Ausgabe 
15.1.1899
 
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ist kein ewiger Bund zu flechten.

Nr. 3.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

fügungsrecht des Einzelnen statthaft sei. Nunmehr entschied das Gericht im Sinne des Kammergerichts, erkannte die Rechtsgiltigkeit der

landrätlichen Polizeiverordnung an und bestätigte den Strafbefehl. Jesus sagte: Was ihr einem der geringsten meiner Brüder gethan haßt, das habt ihr mir gethan Jetzt wird das Wohlthun und Mitteilen durch die Polizei verboten.

Wer stellt die meisten Soldaten?

Die Agrarier behaupten, die meisten Soldaten liefere das platte Land. Sie gründen darauf allerlei Ansprüche und Bevorzugungen, die mit dieser Thatsache, selbst wenn sie richtig wäre, nicht das Mindeste zu thun haben. In Bayern stellt sich jedoch das Verhältnis folgendermaßen: Obwohl die ländliche Bevölkerung dieses Bundesstaates um rund 350,000 Köpfe stärker ist als die von Industrie, Handel und Verkehr lebende Bevölkerungsgruppe, gab es nur 41,832 Gestellungspflichtige vom Lande, aber 55,409 aus Industrie und Handel. Von 100 ländlichen Gestellungspflichtigen wurden je 26,4 ausgehoben, bei der Industrie 28,4, beim Handel 22,8, bei

den sonstigen Berufsklassen 15,7 und bei den

Berufslosen 11,8. Wahlflugblätter und Sonntagsruhe.

Das preußische Kammergericht fällte eine Entscheidung von prinzipieller Bedeutung. Ver⸗ schiedene Personen aus dem Regierungsbezirk Kassel waren verurteilt worden, weil sie zur Wahlzeit an einem Sonntag Wahlflug⸗ blätter öffentlich verteilt hatten. In der Revision griffen die Angeklagten die Vorentscheidung an und erklärten die in Frage kommende Regierungs⸗ polizeiverordnung vom 31. Dezember 1896 für ungiltig, da sie mit 8 43 der Gewerbe⸗ ordnung im Widerspruch stehe;§ 43 gestatte in der Zeit von der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahl⸗ aktes schrankenlos die Verteilung von Stimm⸗ zetteln und Druckschriften zu Wahlzwecken. Das Kammergericht wies jedoch, wie man aus Berlin schreibt, die Revision als unbegründet ab und erklärte jene Regierungspolizeiverordnung, die sich mit einer anderen Materie als die Gewerbe⸗ ordnung beschäftige, für unbedenklich rechtsgiltig. Damit wäre schlankweg für unsere Genossen, die im Regierungsbezirk Cassel des gelobten Landes Preußen wohnen, jede Agitationsthätigkeit am Sonntag unmöglich gemacht. Der letzte Partei⸗ tag hat auf Antrag des Gen. Thiel⸗Cassel die Reichstagsfraktion schon beauftragt, im Reichs⸗ tag entsprechende Anträge zu stellen, damit die Reichsgewerbeordung nicht für bestimmte Teile des Reiches außer Kraft gesetzt werden kann.

Die Bräute getauscht.

Aus Schlesien wird geschrieben: Eine niedliche Geschichte, wird im Lübener Kreise erzählt. Carl, ein flotter Dorf⸗Don Juan und Rosel, die Großmagd beim Bauern Z. hatten sich beim letzten Pfingsttanzewige Liebe und Treue geschworen. Fast gleichzeitig hatte der

Müllerssohn Franz ein zartes Verhältnis mit

der Schneiderstochter Anna angeknüpft. Da Karl und Franz gut befreundet waren, gingen die beiden Paare oft gemeinsam zum Tanz über Land, und die Rosel flog willig vom Arm des Karl in den des Franz, während die Anna den umgekehrten Weg machte. Die Abwechslung schien allen wohlzuthun; denn als bei der letzten Kirmeß Karl unvermutet dazu kam, wie Franz die Rosel regelrecht abküßte, gab es nicht etwa eine solenne Keilerei, wie sie sonst bei derartigen Anlässen üblich, sondern es erfolgte in Ruhe und Freundschaft eine allgemeine Aussprache, deren Ergebnis war, daß zu aller Z ariedenheit nun⸗ mehr Karl mit der Anna und Franz mit der Roselging. Doch mit des Geschickes Mächten Der Tausch war noch gar nicht lange perfekt geworden, da

schcmiegte Rosel eines Tages ihren Kopf errötend an Franz' Brust und teilte ihm einsüßes Ge⸗

heimnis mit. Franz soll ein sehr langes Ge⸗ sicht gemacht haben, zumal seine intime Bekannt⸗ schaft mit Rosel erst nach jener Kirmeß begonnen hatte. Ratlos begab er sich zu Karl, seinem Freunde, der ältere Rechte auf Rosel hatte.

