Ausgabe 
1.1.1899
 
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st and versetzt worden. Herr von Tausch ist also

keineswegs Ausnahmen.

Nr. I.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

ob die Gesinnung, welche sich in Majestätsbeleidigungen äußert, dem monarchischen Prinzip gilt, oder monarchischen Personen; und daß ein solcher Aufschluß für alle, denen die Monarchie lieb ist, sehr schätzbar wäre und nützliche Handhaben zur Herbeiführung besserer Zustände böte, das bedarf keiner näheren Ausführung. f Zwei Urteile.

In Göttingen wurde der Hauptmann Mersmann zu 500 Mark Geldstrafe ver⸗ urteilt. weil er sein früheres Dienstmädchen auf der Landstraße ins Gesicht geschlagen, gegen den Leib getreten und beleidigt hatte. In Erfurt wurde ein Dachdecker, der in Mühlhausen in Thüringen am 1. Mai eine rote Fahne auf dem Kirchturm ange⸗ bracht hatte, zu neun Monaten Gefäng⸗ nis und vier Wochen Haft verurteilt.

Herr von Tausch, der Ministerstürzer.

Kriminalkommissar von Tausch, der von dem Disziplinarrichter in erster Instanz zur Strafver⸗ setzung verurteilt wurde, ist, wie berichtet wird, durch den Spruch des Staatsministeriums mit 1½,2 der ihm zustehenden Pension in den Ru he⸗

immer noch gnädiger davongekommen, als der Postschaffner, der, wie wir jüngst gemeldet haben, vom Disziplinargericht zur Strafversetzung und Kürzung seines Gehalts um ein Viertel verurteilt wurde, weil er sich zu Sozialdemokraten an den Tisch gesetzt und seiner Sympatie für die Sozialdemoktratie Ausdruck gegeben hatte. Wer denkt da nicht an das Sprichwort von den Kleinen und Großen, von denen man die ersteren hängt, die letzteren aber laufen läßt?.

Material zur Zuchthausvorlage.

Ein Verein deutscher Tapetenfabrikanten dem die Unternehmer dieser Branche fast voll⸗ zählig angehören, und der sich mit bestimmten

Abmachungen bis 1900 festgelegt hat, setzt die stärksten Pressionsmittel gegen Kollegen fest, die seine Preis- und Verkaufsbedingungen nicht ein⸗ halten. Derselbe Verband aber, der zur Siche⸗ rung der hohen Profite in seiner Branche sich nicht scheut, jedes Mitglied zu verfehmen, das seine Beschlüsse nicht einhält, ja der über den Kreis seiner Mitglieder hinaus, jedem Händler und Lieferanten vorschreibt, wie und an wem er verkaufen darf, derselbe Verband erkennt nicht nur kein Koalitionsrecht seiner Arbeiter an, sondern setzt diese auch dann auf die schwarze Liste, wenn sieordnungsmäßig kündigen, um dadurch ihreArbeitgeber zur Erhöhung des Lohnes oder zur Abstellung offenkundiger Mißstände zu veranlassen.

So lautet z. B.§ 40 seiner Vereinbarungen: Erfolgt bei einem Mitglied des Vereins ein Streik der Arbeiter, wozu eine komplottmäßige, wenn auch sonst ordnungsmäßige Kündigung zur Erzwingung höherer Löhne oder Abschaffung mißliebiger Einrichtungen mitgerechnet wird, so darf kein dem Verein angehörender Kollege, nachdem die Angelegenheit vom Vorstand ge⸗ prüft und zur Kenntnis der Mitglieder gebracht ist, einem Streikenden innerhalb der ersten drei Monate Beschäftigung geben.

Hier kann also an einem Beispiel gezeigt werden, wie dasselbe Unternehmertum, das zur Hochhaltung seines Profites für sich das Recht in Anspruch nimmt, jede Auflehnung seiner Klassengenossen gegen seine Zwangsmaßregeln mit einer Entziehung der wirtschaftlichen Existenz zu ahnden, den Arbeitern alles Zusammenhalten zur Erringung besserer Lebensbedingungen bei Hungerstrafe verbietet, selbst wenn die Arbeiter dabei völlig gesetzmäßig verfahren und die vor⸗

geschriebenen Kündigungsfristen einhalten. Und derartige Fälle von Unternehmerterrorismus sind

Der Ehren⸗Fischer.

