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Nr. 30.
Mitteldeutsche SonntagsZeitung.
Seite 3.
hiesigen Posten im Stich ließ und ins Ausland reiste, von dort aber auf Gerichtsbeschluß zurück⸗ zeholt wurde, ist jetzt außer Verfolgung gesetzt worden. Es haben sich keine thatsaͤchlichen Anhaltspunkte gefunden, daß sich der Beschul⸗ digte strafbar gemacht hat. Die Kosten hat die Stadtkasse zu tragen.— Nun werden die Spießer, denen der Mannesmut so gewaltig schwoll, als der von ihnen Gehaßte weit vom Schuß war, sich wieder tapfer kuschen.
Mainz. Professor Holzammer vom hiesigen Priesterseminar hat den ihm verliehenen Orden„Philipp des Großmütigen“ zurück— gesendet.
** Darmstadt. Ueber den Termin der Eröffnung des neuen hessischen Landtags steht noch nichts fest. Es ist noch nicht ent⸗ schieden, ob der neue Landtag überhaupt noch im laufenden Jahre einberufen wird. Sollte es geschehen, so wird die Einberufung nicht vor dem 19. Dezember erfolgen.
e Darmstadt. Das Schwurgericht ver— urteilte die Fabrikarbeiterin Susanne Rebell wegen Kindesmords unter Annahme mil⸗ dernder Umstände zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Sie war geständig, in Offenbach am 19. Oktober ihr uneheliches Kind gleich nach der Geburt vorsätzlich getötet zu haben.
Ein unheimlicher Fahrgast. Den Mühlenbesitzer Claus aus Breitenbach bat unterwegs eine aus dem Walde kommende Frau, er möchte sie doch ein Stück mit auf den Wagen nehmen. Claus hielt auch an und nahm die Frau ahnungslos mit, jedoch wurde ihm durch das Gebahren der Frau die Sache verdächtig. Clauß ließ absichtlich sein Taschen⸗ tuch fallen und bat die Frau es aufzuheben, da er die Pferde nicht aus der Hand lassen könne. Durch das Absteigen der„Frau“ wurde der Verdacht zur Gewißheit, daß der Passagier ein verkleideter Mann sei. Claus hieb auf die Pferde ein und ließ die vermeintliche Frau zurück. In Platten gab er den Korb der verkleideten Frau auf der Polizei ab. Darin fand man einen sechsläufigen Revolver und einen Dolch. Claus trug 300 Mk. bei sich.
* Kostbares Geschirr. Zu Ehren des in England zu Besuch gewesenen deutschen Kaisers fand in Windsor ein Festmahl statt. Es wird berichtet, daß dabei prächtiges Gold⸗ eschirr im Werte von 2 Millionen Pfund Sterling(= 40 Millionen Mark) zur Ver⸗ wendung kam.
Die Gießener Ortskrankenkasse früher und jetzt.
n. Wie anderwärts so haben auch hier die Arbeiter angefangen fich um die Verhältnisse in der Ortskranken⸗ kasse mehr zu kümmern. Sie haben dabet, wie Ein⸗ geweihte längst wissen, große Mißst ände gefunden, die zu beseitigen sie für ihre nächste Aufgabe hielten. Zunächst wurde die Rechnung für 1897 von den Arbeitern selbst revidiert und dabei zahlreiche An⸗ stände gefunden, die früher stets übersehen wurden. U. a. wurde festgestellt, daß für 1897 1080 Mk. zu wenig erhoben worden waren. Im Gesetz heißt es: Die Beiträge sind so lange zu bezahlen, bis die vor⸗ schriftsmäßige Abmeldung erfolgt. Diese Bestimmung murde von dem Rechner Heidt gar nicht beachtet, so daß durch diese Handlungsweise Tausende ver⸗ loren gingen. Weiter wurde durch die Kontrole festgestellt, daß wohl zwei Drittel sämtlicher Arbeit- geber ihre Arbeiter in zu niedrigen Klassen angemeldet hatten. Ja nicht selten kam es vor, daß Arbeitgeber Jahre lang Leute beschäftigten, die Beiträge vom Lohn in Abzug brachten, die Leute aber gar nicht anmeldeten. Die Folge war, daß die Arbeiter im Falle der Er⸗ krankung mit wenig Krankengeld zufrieden sein mußten. 8
Wie fruchtbringend das Eingreifen der organisierten Argeiter war, geht daraus hervor, daß in diesem Jahr schon im Juli 17000 Mk. an Krankengeld ausbe⸗ zahlt waren, fast so viel wie 1898 im ganzen Jahre — trotz fast gleichem Krankenstande. Weiter wurde festgesetzt, daß die ersten Krankheitstage mitbezahlt werden, wenn die Krankheit 14 Tage dauert. Die Krankenunterstützung wurde auf weitere 13 Wochen (die Hälfte des bisher bezogenen Krankengeldes) au s⸗ gedehnt, auch denjenigen erkrankten Mitgliedern, welche genöthigt find, Heilanstalten aufzusuchen, wird deren Familien die Hälfte der Krankenrente ausbezahlt.
