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Nr. 6.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
Auf der Anklagebank.
* Geschlagen, mausetot und so gut wie be⸗
graben sind wir schon nach Ansicht gewisser Leute. Ach, wir Armen!
Und wer hätte das
fertig gebracht?— Unglaublich, aber wahr: der Gießener Anzeiger! Dasaselbe Welt⸗ blatt, das sich in ganz Deutschland wegen seines famosen Berichts über den Kaiserempfang in Konstantinopel unsterblich blamierte, auf alle unsere Erinnerungen aber schwieg wie ein be⸗ gossener Pudel, ist von einem neu erstandenen Sozialistentöbter„—9“ genötigt worden, gegen uns vom Leder zu ziehen. Aber welch eine Klinge! Rostig, schartig, mit einem Wort, das alles waschlappige treffend bezeichnet: nationalliberal! Weil in unserer letzten Reichstagsskizze der nationalliberale Wormser Lederkönig Heyl irrtümlicherweise als frei⸗ konservativ bezeichnet wurde, deshalb Räuber und Mörder. Wir wissen allerdings auch nicht, wie es kam, daß wir den der Fraktion Dreh⸗ scheibe zugehörigen Freiherrn von Heyl zum Fraktionsgenossen des Freiherrn von Stumm machten. Wahrscheinlich übertrugen wir in der gebotenen Eile die Standesgenossen⸗ schaft der beiden Könige vom Eisen und vom Leder auch auf die Parteigenossenschaft. Immerhin ein Schnitzer, von dem kein vernünf⸗ tiger Mensch Aufhebens macht. Aber der„—g“ des„Anzeigers“ wittert dahinter irgend einen Kniff. Er meint:
„Wer den Abgeordneten v. Heyl für einen frei⸗ konservativen Fraktionskollegen„König Stumms“ hält, dem kann man freilich nicht weiter übel nehmen, daß er seine Rede nicht verstanden hat. Was die „M. S.“ als„durch nichts gerechtfertigte Verdächtigungen der. Sozialdemokratie“ bezeichnet, waren die unbestreitbaren Feststellungen des Herrn von Heyl, daß die sozialdemokratische Partei gestimmt hat:
1883 gegen die Krankenversicherung,
1884„„ Unfallversicherung,
1889„„K Indaliditäts⸗ und Altersversicherung,
1890„ das Gesetz, betr. Einführung der Ge⸗ werbegerichte,
1891„„ Arbeiterschutzgesetz,
1891„ die erste Börsensteuer⸗Vorlage,
1893„„ zweite Börsensteuer⸗Vorlage,
1895„ das Gesetz zur Bekämpfung des unlau—⸗ teren Wettbewerbs,
1890„„ erste Gesetz zur Bekämpfung des Wuchers,
1894„„ẽ verschärfte Gesetz zur Bekämpfung des Wuchers,
1896„„ bürgerliche Gesetzbuch.“
Nein, verehrtester Herr„—g“. Das meinten wir nicht mit den„durch nichts gerechtfertigten Verdächtigungen“. Denn das Verhalten unserer Abgeordneten den oben erwähnten Gesetzen gegen⸗ über war ein so selbstverständliches, daß die deutsche Sozialdemokratie wahr⸗ scheinlich ihren Vertretern den Laufpaß gegeben hätte, wenn sie anders gestimmt hätten! Was wir als„Verdächtigungen“ treffen wollten, das waren die Aus führungen des durch Arbeiterschweiß zum viel⸗ fachen Millionär gewordenen Leder⸗
königs über die Verelendungstheorie,
die er den von der Sozialdemokratie angeblich gezahlten„hohen“ Gehältern und Diäten gegen⸗ überstellte. Das waren Aeußerungen, die uns berechtigten, das zu schreiben, was wir in voriger Nummer veröffentlichten:
„Wenn er(Freiherr v. Heyl) wollte, daß man seine zur Schau getragene Arbeiter⸗ freundlichkeit ernst nehmen solle, hätte er seine durch nichts gerechtfertigten Verdächtigungen der Sozialdemokratie unterlassen müssen.“
Wenn der offenbar nationalliberale Einsender„—g“ ein Mann von besonderer Kourage wäre, so hätte er sich nicht hinter den„Gieß. Anz.“ verkriechen dürfen, um seine Pfeile gegen uns abzuschießen. Denn
das muß er wissen, daß dieses Amtsblatt
alle Angriffe auf die sozialdemokratische Partei aufnimmt, die Antworten der Angegriffenen aber ablehnt. Und ebenso wenig wie„—g“ tapfer ist, ebenso wenig ist sein Angriff ehrlich. Denn wenn er die Rede des nationalliberalen Wormser Millionärs anführt, hätte er als ehr⸗ licher Mann auch die Antwort Singers
zitieren müssen. Freilich dann wärs mit seiner „Aufklärung“ von vornherein Essig gewesen.
