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Nr. 37.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
„bedeutende Arbeitermassen teils in Wetzlar, teils in unmittelbarer Nähe beschäftigt sind, welche vielfach in der Stadt verkehren und in erhöhtem Maaße polizeiliche Ueberwachung und polizeilichen Schutz erforderlich machen.“
Diese gefährlichen Menschen! Wahrscheinlich ist der Regierungspräsident dahinter gekommen, daß im Kreis Wetzlar die Muckerei immer mehr um sich greift. Und jedenfalls erwartet er davon nichts gutes. Denn bis jetzt hat man noch nie etwas davon gehört, daß die im Kreise und in der Stadt Wetzlar beschäftigten Arbeiter polizeiliche Ueberwachung und die übrige Bevölkerung vor den Arbeitern beson— deren polizeilichen Schutz nötig hätten. Doch diese allgemein bekannte Thatsache nur nebenbei. Die Hauptsache ist, daß die Stadtverwaltung von Wetzlar gezwungen werde, sich dem Verlangen der Regierung nach mehr Polizei zu fügen.
Eiwas für ganz Dumme.
Die Lehre vom Fegfeuer. Die Wiener Wochenschrift„Die Wage“ zeigt als mit Genehmigung des Fürstbischofs von Brixen soeben erschienen an:„Die Lehre vom Fegfeuer, beleuchtet durch Thatsachen und Privat- offenbarungen.“ Von D.(Pater) Fr. X. Schouppe, 8. J[ Jesuit](Brixen 1899, Verlag von A. Wegner.) Um den Hauptgegenstand der Ausführungen Schouppe's zu kennzeichnen, führt das Wiener Blatt folgende Stelle aus dem Buche an:„Wenn die Seelen des Feg— feuers den Lebenden erscheinen, so geschieht es immer in einer Haltung, die Mitleid eregt... auch erscheinen sie oft von Flammen umgeben. Aus diesen eben mitgeteilten verschiedenen An- zeichen wird man die armen Seelen des Feg— feuers erkennen. Aber es gibt einen Fall, wo die Erscheinung für verdächtig gelten muß: wenn nämlich ein großer, ärgerlich lebender Sünder plötzlich vom Tode überrascht worden wäre und nun käme, um die Lebenden für seine Befreiung aus dem Fegfeuer zu bitten. Dem Satan ist sehr viel daran gelegen, glauben zu machen, daß man bis zum Tode in den größten Ausschweifungen leben und
dennoch der Hölle entrinnen kann.“—
Das liest sich gut in den Göthe-Feiertagen! Der Staat war in großer Gefahr. Vor einem furchtbaren Ereignis ist das deutsche Kriegsheer eben noch glücklich bewahrt worden. Im Wirtshause„Am Brocken“ an der Tegeler Landstraße in Berlin sollte am Sonn— tag eine Lassallefeier abgehalten werden. Nach guter deutscher Sitte wurde daher vor acht Tagen über dies Lokal der Militärboy⸗ kott verhängt. Nun will es das Verhängnis, daß sich am Dienstag die Musikkapelle des Garde⸗Füsilierregiments am Eingang des Wirts⸗ hauses versammelte. Der Kapellmeister tritt, nichts Arges ahnend, an das Büffet und fordert
sich von der dort ihres Amtes waltenden Dame
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auf des Messers Schneide.
einen Magenlikör. Es trat eine Spannung ein, vor der der schönste Lokalanzeiger-Roman bedeutungslos zusammenschrumpft. Alles stand Schon hatte die Büffetdame die Flasche mit dem das preußische Seelenheil tötenden Trank vom Bord genommen. Sie griff mit der linken Hand zum Glase und jetzt— schaudervoll, höchst schaudervoll—
senkte sich in der rechten der Hals der Flasche.
Da stürz eilends ein Musiker auf den immer noch ahnungslosen Kapellmeister zu:„Herr Musikdirektor, hier wird die Lassalle-Feier ab⸗ ehalten!!!“ Der Angeredete ist einen Augen— bit sprachlos. Dann begreift er das Furcht— bare, das über ihm schwebte, und dumpf zwar, aber gefaßt rollt es von seinen Lippen:„Ich danke, Fräulein, ich trinke hier keinen Schnaps!“ Sprachs und entfernte sich mit Ernst, der der Situarion ang⸗messen war. Seine Jünger aber folgten ihm nach. Hessische Lotterie.
