wir einige der unter Eid gemachten Zeugenaussagen, die wir in der„D. Bäcker⸗Ztg.“ finden:
„Bei dem Bäcker Pf. wurde das Fußboden— mehl zu Brot verbacken.“„Bei dem Bäcker⸗ meister Sch., Vorsitzender der Bäckerinnung, wurden in der Backstube Kinderwindeln ge— trocknet.“„Das Dienstmädchen des Bäcker⸗ meisters W. benützte einen Eimer, in dem Milch und Wasser zu Backzwecken zusammengemacht und auch die Hände in demselben gewaschen wurden, zum Aufwaschen von Böden ꝛc. ꝛc.“ „Bei dem Bäckermeister R. hat der Handwasser⸗ kübel derart gestunken, daß sich der Gehilfe ekelte, das Gesicht darinnen zu waschen. Dieser wusch sich sodann im Backkübel; auch mußten hier zwei Mann in einem Bett kampieren.“ „Bei K. schlief ein mit Läusen behafteter Bursche mit einem andern zusammen. K., von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt, that aber nichts zur Abstellung der Schweinerei, sondern beschäf⸗ tigte den Burschen ruhig weiter. Bei K. wurde im Vierteljahr einmal das Bett frisch über⸗ zogen.“„In Ermangelung einer gerade zur Hand stehenden Bürste ließ sich die Frau des Bäckermeisters St. von einem Gehilfen, der gerade mit dem Putzen von Backgefäßen be⸗ schäftigt war, dessen hierzu benützte Bürste geben und fegte damit den Nachttopf.“„In dem Betriebe des Bäckermeisters S. lief das Abort⸗ rohr direkt über den Backtrog. Das Rohr tropfte und die saftige Flüssigkeit ergoß sich in den Backtrog, der zur Brotbereitung diente.“
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„Das Wasserschiff in der Backstube des Bäcker⸗ meisters H. schwamm voll Russen und Schwaben.
Trotzdem wurde das Wasser zur Brotbereitung „Bei dem Bäckermeister Z. stand
verwendet.“ der Mehlkasten in direkter Nähe der Abortröhre. Diese fror zu und platzte in der höheren Etage. Durch die Decke rann die schmutzige Masse im Verein mit der an den Wänden ablaufenden in den gefüllten Mehlkasten, sodaß hier ein ganzer Brei entstand. Nachdem die„Batzen“ entfernt waren, wurde Brot aus dem verekelten Zeug gebacken.“
Wir wollen es hiermit genug sein lassen. Es ist bekannt, daß ähnliche Schweinereien in vielen anderen Städten vorgekommen sind und es ist kein Geheimnis, daß sie in zahlreichen Städten noch vorkommen. Gerade die Bäckereien sollten von den Herren Gewerbeinspektoren ganz besonders scharf aufs Korn genommen werden. Das Publikum kann verlangen, daß in den Betrieben, die sich mit der Herstellung der un⸗ entbehrlichsten Lebensmittel beschäftigen, die peinlichste Sauberkeit herrscht.
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Hessischer Landtag.
Gelegentlich der Weiterberatung des Ausführungs⸗ gesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch kam es bei§ 109 betr. die religiöse Erziehung der Kinder zu lebhaftereren Auseinandersetzungen. Genosse Dr. David erklärte, daß er nicht mit dem Ausschuß⸗ vorschlag einverstanden ist. Der Standpunkt der Sozial⸗ demokratie gehe dahin, daß das religiöse Bekenntnis eine rein private Handlung ist; das erkenne auch die Regierung an. Das garantiere auch die Verfassung und nun will man trotzdem der Mutter das Recht nehmen, das Kind so zu erziehen, wie sie es für gut findet. Die Regierung sagt, wir müssen das Recht des todten Vaters gegen die lebende Mutter schützen, umgekehrt fällt es der Regierung gar nicht ein, der todten Mutter ein Recht einzuräumen gegen den lebenden Vater, der die Kinder nach seinem Belieben umtaufen lassen kann. Nach den Bestimmungen, die uns vorliegen, werden alle Frauen ohne Ausnahme als unselbstständige Geschöpfe be⸗ trachtet, während die Männer unbeschränkte Herrschaft haben. Mit allen gegen die 5 Stimmen der Sozial⸗ demokraten wurde schließlich die Compromisfassung des Ausschusses angenommen. Danach hat der todte Vater mehr Rechte über seine Kinder, wie die lebende Mutter.
