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Nr. 25.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Wer erwartet auch Früchte von einem verdorrten Baum? Der Liberalismus der Nationalliberalen ist schon längst zum Teufel gegangen. Eine Partei, die seit Jahrzehnten unermüdlich der Gewalt Beifall geklatscht und ihre Opfer insultiert, wird und kann dem Zuchthauskurs gegenüber keine entschiedene Stellung einnehmen. Aus Wieseck.
W. Den herrlichsten Verlauf hat das 4. Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe, des Gesangvereins„Eintracht“ am Sonntag ge⸗— nommen. Die hiesigen, wie auch zahlreichen auswärtigen Vereine verschönten das Fest durch ihre Teilnahme. Die neue grün⸗weiß⸗goldene Fahne zeugt sowohl für den guten Geschmack der Besteller, wie auch für die Leistungsfähig⸗ keit des uns unbekannten Herstellers. Dem Gesangverein Eintracht ein kräftiges: Blühe, wachse und gedeihe!
Aus Marburg.
* Die Wahlprüfungskommission des Reichs- tags beanstandete die Wahl Böckel's. Wegen verschiedener Behauptungen in den überreichten Wahlprotesten sollen Beweiserhebungen statt⸗ finden. Dr. Böckel hat in letzter Zeit ver⸗ schiedene Versammlungen auf den Dörfern ab⸗ gehalten, deren vorherige Bekanntgabe er sorg— fättig vermieden hat. Der ehemalige„Bauern⸗ könig“ hat nicht mehr den Mut, sich einem Gegner zu stellen.— In der national⸗sozialen „Hess. Landes⸗Ztg.“ wird im Inseratenteil das „6. und 7. Buch Mosis, das Geheimnis
aller Geheimnisse, angepriesen.“ Das Buch bietet für einen einzigen Thaler:„Glück nnd Segen, dauernde Gesundheit, Heilung aller
Krankheiten der Menschen und Tiere. Sicherer Wohlstand, Reichtum und langes Leben.“ Und diesem offenbaren Schwindel gewährt das Pastorenblatt gaum! Wir warnen dringend vor dem Ankauf dieses Schwindelbuchs. Die Ankündigung desselben in der Zeitung jener Parte an deren Spitze Pfarrer Naumann steht, durfte man am allerwenigsten erwarten. Vielleicht betet der nationalsoziale Pfarrer, der jüngst zum Gebet gegen die Zuchthaus⸗ vorlage in der Hess. Ldsztg. aufforderte, auch nebenbei mit für die Dummen, die auf die Mosis⸗Aunonce der Hess. Ldsztg. hineinfallen.
Wahlkreis Eschwege⸗Witzenhausen⸗ Schmalkalden.
*Die Wahlkreiskonferenz, welche am Sonn⸗ tag in Steinbach⸗Hallenberg stattfinden sollte, mußte notwendigerweise in Schmalkalden tagen, weil der Bürgermeister in vorgenanntem Ort die Konferenz einfach— verbot! Warum? Weil an jenem Tag ein neuer Pfarrer einge⸗ führt werden sollte und deshalb vielleicht Aerger⸗ nis entstehen könnte, wenn zu gleicher Zeit eine sozialdemokratische Versammlung stattfände. Natürlich wird Beschwerde gegen das ungesetz⸗ liche Vorgehen des Bürgermeisters Bleymüller erhoben.— Hug o⸗Eschwege berichtete über die Agitation im letzten Jahr. Dieselbe konnte nur innerhalb beschriebener Grenzen betrieben werden, weil es an Geldmitteln mangelte. Nach längerer Debatte fanden folgende vom Referenten gestellte Anträge eiustimmige Annahme:
„Das Bezirksführersystem ist besser auszubauen. Die Vertrauensleute der einzelnen Orte sind verpflichtet, regel⸗ mäßig Bericht über den Stand der Bewegung am Orte dem Kreisvertrauensmann zukommen zu lassen und dieser hat den Wahlkreis⸗Vertrauensmann von Allem zu ver⸗ ständigen.“
„Um die Agitation besser betreiben zu können, ist in Zukunft allmonatlich allerorts eine Sammlung vorzu⸗ nehmen und sind die einkommenden Gelder an den Ver⸗ trauensmann des Vororts abzuliefern.“
Ueber den Punkt Presse referierte Genosse Garbe⸗Cassel. Er wolle den Parteigenossen keine Vorschriften machen, aber„betont müsse werden, daß es im Interesse der ganzen politischen Agitation für die Provinz Hessen und Waldeck liege, wenn auch die Verhältnisse der Presse einheitlich organisiert würden.“ Es fand eine kurze Dis kussion statt, über die das offizielle Casseler Organ leider kein Wort sagt. Annahme fanden folgende Resolutionen:
„Im Interesse der Zusammengehörigkeit beschließt die Konferenz, in Zukunft nur das„Volksblatt“ und den„Wegweiser“ im Wahlkreise zu halten und macht
en Genossen der einzelnen Orten 1 Beschluß vom 1. Juli ab auszuführen.