Nun, wir werden weiter unten das nach⸗ holen, was der tapfere Nationalliberale a b⸗ sichtlich und aus guten Gründen unter⸗ drückt hat. Und wenn dem„—g“ ein klein wenig das Gewissen schlägt, dann möge er die geistigen Leiter des„Gieß. Anz.“ veranlassen, unsere Antwort abzudrucken. Die geistigen Leiter des Amtsblattes werden es nicht riskieren, dieses Verlangen abzuschlagen, denn vor Fabrikanten, Doktoren, Professoren und ähnlichen Hono⸗ ratioren erstirbt man im„Gießener Anzeiger“ in tiefster Ehrfurcht.
So leicht, wie es sich der„—g“ des Gießener Amtsblattes vorgestellt hatte, vernichtet man die Sozialdemokratie nicht. Und wenn er glaubte, uns auf die Anklagebank zu setzen, so ist ihm das mißlungen. Jetzt ist der Spieß um⸗ gekehrt, verehrter Herr„—g“. Jetzt sitzen Sie auf der Anklagebank und die Klage lautet auf:
„Nationalliberale Unehrlichkeit im politischen Kampf!“ Nun verteidigen Sie sich, wenn Sie können.
warum abgelehnt?
* Aus welchen Gründen die sozialdemokratische Fraktion die im„Gieß. Anz.“ angeführten Gesetze ablehnte, hat Genosse Singer in der Reichstags⸗ sitzung vom 20. Januar auf die Anzapfungen des nationalliberalen Abg. Freiherrn v. Heyl⸗Worms aus⸗ führlich dargelegt. Genosse Singer führte u. a. aus:
„Der Abg. v. Heyl hat die Gesetze angeführt, gegen die unsere Partei gestimmt hat. Man hätte von seiner Loyalität erwarten dürfen, daß er die Gründe an⸗ geführt hätte, die uns bei unserem Verhalten geleitet haben. Wir haben gegen die Gesetze gestimmt, weil sie nicht das Mindestmaß dessen enthielten, was
wir für die Arbeiterklasse als notwendig erachten.
