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Nr. 36.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Vorstand die Befugnis erteilt, im Notfalle eine weitere Summe bis zu 30 Mk. an die Sammel⸗ stelle der Buchdrucker abzusenden.
— Ein gesegnetes Jahr. In dem ab— gelaufenen Jahre sind in dem Großh. Hessen 35,301 Geburten und 21,710 Todesfälle vor⸗ gekommen, mithin übersteigt die Zahl der Geburten die Todesfälle um 13,591.
Butzbach. Hier ist ein Konflikt zwischen dem freisinnig⸗antisemitischen Bürgermeister Joutz und den Gemeinderäten Dr. Jäger, Dr. Kopf und Heil ausgebrochen. In der letzten Ge— meinderatssitzung bemerkte Gemeinderat Grauer im Auftrage des Bürgermeisters, daß dieser keine Gemeinderatssitzung abhalten werde, so lange die Gemeinderäte Dr. Vogt und Heil nicht ausgeschieden seien und daß er andernfalls die Sache bis auf die Spitze treiben werde. Dr. Vogt erwiderte hierauf, daß es ihnen ganz recht sef, wenn der Bürgermeister die Angelegen⸗ heit weiter verfolge, denn dadurch würde man erfahren, auf welcher Seite das Recht und auf welcher das Unrecht sei. f
Offenbach. Hier ist am Samstag voriger Woche die Maschinen- und Schmirgelfabrik von Fr. Schmaltz am Mühlweg abgebrannt. Es beziffert sich der Verlust an vernichteten Ma⸗ schinen auf ca. 150000 Mk., an verbranntem Werkzeug auf ca. 30000 Mark und der Ge⸗ bäudeschaden selbst auf ca. 80 000 Mk., sodaß der Gesamtschaden ca. 260 000 Mk. betragen dürfte. Die Maschinenfabrik ist vollständig zer⸗ stört worden, während die Schmirgelfabrikation in anderen Räumen weitergeführt wird.
Hitzmärsche. Der Straßburger Bürger- zeitung zufolge wurden bei einem Marsche, den das württembergische Inf.⸗ Regiment Nr. 126 am Mittwoch vor Hagenau nach Straßburg ausführte, in Folge übergroßer Anstrengung 44 215 nunschlapp. Ein Mann ist seinen Strapazen erlegen.
Wolfenbüttel. Der 73 jährige Pastor emer. Dr. Quentin aus Wolfenbüttel wurde von der Braunschweiger Strafkammer wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit zu zwei Jahren Aae und drei Jahren Ehrverlust ver— urteilt.
Arbeiterbewegung.
* Gießen. Am Montag kam es zwischen dem Personal und dem Eigentümer der hier er— scheinenden Gieß. Neuesten Nachr. zu einem Konflikt, der zur sofortigen Arbeitsniederlegung führte. Am Montag konnten deshalb die G. N. N. nicht erscheinen. Am Dienstag wurde 107 Konflikt zu beiderseitiger Zufriedenheit er— ledigt.
Offenbach. Mit Beginn dieser Woche sind die Maurer von Offenbach und Umgegend in den Ausstand getreten. Die Forderungen der Sireikenden haben folgenden Wortlaut: J) An Stelle der bisher üblichen 11 stündigen Arbeitszeit eine solche von 10 Stunden, von 6 Uhr früh bis 6 Uhr Abends einschließlich einer halben Stunde Frühstücks⸗, einer Stunde Mit⸗ tags⸗ und einer halben Stunde Vesperpause. 2) Ein Mindestlohn von 45 Pfennigen für Maurer vom 19. Lebensjahre an, 40 Pfg. für solche unter 19 Jahren. 3) Abschaffung jeglicher Ueberstunden-, Nacht⸗ und Sonntags- arbeit, mit Ausnahme ganz dringender Fälle. 4) Für Ueberstunden in dringenden Fällen einen Lohnaufschlag von 10 Pfennigen, für Nacht— und Sonntagsarbeit nach Uebereinkunft. 5) Ab⸗ schaffung der Akkordarbeit. 6) Handhabung der bestehenden Bau-Polizeiverordnungen. 7) An Stelle der 14tägigen die wöchentliche Lohn⸗ zahlung und Auszahlung des Lohnes auf der Baustelle vor Feierabend. 8) An Samstagen um 5 Uhr nachmittags und an den Tage- vor Ostern, Pfingsten und Weihnachten um 12 Uhr mittags Feierabeud. 9) Vollständige Ausschließ⸗ ung der Kündigung. 10) Keine Maßregelung wegen Zugehörigkeit zur Organisation.— In den Ausstand eingetreten sind 524 Maurer, von denen 64 abreisten.