Der Darmstädter Schulskandal.
Am Dienstag kam in der Kammer die Inter⸗ pellation(Anfrage) unseres Genossen Dr. Da vid wegen der Vorkommnisse am Ludwig-Georgs⸗ Gymnasium zu Darmstadt zur Verhandlung. Staatsminister Rothe giebt die Erklärung ab, daß am 21. April d. J. gegen den Gymnasiallehrer Dr. Ahlheim wegen ungerechter Bevorzugung des Gymnasiasten Gustav Dettweiler, Sohn des Oberschulrates Dettweiler, Anzeige eingereicht wurde, die alsbald eingeleitete Unter⸗ suchung führte zu einem Verweis für Ahlheim und einer Verwarnung für den Oberschulrat Dettweiler. Da seitdem in der Presse weitere Anklagen gegen den Ober⸗ schulrat Dettweiler erhoben wurden, sei ein erneutes Disziplinarverfahren beim Staatsministerium beantragt und genehmigt worden, die Untersuchung sei im Gange. Ministerialrat Soldan sucht das Vorgehen Ahlheims und Dettweilers aus den Prinzipien der neuen Unter⸗ richtsmethode zu entschuldigen(1!) Die ganze Angelegen⸗ heit sei durch das taktlose Auftreten des Sohnes Dett⸗ weilers, der nachweislich in drei Fällen seinen Präpa⸗ rationszettel(Vorbereitungszettel, die vom Dr. Ahlheim stammten und die Lösung der gestellten Schulaufgaben enthielten) verkauft habe, erst anstößig geworden. Er, Soldan, habe aus der Untersuchung nicht die Ueberzeugung gewonnen, daß die erlaubte Grenze im Verkehr zwischen Lehrer und Schüler überschritten sei. Daß er, Soldan, Ahlheim gewissermaßen entschuldigt und dessen Benehmen gebilligt habe, sei unrichtig. Dr. Ahlheim habe auf ernstes Vorhalten Soldans eingesehen, daß seine Versetzung an einen anderen Platz notwendig sei und daß er dieselbe am besten selbst fordere. Eine Strafversetzung(nach Gießen) im eigentlichen Sinne sei das nicht, sondern eine Versetzung im Interesse des Dienstes.
Genosse Dr. David: Die Art der Vorbereitung, die der junge Dettweiler von Dr. Ahlheim empfing, sei ein Hohn auf die modernen pädagogischen Grundsätze, welche die private Ginzelvorbereitung verwürfen. Nicht Unklugheit und Verfehlung, sondern ein großer Verstoß gegen das Gerechtigkeitsgefühl der übrigen Schüler liege in dieser privaten Vorbereitung, die ein Vorzug gewesen sei und sich durchaus nicht nur auf das in der Klasse Vorgekommene beschränkt habe. Das gehe schon aus dem Umstand hervor, daß der junge Dettweiler mit seinen Präparationen habe Handel treiben können. Es
handle sich um eine direkte Begünstigung des Sohnes des Oberschulrats zu Ungunsten der übrigen Schüler. Der Entschuldigungsbrief, den Ahleim bei dem einmaligen Ausbleiben seiner Mitteilungen(ö) an das Oberschulratssöhnchen dem Oberschulrat geschrieben, sei zugegeben worden. Die erste Untersuchung der Affäre habe den Eindruck hervorgerufen, als wolle man die Sache ohne Weiteres aus der Welt schaffen, indem man sie mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe bedeckt. Das gehe nicht an. Es müsse durch strengste Bestrafung der Schuldigen für die Zukunft die Gewähr geboten werden, daß derartige Vorkommnisse, die jedem Gerechtig⸗ keitsgefühl Hohn sprächen und nicht mit pädagogischen Rücksichten gerechtfertigt werden könnten, nicht wieder vorkämen. Schon in Bensheim sei das Verhalten des Oberschulrats Dettweiler sehr bedenklich gewesen.—
