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Seite 2.
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.
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Nr. 19.
als in diesem Jahr. In zahlreichen Städten haben wieder Tausende die Arbeit am 1. Mai ruhen lassen. In den deutschen Großstädten waren die Vormittagsversammlungen durchweg überfüllt. Dort, wo Festzüge stattfanden, war die Teilnehmerzahl eine unerwartet große. Im Hamburger Demonstrationszug, der vormittags stattfand, wurden mehr als 40 Fahnen getragen. Die Teilnehmerzahl belief sich auf mehr als 10000. Im„Horner Park“, wo Gen. Singer die Festrede hielt, waren vormittags 10 Uhr 15000 Menschen versammelt. Abends fanden 18 Volksversammlungen statt, die alle überfüllt In Wien sprach Gen. Liebknecht vor riesigen Volksmassen. Die Berichte aus der Schweiz, Dänemark, Norwegen, Belgien, Eng⸗ land melden großartigen Verlauf der getroffenen Veranstaltungen. In Frankreich hat die Feier sich besonders imposant gestaltet dadurch, daß sämtliche von Sozialisten verwaltete Gemeinden — und unter diesen Gemeinden sind, außer Paris, die meisten der größeren Städte Frank⸗ reichs— nach gemeinsamem Programm die Alle für die Gemeinde (Kommune) arbeitenden Beamten und Arbeiter hatten frei, den Armen und Invaliden wurde außerordentliche Unterstützung und ein festliches Mahl verabreicht,— Schul⸗ und Kinderfeste, Umzüge, Versammlungen mit Ansprachen, Em⸗ pfang der Arbeiterdelegierten auf dem Stadt⸗ öffentliche Spiele, freies Theater, Fackel⸗ Illumination, Ball— das war das Programm, in welches je nach den örtlichen Verhältnissen Abwechslung gebracht ward. Aehnliche Feiern, die sich auf Sonntag und Montag erstreckten, fanden in den sozialistischen Gemeinden Englands statt.
Von keinem Mißklang gestört, hat die inter⸗ nationale Heerschau des Proletariats wieder die Einigkeit der Arbeiter aller Länder gezeigt, und den Arbeitern hat er ihre Macht gezeigt und die Sicherheit des Sieges.
So rüsten sie ab!
Als Einleitung zur Friedenskonferenz ver⸗ zeichnen wir ohne jeden Kommentar folgende beiden Meldungen:
1. Die Türkei hat bei der Firma Krupp in Essen für vierzig bis fünfzig Millionen Mark neue Kanonen bestellt.
2. Der schwedische Reichstag genehmigte in gemeinsamer Abstimmung der beiden Kammern einen außerordentlichen Betrag von 13 200 000 Kronen zu Schiffneubauten. Im ganzen wurden für die Flotte 16 700 000 Kronen be⸗ willigt.
„Ganz unsere Meinung.“
Die Scharfmacherorgane sind in heftigster Weise über den Freiherrn v. Heyl hergefallen, weil er im Reichstag von ihm gestellte sozial⸗ politische Anträge verteidigte, die für einen großkapitalistischen Lederkönig immerhin recht radikal erschtienen. Das Organ der Groß⸗ industriellen Stumm' scher Richtung, die„Ber⸗ liner Neuest. Nachr.“, behandeln den Wormser Standesgenossen des Königs von Saarabien verächtlich als„sozialpolitischen Projekten⸗ macher“, der„thatsächliche Vorgänge ignoriere und sich nicht einmal über die von ihm be⸗ handelten Gegenstände informiere“, eine Be⸗ handlung der wichtigsten politischen Fragen, die man treffend mit dem Ausdruck Dilettantismus bezeichne. Daß das Organ der Sozialpolitiker vom Schlage Stumm Jeden, der nicht auf seinem Standpunkt steht, im besten Falle als Nichtswisser u. dgl. bezeichnet, ist begreiflich, es hat diese Kampfesweise seinem Herrn und Meister mehr oder minder glücklich abgeguckt. Aber daß auch das Parteiorgan der Freisinnigen Volkspartei diese Auslassungen der„Neuest. Nachr.“ zustimmen d mit den Worten„ganz unsere Meinung“ abstempelt, sei hier aus⸗ drücklich festgenagelt.
Mann über Vord.
