Ausgabe 
4.6.1899
 
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Nr. 23.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

der keinem Truppenteil angehöre und deshalb in Zivil kommen müsse, versetzte der Kaiser lächelnd:Wer könnte den Wunsch einer so schönen Frau nicht erfüllen und stellte den Fürsten sogleich als Rittmeister à la suite seiner Gardekürassiere.

Kleine Mitteilungen.

Antisemitisches. Das Magdburger Blatt der Antisemiten,Die Sachsenschau, erscheint wegen finanzieller Schwierigkeiten fortan nur wöchentlich. Andere antisemitische Blätter lassen es jedem Fachmann rätselhaft erscheinen, durch welche Mittel sie sich noch künstlich über Wasser halten. Das Dresdener Anti⸗ semitenblatt Zimmermanns kämpft schon lange den Todes⸗ kampf.

In dem kaum sechs Stunden von Gießen gelegenen prächtigen Bad Nauheim sind in dieser Saison bereits über 40 000 Badegäste eingetroffen.

Mit Vierlingen weiblichen Geschlechtes beschenkte am Freitag die Frau des Werkführers Eismann in Kreuznach ihren Gatten. Eines der Vier kam tot zur Welt, während die drei andern lebensfähig sind.

Todesstrafe für Hausbettelei. Aus Trier wird berichtet: Der Polizeidiener Müller in Waldrach hatte zwei Handwerksburschen wegen Bettelns verhaftet. Am Bahnhofe Kassel versuchte ein Arrestant zu entfliehen; als er dem Haltrufe des Polizisten nicht Folge leistete, schoß dieser nach ihm. Die Schrotladung traf den Kopf des Unglücklichen und führte seinen sofortigen Tod herbei.

Unthat zweier Einbrecher.In Frank⸗ furt a. M. wurde Montag Abend in einem Hause der Allerheiligenstraße eine im Paterre wohnende Frau von zwei Leuten, die in die Wohnung eingedrungen waren, überfallen, gefesselt und mit zwei großen Nägeln mit einer Hand an den Fußboden angenagelt. Beide Verbrecher räumten sodann die Wohnung aus. Der Ehemann der Frau, der einige Minuten, nachdem die Verbrecher den Thatort verlassen hatten, zurückkehrte, befreite seine Frau aus ihrer qualvollen Lage. Von den Thätern fehlt bis jetzt noch jede Spur. Diese Schauer: nachricht machte die Runde durch die ganze Presse. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Frau gelogen hat. Sie hat sich selbst gesesselt und mit einer Stopfnadel aufgespiest, um ihrem Bräutigam, dem sie aufgebunden hatte, sie besäße so und so viel Geld, glauben zu machen, dieses ihr Geld sei jetzt von den beiden Räubern mit⸗ genommen.

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Arbeiterbewegung.

Ein Tischlerstreik in Eschwege ist nach 14tägiger Dauer erfolgreich beendet. Bewilligt wurden außer verschiedenen anderen Punkten die Abschaffung von Kost und Logis bei den Meistern. Statt der bisher 11stündigen ist eine 10stündige Arbeitszeit eingeführt. Beide Forder nugen sind auch von den Gießener Schreiner an die Unternehmer gestellt worden. Ueber den Erfolg werden in nächster Nummer berichten.

In Dresden sind 2500 Maurer in Aus stand getreten. Nur auf wenigen Bauten, auf denen die Forderungen bewilligt wurden, wird noch gearbeitet.

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Hessischer Landtag.

* Die Zweite Kammer hat am Dienstag ihre Sitz⸗ ungen wieder aufgenommen. Gen. Ulrich richtete an den Justizminister die Anfrage, wie es komme, daß dem Ortsgericht Offenbach die Gebühren erhöht worden sind. Das sehe einer Strafe wegen des Verhaltens der Offen⸗ bacher Stadtverordneten in Sachen des Beigeordneten Wolff und des Ortsgerichtsdirektors Kost sehr ähnlich. Auch der Zentrumsabg. v. Brentano wundert sich über die Gebührenerhöhung.

Der Justizminister Dittmar sucht die Gebührener⸗ höhung zu rechtfertigen, dieselbe sei notwendig gewesen, nachdem die Stadt Offenbach den Zuschuß für das Orts⸗ gericht verweigert habe. Im Uebrigen verbitte er

sich vom Abg. Ulrich jeden Angriff auf eine richterliche Entscheidung, von deren Richtigkeit er(der

Minister) überzeugt sei.

Abg. Ulrich ruft:

Sie haben sich gar nichts zu verbitten! Das ist Sache der Präsidenten. Der Justiz⸗ minister fortfahrend: der juristische Standpunkt des Abg. v. Brentano sei unrichtig.

Abg. v. Brentano hält dem Minister gegenüber seine Auffassung von der juristischen Unzulässigkeit der 0 Gebührenerhöhung für Offenbach aufrecht.

0 Abg. Ulrich(Soz.): Er halte es für das Recht zund die Pflicht eines Abgeordneten, auch richterlich Handlungen zu besprechen und er werde auch

den Fall Küchler

sobald er es für an der Zeit halte, zum Gegenstand einer Anfrage machen, selbst wenn der Justiz⸗ minister sich dergleichen verbitte. Darum kümmere er sich nicht im mindesten.

