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Nr. 37.
Mitteldeutsche Sonntags ⸗Zeitung.
Seite 3.
Namens Köster in Hörde erschienen, welche sich mit„Streik und Terrorismus der sozial dem o⸗ kratischen Gewerkschaften“ beschäftigt. Dieses „Enthüllungs“- Machwerk ist von national⸗ liberalen Blättern zur Verbreitung in Arbeiterkreisen empfohlen worden, um die Ar— beiter,„die noch selbständig denken“ über das „Treiben“ ihrer Führer„aufzuklären“. Dem⸗ gegenüber schreibt das Organ des Bundes der Landwirte, die„Deutsche Tageszeitung“, bekanntlich eines der schlimmsten Scharf— macher⸗Organe, Folgendes:
„Der Verfasser.... erzählt.. mancherlei von ungetreuen Vertrauensmännern, die das ihnen anvertraute Geld in einer Nacht ver⸗ jubeln, ferner von allerhand teils schon be— kannten häßlichen Vorkommnissen im Dort- munder Kreise, endlich auch einiges von den Streiks im Allgemeinen und dem Terrorismus im Besonderen. Der Inhalt der ganzen Flugschrift ist unbedeutend und wert⸗ los. Mit solchen Flugschriften wird unseres Erachtens nichts erreicht. Man sollte auf ihre Empfehlung grundsätzlich ver zichten. Es macht an und für sich keinen guten Eindruck, wenn ein Abtrünniger das Wort ergreift, um die früheren Genossen zu beschul⸗ digen; wenn er aber so wenig zu sagen hat wie in diesem Falle, dann hätte er lieber schweigen sollen. Es giebt wahrhaftig andere, schärfere und einwandfreiere Waffen im Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Der Nutzen solcher Flugschristen ist höchst fraglich.“
Dieses Urteil überhebt uns der Mühe, dem Machmerk des„ehemaligen Sozialdemokraten“ noch weitere Ausmerksamkeit zu schenken. Be⸗ merkt sei, daß das Agrarier-Organ unter den „schärferen und einwandfreieren Waffen“ wohl die Gewaltpolitik versteht. Denn geistige Waffen im Kampfe gegen die Sozialdemokratie haben die Gegner ja überhaupt nicht!
Wie der Vorwärts inzwischen ermittelt hat, ist der„ehemalige Sozialdemokrat“ ein„ehe⸗ maliger Schutzmann“ und späterer Berg⸗ mann, dem ein gefordertes Darlehn von der Gewerkschaft mit gutem Grund verweigert wurde. Und solche Leute lassen die National⸗ liberalen aufmarschieren gegen die Sozial⸗ demokratie. Die traurige Gesellschaft.
Wie die Kleinen ruiniert werden.
Im Norddeutschen Brausteuergebiet waren vom 1. April 1897 bis 31. März 1898 6818 ce Brauereien in Betrieb, davon waren 851 obergährige und 2957 untergährige. Ver⸗ braut wurden 7380 322 Doppelcentner ge⸗ schrotenes Gerstenmalz, 93669 Doppelcentner Reis, 31732 Doppelcentner Zucker und 1474
Doppelcentner Syrup, woraus 7775086 Hek⸗
toliter obergähriges und 33 856 086 untergähriges Bier gewonnen wurden.
Je mehr der Großbetrieb in Norddeutsch— land, der sich fast ausschließlich mit der Her⸗ stellung untergähriger Biere befaßt, an Aus⸗ dehnung gewinnt, desto mehr geht auch hier der Kleinbetrieb zurück. Auch im Berichts⸗ jahre hat sich dieser Entwickelungsprozeß fort⸗ gesetzt, indem wieder eine nicht geringe Zahl kleinerer Brauereien genötigt war, den Betrieb einzustellen.
Wie groß die Zahl dieser eingegangenen Brauereien innerhalb eines Zeitraumes von ca. 20 Jahren war, ergeben folgende Daten: Im Rechnungsjahre 1879/80 waren 10460 gewerb⸗ liche Brauereien in Vetrieb, im Jahre 1897/98 nur noch 6818; es stellten demnach 3642 Brauereien den Betrieb ein. In dem gleichen Zeitraum stieg die Pro duktion des untergährigen Bieres von 12 165 961 Hektoliter auf 38 356 086 Hektoliter, während die Produktion des obergährigen Bieres sich nur unwesentlich — von 7818 692 Hektoliter auf 7775086 Hektoliter— verminderte.
