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Nr. 47.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Wie lange haben wir Schweizer nicht debattiert über den Dreizehntelliter und den Vierzehntel⸗ liter, über Jagdgesetze, über gemalte Scheiben und Ofenkacheln, während wir die großen Fragen der Krankenkassen, der Bundesbank und der Eisenbahnen liegen ließen, weil wir zu engherzig und zu uneinig waren, sie aufzufassen! Es giebt ja ganz gewiß ein persönliches Christen⸗ tum, eine millionenfache und aufopfernde Nächsten⸗ liebe, gleichmäßig verteilt unter alle Konfesstonen, Juden und Parsen nicht ausgenommen, aber der Staat ist noch oft eine Heide, und wer an seine innere und äußere Politik den Maßstab eines gebildeten und ehrlichen Menschen anlegen will: der gilt als ein Narr.“
Das gilt auch für andere Staaten.
Sozialdemokratischer Pfarrer.
Der zur Sozialdemokratie übergetretene Pfarrer Blumhardt erklärte in einer Rede am vorigen Sonntag, daß die Zuchthausvorlage ihn zum öffentlichen Bekenntnis seiner sozial⸗ demokratischen Ueberzeugung veranlaßt habe. Dann sagte er:
„Es heißt immer, die Sozialdemokratie müsse ausgerottet werden. Ja, was heißt denn das? Wohin wollt Ihr denn die Millionen von Sozialdemokraten thun? Wollt Ihr sie hinmorden? Nun, wenn Ihr das wollt, dann nehmet mich zuerst! Wenn's aufs Schafott gehen soll, ich bin bereit, greift zu! Ich gehe voran im Namen meines Gottes!“
Die Pastoren, die weislich bei den Fleisch⸗ töpfen der herrschenden Klasse sitzen geblieben sind, sind über diese Bekehrung stark erregt, weil sie die Wirkung auf religiöse Volkskretse fürchten. So predigt der„Reichsbote“, das Pastorenblatt: f
„Es muß schon ein hoher Grad persönlicher Verirrung vorhanden sein, wenn ein Geist⸗ licher so sehr die christlich⸗ sittliche An⸗ schauung, daß alle wahre Besserung nur durch sittliche Antriebe hervorgerufen werden kann, so sehr vergessen hat, daß er dem Wahne verfallen kann, die Uebelstände der Zeit würden durch die Umwandlung der be⸗ stehenden Gesellschaft in eine sozialistische be— seitigt werden.“
Und das Pastorenorgan tröstet sich mit dem Gedanken, daß Blumhardts Christentum noch mehr verduften werde, wenn er erst bei den Sozialdemokraten warm geworden.— Das leere Christentum der amtlich Angestellten des Christentums, gewiß; das braucht nicht einmal erst zu verduften, denn es müßte zuvor überwunden sein, ehe sich der Geistliche zur Sozialdemokratie bekannte.
Die Notleidenden.
Eine interessante Tischkarte lenkt gegen⸗ wärtig in einem Schaufenster Unter den Linden in Berlin die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Diese Tischkarte ist nach der„Br. Ztg.“ geziert mit dem Bildnis des bis vor kurzem noch von der Einkommensteuer befreiten Großgrundbesitzers Frhrn. Konrad v. Wangen⸗ heim, des Vorsitzenden des„Bundes der Landwirte“; der Text lautet:
Bund der Landwirte. Provinz Pom⸗ mern. Berlin, den 13. Februar 1899. Speisenfolge: Ochsenschwanzsuppe. Kraft⸗ brühe mit Rindermark. Frischer Hummer mit Remoulade. Hammelrücken, garniert auf königliche Art. Rinderbrust mit Meer⸗ rettig. Pastete auf Toulouser Art. Hasel⸗ huhn in Kasserole. Franz. Poularde. Salat und Kompot. Prinz Pückler⸗Bombe. Käse. Früchte. Die armen Teufel, wie sich die durchhungern
müssen. Es ist wahrhaftig die höchste eit, daß man die Zucker⸗ und Schnapsliebesgaben erhöht. Die feitlebenden Taglöhner, Industrie⸗ und Landarbeiter, die Arbeitsbauern, die täg⸗ lich in Pellkartoffeln und Häringen oder in Limburger Käse schwelgen, können ganz gut noch ein bischen mit Steuern belastet werden,
Der Krieg in Südafrika.
Nichts neues aus Afrika lautet nach wie vor die Antwort auf die Frage nach der er⸗ warteten, entscheidenden Wendung auf dem Kriegsschauplatze. Die Engländer ah dafür fort, die Zeitungen mit Nachrichten über die Entsendung neuer Hilfstruppen nach Südafrika zu versorgen. Seit vorigem Donnerstag sind 12 Transportschiffe mit insgesamt etwa 15 000 Mann Verstärkungen am Kap angekommen.