Damit ist für die Kammer diese Angelegenheit vor⸗ läufig erledigt. Es folgt die Besprechung der neuen

Steuervorschläge der Regierung.

Geh. Staatsrat Krug erklärt im Namen der Re⸗ gierung, daß sie, um die Steuerreform zu retten, auf Grund der Ablehnung des Weinsteuergesetzentwurfs und des Antrages Osann neue Ersatzvorschläge machen werde. Erstens werde eine Stempel⸗Steuererhöhung von etwa 34000 Mk. vorgeschlagen werden, zweitens soll die Erbschaftssteuer für entfernte Verwandte und Nicht⸗ verwandte bis zu 10 pCt. gesteigert werden, was eine Mehreinnahme von etwa 80000 Mk. ergibt. Drittens soll im Einkommen-⸗Steuergesetzentwurf eine Er⸗ höhung des Tarifes für die höheren Klassen ein⸗ treten, was ebenfalls einen Mehrbetrag von etwa 80 000 Mk. bedeutet. Er hoffe, daß auf der Grundlage dieser Vorschläge, die in aller Kürze dem Hause vorgelegt werden würden, eine Durchführung des Reformwerkes mit allgemeiner Unterstützung erzielt werde.(Bravo!)

Genosse Dr. David will erst die Vorlage ab⸗ warten, bevor er fich dazu äußere. Die Erhöhung der Stempelsteuer in dem gegebenen Umfang sei ihm nicht sympatisch. Mehrere Abgeordnete sprechen sich ähnlich aus. Der Artikel 15 des Einkommensteuer⸗Gesetzent⸗ wurfs wird darauf angenommen. Zu Artitel 6 Absatz 1: Befreiung von der Einkommenst euer beantragt der nationalliberale Abg. Osann, nur den Großherzog und seine Gemahlin von der Einkommensteuer zu befreien.

Davon will unser Gen. Ulrich nichts wissen. Er will auch den Großherzog nicht von der Steuer befreit wissen. Der Antrag Ulrich wird abgelehnt, der Antrag Osann gegen 11 Stimmen angenommen. Der Großherzog und seine Gemahlin bleiben also steuerfrei.

Mittwochssitzung.

Abg. Dr. David beantragt, die Regierung um Vorlegung des Gutachtens des Geheimen Oberschulrats Professor Dr. Schiller in Gießen, auf das Ministerial⸗ rat Soldan seine Ausführungen übermoderne Päda⸗ gogik stützte, im Druck an den Landtag zu ersuchen.

Arbeiter! Parteigenossen! Der dänische Kapitalistenring hat einen Gewaltstreich begangen und am 24. Mai 30 000 Arbeiter aus⸗ gesperrt, um so 100 000 Männer, Frauen und Kinder dem Hunger zu überantworten. Die dänische Arbeiterschaft, unsere dänischen Parteigenossen stehen in einem schweren Kampfe gegen kapitalistischen Uebermut und kapitalistische Uebermacht. Zeigt Euere stets be⸗ währte Opferwilligkeit und unterstützt die dänischen Ar⸗ beitsbrüder nach besten Kräften, damit sie dem frivolen Angriff der Kapitalprotzen Stand halten können. Schnelle Hülfe ist doppelte Hülfe.

Geldsendungen werden erbeten an den Hauptkassierer der zentr alisterten Gewerkschafts verbände Dänemarks, E. Svendsen, Kopenhagen K, Römersgade 22, I. Etage. Auf alle Anfragen giebt Bescheid das Hauptkomptoir der Gewerkschaftsverbände, Adresse: J. Jensen, Kopen⸗ hagen K, Broläggersträde 11, I. Etage.

Auch dieM. S.⸗Ztg. ist natürlich gerne bereit, Beiträge entgegenzunehmen.

Partei Nachrichten.

Versammlungs⸗Kalender.

Verband der Fabrikarbeiter. Die für Sonntag den 4. Juni geplant gewesene Versammlung findet des Waldfestes wegen erst Sonntag, den 18. Juni statt. Die Mitglieder werden ersucht, sich am heutigen Sonntag recht zahlreich am Waldfest zu be⸗ teiligen. Der Bevollmächtigte

Lindenstruth. Samstag, den 3. Juni.

A.⸗B.⸗V. Heuchelheim. Uhr. Mitglieder⸗ Versammlung bei Ludwig Kröck. Samstag, den 10. Juni:

A.⸗B.⸗V. Wieseck bei Emil Schäfer. wichtige Tagesordnung.

Gießener Wahlverein abends pünktlich 9 Uhr bei Orbig.

Sehr

Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Ph Scheidemann über:

Ed. Vernsteins Kritik des Marxismus.

2. Diskussion.

Die Parteigenossen werden dringend ersucht, pünkt⸗ lich und zahlreich zu erscheinen.