Mit 600 Mark Geldstrafe kann fortab der⸗ jenige Bewohner des Großherzogtums bestraft werden, der ein Loos einer außer hessischen
Lotterie erwirbt, denn durch die Veröffentlichung des vom Landtage angenommenen Gesetzes über
die Einführung einer staatlichen Klassenlotterie im Darmstädter Regierungsblatt, die am vorigen Freitag erfolgte, tritt das betreffende Gesetz in Wirksamkeit. Alle Freunde des Glückspiels werden gut thun, sich diese Aenderung der Rechtsverhältnisse recht gründlich einzuprägen, wenn sie nicht eines schönen Tages mit einem Strafmandat in angegebener Höhe beglückt werden wollen. Die staatliche Klassenlotterie, die durch das Gesetz neu eingeführt wird, trägt den Namen „Großh. hessische Landeslotterie“; jährlich werden 2 Lotterien veranstaltet. Der Gewinn, den diese Lotterie dem Staate bringen soll, ist auf 500,000 Mk. veranschlagt worden.
Hundesteuerliches.
Nach dem soeben veröffentlichten neuen Ge— setz über die Hundesteuer haben die Besitzer von Hunden im Großherzogtum für jeden Hund alljährlich eine Steuer von 10 4 zur Staats- kasse zu entrichten. Den Gemeinden ist gestattet, das Halten von Hunden innerhalb ihrer Gemarkungen uit einer jährlichen Angabe bis zum Betrage von höchstens 10& für jeden Hund zu Gunsten der Gemeindekasse zu belegen. Von der Entrichtung dieser Steuer sind die⸗ jenigen Personen, die gewerbsmäßig Herden irgend einer Art hüten, für die zur Ausübung dieses Gewerbes gehaltenen und hierzu unentbehrlich notwendigen Hunde befreit. Als unentbehrlich notwendig im Sinne dieses Gesetzes gelten: für das Hüten von Schafherden bis zu 300 Stück zwei Hunde, bis zu 600 Stück drei Hunde und von mehr als 600 Stück vier Hunde, für das Hüten anderer Herden ohne Rücksicht auf deren Stückzahl ein Hund. Von der Steuer sind gleicherweise die Besitzer von Bauerhöfen und Mühlen, die mindestens 500 Meter vom letzten Hause des Ortes entfernt gelegen sind, bezüglich je eines Hundesfrei. Als Be⸗ sizer von Hunden, die von Pesonen gehalten werden, die mit anderen in gemeinschaftlichem Haushalt leben, ist stets der Haushaltungsvor⸗ stand anzusehen. Das Gesetz tritt mit dem 1. Januar 1900 in Kraft. Mit diesem Zeitpunkt sind alle seither in Geltung gewesenen Bestim⸗ mungen über die Hundesteuer aufgehoben.
Kleine Mitteilungen.
* Gießen.(Arbeiterversammlung.) Am Montag Abend sprach der Reichs. und Landtagsabgeordnete Kloos aus Stuttgart im Lony'schen Bierkeller über die Wirkungen, welche die gewerkschastlichen Organisationen auf die Arbeiterverhältnisse ausüben. Die klaren trefflichen Ausführungen des Redners fanden den lebhaftesten Beifall der Versammlung.
— Der langjährige Johann. Der Schützengartenwirt in Wetzlar sucht einen neuen Burschen anstelle seines„langjährigen Johann.“
— Einen fetten Posten schreibt der Bürgermeister Huttel in Hohensolms aus. Er will die Stelle eines Flurhüters der Ge— meinde Blasbach neu besetzen. Jahres-Ein⸗ kommen 100 Mark! Auf nach Hohensolms, I. Gegend, wo anscheinend Milch und Honig fließt.
Arbeiterbewegung.
Die Tischler in Leipzig haben einen Ausstand nach kurzer Dauer siegreich be— endet. Ein Erfolg, der der guten Organisation zu danken ist.
Die Aussperrung der dänischen Arbeiter ist endlich nach viermonatlicher Dauer beendet und zwar auf Grund eines Vergleichs. Es ist den Protzen nicht gelungen, die Arbeiter unterzukriegen, wenn sie ihnen auch furchtbare Wunden beigebracht haben. Man bedenke nur, was es heißt, 40000 Arbeiter auf die Straße werfen! um zu begreifen, wie frivol die Unternehmer gehandelt haben. Nach
der„Frkf. Ztg.“ waren mindestens 400 000 Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Und das ist in dem kleinen Dänemark mit seinen 2¼ Millionen Einwohnern geradezu ungeheuerlich. Die internationale Solidarität hat sich anläßlich der 1 1 8 Aussperrung im schönsten Lichte gezeigt.
Landtagswahl
im Gießener Landkreis.