So lange dieses Minimum in einem Gesetze nicht enthalten ist, werden wir nach wie vor dagegen stimmen. Wir sind nicht hierher geschickt worden, um nationalliberale Gesetze zu machen(Sehr gut! links), sondern um Arbeiterinteressen zu vertreten. (Bravo!) Die Herren, die länger hier im Hause sind und die sozialen Gesetze mitgemacht haben, würden ja der Wahrheit ins Gesicht schlagen, wenn sie nicht zugeben würden, daß keine Fraktion in diesem Hause mit solchem Fleiß und solcher Energie an der Verbesserung dieser Gesetze
earbeitet hat, wie die sozialdemokratische. Sehr richtig! links. Oh, Oh! rechts.) Wenn noch einigermaßen vernünftige Bestimmungen in der heute geltenden Gewerbeordnung vorhanden sind, so ist es der sozialdemokratischen Thätig⸗ keit in diesem Hause zu verdanken. Ich berufe mich dabei auf ein Zeugnis Ihres Nationalheroen, des Fürsten v. Bismarck, der ja offen erklärte, ohne die Sozialdemokratie erxistierte unser bischen Sozialreform überhaupt nicht. Wir haben gegen diese Arbeiterschutzgesetze gestimmt, weil sie uns nicht genügten, weil nach unserer Mei⸗ nung ohne irgend welche Schädigung für die Unter⸗ nehmerklasse un sere Anträge hätten angenommen werden können. Aber, meine Herren, auch die Ein⸗ führung der Sozialreform, der Arbeiterschutzgesetzgebung ist durch unsere Partei und, um gerecht zu sein, auch das Zentrum, geschehen. Das Interesse des Unter-⸗ nehmertums zu wahren, ist die Aufgabe der übrigen Parteien in diesem Hause, nicht unsere. Der Ruhm, daß die Nationalliberalen sich zu Förderern des Arbeiterschutzes und der Sozialreform machen, ist außerordentlich jungen Datums! Herr v Heyl mußte ja— ich möchte fast sagen, in tragikomischer Weise— bei Beginn seiner Ausführungen sebst auf die Spaltung innerhalb seiner Partei in Bezug auf den Arbeiterschutz hinweisen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Er sollte nicht mit Steinen werfen, wo er im Glasschrank sitzt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Dann hat Herr v. Heyl noch andere Gesetze genannt, gegen die die Sozial⸗ demokraten gestimmt haben. Wenn er sagt, wir hätten gegen das Börsengesetz gestimmt, so sagt er damit nichts Neues, und er irrt sich, wenn er glaubt, uns damit verlegen zu machen. Wir führten bei der Beratung des Börsensteuer-Gesetzes wiederholt aus, daß wir nur seiner Verwendung wegen dagegen stimmen, nicht aus materiellen Gründen, sondern weil es zur Deckung für die Kosten der Militärvorlage dienen sollte und weil wir diese Militärvorlage nicht noch unterstützen wollten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir wissen wohl, daß die Nationalliberalen. aus ihren Prinzipien keine Konsequenzen ziehen. Dieser Politik folgen wir jedoch nicht, bleiben vielmehr auf den G rund⸗ sätzen stehen, die wir einmal als richtig anerkannt haben.
Wir haben auch gegen das Gesetz vom unlau⸗ teren Wettbewerb gestimmt. Aber warum? Weil es uns nicht gelungen ist, jene schamlose Kon- kurrenzklausel aus diesem Gesetz zu entfernen.
(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Dann hat uns Herr v. Heyl auch den nach seiner Auffassung schwerwiegenden Vorwurf gemacht, daß wir auch gegen das Wuchergesetz gestimmt haben. Auch das ist richtig. Aber unser Redner hat damals scharf und prinzipiell auf dem Standpunkt der straf rech t⸗ lichen Verfolgung des Wuchers gestanden; wir haben nur gegen das Gesetz gestimmt, weil da nur der Sachwucher, nicht der Person en wucher getroffen wurde.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Sie sehen also, daß alle diese Vorwürfe äußerst deplaziert gewesen sind.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Und wenn Sie etwa den Zweck gehabt haben, die Massen uns abspenstig zu machen, so sind diese doch viel zu sehr von der Richtigkeit unserer prinzipiellen Ueberzeugung durchdrungen, als daß sie sich durch die Schalmei des Herrn v. Heyl auf den Leim locken ließen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten).“—
Wie sehr das arbeitende Volk mit dem Verhalten der sozialdemokratischen Abgeordneten einverstanden war, geht aus folgendem einfachen Exempel hervor, das sich die geistigen Leiter der oberhessischen Amts⸗ blätter— das Alsfelder Kreisblatt hat sich natürlich den fetten Bissen aus dem„Gieß. Anz.“ nicht entgehen lassen— hinter den Spiegel stecken mögen. Es wurden in Deutschland
1881 sozialdemokr. Stimmen abgegeben 311961 1884 nach Ablehnung der Kranken- und
Unfallversicherungs-Gesetze. 549 990 SS8JJôö%. 88 763 128 1890 nach Ablehnung d. durchaus un⸗
genügenden Alters- u. Inv.⸗Ges. 1427 298 1893 nach Ablehnung der sog. Arbeiter⸗
schutzgesetze, d. Börsensteuer⸗Vorl. 1786 738 1898 nach Ablehnung der Gesetze betr.
unlaut. Wettbewerb und Wucher, sowie d. bürgerl. Gesetzbuch 2100 000
Wir sind mit dieser Entwickelung zufrieden!