Nichts für die Zuchthausvorlage. Die Ausnützung der Krawalle in Herne für die Zuchthausvorlage dürfte auch Schiffbruch
leiden. Es steht fest, daß von den bisher Ver⸗ urteilten nicht ein einziger dem Verbande der deutschen Berg⸗ und Hüttenarbeiter ange⸗ hört hat. Zum Ueberfluß ist auch noch das einzige Verbandsmitglied, das wegen Beteiligung an den Unruhen angeklagt war, Stanislaus Muranti, freigesprochen worden. Es will den Rückwärtsern nun einmal mit der Be⸗ gründung der Zuchthausvorlage nicht klappen. Daß auch organisierte Arbeiter so gewissen⸗ haft gesetzlich vorgehen!
Partei⸗Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender.
Samstag, den 2. September: Gießener Wahlverein bei Orbig, Abends 9 Uhr. Tagesodnung: Ferdinand Lassalle. Redner: Stadtverordneter Orbig. Sonntag, den 3. September, pünktlich 1 uhr Mittags:
im großen Wein rich'schen Saale in
Lollar Kreis- Konferenz
für den Wahlkreis
Giesten⸗ Grünberg ⸗Nidda. Sonntag, den 10. September:
Landes- Konfereuz in Mainz. Restauration„Zur Wanz.“
Wahlkreis Friedberg⸗Büdingen. Kreis⸗ konferenz. Sonntag, den 3. September, Nachmittags 3 Uhr, findet in Friedberg in der Stadt New⸗York eine Kreiskonferenz statt. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Vertrauensmänner dringend erwünscht.
Berlin, 30. Aug. Der verantwortliche Redakteur des„Vorwärts“, Genosse August Jacobey, gegen den neulich das Herrenhaus die Klage wegen Beleidigung beschloß(siehe noch heutige Notiz: So'n Spaß!) ist heute früh, als er, vom Urlaub zurückkehrend, aus der Eisen⸗ bahn stieg, vom Herzschlag getroffen plötzlich ge⸗ storben.— Der Vorwärts widmet dem Genossen Jacobey einen warm empfundenen und wohlverdienten Nachruf. Ein gutes Andenken ist dem so plötzlich Da⸗ hingeschiedenen gesichert.
Briefkasten der Redaktion.
dl.-H. Besten Dank und herzl. Grüße.
1b.-M. Konnte unmöglich nach M. fahren. Brief in n. Tagen. Grüße.
Stammtisch. Als Wahlmann für die Landtags⸗ wahl kann nur gewählt werden, wer„an direkten Steuern mindestens den einem Normalsteuerkapital von 90 Mk. entsprechenden Betrag“ entrichtet. Allo Grund⸗, Gewerbe⸗, Kapitalrenten⸗ und Einkommensteuer müssen zusammen mindestens 90 Mk. Steuerkapital darstellen. Der geringste Steuerbetrag, der bezahlt werden muß, beträgt also pro Ziel 2 Mk. 10 Pfg. Außerdem muß der Wahlmann mindestens 25 Jahre alt und Hesse sein.
Briefkasten der Expedition.
Quittungen. M. Eckl. 3.—. Gge. Hoͤbgn. 8.40. Dbg. Alsf. 16.—. R. S. 30.—. H. E. 10.—. Wzl. Lgdf. 1.60. Sg. Hch. 2.20. Hzl. Ob.—.70. Schub. H. 10.80. Wlm. Sch. 6.80. Schmdt. G. 2.40. N. Fr. 1.80. Dth. CLgst. 4.20. Kch. Kfd. 9.20. L. Wek. 24.40. M. Ob. 4—. Schm. Hchlm. 5.—. M. G. 16.40. B. Dbg. 3.60. Kch. Nfl. 12.40. Rch. Ob. 1.00. F. Dbgn. 10.—. Grßbck. 3.—. H. Lbch.—. 20. Opf. Obg. 4.—. Gew. Ka. G. 4.—. Lg. Schtz. 6.40. Wgnr. Nhm. 4.50. Schf. Al: 2.—. M. G. 56.60. Ins. Egst. 1.—. Ins. P. G. 5.50. Hfm. Grßl. 1.—. Hzb. Verb. 2.—. Sch. Woh. 1.40. Fch. Gbg. 3.—.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 31. August. Der Reichskanzler veröffentlicht einen Erlaß, in dem den politischen Beamten, die gegen die Kanalvorlage stimmten, mitgeteilt wird, daß man noch einmal Gnade für Recht ergehen lassen und die Beamten nicht maßregeln will. Aber in Zukunft u. s. w. Auch diese sanften Ermahnungen werden auf die konservativen Landräte wenig Eindruck machen.