In der letzten Generalversammlung murde beschlossen, das Krankengeld um 5 pCt. zu erhöhen, so daß derjenige, welcher der ersten Klasse augehört, ein wöchent⸗ liches Krankengeld von 11,50 Mk., ab nächsten Jahres, erhält. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird der Vorstand hoffentlich nach Ablauf des nächsten Jahres in der Lage sein, die Erhöhung des Krankengeldes um we itere 5 pCt. zu beantragen; auch sollen, ab nächsten Jahres, nur 2 Tage Karrenzzeit bestehen bleiben.
Daß nach all diesen Erweiterungen und Verbesse⸗ rungen die Hoffnung mancher Unternehmer, daß sich die Arbeiter als völlig unfähig zur Kassenführung aus⸗ weisen würden, kläglich zu Schanden wurde, ist klar. Verschiedene Herren scheinen sich ob des glänzend er⸗ brachten Befähigungsnachweises der Arbeiter sehr zu ärgern. Zu erwähnen ist besonders, daß das Mitglied der Generalversammlung Herr Kalkwerkbesitzer Haas, den Versuch machte, dem Vorsitzenden der Ortskranken⸗ kasse den Staatsanwalt auf den Hals zu hetzen. Dieser lehnte es aber ab, eine Sache, welche auch nicht den leisesten Schimmer einer strafbareu Handlung in sich barg, zu verfolgen. Der frühere Borsitzende, der Herr Bauunter⸗ nehmer Winn, will, nachdem er gesehen, daß es sehr gut ohne ihn geht, von der Ortskrankenkasse nichts mehr wissen. Er will sich eine eigene Betriebskrankenkasse gründen. Ob die Aufsichtsbehörde die Genehmigung hierzu erteilt, ist eine andere Frage. Nach einem Ausschreiben bes Ministerlums sollen nur dann besondere Kassen ge⸗ nehmigt werden, wenn dieselben mindestens eben— soviel leisten, wie die Ortskrankenkasse. Es wäre auch geradezu unverständlich, wenn ein Unternehmer, dessen Arbeiter seit 10— 15 Jahren der Ortskrankenkasse angehören und sich dort Rechte erworben haben, diese aus jener Kasse herausreißen und in eine neue Be⸗ triebskasse zwingen könnte, die in den meisten Fällen nur kaum die gesetzlichen Mindestleistungen gewähren können.
Aus dem Angeführten kann man ersehen, daß die Arbeiter in der Lage sind, die Kasse so einzurichten und auszubauen, daß sie den Arbeitern, für die sie ge⸗ schaffen ist, zum Segen gereiche. Thue darum am Wahltage, den 13. Dezember, jeder seine Pflicht und Schuldigkeit.
Partei⸗ Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 9. Dezember: Gießener Wahlverein abends 9 Uhr bei Orbig.
Büdingen. Sparfreunde. Halb 9 Uhr bei G. Meuser, Kellergasse.
Sonntag, 17. Dezember:
Friedberg. Vormittags 10 Uhr Wahlvereinsver⸗ sammsung bei Gastwirt Ihl zur„Stadt Newyork“.
Quittung. Wetzlar. teitag in Hannover 3.— Mk.
Liste Nr. 9 für den Par⸗ A. F.
In Cassel wurden bei den Stadtverordneten⸗Stich⸗ wahlen die Genossen Garbe und Jordan gewählt.
In Paris sind am Montag die fünf sozialistischen Gruppen zu einem gemeinsamen Parteitag zusammen⸗ getreten. Der Parteitag ist von 1500 Delegierten beschickt. Die Verhandlungen drehen sich namentlich darum, ob es zu rechtfertigen ist, daß Genosse Millerand in ein Bourgeois-Ministerium eintrat. Die Ansichten darüber gehen weit auseinander. Und leider müssen wir das Zustandekommen einer Einigung zunächst noch in Zweifel ziehen.
Briefkasten der Redaktion.