Die Parteigenossen im 5. oberhessischen Land⸗ tagswahlkreis(Gießen-Land) werden dringend ersucht, sofort die Wahlmänner aufzu⸗ stellen, soweit das noch nicht geschehen ist: Es ist dabei außer der unbedingten Zuver⸗ lässigkeit des betreffenden Mannes auch zu prüfen, ob er Hesse und 25 Jahre alt ist und ob er pro Ziel mindestens 2,10 Mk. direkte Staatssteuern zahlt.
Die Adressen der Wahlmänner, Vor- und Zunamen, mit Angabe ob J., II. u. s. w., und der Beruf der Betreffenden, also ob Bauer, Arbeiter, Gemeinderat u. s. w., bitten wir umgehend an Ph. Scheidemann, Gießen, Kirchenplatz 11, zu senden.
Ebenso erbitten wir an dieselbe Adresse so⸗ fortige Benachrichtigung, wenn irgendwo Ver— sammlungen gewünscht werden. Auch wollen die Genossen angeben, wann die Versamm⸗ lungen stattfinden sollen.
Zu jeder Auskunft in Sachen der Land⸗ tagswahl sind jederzeit bereit die Gen. Carl Orbig, Rittergasse, und Ph. Scheidemann, Kirchenplatz 11, in Gießen.
Partei⸗ Nachrichten.
Samstag, den 9. September: Heuchelheim, A.⸗B.⸗V. 8 Uhr bei Carl Steinmüller.
Zur Landeskonferenz! Die Delegirten werden ersucht, es bei Ihrer Abfahrt nach Mainz so einrichten zu wollen, daß sie alle mit den Zügen, die in dem Zentralbahnhof Mainz einlaufen, ankommen. Nur an dem Zentralbahnhof werden Parteigenossen, erkennlich an roten Abzeichen, zum Empfang der Dele⸗ girten bereit stehen.— Der Vorstand der sozialdemokr. Partei Meinz. J. V.: Val. Liebmann.
Die aus Oberhessen nach Mainz fahren den Delegirten müssen spätestens mit dem Frühzrg fahren der 9 in Frankfurt eintrifft. Von dort aus ist dann nach Mainz 91e Schnellzugverbindung. Ankunft in Mainz 101,6.
Quittung. Vom Volksb.⸗V. in Altenbuseck sind Mk. 8.65 für die ausgesperrten dänischen Arbeiter bei der Red. der M. S.⸗Z. eingegangen. Wir haben den Betrag an den Vors. d. Gew.⸗Kartells abgellefert.
Wahlkreis Wetzlar⸗Altenkirchen. Sonn⸗ tag den 17. September, 3 Uhr Nachmittags zu Gießen bei Herrn K. Orbig Rittergasse: Kreis-Konferenz. Tagesordnung: 1) Bericht des Kreisvertrauensmanns. 2) Der Parteitag in Hanover. 3) Kreisangelegenheiten. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Kreisvertrauensmann Albrecht Fauth.
Briefkasten der Redaktion.
N. Heuchelheim. Sie sind im Irrtum. Der Landtag hat bei der Errichtung der betreffenden Siechen⸗ häuser nichts mitzureden. Sie haben wohl an den Antrag unserer Genossen im Landtag gedacht, der die Errichtung einer Landes-Lungenheilanstalt verlangt.
Letzte Nachrichten.
Paris, 8. Sept. Der Regierungskommissar Carriere beantragt die Wiederverurteilung des Kapitäns Dreyfus. Er schloß seine Rede wie folgt: Der gute Glaube der Richter von 1894 konnte nicht beargwohnt werden und eine Rehabilitation(Freisprechung und Wiederein— stellung in seine frühere Ehrenstellen) Dreyfus“ hätte auch Frieden im Lande geschaffen, aber für eine Rehabilitation waren Beweise nötig und ich habe keine gefunden. Ich habe im Gegenteil gesehen, daß das Rehabilitations-
ebäude, das Picquart aufgebaut, in seiner asis zusammenbrach und, nachdem ich an dieser Barre so viele und loyale Zeugen gehört, ist kein Zweifel mehr möglich. Ich erkläre Ihnen also, daß Dreyfus schuldig, und verlange gegen ihn die Anwendung des Gesetzes.(Bewegung.)
Trotz der Rede Carrières glaubt man nicht an eine abermalige Verurteilung des unglück— lichen Dreyfus. Carrières Ansicht, daß fur die Unschuld Dreyfus' Beweise erbracht werden müßten, erinnert uns an den Prozeß Kosche— mann⸗Berlin. Koschemann wurde auch ver— urteilt, weil er nicht in der Lage war, seine Unschuld zu beweisen. Das einzig Richtige kann aber doch nur sein, daß einem Angeklagten die Schuld nachgewiesen wird.


