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Seile. 2.
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung. f
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, eee Welchen Wahlmann wählst du?
„Unter allen Umständen nur denjenigen, von dem du bestimmt weißt, daß er seine Stimme abgeben wird für den Arbeiterkandidaten.
Nehmen wir zum Beispiel an, du hättest dich mit deinem alten Kameraden Karl, der wie du, Sozialdemokrat ist, in letzter Zeit ver⸗ uneinigt. Dagegen hättest du in neurer Zeit viel verkehrt mit deinem Nachbar August, von dem du aber weißt, daß er Autisemit ist.
wir nun an, Karl würde von den
a Nehmen 9 Sozialdemokraten, August von den Intisemiten zum Wahlmann bestimmt. Würdest du dann 9 auch nur eine Minute im Zweifel sein, wen 6 du zu wählen hast? Gewiß nicht! Du würdest sofort fühlen, daß bei einer Wahl nicht persön⸗ 9 liche Zuneigung oder Abneigung, sondern ledig⸗ lich die lebereinstimmung der politischen Ueber⸗
9 zeugung ausschlaͤggebend sein muß. Du wür⸗ dest deine Stimme für Karl abgeben, obwohl du mit ihm auf dem Kriegfuß lebst. Du wür⸗ dest ihn wählen, weil du bestimmt weißt, daß er der doch nur eine Mittelsperson ist, dem Mann eures Vertrauens, dem Genossen Philipp Scheidemann zum Siege bei der Landtagswahl 9 verhelfen würde, damit dieser nachher im Land⸗ tag für euch eintreten und denen auf die Finger 7 klopfen kann, die die Arbeiter Schlammbeißer nennen. 6
Also wählt nur Wahlmänner, von denen ihr wißt, das sie für euern Kandidaten Scheide—
9 mann stimmen wollen, einerlei ob nun der be⸗
treffende Wahlmann Müller oder Schulze heißt,
Gemeinderat oder
Händler ist.“ 5
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Leihgestern.
Kleinbauern! Arbeiter! Ihr habt am Sonntag die vortrefflichen Ausführungen des Landtagsabgeordneten Ulrich gehört und jubelnd begrüßt. Sorgt dafür, daß die fleißigste Partei im hessischen Landtag, an deren Spitze Ulrich steht, verstärkt werde. Viel Gutes haben die Sozialdemokraten durchgesetzt viel Schlechtes zu verhindern gewußt. Sie werden noch weit mehr leisten können, wenn es ihrer erst mehrere sind. Sorgt dafür, daß unser Kreis unseren Euch allen gut genug bekannten Kandidaten Ph. Scheidemann nach Darmstadt schickt. Unsere Vertretung liegt dann in guten Händen 50 115 Landtagsfraktion bekommt ein tüchtiges neues
itglied.
Wenn Ihr alle Eure Schuldigkeit thut, dann ist in Leihgestern die Wahl unserer beiden Wahlmänner gesichert. Bleibe keiner der Wahl fern. Gewählt wird am Mittwoch, den 8. November, von 3 bis 7 Uhr. Wer außerhalb schafft, möge eine Stunde früher Feierabend machen, wenn das erforderlich ist.
Vor allen Dingen gilt es, die Lauen und Wankel⸗ mütigen aufzurütteln. Sagt ihnen noch einmal, daß im Hirschelschen Blatt die Arbeiter Schlammbeißer ge⸗ schimpft wurden. Dann muß jedem Arbeitsmann die Zornesröte ins Gesicht steigen. Beantwortet muß die niederträchtige Beschimpfung an der Wahlurne werden: durch die Wahl unserer Wahlmänner.
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oder Tagelöhner, Bauer,
5 8 3 1 2 Heuchelheim!? . f f 8 0 Dienstag, 2. Nov., abends halb 9 Uhr: 3 9 5 2 Volksversammlung 8 4 bei L. Steinmüller. 8 0 Ta 8„ 1* 8 r S 4 die Landtagswahl. 4 5 Redner: Ph. Echeidemann⸗Gießen. 8 5 Jedermann ist freundlichst zu dieser Ver— 5 fsammlung eingeladen. 8 2 Freie Diskussion. 3 S οοοοh⁰Dοοοο
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Hausen Arbeiter, Freunde! Die Wahl des Wahlmanns in unserm Ort findet Mifti- Went i, len 8. Nov. zwischen 4 und 3 Uhr nachmittags statt. Richtet Euch darauf ein, dass Ihr bestimmt wählen könnt. Die Verhältnisse im Kreise lie- gen so, dass bei der Ab- geordnetenwabl die Stimme eines einzigen Wahl- mannes unter Umständen den Ausschlag geben kann, Wer Abgeordneter wird, ob der antisemitische Ar- beiterfeind Hirschel oder unser Freund Ph. Scheide- mann. Schon aus diesem Grunde ist es Ehrenpflicht, unserem Wahlmann zum Siege zu verhelfen. Zeigt am 8. November, dass Ihr noch die Alten seid!
Am Mitt⸗ woch, den 8. November gilt es den guten Ruf unseres Ortes zu wahren. Kein Ar⸗ beiter darf der Wahlurne fern— bleiben. Wir dürfen nicht etwa hinter der bei der Reichs⸗ tagswahl erzielten Stimmen— zahl zurückbleiben, wir müssen mehr Stimmen erreichen! Also: 4 Alle Mann zur Wahl! Gewählt wird in der Seit von Ae Uhr. Es empfiehlt
sich, eine oder zwei Stunden früher Feierabend zu machen.