Im national⸗sozialen Verein, dieser Partei der Zukunft, die auf dem Wasser liegt, ist ein Maun über Bord gesprungen. Der frühere Pastor Göhre ist ausgeschieden.„Er will“, so klagt die„Hilfe“,„seine eigenen Wege gehen und niemand hat das Recht und die
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Macht, einen solchen Willen zu hindern.“ Der Verlust ist um so schmerzlicher, als der Verein, der im wesentlichen nur aus„Vorstand“ besteht, von seinen Führern nicht allzu viel verlieren darf, wenn er mehr als eine Skatpartie be⸗ deuten soll. Wohin Herr Göhre gegangen ist, wird nicht gesagt. Nach rechts hat er aber sicher nicht geschwenkt. War er es doch, der die Rechtsschwenkung der nationalsozialen Poli⸗ tikergruppe bei den letzten Reichstagswahlen be⸗ kämpfte und mit Professor Sohm und anderen Wasserpolikikern und Salonsozialisten in Fehde geriet.
Ein Pfarrer, der sozialdemokratisch wählt
Pfarrer Hoffet in Straßburg veröffentlicht in seinem Blatte„Heimat“ eine interessante Begründung dafür, weshalb er bei den letzten Straßburger Klassenwahlen sozialdemokratisch stimmte.
Er schreibt:„Die Orts⸗Krankenkasse Straßburg wurde bisher von Sozialdemo⸗ kraten verwaltet. Wenn diese Kasse unter dieser Verwaltung notgelitten hätte, wenn in derselben Unregelmäßigkeiten und Geldver⸗ schwendungen vorgekommen wären, so hätten wir als die ersten eine Aenderung der Leitung angestrebt. Nun aber ist thatsächlich die Leitung der Orts⸗Krankenkasse eine musterhafte. Die Herren, die an deren Spitze stehen und die wir teilweise persönlich kennen, verdienen in jeder Weise den Dank und die Achtung der Kasseninteressenten für ihre selbstlose Arbeit. Unter solchen Umständen wäre ein„Schlagen“ oder sagen wir besser ein„Hinauswerfen“ der Sozialdemokraten eine Ungerechtigkeit und Ge⸗ fühllosigkeit. Da machen wir nicht mit! Aber noch ein anderer Grund bewog uns, die Liste der Sozialdemokraten und nicht diejenige der „Ordnungspartei“ einzulegen. Wir sind zwar sicher, daß die auf der zweiten Liste angeführten Persönlichkeiten ihres Amtes treu gewaltet hätten, aber wir halten dafür, daß in Anstalten, wie die Orts⸗Krankenkasse, die vor allem der Arbeiterschaft zu dienen haben, die Arbeiterschaft besser in der Lage ist, die Wahl zu treffen, die ihr frommt, als solche Vereinigungen, wie die sog.„Ordnungspartei“, wo alle möglichen, nicht immer sehr lauteren Interessen mitspielen. Zudem halten wir es für einen Vorteil, wenn sich die Sozialdemokratie an bestehenden Ein⸗ richtungen unseres Staats- und Kommunal⸗ wesens beteiligt... Die Mitarbeit an der Verwaltung, wie sie sich in Austalten, wie die Kassen und auch in Körperschaften, wie die Ge⸗ meindevertretungen, durchführen läßt, ist eine so gesunde Schule für die Sozialdemokratie, daß die„staatserhaltenden“ Parteien geradezu eine solche anbahnen und fördern sollten.“
Nun wird Pfarrer Hoffet wohl mit allem Komfort des Mittelalters gebraten werden!
Antisemitische Blechschmiede.
Die antisemitischen Dallesblätter fabeln wieder von einer Allianz zwischen Sozialdemokratie und Großfinanz. Als„Beweis“ wird angeführt die schreckliche Thatsache, daß sich ein Sohn unseres Genossen Liebknecht mit der Tochter eines jüdischen Bankiers verlobt hat. Schauder⸗ bar, fürwahr! Wer nun immer noch nicht glaubt, daß die Sozialdemokratie eine von der Großfinanz abhängige Judenschutztruppe ist, dem ist überhaupt nicht zu helfen. Weiter wird der Sozialdemokratie zur Last gelegt, daß sie gegen die Verstaatlichung der Reichsbank gestimmt hat, für die im Reichstag nur die Konser⸗ vativen und die Antisemiten eintraten. Schon der Umstand, daß nur die beiden letzt⸗ genannten Brodwucherparteien für die Ver⸗ staatlichung eintraten, ist Beweis genug für die Richtigkeit des Verhalten unserer Genossen in diesem besonderem Falle.
