arier An⸗ des
Ver⸗ rbe⸗ eiche up⸗ Stag,
prup, erbot teller der jern; ein Hall, gate, gen rga⸗ ihnen kann kaum
ersen⸗ ede, surck⸗ ines den. assen risch aubt 1 1 heis⸗ über lich arc weise Hung 1
Heß nach UH
thel⸗ iesen alige lt
Ful rie Ich
Du nen dell
ten, ger
Dann erzählt Gallifet von einem Besuche des 1 früheren englischen Militärattaches General Tal⸗
Nr. 16.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
derbens, auf dem Sie hinstürmen. Denken Sie doch an unseren Herrn und Heiland, der auch für Sie gelebt, gelitten und gestorben, denken Sie an ihr Seelenheil, so lange noch Gnadenzeit ist und denken Sie an Frau und Kinder. Was soll aus letzteren werden. Kehren Sie um, liebster Herr.: b Ich nehme Sie gern auf, wenn Sie aufrichtig Ernst machen wollen und allen Heuchelkram(ö)
dahinten lassen.“ 1 Ihr fürbittender
Karl Chr. v. Lützow.
Der junge Mann mit der ramponierten Tugend ist auf dem besten Wege, für noch höhere Aufgaben fähig zu werden.
Freiherr v. Hammerstein,
der ehemalige Chefredakteur der, Kreuz⸗Zeitung“, wird am 26. ds. M. aus dem Zuchthaus zu Moabit entlassen werden. Das gegen ihn am 22. April 1896 gefällte Urteil, lautend auf drei Jahre Zuchthaus, 1500 Mark Geldstrafe oder 100 Tage Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, wurde erst am 26. Juni 1896 rechtskräftig, da an diesem Tage die Revision vom Reichsgericht verworfen wurde. Um dem Freiherrn v. Hammer⸗ stein die Verbüßung von noch 100 Tagen Zucht⸗ haus zu ersparen, ist von Freunden seiner Familie die Summe von 1500 Mk. aufgebracht worden. Es ist noch fraglich, ob Frhr. v. Hammerstein nach der Strafverbüßung bei seiner Familie in Friedenau verbleiben oder nach dem Ausland gehen wird. Vielleicht kann er ja auch als „Innerer Missionar“ irgend wo ankommen, wie sein blaublütiger Kollege von Lützow.
Arbeitersekretariate und Regierungen.
Dem Münchener Arbeitersekretariat ist vom bel gischen Ministerium der Industrie und der Arbeit eine interessante Zuschrift geworden.
Nach derselben würde die belgische Re⸗ gierung„sehr erfreut sein, die auf des Ar⸗ beitersekretariat bezüglichen Aktenstücke(Jahres⸗ berichte, Statuten u. s. w.) im Austausch gegen die vom Ministerium herausgegebene Revue du Travail, von welcher Sie beigehend die in diesem Jahre erschienenen Berichte erhalten, zu empfangen.“
Ob man sich an hoher Stelle gewisser deutscher Bundesstaaten nicht beschämt fühlt durch das Interesse, das ein ausländisches Ministerium einem Institut gegenüber an den Tag legt, das von organisierten Arbeitern er⸗ richtet und unterhalten wird? Und was sagt die Scharfmacherzunft dazu?
Die Mucker in der Falle.
In der letzten belgischen Wahlkampagne hat sich folgende Episode zugetragen: In einer von den Klerikalen, die in Belgien das Heft in Händen haben, einberufenen Wählerver⸗ sammlung übte ein Sozialdemokrat Kritik an dem von Klerikalen gemachten Gemeindegesetz, dessen Christlichkeit er an einem drastischen Beispiel erläuterte. Wenn Christus heute in Belgien lebte, sagte er, so würden ihm die Klerikalen kein Wahlrecht geben. Der Vor⸗ sitzende, natürlich ein katholischer Geistlicher, rief entrüstet aus:„Gewiß würde Christus eine Stimme haben!“—„So, er würde eine Stimme haben? Schön. Aber die reichen Juden, die ihn ans Kreuz geschlagen haben, hätten vier Stimmen, nicht wahr?(In Bel⸗ gien ist das Pluralsystem eingeführt, das heißt: je reicher jemand ist, um so mehr Stimmen hat er.) llebrigens hätte Christus kein Wahl⸗ recht, weil er ja keinen festen Wohnsitz hatte und nirgends seßhaft werden konnte. Ja, die Klerikalen würden ihn ins Asyl schicken.“— Die Antwort sind die Klerikalen noch schuldig.
Zum Prozeß Dreyfus.
