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Nr. 28.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Sãächsisches Urteil.
Wegen Beleidi gung der Redakteure des „Dresd. Journ.“ wurden am 3. Juli die Re⸗ dakteure der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung“ und „Vorwärts“, Beyer und Jakobey, vom Schöffen⸗ gericht in Dresden, zu je zwei Monaten, Stein⸗ arbeiter Lienicke zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Angeschuldigten hatten gelegent— lich einer Besprechung des Löbtauer Land— friedensbruch⸗Prozesses die Redakteure des „Dresdener Journals“ der Fälschung geziehen, weil sie die Rede des Staatsanwalts in einer Weise zum Ausdruck brachten, daß der Unein— geweihte zu der Ansicht kommen konnte, es mit dem Urteile des Gerichtshofes zu thun zu haben. Das Schöffengericht stellte sich auf den Standpunkt, daß die Redakteure der amtlichen Organe,„Dresd. Journ.“ und „Lpz. Ztg.“ königliche Beamte sind. Selbst— verständlich wird gegen das Urteil Berufung eingelegt. Daß diese etwas nützt, ist kaum an⸗ zunehmen. Inzwischen wird aber das deutsche Volk die Revision des Urteils in seiner Weise vornehmen. Dabei wird berücksichtigt werden, das kürzlich das Berliner Gericht unsere Ge— nossen freisprach, welche die Behauptung aufge⸗ stellt und auch bewiesen hatten, daß sächsische Gerichte wiederholt in ihren Urteilsbegründungen die Sozialdemokraten für minderen Rechts erklärt haben.
Die militärischen Gesetzesverächter.
Sonderbare Anschauungen über die Be— stimmungen des Strafgesetzbuchs, hat das Generalkommando des achten Armeekorps, das in Sachen eines Duells zwischen dem Leutnant Döring und dem Studiosus Klöwekorn an die „Köln. Ztg.“ ein Schreiben gerichtet hat, in dem bezuglich der angefochtenen Haltung des Ehrenrates versichert wird, daß ein Ausgleich nach„solch schwerer, thätlicher Beleidigung“ ausgeschlossen gewesen set. Eine Sühne konnte nur unter schweren Bedingungen eintreten.(1) Die Bedingungen wurden von Leutnant Döring, als dem einzig Zuständigen, gestellt. Beim dritten Kugelwechsel erhielt Klöwekorn einen Streifschuß leichtester Art, worauf dessen Se— kundanten anmeldeten, daß sie nach dem nächsten Kugelwechsel einen Sühneversuch vorschlagen würden, welches Ansinnen von denen Dörings abgelehnt wurde. Beim fünften Kugelwechsel erhielt Klöwekorn den tödlichen Schuß.
Es„konnte nur eine Sühne unter schweren Bedingungen eintreten“, weil sich die beiden auf einem Tanzboden gegenseitig geohrfeigt hatten. Etwas absolut Ungesetzliches und gegen das Strafgesetzbuch Verstoßendes wird hier als das einzig mögliche bezeichnet. Trotz⸗ alledem sind aber die Kreise, in denen solche Anschauungen herrschen, bei uns die staatser⸗ haltenden. i
Zur Zuchthausvorlage.
Arbeiter aufgepaßt! Im preußischen Herren⸗ hause hat Graf Mirbach mit Unterstützung zahlreicher anderer edlen und erlauchten Herren den Antrag eingebracht:
„Das Haus spricht seine Befriedigung aus, daß die Staatsregierung im Bundesrat und Reichstag für die Vorlegung eines Gesetzes zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses eingetreten ist. Das Haus erwartet, daß die Staatsregierung an dem von ihr bei diesem Gesetzentwurf eingenommenen Standpunkt un⸗ entwegt festhalten wird.“
Das Scheusal ist noch lange nicht tot! Also fortfahren in der Protestbewegung gegen die Zuchthausvorlage.
Ausländisches.
In allen romanischen Ländern gärt es zur Zeit gewaltig. In Frankreich steht die Drey⸗
fuskrise vor der Entscheidung, die Krise, die
einem wilden Fieber gleich die ganzen letzten Jahre hindurch den Volkskörper durchrast hat. Die kürzlich erfolgte Rückkehr Dreyfus hat die allgemeine Erregung bis zum Siedepunkt erhitzt. Alle alten Parteien sind in der Auflösung begriffen.
— In Belgien haben die Arbeiter mit
1 aller Energie den Kampf gegen die volksver⸗
räterische Regierung und ihr niederträchtiges Wahlgesetz aufgenommen; aus unserem heutigen besonderen Arkikel können sich die Leser zur Genüge orientieren.
