Ausgabe 
8.10.1899
 
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s Nr. 41.

Seite 6. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. 5 a 5 5 mit prachtvollen Wandgemälden; das Schau. einer mit Klugheit angeordneten Unterredung, 1 SS espielhaus, eines der größten Deutschlands; das Freiheit und Leben dafür anzubieten, ja ihm,

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Unterhaltungs⸗CTeil. Sturmlied.

O begeisterungsseliges Grausen, Das des Knaben Busen hob,

Wenn des Frühlings Siegesbrausen Jauchzend durch die Wälder schnob! Kühn zu thronen

In den Kronen

Schwanker Pappeln, Lust! o Lust: Und ein Sturm des Thatendranges Brach auf Wogen des Gesanges Sehnsuchtswild aus meiner Brust:

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Beugt sich, Sturm, vor Deinem Grimme Ast zu Ast mit Angstgestöhn,

Eines Welterob'rers Stimme

Nör' ich in den Wolkenhöh'n.

Mit zu fliegen

Mit zu siegen,

Dunkler Heros, starker Nord,

Su unsterblichen Gefechten

Mit Tyrannen und mit Anechten

Reiß mich auf und trag mich fort!

Und Du hast mich fortgetragen, And vollendet ist mein Lauf,

Bin zerschmettert und zerschlagen; Aber Dich was hält Dich auf! Früh gefallen,

Hör' ich schallen

Ueber meiner Gruft Dein Weh'n: Der Gedanke, dem Dein Leben Opfernd Du dahingegeben,

Siegend wird er weiter geh'n.

Arthur Fitger.

Hannover.

el. Hannover, die Hauptstadt der gleich⸗ namigen preußischen Provinz, liegt in einer wohlangebauten Ebene an der Leine. Die Stadt besteht aus der Altstadt, der Aegidien⸗ Neustadt auf dem rechten Leineufer, der Kalen⸗ berger Neustadt, den früheren Vorstädten Garten⸗ gemeinde und Glocksee, der Ernst August⸗Stadt und den 1891 eingeschlosseuen früheren Land⸗ gemeinden List, Vahrenwald, Hainholz und Herrenhausen. Jenseits des Flusses Ihme, der sich hier in die Leine ergießt, liegt die Stadt Linden. Die neuen Stadtteile sind regelmäßig gebaut, haben breite Straßen mit prächtigen Gebäuden. Neben den modernen Straßen stehen im Innern der Stadt schmale, mittelalterliche Häuser mit hohen Giebeln und Erkern. An öffentlichen Plätzen sind hervorzuheben: der Ernst August⸗Platz am Bahnhof, mit hübschen Teppich⸗ beeten und dem Reiterstandbild des Königs Ernst August, der Aegidienplatz, der Waterloo⸗ platz mit der 47 Meter hohen Waterloosäule. Von den Baulichkeiten sind zu nennen: das Königliche Schloß(1630 40 erbaut), jetzt Generalkommando des 10. Armeekorps; das ehemalige Palais des Königs Ernst August mit dessen Privatbibliothek, Kupferstich⸗, Waffen⸗ und Münzsammlungen(jetzt Oberpräsidium); das Königliche Archivgebäude mit der 120 000 Bände zählenden Bibliothek; das neue Gebäude des Landesdirektoriums; das Rathhaus aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammend, im Innern

* Unser geschätzter el-Mitarbeiter wird uns hier gütigst folgende Ergänzung gestatten: Bis 1866 war Hannover ein selbstständiges Königreich. Georg dem Fünften,von Gottes Gnaden König von Hannover, wurde 1866 ebenso wie Friedrich Wilhelm dem Ersten, von Gottes Gnaden Kurfürst von Hessen, durch Wilhelm den Ersten,von Gottes Gnaden König von Preußen klar gemacht, was der Unterschied zwischen Großen und Kleinen ist. Aus dem Königreich Hannover und dem Kurfürstentum Hessen wurden 1866 preußische Provinzen, an deren Spitzen von da ab Oberpräsidenten gestellt wurden. Den annektierten Hanno⸗ veranern und Kurhessen wurde so klar gemacht, daß man sich im Notfall auch ohne angestammtes Herrscherhaus pon Gottes Gnaden begnügen und mit einem Verwal⸗

Museum und das neue Justizgebäude. Ganz besonders hervorragend sind der Bahnhof und das Welfenschloß. Der Bahnhof kostete 222 Millionen Mark und gilt als Muster aller Bahn⸗ hofsanlagen; das Welfenschloß ist ein vollendeter Prachtbau; es wurde zur polytechnischen Hoch schule umgebaut.