Des Ferneren beschließt die Konferenz, die Genossen allerorts zu verpflichten, etwaige Vorkommnisse, welche für die Allgemeinheit von Interesse sind, regelmäßig an die Redaktion dieser Blätter zu richten.“
Es sprachen dann noch Genosse Hugo über die Verdummungsbestrebungen der sogenannten evangelischen Arbeitervereine und Garbe über die Bedeutung der Gemeinderatswahlen. Ferner wurde beschlossen, den Parteitag in Hannover zu beschicken.
Der Affenkasten⸗Passagier.
Im„Rh. Kur.“ lesen wir folgendes heitere Vorkommnis: Tritt da am Droschkenstand beim Kurhaus vorgestern ein eleganter Herr auf ein Gefährt zu, das durch seine Neuheit angenehm in die Augen fiel:„Aeh, Kutscher, machen Sie mal den Affenkasten auf!“ Der Kutscher kommt dienstfertig der Aufforderung nach, öffnet den Wagenschlag und bemerkt in verbindlichem Tone:„Bitte, wollen der Herr Affe ein⸗ steigen!“— Entrüstet rief der schneidige Herr nun schleunigst nach der Polizei, während die übrigen Rosselenker ihrem schlagfertigen Kol⸗ legen im Wortgefecht assistierten. Das Publikum amüsierte sich, der Kavalier verzichtete auf die Fahrt im„Affenkasten“ und verschwand schließ⸗ lich geräuschlos, ohne auf der Genugthuung zu bestehen.
Kleine Mitteilungen.
— Der Großherzog von Hessen ist an den Blattern erkrankt. Zu seiner Behandlung wurden die Gießener Professoren Eigenbrodt und Riegel nach Darmstadt berufen. Die Krank⸗ heit soll erst bösartig aufgetreten sein, dann aber einen normalen Verlauf genommen haben.
— In Lauterbach ist ein Seiltänzer von einem ca. 10 Meter hoch gespannten Seil auf den Marktplatz gestürzt. Er konnte sich zwar momentan wieder erheben, mußte dann aber in seinen Wagen getragen werden.
— In Bad Nauheim sind vom 2. bis 8. Juni 1899 1463 Badegäste angekommen. Die Zahl der vom 1. April bis 8. Juni 1899 angekommenen Badegäste beträgt 6763. Die Frequenz wird von Jahr zu Jahr stärker.
— Die Offenbacher Stadtverordneten haben das Gesuch des Offenbacher Rudervereins um Stiftung eines Ehrenpreises abgelehnt. Bravo! Für solche Zwecke sind die Stadtkassen nicht da. Wer sich amüsiren will, soll das auf eigne Kosten thun, sich aber schämen, Beiträge zu verlangen aus Kassen, in die selbst die Aermsten der Armen steuern müssen.
— Der Breslauer Schutzmann Haine hatte gelegentlich eines Volks-Auflaufs den Sattler meister Baudert ohne jede Veranlassung verhaftet. Die dortige Strafkammer ver⸗ urteilte den Schutzmann deshalb zu 4 Monaten Gefängnis. Recht so.
— Pfarrer Hepding in Großen-Linden hat die hessische Regierung um einen Zuschuß zur Wiederherstellung der dortigen Kirche er— sucht, einem der ältesten Kunstdenkmäler Deutsch⸗ lands. Die Regierung ist zu einem Zuschuß bereit, wenn die Pläne umgearbeitet sind und sich dann der Kostenpreis übersehen läßt.
Arbeiterbewegung.
— Die Tischlermeister in Gießen sind den Gesellen entgegengekommen. Dem Bevoll⸗ mächtigten der Holzarbeiter ist folgendes Schreiben zugegangen:
„In Erwiderung Ihres Schreibens vom 20. Mai teilen wir Ihnen mit, daß in der heutigen Versammlung der Schreinermeister Gießens folgende Beschlüsse gefaßt worden sind:
1. Diejenigen Betriebe, in welchen bis jetzt die elfstündige Arbeitszeit bestanden hat, ermäßigen dieselbe vom 1. Juli ab auf 10% Stunden unter Beibehaltung der seit⸗ herigen Lohnsätze.
2. Für Ueberstunden, welche nach Mög— lichkeit vermindert werden sollen, werden von demselben Tage ab 33⅛8Uà Zuschlag be— willigt.