— In Italien halten die gegen die Ar⸗ beiter gerichteten verbrecherischen Ausnahme— gesetze alles in Atem. Auch hier sind es die Sozial— demokraten, die im Vordergrunde des Kampfes stehen und in ihrer wochenlangen Obstruktions⸗ politik in der Kammer der Regierung heiße Schlachten geliefert haben, der noch heißere folgen werden, sobald die vorläufig auf ver⸗ fassungswidrigem Wege eingeführten Schand— gesetze in der Kammer erneut zur Verhandlung kommen.
— In Spanien vergeht kein Tag ohne blutige Zusammenstöße; überall fast giebt es Tote und Verwundete. Hier richtet sich der Kampf gegen das von der Regierung vorgelegte neue Budget.
In allen diesen Ländern kracht die bürger— liche Gesellschaft, mit deren Bestande derartige Krisen unauflöslich verknüpft sind, in allen Fugen. Wie viele solche Krisen wird sie aus— zuhalten vermögen?— Der Sozialismus rüstet sich zum Antritt der Erbschaft.
Pon Nah und Lern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit willkommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich streagste Gewissen—
haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf ein elr Seite zu beschreiben.
Nationalsoziale Unverschämtheit.
* In der Marburger„Hess. Ldsztg.“ wurde am Freitag, den 30. Juni erzählt, daß Redakteur Erdmannsdörffer im nat.⸗soz. Verein über die politischen Verhältnisse gesprochen habe. Wörtlich heißt es dann weiter:
„Zum Schluß nahm der Redner Veranlassung, einen die Wahrheit entstellenden, moralisch verwerf⸗ lichen Bericht der„Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung“ über die letzte national⸗soziale Volksversammlung hier als solchen zu kennzeichnen und den„dicken Strich“ hervorzuheben, der die National-Sozialen trotz des Zusammengehens in Fragen des Arbeiterschutzes von den Sozialdemokraten trennt. In der Diskussion war man einig in der Verurteilung des unnoblen Ver⸗ haltens des genannten Blattes.“
Eine größere Unverschämtheit ist uns in unserer langjährigen politischen Thätigkeit that⸗ sächlich noch nicht vorgekommen. Die National⸗ sozialen berichten über jene Protestversammlung in der tendenziösesten Weise und nennen unseren Bericht, der Wort für Wort der Wahrheit entspricht, moralisch verwerf⸗ lich!! Wir fordern das Marburger Blatt auf, bestimmt zu erklären, was in unserm Bericht „moralisch verwerflich“,„unnobel“ und„die Wahrheit entstellend“ war. Wir werden dann die Antwort nicht schuldig bleiben und mit Leichtigkeit den Beweis erbringen, auf welcher Seite„moralisch verwerflich“ gehandelt wurde. Das wollen wir schon jetzt voraus verkünden, daß der Verfasser der Broschüre:„Die Juden und die Cholera“ nicht gut dabei abschneiden wird.
Die Lohnverhältnisse der städtischen Arbeiter wurden in der Sitzung der Gießener Stadtver⸗ ordneten am 6. d. M. neu geregelt. Die Ar⸗ beitszeit beträgt im Sommer 10 Stunden, im Frühjahr und Herbst 9 und im Winter 8 Stun⸗ den. Die Stundenlöhne wurden derart fest— gesetzt, daß der Tagesverdienst der Arbeiter sich während des ganzen Jahres ziemlich gleich bleibt. Während der ersten drei Jahre in städtischen Diensten erhalten die Arbeiter einen Stundenlohn von 23 Pfg. im Sommer, 25 Pfg. im Frühjahr und Herbst und 28 Pfg. im Winter, sodaß der Tagesverdienst bei 10, 9 und 8 Stunden Mk. 2.30, 2.25 und 2.24 be⸗ trägt. Vom vierten Dienstjahr ab werden 2 Pfg. und vom 7. Dienstjahr ab 4 Pfg. mehr pro Stunde bezahlt, als oben angegeben. Vor⸗ arbeiter werden stets, auch wenn ste noch keine 3 Jahre im städtischen Dienst sind, nach den „höchsten“ Sätzen bezahlt und erhalten eine täg⸗ liche Zulage von 30 Pfg., deren Stellvertreter eine solche von 15 Pfg. Jeder Arbeiter, der ununterbrochen während der Sommermonate—
als solche gelten sieben— im städtischen Dieust bleibt, erhält im Herbst für jeden Arbeitstag eine Prämie von 20 Pfg. nachgezahlt. Es steht für uns außer Zweifel, daß für die Ar⸗ beiter der Stadt Gießen längst bessere Arbeits⸗ verhältnisse und bessere Löhne zu erreichen ge— wesen wären, wenn sich die Leute ein wenig aufgerafft hätten. Der Versuch, eine Organi— sation für die städtischen Arbeiter zu schaffen, ist gescheitert, unseres Erachtens durch die Zwischenträgereien unlauterer Elemente. Met ihrer Vertretung resp. der Abfassung eines Ge— suchs haben die städtischen Arbeiter offenbar irgend einen Winkeladvokaten beauftragt, andern⸗ falls wäre es uns unerklärlich, wie anscheinend nebenbei um Uniformierung ersucht und außer— dem wiederholt„unterthänigst“ gebeten wird. Die Arbeiter, die heutzutage noch so weit zurück sind,„unterthänigst“ zu bitten, haben noch einen weiten Weg zurückzulegen, bis sie in bessere Lebensverhältnisse kommen. Heutzutage heißt's kämpfen, aber nicht unterthänigst bitten. Schützenfest in Gießen.