Nach den vom Pariser„Figaro“ veröffent⸗ lichten Aussagen bekundete General Gallifet vor dem Kassationshofe, daß Dreyfus nicht aufgehört habe, seine Unschuld zu beteuern. Gal⸗ lifet gibt dann Auskunft über Picquart, der ein braver Offizier und unfähig sei, eine schlechte Handlung zu begehen. Von Esterhazy sagt General Gallifet, daß seine Beziehungen zu den Militär⸗Attachés allen bekannt gewesen seien.
bot, welcher von Egypten zurückkehrte. Derselbe sagte zu mir:„Ich habe Dreyfus während meines sechsjährigen Aufenthalts in Frankreich nicht kennen gelernt, aber es setzt mich in Erstaunen, daß der Major Esterhazy sich noch in Freiheit befindet. Wir Militärattaches wußten alle vollkommen, daß Esterhazy für ein oder zwei Tausendfranksbillets alles liefern würde, was wir vom Kriegsministerium direkt nicht haben könnten.“ Gallifet erklärt dann, daß er von dem strengen Vorgehen gegen Picquart sehr überrascht wurde.
Aus dem Reichstag.
Im Reichstag richtete am Dienstag bei Wiederaufnahme der Sitzungen nach den Osterferien Präsident Graf Ballestrem an die Mitglieder die Bitte, möglichst zahlreich zu den Verhandlungen zu erscheinen, damit das Haus in absehbarer Zeit der ihm noch bevorstehenden umfangreichen Aufgaben gerecht werden könne. Die Vorlage betr. das Flaggenrecht der Kauffahrteischiffe wurde nach einigen Bemerk⸗ ungen der Abg. Bassermann und Frese an eine Kommission verwiesen. Hierauf wurde noch eine Reihe von Wahlprüfungen und Petitionen erledigt.
Am Mittwoch begann die erste Beratung der Novelle zum Postgesetz. Nach einer ein⸗ leitenden Rede des Staatssekretärs v. Podbielski, welche sich in der Hauptsache mit der Recht⸗ fertigung des vorgeschlagenen neuen Postzeitungs⸗ tarifs befaßte, erklärte Abg. Dr. Marcour namens des Zentrums die Zustimmung zu der Ausdehnung des Postregals, falls die Ent⸗ ee e in befriedigender Weise gelöst würde.
Die Konservativen ließen durch den Abg. v. Waldow⸗Reitzenstein erklären, daß sie der Vorlage im ganzen wohlwollend gegenüber⸗ ständen. Genosse Singer erklärte die Vor⸗ lage in der Hauptsache für einen Ausfluß fis⸗ kalischer Plusmacherei. Das Prinzip der vorgeschlagenen Reform des Zeitungstarifs er⸗ klärte er für ein gesundes. Die National⸗ liberalen stehen gleich den Konservativen, wie der Abg. Hasse erklärte, der Vorlage im ganzen wohlwollend gegenüber. Abg. Pachnicke von der Freisinnigen Vereinigung bekämpfte insbe⸗ sondere die Beseitigung der Privatposten und die vorgeschlagene Neuregelung des Zeitungs⸗ tarifs. Staatssekretär von Podbielski ließ durchblicken, daß er geneigt sei, die Bestimmung bezügl. der Expreßboten angesichts des einmütig dagegen erhobenen Widerstandes fallen zu lassen.
228 ————
Zur Bernstein⸗Debatte.
Ueber Bernsteins Buch, von dem wir in unserer Osternummer sprachen, hat sich nun die gesamte Parteipresse geäußert. Mit einer einzigen Ausnahme verhalten sich alle Parteiblätter strikte ablehnend. Unsere Gegner gehen selbstver⸗ ständlich unausgesetzt krebsen mit Bernsteins Vorschlägen. Natürlich nehmen wieder diejenigen Gegner das Maul am vollsten, die am wenigsten von der Sache verstehen.
Amtsblattskulis, die nie ein sozialdemokra⸗ tisches Werk gelesen haben, die das Bernsteinsche Buch gar nicht zu Gesicht bekamen, und die, selbst wenn man sie zum Studium des Werkes durch irgend welche Mittel zwingen könnte, nicht Grütze genug in ihren Muckerköpfen hätten, um die Bernsteinschen Ausführungen kapieren zu können, lassen natürlich die günstige Ge⸗ legenheit auch nicht vorübergehen, ohne ihr Thranlicht leuchten zu lassen. Armselige Hans— würste das!