Die Besprechung der Interpellation unserer Genossen nahm auch die ganze Mittwochssitzung in Anspruch, ohne wesentlich neues zu Tage zu fördern. Staatsminister Rothe meinte, zu einer Entfernung Dettweilers aus dem Amte liege keine Veranlassung vor(121) Der Abg. Friedrich(natl.) verurteilte das Verhalten Dettweilers und Ahlheims scharf und verlangt gleich unserem Gen. David strenge Sühne. Die Versetzung Dr. Ahlheims nach Gießen sei geradezu eine Belohnung gewesen. Ministerialrat Sold an sucht nach neuen Entschuldigungs⸗ gründen und meint, eine Verfehlung, eine Unvorsichtig⸗ keit Dettweilers liege vor, aber nur eine solche, die durch eine Ordnungsstrafe hinreichend gesühnt worden sei. Abg. Metz(freis.) ist der merkwürdigen Ansicht, solange nicht im Wege der Disziplin aruntersuchung Thatsachen ermittelt würden, halte er die Erklärungen vom Re⸗ gierungstisch für maßgebend(1) Man möge das eingeleitete neue Disziplinarverfahren darüber entscheiden lassen, was recht und unrecht sei.— Dem tritt aber Genosse Uleich sehr energisch entgegen. Es handle sich lediglich darum, festzustellen, was von den Be⸗ schuldigungen gegen die Beteiligten wahr sei und was nicht. Die gerügten Mißstände im Ludwigs⸗Georggym⸗ nastum seien erwiesen. Ein Gerichtshof sei der Landtag nicht, aber als Vertreter des Volkes hätten die Abgeordneten die Pflicht, darüber zu wachen, daß die Führer und Leiter der künftigen Generation nach ehren⸗ haften Prinzipien erzogen würden.— Damit ist die Interpellation erledigt. Es bleibt abzuwarten, was die Regierung nunmehr thun wird.
Die Kammer vertagte sich bis zum 30. Mai.
Partei⸗Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender.
Samstag, den 27. Mai:
Gießener Wahlverein abends pünktlich 9 Uhr bei Orbig.
Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Ed. Krumm über: Die Marxsche Theorie. 2. Vortrag des Gen. Ph. Scheidemann über:
Ed. Vernsteins Kritik des Marxismus.
3. Diskusion.— Die beiden Vorträge mußten von der Tagesordnung der letzten Versammlung abgesetzt werden wegen Behinderung des Gen. Krumm. Es ist dringend erforderlich, daß die Genossen in dieser und den weiter folgenden Versammlungen zahlreich zur Stelle sind.
Letzte Nachrichten.
Die Abrüstungskonferenz trat am Donnerstag, am Geburtstage des Zaren Nikolat, zusammen. Die Posse, die im Haag gespielt wird, ist von der unabhängigen Kritik so gründ- lich schon beleuchtet worden, daß mehr zu sagen kaum noch übrig bleibt. Die Beauftragten der in Waffen starrenden, bis an die Zähne ge⸗ wappneten Militärstaaten, die sich über den Weltfrieden unterhalten, gleichen den Füchsen, die den Hühnern predigen.
Militarismus und Klassenstaat wachsen auf demselben Grunde, und einer kommt nicht aus ohne den anderen. Wer wird den Teufel bei seiner Großmutter verklagen? Einig sind die Vertreter der Militärmächte nur in ihrer Stellung gegenüber der klassenbewußten Arbeiter- schaft, gegen den„inneren Feind“, der in allen Kulturländer für den Weltfrieden wirkt und demonstriert. Gegen diese Kulturbewegung sind alle Mittel genehm, und vielleicht heckt der Scharfsinn der Friedens⸗Pfeifen⸗Klub⸗Besucher irgend eine Teufelei aus, die aber versagen 0 0 der Einsicht und Festigkeit des Prole— tariats.