Partei⸗ Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender.
Sonntag, den 5. Februar: Kreis⸗Wahlverein Gießen. Vormittags pünkt⸗ lich 10 Uhr bei Orbig: Vorstandssitzung. Heuchelheim. A.⸗B.⸗V. Lesestunde bei Ludwig Mandler. 3 Uhr Nm. Mittwoch, den 8. Februar: Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr: Sitzung bei Orbig.
Friedberg⸗Büdingen.
Sonntag, den 12. Febr., findet in Helden⸗ bergen im Lokale des Herrn Schneider eine Kreis- wahlvereins versammlung statt. Die Delegierten werden um zahlreiches Erscheinen dringend gebeten. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstar des. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Anträge und Verschiedenes. Der Vorstand.
An die Arbeitergesangvereine des Rhein⸗ und Mainganes!
Gemäß dem Beschluß des Sängerbundes„Lassallia“⸗ Frankfurt a. M., die Gründung eines Arbeiter-Sänger⸗ bundes für den Rhein- und Maingau anzustreben, berufen wir zur Gründung desselben auf Sonntag, den 26. Februar, nachm. 2 Uhr, nach Frankfurt a. M. in die Restauration Stein, große Eschenheimerstr. 23, eine Konferenz ein, und ersuchen wir alle Ar⸗ beitergesangvereine dieses Bezirkes, welche sich für dieses Projekt interessieren, dieselbe durch einen Delegierten zu beschicken oder ihre Erklärung schriftlich
einzusenden. Weitere Auskunft wird gern erteilt durch Herrn Aug. Hofmann, Frankfurt a. M., Hermann⸗ straße 14 p.
Die Kommission für Gründung eines Arbeiter⸗ sängerbundes für Rhein⸗ und Maingau.
Briefkasten der Redaktion.
Quittung. Von dem Buchdrucker H., Weber für die streikenden Weber in Crefeld 3,90 Mk. eingegangen.
Marktberichte.
Gießen. Auf dem Wochenmarkte vom 31. Januar kostete: Butter per Pfund Mk. 0,800.90, Hühnereier 1 St. 6—8 Pfg., 0 Stück 0—0 Pfg., Käse per Stück 5—8 Pfg., Käsematte 1 Stück 5 Pfg., Erbsen pro Liter 20 Pfg., Linsen pro Liter 30 Pfg., Tauben pro Paar Mk. 0,80 1,00, Hühner pro Stück Mk. 1101,30, Hahnen pro Stück Mk. 1,00— 1,60, Enten per Stück Mk. 1,90—2, 20, Gänse pro Pfund 50—60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch 62—64 Pfg., Schweinefleisch 6876 Pfg., gesalzen 80 Pfg., Kalbfleisch 64—66 Pfg., Ham⸗ melfleisch 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kilo Mk. 6,00 bis 650, Zwiebeln pro Zentner Mk. 7,00 8,00, Milch per Liter 16 Pfg. 5
Grünberg, 28. Januar. Fru chtpreise. Weizen Mk. 16,50 00,00, Korn Mk. 15,16—00,00, Gerste Mk. 00,00 00,00, Hafer Mk. 13,24 00,00, Erbsen Mk. 00,00 00,00, Linsen Mk. 00,—, Wicken Mk.—,— Lein Mk.—.—, Kartoffeln Mk. 0,00 00,00, Samen Mk. 00,00 per 100 Kilogr.