Wahlkreis Eschwege⸗Witzenhausen⸗ Schmalkalden. Parteigenossen! Unsere Wahlkreis⸗Konferenz findet Sonntag, den 11. Juni, von nachmittags 3 Uhr ab im Lokale des Herrn Gastwirt Wilhelm zu Steinbach-Hallenberg im Kreise Schmalkalden statt.

Tagesordnung: 1. Bericht über die Agitation und Organisation im Wahlkreise. 2. Unsere Presse. Referent Genosse Thiel, Cassel. 3. Die Evangelischen Arbeitervereine und die Sozialdemokratie. Referent Genosse W. Hugo Eschwege. 4. Stellungnahme zum Parteitag in Hannover.

Die Genossen der einzelnen Orte resp. Kreise werden ersucht, sofort Stellung dazu zu nehmen und dem Unter⸗ zeichneten möglichst bald Mitteilung zugehen zu lassen, ob sie die Konferenz beschicken und durch wieviel Delegierte.

Eschwege. Der Vertauensmann: W. Hugo.

Unterm neuesten Kurs wurde im Monat April gegen Parteigenossen erkannt auf 3 Jahre 1 Monat 5 Wochen Gefängnis und 2144 Mark Geldstrafe.

Internationaler Arbeiterkongreß 1900. Die vorbereitende Konferenz in Brüssel war besucht von Belgien, Dänemark, England, Deutschland, Holland, Frankreich, Oesterreich, Rußland, Polen, Amerikä. Das Londoner Kongreßbureau übergiebt das Mandat für die Organisation des Kongresses an das Pariser Kommitee, vorbehältlich dessen Zustimmung zu der hier festgesetz ten Einladungsform. Nach dem Londoner Kongreßbeschluß sind als Tagesordnung vorgeschlagen 11 Punkte; als Zeitpunkt für die Tagung ist Juni oder September vor⸗ gesehen. Es wurde eine Resolution angenommen, worin die Friedenskonferenz in Haag eineheuchlerische Komödie genannt wird. Nur die Abschaffung der Klassenherrschaft und der Sturz des russischen Absolutis⸗ mus könne die internationale Friedensfrage lösen.

Am 28. Mai wurde abends im Brüsseler Volkshause ein internationales sozialistisches Meeting veranstalt, dem Vandervelde präfidierte. Es sprachen die holländischen Kammerabeordneten Troelstra und van Kol, die Franzosen Alemanne und Vaillant, die deutschen Singer und Liebknecht, die Engländer Brocklehurst und Hyndman, der Däne Knudsen, der Italiener Rondani, der Russe Plechanoff und der Oesterreicher Viktor Adler. Lieb⸗ knecht und Singer beglückwünschten die französischen Ge⸗ nossen zu ihrer Einigung. Die zahlreich besuchte Ver⸗ sammlung nahm einen glänzenden Verlauf.

Marktbericht.

Gießen, 27. Mai.(Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter p. Pfd. 0.95 bis 1.10 Mk., Hühnereier p. St. 00, 2 St. 911 Pfg., Enteneier 2 St. 11 12 Pfg., Gänseeier p. St. 10 bis 11 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte per St. 3 Pfg., Erbsen p. Ltr. 22 Pfg., Linsen p. Ltr. 32 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.80 1.00, Hühner per Stück Mk. 1.10 1.40, Hahnen per Stück Mk. 1.50 2.00, Enten per Stück Mk. 2.00 2.50, Gänse per Pfund Mk. 0.00 0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68 74 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfd. 62 64 Pfg., Schweine⸗ fleisch per Pfd. 6072 Pfg., Schweinefleisch, ge⸗ salzen, per Pfd. 76 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 60 bis 66 Pfg., Hammelfleisch ver Pfd. 50 70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00 6.50, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. Mk. 8.50 00.00, Milch per Liter 16 Pfg.

Grünberg, im Mai. Am Markttage, 27. Mat, wurden auf dem hiesigen Fruchtmarkte folgende Frucht⸗ arten ꝛc. zu den beigesetzten Durchnittspreisen verkauft: 9 Doppel⸗Zentner(à 100 kg) Weizen zu 16,30 M., 8 D.⸗Z. Korn zu 15,16 Mark, 1 D.⸗Z Gerste zu 14,00 Mark, 30 D.⸗Z. Hafer zu 14,80 Mark, 7 D.-Z. Erbsen zu 18,00 Mark, 0 D.⸗Z. Linsen zu 00,00 Mark, 0 D.⸗Z. Samen zu 00.00 Mark, 124 D.⸗Z. Kartoffeln zu 4,60 Mark.

Briefkasten der Redaktion.

G. L.⸗Kbach. Der Errichtung jener Kasse steht gar nichts im Weg. Sie dürfen im Statut nur nicht sagen:Es wird eine Unterstützung ꝛc. gewährt, son⸗ dern:Es kann allen ordentlichen Mitgliedern ꝛc. gewährt werden. Durch die letztere Fassung umgehen Sie die kaum erfüllbaren Bestimmungen über dieVer⸗ sicherungsgesellschaften und umschiffen gleichzeitig die Ehrenmitgliederklippe. Wenn Sie noch im Unklaren sind, sprechen Sie doch bei mir vor. Sch.