Hannover zählt jetzt 175000 Einwohner und hat eine bedeutende Industrie, namentlich Eisengießerei und Maschinenfabrikation, Fabriken für Tabak, Leinenwaaren, Pianos, Wagen, Schokolade, Lampen, Glas, Asphalt, Parfü⸗ merien, Oefen u. s. w. Dem Verkehr dienen zahlreiche Straßenbahnen und Omnibusse. Hannover ist der Geburtsort des berühmten Astronomen Herschel und der beiden Dichter Schlegel. f Die Umgegend ist zwar flach, aber nicht ohne Reiz. Zwei Kilometer im Nordwesten der Stadt liegt das frühere Dorf Herrenhausen. Eine prächtige Lindenallee führt dorthin. Dort liegen die polytechnische Hochschule und das Lustschloß der ehemaligen Könige von Hannover. Der in französischem Geschmack gehalteze Schloß⸗ garten enthält ein Gartentheater, Fontänen, Wasserwerke und eine große Orangerie. Auf der eutgegengesetzten Seite des Schlosses liegt der Berggarten, einer der besteingerichteten bota⸗ nischen Gärten mit Palmen⸗ und Gewächs⸗ häusern. Im Osten der Stadt dehnt sich die Eilenriede, ein schöner mit Buchen, Eichen und Nadelholz bestandener Wald, aus. Dort liegt auch der zoologische Garten.

Michael Kohlhaas.

Historische Erzählung von H. von Kleist. (12. Fortsetzung.)

Der Kurfürst, indem er sich den Schweiß abtrocknete, fragte: ob man nicht unmittelbar zu diesem Zwecke nach Dahme schicken, und den weiteren Transport des Roßhändlers vorläufig, bis man des Blattes, auf welche Weise es sei, habhaft geworden, einstellen könne? Der Kämmerer, der seinen Sinnen nicht traute, ver⸗ setzte: daß leider allen wahrscheinlichen Be⸗ rechnungen zufolge der Roßhändler Dahme be⸗ reits verlassen haben, und sich jenseits der Grenze auf brandenburgischem Grund und Boden be⸗ finden müsse, wo das Unternehmen, die Fort⸗ schaffung desselben zu hemmen, oder wohl gar rückgängig zu machen, die unangenehmsten und weitläufigsten, ja solche Schwierigkeiten, die vielleicht gar nicht zu beseitigen wären, veran⸗ lassen würde. Er fragte ihn, da der Kurfürst sich schweigend mit der Geberde eines ganz Hoffnungslosen auf das Kissen zurücklegte: was denn der Zettel enthalte? und durch welchen Zufall befremdlicher und unerklärlicher Art ihm, daß der Inhalt ihn betreffe, bekannt sei? Hierauf aber, unter zweideutigen Blicken auf den Kämmerer, dessen Willfährigkeit er in diesem Falle mißtraute, antwortete der Kurfürst nicht: starr, mit unruhig klopfendem Herzen lag er da, und sah auf die Spitze des Schnupftuchs nieder, das er gedankenvoll zwischen den Händen hielt; und bat ihn plötzlich, den Jagdjunker vom Stein, einen jungen, rüstigen und gewandten Herrn, dessen er sich öfter schon zu geheimen Geschäften bedient hatte, unter dem Vorwand, daß er ein anderweitiges Geschäft mit ihm ab⸗ zumachen habe in's Zimmer zu rufen.

Den Jagdjunker, nachdem er ihm die Sache auseinandergelegt, und von der Wichtigkeit des Zettels, in dessen Besitz der Kohlhaas war, Unterrichtet hatte, fragte er, ob er sich ein ewiges Recht auf seine Freundschaft erwerben, und ihm den Zettel, noch ehe derselbe Berlin erreiche, verschaffen wolle? und da der Junker, sobald er das Verhältnis nur, sonderbar wie es war, einigermaßen überschaute, versicherte, daß er mit allen seinen Kräften zu Diensten stehe: so trug ihm der Kurfürst auf, dem Kohl⸗ haas nachzureiten, und ihm, da demselben mit