Ein Artikel„Auch ein Zukunftsbild Deutschlands. Ein Beitrag zum 100. Geburtstag Heinrich Heines“ mußte leider im letzten Augenblick wegen Raummangels zurückgestellt werden.
Briefkasten der Expediion.
Franz G. in W. Wegen der Beilage mußten Sie sich an Gen. A. F. wenden, von dem Sie die Ztg. beziehen.
Wahlaufruf! An die Mitglieder der Ortskrankenkasse Gießen. Laut Bekanntmachung des Vorstandes
(siehe Inserat) finden die Wahlen zur Generalversammlung am Mittwoch, den 13. Dezember, nachmittags von 4 bis 8 Uhr in der Restauration„Schipkapaß“(Ecke Bahn⸗ hofstraße und Kaplansgasse) statt.
Wir ersuchen alle wahlberechtigten Mit⸗ glieder, sich an der Wahl zu beteiligen und ihre Stimmen auf die Liste des Gewerk—
schaftskartells zu vereinigen. Es ist dringend notwendig daß die klassenbewußte Arbeiter- schaft sich an den Wahlen beteiligt, damit die Gefahr beseitigt wird, daß die Mehr⸗ leistungen, welche die Kasse gewährt, etwa wieder aufgehoben werden. Es muß im Gegenteil daran gedacht werden, die Leistungen der Kasse zu erweitern und die Aerzte⸗ und Apothekerfrage einer gründlichen Revision zu unterziehen. Durch den Ausbau der Kasse müssen die Interessen der Mitglieder und deren Familien noch besser gewahrt werden als jetzt, damit kein Kassenangehöriger der öffentlichen Armenpflege zur Last fällt.
Die Wahlen sind deshalb von größter Be⸗ deutung und dürfen nur solche Vertreter, welche die Interessen der Arbeiter vertreten, gewählt werden. Denjenigen„Arbeitervertretern“, die in der letzten Generalversammlung im Interesse der Unternehmer mit diesen durch Dick und dünn gingen, muß der Laufpaß gegeben werden. Thue am Wahltage jeder seine Pflicht, damit auch diese Wahlen zum Segen der Kasse und deren Mitglieder ausfallen mögen.
Wahlberechtigt sind alle Mitglieder, weibliche und männliche, die das 21. Lebens⸗ jahr vollendet haben.
Das Gewerkschaftskartell.
Tetzte Nachrichten.
Der Krieg in Südafrika. Das Heer der Verbündeten(Transvaaler, Freistaater, Fremde) wird jetzt auf ungefähr 55000 Mann geschätzt. Die Regierung läßt auch sogenannte Haussuchungen in Pretoria und anderen Ort— schaften machen, um solche„Bürger“ heran⸗ zuziehen, welche sich beim ersten Aufgebot nicht freiwillig gemeldet hatten. Ein paar tausend Mann dürften hierdurch auch wieder heraus⸗ kommen.
Während die Männer im Felde stehen, müssen Frauen, Kinder und ihre schwarzen Diener den Farmbetrieb aufrecht erhalten. Es wird gesäet und geerntet wie in Friedenszeiten. Jede Hausfrau ist verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Brote in gewissen Zeiträumen regel⸗ mäßig abzuliefern. Namentlich kauft aber die Transvaal-Regierung von den Kaffernstämmen große Mengen Mais auf. Es ist somit nicht anzunehmen, daß es den Engländern je gelingt, die Verbündeten durch Unterbindung der über⸗ seeischen Zufuhr„auszuhungern“. Nach neuesten zuverlässigen Nachrichten soll sich die Lage der Buren verschlechtert haben.
Achtung! Maurer!
im Kreis Gießen!
Die Maurer in Bad Nauheim sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Es werden Versuche gemacht, im Kreise Gießen Maurer anzuwerben, um unsere Bewegnng zum Scheitern zu bringen. Gehe kein Maurer nach Bad Nau⸗ heim! Der Sieg der Nauheimer Kollegen
ist auch Euer Sieg!
1 Bei Einkäufen bitten wir in erster Linie diejenigen Geschäfte
zu berücksichtigen, die in der„Nitteld.
Sonn aas⸗Zeitung annoncieren.
Gießener Stadttheater.
Sonntag, den 10. Dezember. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung. Mar und Moritz. Abends 8 Uhr:
Hyritz- Pyritz. Dienstag, 12. Dez.:
Einmaliges Gastspiel von Aug uste Prasch-Grevenberg— Z AZA.
Mittwoch, 13. Dez.:
Achte Volks vorstellung. Nora.
Freitag, den 15. Dez.:
Zehn Alädchen und kein Mann.
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