Die Holzarbeiter haben sich mit diesen Zu— geständnissen einverstanden erklärt.
— Die Gießener Glasergesellen haben von ihren Meistern 15% Lohnerhöhung und 10stündige Arbeitszeit verlangt. Die Glaser sind gut organisiert und haben ihren Forde⸗ rungen dadurch mehr Nachdruck gegeben, daß sie gleichzeitig mit ihren Forderungen auch die Kündigungen einreichten. Es ist zu erwarten, daß die Forderungen bewilligt werden.
— Darmstadt. Die Zahl der in den Ausstand eingetretenen Maurer beträgt, soweit sich bis jetzt ein Ueberblick gewinnen ließ, mehr als 500.—
— In Berlin sind über 3000 Maurer ausgesperrt. Die Unternehmer wollen dadurch die Kasse der Maurer und damit ihre Organi⸗ sation sprengen.
— In Dänemark sind jetzt durch die bru⸗ talen Aussperrungen der Bauhandwerker mehr als 120 000 Personen in Mitleidenschaft gezogen.
Hessischer Landtag.
Erste(u. E. gänzlich überflüssige) Kammer.
* Die Herren Grafen, Freiherrn, Prinzen und Fürsten sind wieder einmal zusammen ge⸗ wesen in Darmstadt, um ihre Gutachten abzu⸗ geben über die Arbeiten der zweiten Kammer. Geschaudert haben sich die blaublütigen Edlen ob des Beschlusses der Zweiten Kammer bezüg⸗ lich Einführung direkter Wahlen zum hessischen Landtag. Graf Solms-Laubach rechnet solche Anträge zu den staatsgefährlichen. Einer Neuregelung des Wahlrechts auf der Basis beruflicher Organisation(also einer mittelalterlichen Ständevertretung) wäre er nicht abgeneigt. Natürlich lehnten die hohen Herrschaften den Antrag der Zweiten Kammer ab.— Die zur Hebung der Ziegenzucht von der Zweiten Kammer bewilligten Mittel werden gestrichen.— Natürlich! Was interessteren sich die hohen Herren für die„Kuh des armen Mannes“.— Prälat Habicht trat dann für die neu geplante Eisenbahn⸗Linie Butzbach-Lich ein. Graf Solms-Laubach erklärt, es sei ein barbarischer Plan, ganz Oberhessen durch Dampfmaschinen zu zerstören. (Schrecklicher Gedanke) Gegen 4 Stimmen wird auch die Butzbach⸗Licher Linie abgelehnt. Bei der Vorlage über die Linie Als feld⸗ Hersfeld fühlt sich Graf Solms-Laubach gedrungen, im Namen des ganzen Landes (Wie kommt er denn dazu?) den Abschluß der preußisch⸗hessischen Eisenbahngemeinschaft als ein vom nationalen Standpunkt aus hohen Verdienst der Regierung zu preisen. Die Linie Alsfeld⸗ Hersfeld wird angenommen, ebenso Fürth⸗ Reichelsheim. Eine ganze Anzahl weniger be⸗ deutender Gegenstände wird debattelos erledigt. Vor der Beratung des Ausführ ngsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch erklärt der Prästdent Fürst Isenburg⸗Büdingen, er könne auf Grund eingeholter Informationen zur Beruhigung der hohen Herren mitteilen, daß das Edikt vom Jahre 1858 über die Rechtsverhältnisse der Standes herren durch dieses Gesetz nicht berührt werde.(Gott sei Dank!) Die erste Kammer vertagte sich am Dienstag auf unbe⸗ stimmte Zeit. Mögen sich die erlauchten Herren von der anstrengenden Arbeit recht bald erholen.
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Letzte Nachrichten.
— Die Kanalvorlage(Rhein-Ems⸗ Weser⸗Elbe) wurde von der preußischen Land⸗ ratskammer an die Kommission zurückverwiesen. Damit wird Zeit gewonnen, während der die unsicheren Kantonisten im Sinne der Regierung für das Kanalprojekt bearbeitet werden können.
— Angeblich haben die Nationallibe⸗ ralen und das Centrum in Fraktioas⸗ sitzungen den Beschluß gefaßt, bei der ersteu Lesung der Zuchthausvorlage, die Anfang nächster Woche beginnt, gegen die Verweisung an eine Kommission zu stimmen. Wenn sich das bestätigte, fiel die Vorlage unter den Tisch— Wir trauen aber weder den„liberalen“ Dreh— scheibenmännern, noch den ultramontanen Seil— tänzern und Kuhhändlern über den Weg. Die Arbeiter können sich nur auf sich selbst ver⸗ lassen.