*
Viel besprochen wurde die Rede, die Bebel in Jena gehalten hat. Da Bebels Ausfüh⸗ rungen über Bernstein in der gegnerischen Presse ganz nach Bedarf umgemodelt worden sind, so dürfte es am Platze sein, seine Ausführungen ihrem richtigen Wortlaut nach zu zitieren. Bebel führte u. a. aus:
Die Sozialdemokratie wird kraft der Inte⸗ ressen derjenigen Klasse, die hinter ihr steht und
ihr Prinzip verlassen. Sie darf es nicht bei Gefahr ihrer eigenen Vernichtung. Wenn die neuerlichen, insbesondere auf eine veränderte Taktik der Partei und gegen das Programm derselben gerichteten Bestrebungen in der Partet Anerkennung finden sollten, dann würde die Sozialdemokratie von dem Tage an, wo sie auf derartige Vorschläge einginge, aufhören zu existieren. Die gegenwärtige Partei würde in die Brüche gehen und eine neue, weit radikalere Partei aus ihr hervorgehen. Bebels Rede schloß mit den Worten:
Revolution zu machen, Gewaltthaten zu begehen, liegt in keines Menschen Absicht. Wir (die Sozialdemokratie) sind auch nicht in der Lage dazu, weil nicht wir es sind, die die Entwickelung in der Hand haben, sondern unsere Gegner. Von ihnen hängt der Lauf und die Gestalt der Entwickelung ab— aber Entwickelung muß sein. Unser die Zukunft, unser der Sieg.——
*
Sehr wohlthuend stechen von den Salbadereien unwissender gegnerischer Preßkulis die folgenden Aeußerungen der angesehenen Zeitschrift„Ethische Kultur“ über die Bernsteinfrage ab:
„Es ist ein ehrendes Zeugnis der Reife, daß sich, im Gegensatz zu vielen anderen Parteien, die prinzipielle Erörterung inner⸗ halb der Arbeiterpartei im vollen Lichte der Oeffentlichkeit vollzieht. Die wohl nicht ausbleibende, schadenfrohe Voraussetzung einer inneren Schwäche würde auf einer be⸗ dauerlichen Kurzsichtigkeit der Gegner beruhen. Nur starke, ihres inneren Rechtes sich bewußte Vereinigungen vermögen diesen, in unserem politischen Leben leider noch so ungewohnten Weg zu gehen. In einem Verein von Hunderttausenden und Millionen von Anhängern müssen ja natur⸗ gemäß verschiedene Anschauungen, müssen Gegensätze bestehen, die aber gemeinhin vertuscht werden. Hier steht die über⸗ wiegende Mehrheit der Parteiführer unzweifelhaft auf einem demBernsteinschen entgegengesetzten Standpunkt, und diese Mehrheit beherrscht sicherlich auch den Parteiverlag. Um so ver dienst⸗ licher ist es, daß durch gleichzeitige Veran⸗ staltung einer Volks ausgabe den weitesten Kreisen die„Ketzereien“ gegen das seitherige Parteidogma nahegebracht werden. Vielen würde dies als ein gefährliches Experiment erscheinen, aber es ist der sicherste Weg zur Wahrheit.“
Liebknecht über Bernstein. In einer Versammlung im 1. Berliner Wahlkreise übte am 6. April Liebknecht unter dem Bei⸗ fall der Zuhörer Kritik an den Bernsteiuschen Auslassungen. Liebknecht führte danach aus: Bernstein habe sich bedauerlicher Weise derart geäußert, wie es bisher nur die Gegener der Sozialdemokratie beliebt hätten. Um der Partei zu schaden, hätten die bürgerlichen Politiker die Bedeutung Bernsteins ganz ge⸗ waltig überschätzt und ihn als Theoretiker der Sozialdemokraten, ja als zweiten Marx hin⸗ gestellt. Bernstein sei keines von beiden. Er sei ein ganz guter Sozialdemokrat gewesen, ehe man ihn aus Deutschland vertrieben, jetzt, nach 21 jährigem Aufenthalt in der Fremde, kenne er die deutschen Verhältnisse nicht mehr.
8 sei darum nicht verwunderlich, wenn er Dummheiten schreibe. Welche Thorheit liege z. B. darin, zu sagen, die Partei sei nicht praktisch genug gewesen. Es möge Leute geben, die sich vor der Regierung ducken. Wer eine solche Taktik empfehle, gehöre aber nicht mehr zur Partei! Die Sozialdemokratie müsse bei ihrer alten Taktik beharren; auf jeden Schelmen anderthalb, auf jeden Schlag, den man ihr gibt, zehn zurück.
FFC Trinkt kein Frankfurter
bis den dortigen Brauerei
die sie zu vertreten hat, unter keinen Umständen
Vier, arbeitern ihr Recht geworden.
1 5 —