Föcgen und ohe
Arbeiter! Parte i- genossen! Am Mitt- Woch, den 8. Noybr. muss jeder Arbeiter seiner Wahlpflicht nachkommen. Zwar sind wir hier dop- pelt so stark als unsere Gegner zusammen, aber das Vor kommnis in Wieseck ist auch für uns eine Warnung! Das Gefühl der Siegesgewiss- heit ist schön, aber wir wollen uns doch nicht in Sicherheit wiegen lassen und etwa zu Hause bleiben am Wahltag.
Alle Arbeiter müs— sen zur Wahl am 8. No- vemder. Je grösser die Mehrheit, mit der wir unse-
rem Wahlmann zum Siege rerkelken; um so grösser auch die Ehre für uns Trohe und Rödgen sollen und müssen am Wahltag mit Ehren bestehen.
Die Wahl findet von 4—7 Uhr statt. Es ist aber empfehlenswert, dass die in Giessen beschäftigten Ar- beiter mit dem Zug 5.20 von Giessen nach Rödgen fahren. 5
Arbeiter!
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Wieseck.
Arbeiter! Gesinnungsgenossen!
Wieseck gehört zu den Hochburgen unserer Partei im Kreis Gießen. Es wäre deshalb eine Schmach undeine Schande, wenn man gerade uns seitens der Gegner in der hinterlistigsten Weise in den Rücken gefallen wäre.
Eine niederschmetternde Antwort muß den paar „feinen“ Gegnern am Mittwoch, den 8. November werden. Laßt sie ihre 70—80 Mäuner durch Anwendung aller erdenklichen Mittel an die Urne schleppen. Jeder Wiesecker Arbeiter muß eine Ehre darin suchen, unseren Wahlmännern nun erst rech: zu einer fünf⸗ oder sechsfachen Mehrheit zu verhelfen. Mögen sich 70 bis 80 Stimmen vereinigen auf die Leute, die uns den Sieg vereiteln wollten, nusere Wahlmänner müssen jetzt mit mindestens 400 Stimmen gewählt werden.
Das bedingt aber, daß jeder wählt. Die Wahlbeteiligung muß eine weit stärkere werden, als bei der Reichstagswahl. Diesmal heißt's, den„Großen“ eine recht gründliche Lehre zu geben. Alle Wann zur Wahl!
Seesen S οοοοοοοοοοοοο
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Klein⸗Linden.
Landtagswähler! Arbeiter! Am Mittwoch, den 8. November wollen wir den Antisemiten zeigen, daß wir ihre Lügen und ihre Heuchelei durchschaut haben. Wenn in unserem Dorfe bisher noch eine größere Anzahl antisemitischer Stimmen abgegeben wurde, so deshalb, weil man auch in Klein⸗Linden die Sozialdemokraten in der schlimmsten Weise verleumdet hat. Viele haben sich von der Sozialdemokratie noch ferngehalten, weil sie der antisemitischen Lüge geglaubt haben, die Sozialdemokraten wollten die Religion abschaffen, die Ehe und das Familienleben zerstören und was dergleichen Dinge mehr sind.
Das Alles sind erbärmliche Verleumdungen.
Würden sich denn immer mehr Pfarrer der sozial⸗ demokratischen Partei anschließen, wenn diese religions⸗ feindlich wäre, wie es die Antisemiten behaupten? Gewiß nicht! Nicht nur in der Schweiz, wo es deren viele giebt, sondern auch in Deutschland giebt es jetzt sozial⸗ demokratische Pfarrer. Erst vorige Woche ist wieder einer zu unserer Partei übergetreten und zwar der Pfarrer Blumhardt in Göppingen(Württemberg). Dieser erklärte in öffentlicher Versammlung am 24. Oktober:
Er bekenne sich unumwunden zur Sozialdemokratie
und zwar, weil er damit im Geiste Christi zu handeln glaube, der sich zu den Geringen, zu den Zöllnern und Sündern gehalten habe und selber ein Sozialist gewesen sei. Zu seinen Jüngern habe er 12 Proletarier gemacht. Weil man den Sozialdemokraten vorwerfe, sie haben keine Religion, wolle er als Zeuge des Gegenteils auftreten und den Beweis liefern, daß sich die Religion, die eine Herzenssache sei, recht wohl mit der Lozialdemokratie vertrage.
Nun, diesen Worten eines christlichen Pfarrers sollte man doch mehr Glauben schenken, als den Schwinde⸗ leien antisemitischer Geschäftspolitiker.
Sind denn aber die Antisemiten die guten Christen als die sie sich immer aufspielen? Mit nichten. Sie wollen lediglich unter Zuhilfenahme der Religion, die sie im Munde führen, Wähler fangen. Das haben sie wohl⸗ weislich in ihren Blättern verschwiegen, daß sich vor kurzem auch der Parteitag der Antisemiten ernstlich mit Anträgen beschäftigen mußte, die verlangten, daß das alte Testament aus dem Schulunterricht beseitigt werde. Sie haben es wohlweislich verschwiegen, daß auf demselben antisemitischen Parteitag von Abraham als einem Schweinehund geredet wurde. Eine solche Partei sollte sich in Grund und Voden schämen, ob der Heuchelei, die sie treibt.
Die Kleinen müssen einmütig zusammenstehen, dann erst kann es besser werden. Die Antisemiten aber suchen die Kleinen zu zersplittern, damit diese machtlos bleiben und damit die Großen für alle Zeit das Recht in der Hand behalten. Am
Mittwoch, den S. November
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muß jeder Klein⸗Lindener zur Wahl gehen und seine
Stimme abgeben für den Wirt Balthasar Hinter⸗
lang und den Landwirt Philipp Weigel 17. Gewählt wird von 3Z—6 Uhr Nachmittags.
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