Da wir gerade von den großmäuligen Anti⸗ semiten reden, sei gleich eine treffliche Kenn⸗ zeichnung jener Gesellschaft angefügt, die aus der„Korrespoudenz für Zentrumblätter“ stammt. Es wird dort unter Bezugnahme auf das Ver⸗ halten der Antisemiten bei der Debatte über das Bankgesetz gesagt:„Ueber die antisemitische Reichstags⸗Fraktion ging am Freitag ein kleiner
Sturzregen nieder. In nicht mehr ungewöhn—
treter ihre Wortführer bei der dritten Beratung des VBankgesetzes eine prahlhansige Rede zum Fenster hinaushalten, wodurch diejenigen Abge⸗ ordneten und Parteien, die mit Fleiß und Selbstverleugnung an der bestmöglichen Lösung der Bankfrage gearbeitet hatten, als Schafsköpfe oder„großkapitalistische“ Schurken, dagegen die antisemitischen Abgeordneten, die in der Kom⸗ misstion gar nichts gethan, als die einzig wahren Volksfreunde hingestellt wurden. Einen riesig großen Mund haben die antisemitischen Volksvertreter, wenn es sich um den Vortrag von wohl vorbereiteten phrasenhaften Reden handelt; aber wenn es in der Kommission ar⸗ beiten heißt, die geschwollenen Redensarten in passende Anträge umgeformt, diese Anträge sachlich verteidigt und die Gegenanträge mit Sachkenntnis kritisiert werden müssen, dann sind diese Herren nicht zu haben. Müssen sie Anstands halber mal am Kommissionstische mit sitzen, so ergiebt sich die sonst so üppige Zunge einem bescheidenen Stillleben; in der Kommission ist aber mit Phrasen nichts zu machen, sondern nur mit Kenntnis und Geschick, und da man an diesem Artikel Mangel hat, so hält man lieber den Mund und richtet sich bei der Abstimmung einfach nach den konser⸗ vativen„Freunden“. Als mildernden Umstand muß man freilich gelten lassen, daß die Anti⸗ semiten bei einzelnen Versuchen zur praktischen Mitarbeit sich etwas arg blamiert haben und also wie gebrannte Kinder das Feuer scheuen. Andererseits muß man beachten, daß ste in ihren Wahlreden die Bankfrage als die aller⸗ wichtigste Angelegenheit in den Vordergrund gestellt hatten und nun doch gerade bei diesem Haupt und Kernpunkte sich als ganz arbeits⸗ unfähig entpuppten. Aehnliche„Lorbeern“ haben sie bekanntlich gesammelt beim Börsen⸗ gesetz und beim großen Werk des Bürgerlichen Gesetzbuches. Herr Vielhaben, der als Rechts⸗ gelehrter zu den geistigen Leuchten der Partei gehört, hat s. Zt. durch den Antrag, der die sogen.„Kahlpfändung“, d. h. die Pfändung der notwendigsten Sachen, ermöglichen sollte, sich so unfähig erwiesen, daß sogar seine Fraktions⸗ genossen ihn nachträglich Schanden halber in diesem Punkte verleugnen müssen.“
Wenig schmeichelhaft für die Konfessionsrats⸗ partei, aber— wahr.
Beanstandete Wahl.
Die Wahlprüfungskommission des Reichstags schlägt vor, die Wahl des konservativen Abg. v. Löbell für Brandenburg zu bean⸗ standen. Nach dem Bericht der Kommission beträgt die Mehrheit für diesen nur 159 Stimmen.
gereichten-Protestes hat die Kommission be⸗ schlossen, Beweis zu erheben über 15 Punkte. Gegenkandidat Löbells war Genosse Peus, der den Wahlkreis Brandenburg zuletzt im Reichstag vertreten hat. Bei einer Nachwahl wird hoffentlich der infolge allerlei Wahlbeein⸗ flussungen verloren gegangene Partei zurückerobert werden.
Rechtsprechung in Sachsen.
Von aufmerksamen Beobachtern— so meint die bürgerliche Frankf. Ztg.— war schon längst darauf hingewiesen worden, daß die Recht⸗ sprechung im Königreich Sachsen in politischer Beziehung einen anderen Charakter trage, als sonst im deutschen Reiche. Jetzt hatte sich aus Anlaß eines Preßprozesses gegen den „Vorwärts“ das Landgericht 1 mit der Frage zu beschäftigen, inwieweit eine solche Ansicht erweisbar ist. Während sonst im deutschen Reiche über ungerechte Urteile gegen Sozial⸗ demokraten vereinzelt geklagt wird, wird der Rechtsprechung in Sachsen zum Vorwurf ge⸗ macht, daß sie im Allgemeinen den Charakter trage, als ob die Sozialdemokratie unter Aus- nahmegesetzen stände. Ihre Spitze hat diese sächsische Rechtsprechung im Strafsenat des Oberlanobesgericht Dresden. Auf die Spruch praxis dieses Gerichts hatte der„Vorwärts“ in einem Artikel über das Löbtauer Ge⸗ schworenen-Urteil hingewiesen und be⸗ hauptet, daß der höchste sächsische Gerichtshof oft ohne Umschweife„die Angehörigen der
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