Dieser aber zeigte sich beinah erfreut über die ihm gewordene Kunde; und flugs erzählte er Franz, daß im die Anna ganz dieselbe Beichte abgelegt habe. Eine abermalige freundschaftliche Beratung wie an jenem Kirmeßtage war die Folge und das Ende vom Lied ein neuer Braut⸗Tausch, der nun wahrscheinlich ein endgültiger sein wird, da sich beide Paare rüsten, so schnell wie möglich Hochzeit zu machen. Vom Henkerbeile.

Im Jahre 1898 wurdem im Deutschen Reiche 29 Hinrichtungen vollzogen, davon 19 durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg und 10 durch die Scharfrichter Brandt aus Pfaffroda in Sachsen, Reinhardt aus München in Bayern und Siller aus Gabeln⸗ berg in Württemberg. Die schauerlichen Exe⸗ kutionen haben in letzterer Zeit im Deutschen Reiche stetig zugenommen. Im Jahre 1889 betrug die Zahl der Hinrichtungen 17; von da ab stieg die Zahl stetig bis zum Jahre 1895, in dessen Verlaufe 39 Hinrichtungen stattfanden. Diese ungewöhnlich große Anzahl steht bisher im Deutschen Reiche unübertroffen da. Im Jahre 1896 waren 36 Hinrichtungen zu ver⸗ zeichnen und im Jahre 1897 sank die Zahl auf 23, worauf wieder eine Steigerung auf 29 er⸗ folgte. In den letzten 10 Jahren bis Ende 1898 sind im Deutschen Reiche insgesamt 284 Hinrichtungen vollzogen worden. Vergleicht man hiermit die Zahl der in Frankreich vollstreckten Todesurteile, so wird man finden, daß das Deutsche Reich jenemwilden Lande in diesem Punkte weit voraus ist. In Frankreich amtierte bis jetzt der Scharfrichter Deibler als Vollstrecker von Todesurteilen und dieser hat seit dem 2. April 1882 bis 1898, also in 16 Jahren, insgesamt 52 Exekutionen vollzogen. Das wirft ein seltsames Licht auf Deutschland.

Freiherr v. Hammerstein,

so behauptet ein Berliner Lokalberichterstatter, soll bereits am 2. Mai 1898 aus der Strafanstalt (Zellengefängnis) entlassen worden sein. Er habe einen Arbeitsverdienst von über 70 Mark aus⸗ gezahlt erhalten und sei nach der Schweiz abgereist. Es wäre von Interesse, wenn über diesen Fall eine amtliche Auskunft erteilt würde. Früher hieß es, fehr e s Hammersteins sei abgelehnt worden.

Kleine Mitteilungen.

Heftiger Sturm. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde Gießen und Umgebung von einem überaus heftigen Sturm heimgesucht. Ob größere Unfälle vorgekommen, haben wir z. Z. noch nicht erfahren können.

In Vilbel(0berhessen) ist ein be⸗ deutendes Terraingeschäft, wie es nicht oft vor⸗ kommt, ab geschlossen. Die Stadt Vilbel verkaufte nämlich das an der Straße Frankfurt Vilbel gelegene sogen. Rußland, ein Gelände von etwa 1400 000 Ouadratmetern, an ein Frankfurter Bankhaus zum Preis von 1 Mark für den Quadratmeter. Dem Vernehmen nach beabsich⸗ sichtigen die Käufer, hier Fabriken und Arbeiter⸗ wohnungen zu errichten Die Anlage der neuen Straßen besorgen die Käufer, während die Ver⸗ käuferin die Unterhaltung derselben übernimmt. Die Anzahlung beträgt 400 000 Mark.

In dem Dorfe Ohmes bei Alsfeld in Oberhessen wurde ein junger Mann von zwanzig Jahren unter dem schrecklichen Verdachte fest⸗ genommen, seinen leiblichen Vater vorsätzlich erschossen zu haben. Der Sohn beteuert jedoch seine Schuldlosigkeit; die verhängnisvolle Waffe habe sich durch einen unglücklichen Zufall in seiner Hand von selbst entladen.

Eine Art siamesische Zwillinge hat in Gera die Frau eines Eisenbahnarbeiters geboren. Das Monstrum, das bei der Geburt lebte, alsbald aber verstarb, ist weiblichen Ge⸗ schlechts und weist zwei vollständig entwickelte Köpfe, doppelte Rückgratsbildung, zwei Herzen, zwei Arme und zwei Beine auf. Im übrigen ist die Entwickelung in jeder Beziehung normal und in gleicher Vollkommenheit noch nicht beob⸗ achtet worden. Durch Vermittelung des zu der schwierigen Entbindung zugezogenen Dr. med.

Teichmann wird das Monstrum dem anatomischen Museum in Jena überwiesen.

Von einem Kriminalschutzmann wurde am Sonntag früh morgens in Berlin der 23 Jahre alte, verheiratete Arbeiter Karl Drogowsky in der Neuen Hochstraße erschossen.

Partei⸗Nachrichten.