Neues Material bringt derVorwärts über

den bekannten Korbmacher Fischer, den Schützling der Herren v. Stumm und Genossen bei: Fischer chat, wie unseren Lesern erinnerlich, eine Broschüre ziusammengestoppelt und von dem nach Ostindien

der freikonservativen Partei, überarbeiten lassen, in der die Sozialdemokratie mausetodt verleumdet und gelogen wird. Natürlich avancierte ob dieser ehrenwerten That der Fischer sofort zum Freunde aller offenen und versteckten Rückwärtser, die aus dem Korbmacherbuchvernichtendes Material gegen die bekannten Führer der Sozialdemokratie schöpfen. Wer noch an der moralischen Quali⸗ fikation des Fischer zur Rettung des Kapitalis⸗ mus zweifelte, wird jetzt durch die Vorwärts⸗ berichte hoffentlich bekehrt werden. Der Vorwärts schreibt:Fischer ist bestraft wegen Messer⸗ stecherei, wegen Unterschlagung des Sterbegeldes für seinen verstorbenen Bruder (derselbe mußte auf Kosten der städtischen Armen⸗ pflege begraben werden, weil F das Sterbegeld für sich verbrauchte), ferner wegen Betrug und Urkunden fälfchung einem Kollegen gegenüber, wegen Hausfriedensbruchs u. s. w. So sieht derEhrenmann aus, der anständige Arbeiter beschimpft, beschimpft unter dem Beifall des Unternehmertums und seiner Preßorgane wie z. B.Post,Kreuzzeitung, Nationalzeitung,Staatsbürgerzeitung und wie sie alle heißen. Wie die Suche der kapi⸗ talistischen Reaktionäre, so sind auch die Wer⸗ treter derselben. Hoffentlich läßt es das Un⸗ ternehmertum an einer Ehrenspende für seine Kronzeugen Ehren⸗Fischer und Ehren⸗Fink, diese würdigen Vorkämpfer für Ordnung, Sitte und Religion, nicht fehlen.

Ausländisches.

Der Antisemitismus vor der französischen Kammer. Wären parlamen⸗ tarische Debatten und Resolutionen entscheidend für die Geschicke einer Parteirichtung, so hätte die Kammerdebatte vom 24. Dezember dem französischen Antisemitismus den Todesstoß ver⸗ setzt. So zerschmetternd war die parlamentarische Niederlage, die der Antisemitismus in der Person seines Oberhauptes, Eduard Drumont, erlitten hat. Immerhin zeugt es von der absoluten Aus⸗ sichtslosigkeit des Antisemitismus in Frankreich, daß selbst oder vielmehr gerade in der gegen⸗ wärtigen Kammer, die eine so feine Witterung für die augenblicklichen Strömmungen zeigt, 406 gegen 10 Stimmen den Antisemitis⸗ mus verurteilt haben. Obendrein bezeichnet die angenommene Resolution indirekt aber deutlich die Richtung Drumonts als eine klerikale Mord- und Raubdemagogie, indem die Resolution der Regierung aufgiebt, für die Achtung der Gewissensfreiheit, der Sicherheit der Personen und des Eigentums zu sorgen. Der edle Drumont scheint vom selben Holz zu sein, wie seine Gesinnungsfreunde in Deutschland. Der Ministerpräsident Dupuy setzte in der Kammer auseinander, wie Drumont ein Abgeordnetenmandat in Algier holte: Ein erheblicher Teil der Wähler Drumonts setzt sich zusammen aus Italienern und Spaniern, die kein Französisch verstehen. Der Verfechter des französischen Nationalgeistes (Drumont) wendete sich während des Wahlkampfes mit seiner Devise:Frankreich den Fran⸗ zosen, an jene Elemente in spanischen Aufrufen. Er spanisierte sogar seinen Namen inEdouardo um. Ein solcher Aufruf wurde von Dupuy zur Erheiterung der Kammer verlesen. 0

Die Rede Dupuy's wird auf Beschluß der Kammer gedruckt und in ganz Algier öffentlich angeklebt. Das ist ein in Frankreich oft ange⸗ wandtes Mittel, wichtige Kammerbeschlüsse den interessierten Volkskreisen ausführlich bekannt zu geben.

Von Nah und Fern.

Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit willtommen Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit dei Uebermittelung von Nachrichten. Wir bitten, alle zum Drug

bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.

Zum Jahreswechsel übermitteln wir hiermit unseren verehrlichen Lesern und Korrespondenten die

Besten Glückwünsche! Möge das Jahr 1899 allen unseren Ge⸗

ausgeflogenen Redakteur Fink, dem Sekretär

sinnungsgenossen ein glückbringendes sein.