Aus dem Reichstag.
Am Dienstag hat der Neichstag seine Arbeiten wieder aufgenommen.
Das Haus war nicht schlecht besucht. Ueber hundert Abgeordnete hatten fich gleich bei Eröffnung der Sitz ung eingefunden. Auch Herr v. Stumm war gesundet und bereit, seine Kraft in den Dienst der Zuchthaus vorlage zu stellen. Bald wird die zweite Beratung dieses Ge⸗ setzes beginnen. Vor Beginn der Sitzung hat heute der Seniorenkonvent beschlossen, die Zuchthaus vor— lage als erstes und eigentliches Stück der Beratungen vor Weihnachten zu erledigen.
Die Verlegenheits-Tagesordnung, Petitionen und Wahlprüfungen, die der Präsident für Dienstag zurecht gemacht hatte, nahm längere Zeit in Anspruch, als erwartet werden konnte.
Da war zunächst die Wohnungsfrage, die durch eine Petition des Pastors von Bodelschwingh ange⸗ schnitten wurde. Pastor von Bodelschwingh verlangt gemeinsam mit dem bekannten christlichsozialen Licenttaten Weber den Erlaß eines Reichswohnungsgesetzes. Die Petitionskommisfion schlug Uebergang zur Tagesordnung vor, weil sie der Ansicht war, daß die
Regelung der Wohnungsfrage
Sache der Landesgesetzgebung sei. Hiergegen richtete sich die Debatte, in die von unserer Seite die Genossen Schmidt⸗Frankfurt a. M. und Wurm eingriffen; sie unterließen nicht, mit allem Nachdruck auf den reaktio⸗ nären Pferdefuß hinzuweisen, der aus allen christlich⸗ sozialen Arbeiterwohnungsanträgen hervorguckt, die Fesse⸗ lung der Industriearbeiter an die Scholle. Treffend führte Schmidt aus, daß das einzige Mittel zur Be⸗ seitigung der Wohnungsnot die Hebung der Lebens- lage der unteren Klassen sei.
Genosse Wurm unterstützte einen Antrag Schrader, zunächst eine besondere Kommission zu wählen, die Er⸗ hebungen über die Wohnnngsnot anstellen soll. Dieser Antrag wurde angenommen.—
Gegen die Trunksucht
sollen Gesetze gemacht werden, so verlangten mehrere Petitionen. Dagegen nahm uuser Gen. Wurm das Wort, um sich gegen ein derartiges Gesetz auszusprechen. Er führte aus: Die Trunksucht tritt überall am stärksten auf, wo die sozialen Verhältnisse die Bevölke⸗ rung veranlassen, sich durch betäube de Mittel über ihr Elend hinwegzuhelfen. Bessern Sie die soziale Lage des Arbeiters, dann schwindet die Trunksucht von selbst. Wenn der Arbeiter auskömmlichen Verdienst hat, dann ist er kein Trinker mehr.
Wenn der industrielle Arbeiter gegen Ausbeutung geschützt wird, so hilft das mehr als alle Strafgesetze gegen die Trunksucht. Gewiß wird die Trunksucht auch durch den Mangel an Selbsterziehung mit verschuldet, wer aber ist Schuld daran, wenn der jugendliche Ar⸗ beiter vorzeitig industriell thätig sein muß und sich geistig nicht ausbilden kann? Wer schafft denn die schlechten Schulen und wer läßt die Schüler Formelkram sinnlos auswendig lernen? Merkwürdig ist übrigens, daß die Herren Agrarier sich als solche Gegner des Alkohols aufspielen. Schnapstrinken ist ein Verbrechen, wer aber Schnaps brennt, bekommt Staatsprämien. (Große Heiterkeii.) Viel wäre schon gewonnen, wenn an Stelle des absolut schädlichen Schnapses das harm⸗ losere Bier tritt. Das ist aber nur bei sozialer Besserstellung des arbeitenden Volkes möglich. Ein Polizeigesetz gegen die Trunksucht wäre der Pol i⸗ zeibehörde nur noch größere Möglichkeit gegeben, einzelne
Gastwirte zu schikanieren
und die Arbeiterlokale noch ungünstiger als bisher zu behandeln. Schon jetzt sind die Arbeiterlokale auf Polizeistunde gesetzt, obwohl keine Excesse dort passieren, während solche Beschränkungen für die Lokale, in denen andere Bevölkerungskreise verkehren, nicht vor⸗ handen sind, obwohl in manchen dieser bürgerlichen Lokale neben dem Bacchus und Gambrinus noch anderen Gottheiten gehuldigt wird.(Oeiterkeit.) Das Uebel der Trunksucht kann mit solchen scheinbaren sozialen Gesetzen nicht erfolgreich bekämpft werden. Das vermag allein die soziale Besserstellung der Arbeiterklasse.
damit sich die„großen“ Notleidenden wenigstens anständig satt essen können.