wenn er darauf bestehe unmittelbar, obschon mit Vorsicht, zur Flucht aus den Händen der brandenburgischen Reiter, die ihn transportirten, mit Pferden, Leuten und Geld an die Hand zu gehen. Der Jagdjunker, nachdem er sich ein Blat von der Hand des Kurfürsten zur Beglaubigung ausgebeten, brach auch sogleich mit einigen Knechten auf, und hatte, da er den Odem der Pferde nicht sparte, das Glück, den Kohlhaas auf einem Grenzdorf zu treffen, wo derselbe mit dem Ritter von Mahlzahn und seinen fünf Kindern ein Mittagsmahl, das im Freien vor der Thüre eines Hauses angerichtet war, zu sich nahm. Der Ritter von Malzahn, dem der Junker sich als einen Fremden, der bei seiner Durchreise den seltsamen Mann, den er mit sich führe in Augenschein zu nehmen wünsche, vor⸗ stellte, nötigte ihn sogleich auf zuvorkommende Art, indem er ihn mit dem Kohlhaas bekannt machte, an der Tafel nieder; und da der Ritter in Geschäften der Abreise ab und zuging, die Reiter aber an einem auf des Hauses andere Seite befindlichen Tisch ihre Mahlzeit hielten: so traf sich die Gelegenheit bald, wo der Junker dem Roßhändler eröffnen konnte, wer er sei, und in welchen besonderen Aufträge er zu ihm komme.

Der Roßhändler, der bereits Rang und Namen dessen, der beim Anblick der in Rede stehenden Kapsel in der Meierei zu Dahme in Ohnmacht gefallen war, kannte, und der zur Krönung des Taumels, in welchen ihn diese Entdeckung versetzt hatte, nichts bedurfte, als Einsicht in die Geheimnisse des Zettels, den er um mancherlei Gründe willen, entschlossen war, aus bloßer Neugierde nicht zu eröffnen: der Roßhändler sagte, eingedenk der unedelmütigen und unfürstlichen Behandlung, die er in Dresden bei seiner gänzlichen Bereitwilligkeit, alle nur möglichen Opfer zu bringen, hatte erfahren müssen:daß er den Zettel behalten wolle. Auf die Frage des Jagdjunkers: was ihn zu dieser sonderbaren Weigerung, da man ihm doch nichts Minderes, als Freiheit und Leben dafür anbiete, veranlasse? antwortete Kohlhaas:Edler Herr! Wenn euer Landesherr käme, und spräche, ich will mich mit dem ganzen Troß derer, die mir das Scepter führen helfen, vernichten vernichten, versteht ihr, welches allerdings der größte Wunsch ist, den meine Seele hegt: so würde ich ihm doch den Zettel noch, der ihm mehr wert ist, als das Dasein, verweigern und sprechen: du kannst mich auf's Schaffot bringen, ich aber kann dir weh thun und ich will's! Und damit, im Antlitz den Tod, rief er einen Reiter herbei, unter der Aufforderung ein gutes Stück Essen, das in der Schüssel übrig geblieben war, zu sich zu nehmen: und für den ganzen Rest der Stunde, die er im Flecken zubrachte, für den Junker der an der Tafel saß wie nicht vorhanden, wandte er sich erst wieder, als er den Wagen bestieg mit einem Blick der ihn abschiedlich grüßte, zu ihm zurück.

Der Zustand des Kurfürsten, als er diese Nachricht bekam, verschlimmerte sich in dem Grade, daß der Arzt während drei verhängniß⸗ voller Tage seines Lebens wegen, das zu gleicher Zeit von so vielen Seiten angegrfffen ward in der größesten Besorgniß war. Gleichwohl stellte er sich durch die Kaft seiner natürlichen Gesund⸗ heit nach dem Krankenlager einiger peinlich zu⸗ ebrachten Wochen wieder her; dergestalt wenig⸗ stens, daß man ihn in einen Wagen bringen, und mit Kissen und Decken wohl versehen nach

zurückführen konnte. Sobald er in dieser Stadt

von Meißen rufen, und fragte deuselben: wie es mit der Abfertigung des Gerichtsrats Eiben⸗ maier stünde, den man als Anwalt in der Sache des Kohlhaas nach Wien zu schicken ge⸗ sonnen gewesen wäre, um kaiserlicher Majestät daselbst die Beschwerde wegen gebrochenen, kaiser⸗ lichen Landfriedens vorzulegen? Der Prinz antwortete ihm: daß derselbe, dem bei seiner

tungs⸗Beamten auskommen muß. Red. d. M. S.⸗Z.

Geld wahrscheinlich nicht beizukommen sei, in

Dresden zu seinen Regierungsgeschäften wieder an

angekommen war, ließ er den Prinzen Christiern

Abreise nach Dahme hinterlassenen Befehl ge⸗ mäß, gleich nach Ankunft des Rechtsgelehrten

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