* Seit dem 1. Juli prangt Gießen im Fest⸗ schmuck. Auf dem„Trieb“ findet seit dem ge⸗ nannten Tage das 17. Verbandsschießen des Badischen Landes⸗Schützenvereins, des Pfälzi⸗ schen und Mittelrheinischen Schützenbandes statt. Am Sonntag wurde mit einem großen Festzug das eigentliche Fest eröffnet. Die Schützen amüsieren sich an den Schießständen; auf dem eigentlichen Festplatz herrscht das bekannte „Volkfest“⸗Treiben. Daß das Schießen ein ziemlich kostspieliges Vergnügen ist, erhellt aus der Thatsache, daß täglich mehr als 6000 Mk. für Schießgelder eingehen. Neben allerlei sonstigen Veranstaltungen in der Festhalle, die einen wirklich imposanten Eindruck macht und in der wiederholt mehr als 4000 Persouen Platz fanden, war ein Hauptanziehungspunkt die am Mittwoch stattgefundene Ballonfahrt des Frl. Käthchen Paulus aus Frankfurt. Des widrigen Windes wegen konnte der vorgesehene Fallschirmabsturz nicht vorgenommen werden. Die kühne Luftschifferin wurde schnell in östlicher Richtung davon getragen. Sie landete zwischen Albach und Lich und traf Abends gegen 10 Uhr wohlbehalten in der Festhalle wieder ein. Ihr Erscheinen wurde freudig begrüßt. Samstag, den 8. Juli sollen Jugendspiele statt. Nächsten Sonntag wird der Festzug wiederholt. Abends 12 Uhr ist dann offizieller Schluß des Festes. Es wird aber bereits davon gesprochen, noch eine Nachfeier zu veranstalten, damit die Wirte und sonstige Geschäftsleute noch einigermaßen auf ihre Kosteu kommen, da durch das für die jetzige Jahreszeit ungewöhnlich schlechte Wetter das Fest ungemein beeinträchtigt wurde.
Aus Lollar.
* In den Weinrich'schen Lokalitäten findet Sonntag, den 9. Juli, das 3. Stiftungsfest der Verwaltungsstelle des deutschen Metallarbeiter⸗ verbandes statt. Stadtv. Krumm von Gießen wird die Festrede halten. Die Lollarer Zahl⸗ stelle des genannten Verbandes hat sich unge— mein entwickelt. Wir wünschen derselben weiteres Blühen und Gedeihen. Zu dem Stiftungsfest am Sonntag sind alle Arbeiter aus Nah und Fern freundlichst eingeladen.
Aus Marburg.
p. Die hiesigen Gewerkschaften feiern am heutigen Sonntag ihr Gewerkschaftsfest. Dasselbe findet im prächtigen Dammelsberg statt. Wir wünschen gutes Wetter, massen⸗ hafte Beteiligung ist dann selbstverständlich.
Aus Marburg.
p. Die konservative„Oberhess. Ztg.“ gehört zu jenen Blättern, die für die Zuchthausvorlage dadurch noch besondere Propaganda machen, daß sie aus der berüchtigten geheimrätlichen Denkschrift zur Zuchthausvorlage Sonder-Aus⸗ züge als Beilage zur Zeitung verabfolgen. Aus Eigenem fügt die Redaktion hinzu:„Bei den unsagbaren Entstellungen und Verdrehungen, welche die Sozialdemokraten, die Nationalsozialen und die Demokraten über die Vorlage bringen, empfehlen wir eindringlichst den einzig wahren Inhalt zu sorgsamer Lektüre.“ Die Regierungsvertreter haben wenigstens im Reichs⸗