Und noch ein Beispiel: Ein neuer Ring ist in Amerika in Bildung begriffen und zwar einer der kräftigsten und mächtigsten, bei dem es sich um eine Vereinigung aller Kolonial⸗ waarenlager von Bedeutung handelt. Das Kapital ist vorläufig auf 50 Mill. Dollars (mehr als 200 Millionen Mark) normirt. Ver⸗
kaufsstellen sollen in jeder Stadt des Staates New⸗Nork und in allen Städten der gesammten Vereinigten Staaten von über 20,000 Einwohner errichtet werden, und die Organisation und die Teilung der Kosten sind dahin berechnet, daß sämmtliche Kolonialwaaren während eines ge— gebenen Zeitraumes bedeutend unter den ge⸗ genwärtigen Detailpreisen von den Lagerräumen des Ringes dem Publikum abgegeben werden. Sobald dann alle übrigen Kolonialwaarenhändler zum Schließen ihrer Geschäfte gezwungen oder an den Bankerott gebracht sind, wird der Trust die Preise so in die Höhe schrauben, wie seine dann fast unbeschränkte Machstelluug es ihm gestatten wird.
Ausländisches.
Frankreich. Der Ministerrat nahm den Bericht des Untersuchungsrichters Fabre über das Komplot der Antisemiten und Patriotenbündler mit den Royalisten gegen die Sicherheit des Staates entgegen und beschloß die Verweisung der Beschuldigten vor den Senat als oberstes Staatsgericht. Der Senat wird durch ein Dekret des Präsidenten der Republik, das am Mittwoch im„Journal Officiel“ erschien, für Montag den 18. September einberufen. Die Anklage vertritt der General⸗-Staatsauwalt Bertrand, dem zwei Substitute beigegeben sind.
Prozeß Dreyfus.
Die Generalstäbler greifen, je mehr es dem Ende des Prozesses zugeht, zu den verzweifeltsten Mitteln, um ihr Opfer zu vernichten. Anfang dieser Woche erschien plötzlich ein ehemals ungarischer Offizier, der Dreyfus durch seine Aussagen zu belasten suchte. Der Biedermann nennt sich Cernuschi und ist ein übel beleu⸗ mundetes Subjekt, das wegen Wechselfälschungen und sonstigen Spitzbübereien von Ungarn aus verfolgt wurde und sich deshalb seit Jahren in Frankreich aufhält. Der Verteidiger des Drey— fus, Labori, stellte darauf den Antrag, nun auch seinerseits ausländische Entlastungszeugen laden zu dürfen. Er schlägt als solche vor den ehemaligen deutschen Militärbevollmächtigten Schwartzkoppen und den italienischen Bevoll⸗ mächtigten Panizzardi. Beide haben durch frühere gelegentliche Aeußerungen bereits fest⸗ gestellt, daß sie niemals etwas mit Dreysus zu thun hatten. Würden sie vor dem Gericht in Rennes aussagen können, so müßte Dreyfus unter allen Umständen freigesprochen werden.
Das Kriegsgericht hat die Ladung Schwarz⸗ koppens und Panizzardis abgelehnt!
Der„Berliner Lokalanzeiger“ hat am Mitt⸗ woch Herrn v. Schwarzkoppen interviewen(aus⸗ fragen) lassen. Auf die Frage, ob er nach Rennes gehen werde, erfolgte ein kurzes und scharfes „Nein“, und auf die Frage, ob der Kaiser ihm gestatten werde, sei es in Rennes, sei es hier, eine Aussage zu machen, erwiderte er: Auch das glaube ich nicht und gab dazu folgende Erklärung:
Haben wir denn nicht schon Stellung ge⸗ nommen und Aussagen gemacht? Zweimal so⸗ gar ist das bereits geschehen. Zunächst hat unser Botschafter in Paris erklärt, daß wir mit der Sache nichts, absolut nichts zu thun haben. Sodann hat unser Staatssekretär des Auswärtigen im Reichstage klar und deutlich dasselbe versichert, und welches war der Erfolg? Man verharrte auf seiner Meinung! Was also sollen da erneute Versicherungen, die keinen andern Erfolg haben würden? Was wir in der Sache zu sagen haben, ist eben von uns bereits gesagt!
Für den Urteilstag in Rennes, wahrschein⸗ lich den 12. oder 13. September, werden nach dem Berliner Tageblatt folgende Maßregeln vorgesehen: Sobald die Richter sich in das Be⸗ ratungszimmer zurückgezogen haben, wird der Sitzungssaal völlig geräumt. Zur Vorlesung des Urteils, wobei der Angeklagte nicht zugegen sein wird, werden nur die Zeugen, ein Teil der Journalisten und wenig Publikum aus der Straße heraufgeleitet. Sämtliche Personen werden beim Eintritt durchsucht, es werden ihnen die Stöcke, Schirme, Revolver und Messer abgenommen. Zwischen dem Auditorium und
dem Gerichtshof nehmen hundert Gendar— men Aufstellung, im Hintergrunde des Saales werden Truppen plaziert sowie eine Anzahl Geheimpolizisten, sowohl um Thätlichkeiten, als ein Attentat auf irgend welchen Richter, Zeugen oder Verteidiger zu verhüten. Hinter den Richtern werden der Renneser Oberstaatsanwalt Grand und Staatsanwalt Martin sitzen. Im Inneren des Gebäudes leiten der Präfekt des Departe— ments, ein Direktor der Pariser Sicherheits- polizei und ein Specialkommissar die Aufsicht. Nach der Urteilsverkündigung müssen sämtliche Personen einzeln zwischen einem doppelten Spalier von Soldaten durchmaschieren. Drey— fus vernimmt das Urteil im Hofe vor ver⸗ sammelter Truppe. Auch im Falle der Frei— sprechung werden Abfahrt und Reiseziel geheim gehalten und strengstens über wacht. Die Pariser Polizeichefs und Mannschasten kehren erst zurück, nachdem Dreyfus Rennes verlassen hat.