Freilich, an schweren Kämpfen wirds im

neuen Jahre keinem der Unseren fehlen. Ge⸗ witterschwüle herrscht in deutschen Landen. Ueber⸗ mütiger denn je erheben die Dunkelmänner das Haupt. Das freie Wort i st geknebelt. Mit eisengepanzerter Faust wird jede freie Regung des vorwärtsdrängenden Volkes zu unterdrücken versucht. Das neue Jahr beginnt im Zeichen des Zuchthauskurses.

Leicht ist der Kampf, den das Proletariat zu führen hat, nicht. Leicht wird auch im neuen Jahre die Aufgabe der Unterzeichneten nicht sein. Durch das Vertrauen unserer Parteigenossen in die vordersten Kampfreihen gerufen, ist unsere Stellung eine doppelt schwierige und gefahrvolle. Aber unerschrocken und kampflustiger denn je werden wir nach besten Kräften unsere Schuldig⸗ keit thun, wenn uns die alten Anhänger die Treue bewahren und neue Anhänger werben helfen. Wir wissen, daß sie es thun werden. Sozialdemokraten kennen ihre Pflichten und erfüllen sie auch. Und froh⸗ gemut gehen wir denn in das neue Jahr hinein. Komme, was da will, wir sind des Sieges gewiß!

Fesselt die Erde in zwängende Schranken!

Greift der Zeit in das rollende Rad!

Bindet die Flügel der kühnen Gedanken,

Haltet die Menschheit auf strebendem Pfad!

Thörichter Blödsinn spricht: Erde, beweg' dich nicht Nimmermehr zwingt ihr sie, stille zu stehen! Vorwärts und vorwärts wird ewig sie gehen! Hindert und hemmet noch: Und sie bewegt sich doch!

Ja, hemmen kann uns die Reaktion, aber den endgültigen Sieg kann sie uns nicht ent⸗ reißen. An's Werk, Genossen! Der Kampfruf bleibt der alte:

Vorwärts! Für Freiheit, Gleich⸗ heit und Brüderlichkeit! Die Redaktion der M. S.⸗Ztg.

Sind Arbeiter Schlammbeißer?

* Das Offenbacher Denunzierblatt des Abgeordneten Köhler schreibt in seinen Be⸗ trachtungen über das Notariatsgesetz u. A.:

... Wenn für großstädtische Schlamm beißer ein Kreuzer Brückengeld ge spart werden doll, da schreit nan Zeder und Mordio, aber für den Kern des Volkes rührt so ein Sozialdemokrat keinen Finger, alldieweil ja die Vorlage es mit der Sicherheit des Eigentums zu thun habe, und dadurch, wie der rote Regierungsvertreter Ulrich meinte, nur auf beschränkte Kreise angewiesen sei.

Aus diesen Zeilen leuchtet die ganze antise⸗ mitische Unverschämtheit und Geme, heit heraus. Die Arbeiter nennt das nunzierblatt schlankweg Schlammbeißer! Für unsere vielen auswärtigen Leser, die die Bedeu⸗ tung dieses Wortes nicht kennen, sei zur Er⸗ läuterung angeführt, daß man in Hessen die verkommensten Subjekte als Schlamm⸗ beißer bezeichnet. Was ists nun mitdem Kreuzer Brückengeld? Unsere Genossen hatten im Land⸗ tag den Antrag gestellt, alle in einem Lohn⸗ oder Arbeitsverhältnis stehenden Leute, die, um an ihren Arbeitsplatz gelangen zu können, eine Brücke passieren müssen, von den Brückengeld zu befreien. Dieses Brückengeld beläuft sich z. B. für Mainzer Arbeiter, die in Kastel arbeiten oder auch umgekehrt jährlich bis auf annähernd 20 Mark! Daß diese unge⸗ rechte Extrabesteuerung der Arbeiter fallen soll, ist doch nicht mehr als recht und billig. Aber sobald auch nur das geringste für die Arbeiter verlangt wird, sind die antise⸗ mitischen Volksfreunde nicht zu haben. Wer erinnert sich nicht, daß dieselbe Volks⸗ wacht im abgelaufenen Jahre auch gegen die billigen Arbeiterfahrkarten losgedonnert hatll! Und nun kommen die Handlanger der preußischen Junker gar und beschimpfen die Arbeiter; nennen sie Schlammbeißer! Die Schimpftalente und die Niedrigkeit der Gesinnung können bei de Antisemitenführern nur noch durch unbegrenzt Dummheit übertroffen werden. Weil die

Sozialdemokraten, die im hessischen Landtag sitzen, einsahen, daß ein Reichsgesetz nicht durch