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Von Nah und Fern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit willkommen
Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strens ste Gewissen⸗
haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— ir bitten alle
zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.
Die Urwahl in Gießen⸗Land.
* Sozialdemokratische Wahlmänner wurden gewählt in:
Alten⸗Buseck 2, Daubringen 1, Großen⸗ Buseck 3, Hausen 1, Rödgen und Trohe 1, Watzenborn⸗Steinberg 3, Wieseck 5, zusammen 16. Heuchelheim, das 3 Wahlmänner zu stellen hat, ging verloren, trotzdem wir bei der letzten Reichstagswahl dort 281, alle Gegner zusammen nur 73 Stimmen aufbrachten. Wir sind mit 34 Stimmen unterlegen. Das wäre nicht ge⸗ schehen, wenn nicht viele Arbeiter, die keine Minute versäumen wollten und deshalb bis sechs Uhr in Gießen arbeiteten, erst wenige Minuten vor sieben Uhr am Wahllokal erschienen wären, das bekanntlich zehn Minuten zu früh Aae wurde, weil der Sohn des kranken
irchendieners die Uhr vorgerückt hatte.
Antisemitische Wahlmänner wurden ge— wählt in:
Lang⸗Göns 3, Leihgestern 2(Antis. erzielte 96, wir 84 Stimmen), Klein⸗Linden 2, Mainz⸗ lar 1, Annerod 1, Lollar 1(9), Staufenberg 1, zusammen 10—11.
Für die versteckt national⸗liberale Undings⸗ Kandidatur wurden Wahlmänner gewählt in:
Großen⸗Linden 3, Heuchelheim 3, Rutters⸗ hausen 2, Allendorf a. d. L. 1, Oppenrod 1, Lollar 1, zusammen 10.
In allen angeführten, zum Wahlkreise ge⸗ hörigen Orten wurden bei der vorjährigen Reichstagswahl abgegeben:
1827 sozialdemokratische Stimmen, 900 antisemitische Stimmen, 548 Kuddelmuddel⸗-Stimmen.
Die Sozialdemokratie zählte fast 400 Stim⸗ men mehr, als die gegnerischen Parteien zu⸗ sammen. Und doch wird jetzt zunächst als „Sieger“ der Kandidat derjenigen Parteien in den Landtag einziehen, die am schwächsten im Kreise vertreten sind. f
Das Wahlergebnis in Gießen⸗Land wird bei den kommenden Verhandlungen im Landtag über die Einführung direkter Wahlen nicht ohne Erwähnung bleiben. Zeigt es doch mit aller Deutlichkeit, daß es höchste Zeit ist, auf⸗ zuräumen mit einem Wahlsystem, das„Volks⸗ vertretungen“ zustande bringt, die den Willen des Volkes wiederspiegeln, wie der Hohl⸗ spiegel in einem Lachkabinett das Gesicht des Hineinblickenden: zur Unkenntlichkeit ver⸗ zerrt! Was wir gebrauchen und verlangen ist die direkte Wahl am Sonntag!
Gestern noch auf stolzen Rossen.
* In seiner letzten Sonntagsnummer, die drei Tage nach stattgehabter Urwahl erschien, nahm Herr Hirschel seinen Mund wieder ge⸗ hörig voll. Jubelnd trompetete er die„Nieder⸗ lage“ der Sozialdemokraten und den glänzenden „Sieg“ der Autisemiten aus:
„21 Stimmen haben sich auf uns(also auf
den Hirschel) vereinigt, während die Sozial⸗
demokraten es nur auf 16 brachten..
Das war im Großen gehirschelt; für den sozialdemokratischen Kandidaten waren aller⸗ dings 16 Wahlmänner gewählt, aber für den Hirschel nicht 21, sondern höchstens 11111 10 Stimmen vereinigte Herr Leun auf sich, der in so bewundernswerter Manier dem Hirschel ein Bein gestellt hatte. Aber das machte den tapferen Hirschel nicht irre. Zunächst posaunte er in der ihm zur zweiten Natur gewordenen Weise„Sieg“ in die Welt, genau so wie die Engländer ihre„Siege“ über die Buren hinaus⸗ telegraphieren. Und laut klang durch die Straßen Offenbachs das liebliche Stimmchen des„Siegers“ Hirschel: Immer noch auf stolzen Rossen!
Heute durch die Brust geschossen.
* Zwischen dem„gestern“, wo Herr Hirschel noch auf stolzen Rossen saß, und dem„heute“, wo er abgeworfen im Graben klagt, liegt eine fürchterliche Nacht. Die 21 Hirschelmänner
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