Kreis⸗ Konferenz für den
1. hess. Wahlkreis: Gießen Grünberg. * Lollar, 3. September 1899.
Anwesend sind ca. 100 Genossen. Durch Delegierte sind vertreten folgende Orte des Wahlkreises: Gießen, Großen⸗Buseck, Großen⸗Linden, Heuchelheim, Leihgestern, Lollar, Trohe, Watzenborn⸗Steinberg, Wieseck, Daubringen, Grünberg, Nidda, Ortenberg, Alten-Buseck, Hirzenhain, Hausen und Staufenberg.
Genosse Schupp-Lollar eröffnet um ½2 Uhr die Konferenz mit herzlichen Begrüßungsworten; er wüuscht den Verhandlungen besten Verlauf und läßt das Büreau wählen. 1. Vorsitzender wird Bock-Gießen, 2. Schu pp⸗ Lollar, Schriftführer Vol z-Gießen. Letzerer verliest das Protokoll der Konferenz in Hausen. Dasselbe wird ge— nehmigt.
Zum 1. Punkt der T.⸗O.: Kassenbericht, nimmt Gen. Bock das Wort. Derselbe specifizierte seine Rechnung. Zusammengefaßt gab dieselbe folgendes Bild: Ein— nahme Mk. 243,33, Ausgabe Mk. 156,20, Kassen⸗ bestand Mk. 87,13. Außerdem sind noch eingegangen zur Landtagswahl bis jetzt Mk. 32.— Die Revisoren haben die Abrechnung geprüft und alles in Ordnung befunden. Genosse Dahmer beantragt Entlastung, die einstimmig erteilt wird.— Es wird dann zur Wahl des Kreis⸗Wahl⸗Vereins-Vorstandes geschritten. Der alte Vorstand wird per Akklamation einstimmig wiedergewählt. 1. Vorsitzender: Ph. Scheidemann, 2. Vorsitzender: C. Orbig, Kassierer: A. Bock, Schriftführer: A. Volz, sämtlich in Gießen. Beisitzer bleiben Schomber⸗ Wieseck, Germer⸗ Heuchelheim, Haas-Steinberg.
Ueber die Thätigkeit des hessischen Land⸗ tages und die bevorstehende Landtagswahl refe⸗ rierte sodann in eingehender Weise Gen. Scheide⸗ mann. Er schilderte die emsige Wirksamkeit unserer Vertreter im Landtag und vergleicht damit das Verhalten der Gegner. Da in einer dieser Tage zur Ausgabe gelangenden Flugschrift über dasselbe Thema berichtet wird, gehen wir hier kurz über die diesbezüglichen Aus⸗ führungen des Referenten hinweg. Im wahren Sinne des Wortes— so führte Scheidemann aus— waren unsere Genossen die Hechte im Karpfenteich, ihre unerschrockene und unermüdliche Thätigkeit für die Kleinen in Stadt und Dorf habe auch die Aner- kennung anständiger Gegner gefunden. Gründlich und ein für allemal sei die namentlich von antisemitischer Seite immer wieder benützte Lüge und Verleum⸗ dung widerlegt, daß die Sozialdemakratie bauern⸗ feindlich sei. Unsere Genossen haben im Landtag für die Landwirtschaft 600 000 Mk. bewilligt. Und aus welchen Gründen das geschah, führte unser Genosse David klar und unzweideutig mit folgenden Worten aus:
„Wir stehen auf dem Standpunkt, das es im In⸗ teresse unseres gesammten Volkes liegt, wenn wir die Millionen von landwirtschaftlichen Arbeitern, Bauern usw. zu einer menschenwürdigen Lebenshaltung füh ren können, wenn unser Grund und Boden nicht ver⸗ kommt und wenn die landwirtschaftlichen Arbeits⸗ kräfte sich nicht in die Industrie stürzen müssen, um dort die Arbeitslöhne noch mehr herabzudrücken, sondern eine dem Wert ihrer Arbeit entsprechend e Existenz finden.“
Demgemäß haben unsere Vertreter im Landtag gut—⸗ geheißen und ohne Abstrich bewilligt alles, was dem landwirtschaftlichen Fortschritt zu dienen geeignet ist: Aufwendungen für Verbesserung des Bodens(Feld⸗ bereinigung, Regulirung der Bäche, Dränirung ꝛc.), für Hebung des Ackerbaues, des Obst- und Wein⸗ baues, für Förderung der Viehzucht und für die Entwickelung des landwirtschaftlichen Bildungswesens.