0. . Unterhaltungs⸗Teil.
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Gretchen am Spinnrad. (Aus Goethes„Faust“.)
Meine Ruh ist hin, Sein hoher Gang, Mein Herz ist schwer; Sein' edle Gestalt, Ich finde sie nimmer Seines Mundes Cächeln, Und nimmermehr. Seiner Augen Gewalt.
Wo ich ihn nicht hab' Und seiner Rede Ist mir das Grab, Sauberfluß,
Die ganze Welt Sein Händedruck, Ist mir vergällt. Und ach, sein Kuß!
Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr.
Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Mein armer Sinn Ist mir zerstückt.
Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr.
Nach ihm nur schau' ich Zum Fenster hinaus, Nach ihm nur geh' ich Aus dem Haus.
Mein Busen drängt Sich nach ihm hin, Ach dürft' ich fassen Und halten ihn!
Und küssen ihn So wie ich wollt', An seinen Küssen Vergehen sollt'!
Goethe. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages. Von Eleutherophilos.
(Fortsetzung).
Lieder find es vor allem, frische, volks⸗ tümliche, sangbare Lieder, in denen Goethe, wie keiner vor und nach ihm, alles, was ihn be⸗ wegte, was er erlebte in Freud und Leid, aus⸗ strömen läßt. Während seines Aufenthaltes im Elsaß klingt ihm das anspruchslose und doch so innige Volkslied entgegen, und dem Schatze der Volkspoesie entnimmt er das vielgesungene Haideröslein:„Sah ein Knab' ein Röslein stehn“. In den Schweizer Bergen erlauscht er daß herzige Verschen:„Uf'm Bergli bin ich gesässe, ha de Vögle zugeschaut. Hänt gesunge, hänt gesprunge, hänt's Nästli gebaut“ u. s. w. Wunderbar stimmungsvolle Liebeslieder ent⸗ springen seiuen zahlreichen warmen Beziehungen zu anmutigen Mädchen⸗ und Frauengestalten („Herz, mein Herz, was soll das geben?“, „Wie herrlich leuchtet mir die Natur!“,„Tage der Wonne, kommt ihr so bald?“,„Wie kommt's, daß du so traurig bist, da Alles froh erscheint?“, „Da droben auf jenem Berge, da steh' ich tausendmal“,„Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!“ u. a.) und der ächt menschlich und unbefangen gesuchte und gewährte Liebesgenuß, den der Vierzigjährige in den Armen der frischen und anmutigen Christiane Vulpius, seiner späteren Frau, fand—
„Ich ging im Walde so für mich hin,
Und nichts zu suchen, das war mein Sinn. Im Schatten sah ich ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, wie Aeuglein schön.
Ich wollt' es brechen, da sagt' es fein: Soll ich zum Welken gebrochen sein?
Ich grub's mit allen den Würzlein aus, Zum Garten trug ich's am hübschen Haus.
Und pflanzt' es wieder am stillen Ort; Nun zweigt es immer und blüht so fort.“
— begeistert ihn zu den„Römischen Elegien“, glühenden Dichtungen, die sich in der Form der altrömischen Liebespoesie anschließen. Heiter und tief genießt er das Leben beim Weine, unter frohen Genossen singt er:„Hier sind wir ver⸗ sammelt zu löblichem Thun“,„In allen guten Stunden, erhöht von Lieb und Wein“,„Mich ergreift, ich weiß nicht wie, himmlisches Be⸗ hagen“,„Ich hab' mein Sach auf Nichts ge⸗ stellt, Juchhe!“ Die Mondnacht hat es ihm an⸗ gethan: In jungen Jahren läßt er sein über⸗ seliges Herz hinfließen in himmlischen Tönen: „Füllest wieder Busch und Thal still mit Nebel⸗