Ungetreuer Parteikassierer. Dem sozialdemo⸗ kratischen Verein für Erwerbung der bayerischen Staatsangehörigkeit und des Bürgerrechts der Stadt Nürnberg ist, wie derFrankf. Zig. gemeldet wird, der Kassierer, Metalldreher Hußwurm, mit etwa 300 Mark Vermögensgeldern durchgebrannt. Hußwurm soll vorher Unterschlagungen vergeblich durch Bücher⸗ fälschungen zu decken gesucht haben.

Hessische Landtagskandidaten. Die am letzten Freitag in Darmstadt stattgefundene Sitzung des Agitationskomitees beschäftigte sich unter anderem auch mit der Kandidatenfrage für die im Herbst statt⸗ findenden Landtagswahlen. Genosse Cramer wird auf Wunsch der Parteigenossen seines seither vertretenen Landkreises dort wieder kandidieren. Für den Wahlkreis Groß-Gerau sollen den dortigen Parteigenossen Gen. Wilhelm Stephan, für Bessungen Genosse Otto Friedrich und für Eberstadt-Pfungstadt Genosse 1 7 Raab in Pfungstadt als Kandidaten empfohlen werden.

Wegen der Abhaltung von Volks versamm⸗ lungen im Kreise Gießen wenden sich die Genossen entweder an den Kreisvertrauensmann A. Bock in Gießen, Dammstraße, oder an den Vorsitzenden des Kr.⸗W.⸗Vereins: Ph. Scheidemann, Gießen.

Versammlungs⸗Kalender. Sonntag, den 15. Januar: Gesangverein Eintracht. Familienabend bei

rbig. Heuchelheim. A.⸗B.⸗V. bei Ludwig Steinmüller: Hauptversammlung. Lauterbach. Wahlverein. Halb 4 Uhr bei G. Kaut. Zahlreich erscheinen! 5 Alsfeld. Wahlverein. Nachmittags 3 Uhr Ver⸗ sammlung auf der Pfefferhö he. Dienstag, den 17. Januar: Gewerkschaftskartell. Abends präzis 9 Uhr Sitzung.

Briefkasten der Redaktion.

H. Sch. Sie müssen zahlen, können aber um Ratenzahlung nachsuchen, die Ihnen sicherlich bewilligt wird. Gegebenenfalls können Sie gegen die Höhe des Steuersatzes reklamieren.

L. und andere. Selbstverständlich ist das ana⸗ tomische Wunder für uns Luft. Der Mann gehört in ein Raritätenkabinett.

Cetzte Nachrichten.

Reichstag. Donnerstag⸗Sitzung. Tages⸗ ordnung: Neue Miliärvorlage. Kriegsminister v. Goßler begründete sie, setzte ihreVorzüge im Ein⸗ zelnen auseinander und schloß mit der Erwartung, daß das, was die Kommission beschließen werde, zum Wohl des Heeres und des Vaterlandes sein werde. Seine Aeußerung über die zweijährige Dienstzeit ließ erkennen, daß an eine gesetzliche Festlegung voraus⸗ sichttich nicht zu denken ist. In ausführlicher Rede trat der Abg. Richter(fr. Vp) den Ausführungen des Kriegsministers entgegen, währe d die Abgg. Freiherr v. Stumm Rp.) und v. Levetzow, der erstere noch unbedingter als dieser, sich für die Vorlage aussprachen. Nach den Berechnungen Richters haudelt es sich um 28 000 neu einzustellender Soldaten, außer Kanonen und Pferden für die Kavallerie. Freitag ist Fortberatung der Vorlage.

Marktberichte. Gießen. Auf dem Wochenmarkte vom 12. Januar kostete: Butter per Pfund Mk. 0,75 0,95,

Hühnereier 1 St. 710 Pfg., 0 Stück 00 Pfg., Käse per Stück 58 Pfg., Käsematte 2 Stück 56 Pfg., Erbsen pro Liter 22 Pfg., Linsen pro Liter 32 Pfg., Tauben pro Paar Mk. 0,80 1,00, Hühner pro Stück Mk. 1,10 1,30, Hahnen pro Stück Mk. 1,001,60, Enten per Stück Mk. 1,90 2,20, Gänse pro Pfund 5060 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch 6264 Pfg., Schweinefleisch 6876 Pfg., gesalzen 80 Pfg., Kalbfleisch 6466 Pfg., Ham⸗ melfleisch 50 70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kilo Mk. 6,00 bis 6,50, Zwiebeln pro Zentner Mk. 6,00 6,50, Milch per Liter 16 Pfg.

Grünberg, 7. Januar. Fruchtpreise. Weizen Mk. 16,50 00,00, Korn Mk. 14,10 00,00, Gerste Mk. 00,00 00,00, Hafer Mk. 13,58 00,00, Erbsen Mk. 17,00 00,00, Linsen Mk. 00,, Wicken Mk., Lein Mk.., Kartoffeln Mk. 0,00 00,00, Samen Mk. 00,00 per 100 Kilogr.

Agitiert für dieAiitteld. 9.⸗3tg.