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Nr. 34.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
der Eintönigkeit ihres Lebens sie der Bäume und Blumen, des Frühlings und Herbstes über⸗ drüsstg wurden, daß das Brausen des Meeres ihr Gehör ermüdete, der Vogelgesang ihnen unangenehm erschien; aber die Talente des alten Priors brauchten ste, wie Brot, jeden Tag.
Viele Jahre verstrichen, und immer glich ein Tag dem anderen, eine Nacht der anderen. Außer wilden Vögeln und Tieren gewahrte man niemand in der Nähe des Klosters. Die nächste menschliche Wohnung war weit, und um ste zu erreichen oder von ihr nach dem Kloster zu kommen, mußte man durch eine hundertmeilige Wüste wandern. Diese Wande⸗ 51 5 zu unternehmen, wagten nur Meuschen, die das Leben verachteten, ihm entsagten und ins Kloster, wie ins Grab, gingen.
Wie groß war also die Verwunderung der Mönche, als einmal, spät in der Nacht, an ihren Toren ein Mensch anklopfte, ein Städter und noch dazu ein gewöhnlicher Sterblicher, der das Leben recht gern hatte! Noch ehe er den Prior um Segen gebeten und selbst gebetet hatte, forderte dieser Mensch Wein und Essen. Auf die Frage, wie er von der Stadt bis ins Kloster gekommen ist, brachte er eine lange Jägergeschichte vor: Ging auf die Jagd, hab zu viel getrunken und hab mich verirrt. Auf den Vorschlag, Mönch zu werden und seine Seele vor Verderbnis zu retten, antwortete er lächelnd:„Ich passe nicht zu euch“.
Nachdem er sich satt gegessen und getrunken hatte, sah er die Mönche, die ihn bedienten, an, schüttelte vorwurfsvoll den Kopf und sagte:
„Nichts tut ihr, ihr Mönchsbrüder. Nur das Essen und Trinken versteht ihr. Kann man denn so seine Seele vor Verderbnis retten? Denkt doch einmal, daß, während ihr hier ruhig sitzt, eßt und trinkt und vom Paradies träumt, eure Nächsten verderben und in die Hölle gehen. Seht doch einmal an, was stch in der Stadt tut! Die einen sterben vor Hunger, die anderen wissen nicht, was mit ihrem Golde anzufangen, 955 unter in Sünde, wie Fliegen im Honig.
ie Menschen haben keinen Glauben, kein Ge⸗ fühl für Gerechtigkeit. Weß Sache ist es, ste zu retten? Weß Sache ist es, ihnen zu predigen? Doch nicht ich kanns tun, armer Sünder, der von früh bis Abend berauscht ist? Hat denn Gott euren ergebenen Geist, euer liebendes Herz und euren Glauben euch nur dazu gegeben, ihr sollt hier in den vier Wänden sitzen und faulenzen?“
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Der Prior erblaßte und sprach zu seinen Mönchen:
„Brüder! Er hat doch recht! Die armen Menschen, die Unwissenden und Schwachen, verderben in Laster und Unglaube, und wir sitzen hier, als ob es uns gar nichts anginge! Warum sollte ich nicht hingehen und sie an Christus, den ste vergessen, erinnern?“
Von den Worten des Städters hingerissen, nahm der Greis schon am folgenden Tage seinen Stab, verabschiedete sich von seinen Kloster⸗ brüdern und wanderte in die Stadt. Und die Mönche blieben ohne Mustk, ohne seine Reden, ohne seine Verse.
(Schluß folgt.)
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Splitter.
Der Anfang der Erziehung fällt schon in jenen Augenblick, wo das Kind ans Licht und mit der umgebenden Welt in Berührung tritt, und wo die Liebe pflegend und leitend auf das⸗ selbe wirken kann.
Demeter. **
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Alle Moral muß aus der Fülle des Herzens kommen, von der der Mund übergehet; man muß ebenso wenig lange darauf zu denken, als damit zu prahlen scheinen.
Lesfing.
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Wer eine Lüge sagt, ist sich nicht bewußt, welche große Aufgabe er damit unternimmt; um diese eine Lüge aufrecht zu erhalten, wird er gezwungen, zwanzig zu erfinden. 5
ope.
Humoristisches.
Ach so! Lehrer:„Schreibe einmal an die Tafel Ich liefere hunderttausend Kaki's! Aber schreib's schön, sonst kommst Du nicht wieder dran!“ Der kleine Tippelskirch:„Auf's Schönschreiben kommt's nicht an! Ich schmiere lieber!“
Am Fluß. Städter(der angeln will, zum Einheimischen):„Wo ist denn hier wohl eine günstige Stelle zum Fischen?“„G'rad' wo Sie stehen; da können Sie am besten sehen, wann der Gendarm kommt!“
Ein besorgter Gatte. Herr(zum Arzt, der eben in seiner Stammkneipe Skat spielt):„Um Gottes willen, Herr Doktor, meine Frau stirbt; kommen
Sie doch sofort hin— lange!“(Meggend. Bl.) Aus der Schule. Lehrer: Ihr habt nun gehört, welch' fürchterliche Folgen der unmäßige Genuß von Alkohol nach sich zieht. Nun sage mir mal, Wilhelm, was geschieht mit solchen Leuten, die schon in ihren jungen Jahren, anstatt sich würdig für's Leben vorzubereiten, fortgesetzt dem Alkohol fröhnen? Wilhelm(Sohn eines Geheimrates): Sie kriegen das Delirium, machen schließlich ihr Examen und treten daan in den Kolonialdienst.(W. Jak.) Die Antisemiten behaupten, daß nur Rothschild den Krieg erklären kann. Deshalb müssen sie gegen den Krieg sein, da er ja nur mit Judengeld geführt wird
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Partei-Nachrichten.
Die sozialdemokratische Jugendorgani⸗ sation hält im Anschluß an den Parteitag ihre erste Generalversammlung ab. Sie beginnt am Sonn⸗ tag, den 30. September, vormittags 8 Uhr in Mann⸗ heim im Lokale„Karl Theodor“. Als Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Geschäftsbericht; 2. der deutsche Partet⸗ tag und die Jugendbewegung; 3. die kapitalistische Aus⸗ beutung der Jugend; 4. Jugend und Alkohol; 5. Milt⸗ tarismus; 6. Beratung der Anträge; 7. Wahl des Vorstandes und des Ortes, an dem die nächste General⸗ versammlung stattfinden soll.
„Die neuen Reichssteuern, wie sie wurden unb was sie bedeuten“, betitelt sich eine im Verlage des Vorwärts erschienene, von Eduard Bernstein ver⸗ faßte Broschüre. Am 19. Mat 1906 hat der Deutsche Reichstag ein Steuergesetz beschlossen, durch welches die Steuersast des deutschen Volkes nach Schätzung der Väter des Gesetzes um mindestens 200 Millionen Mark jähr⸗ lich gesteigert wird, Der volkswirtschaftliche Charakter dieses Gesetzes, die Natur der einzelnen dieser Steuern, sowie die Art, wie dieses Stück Gesetzgebung zustande kam, bildet ein für die gegenwärtigen politischen Zustände in Deutschland und die im Deutschen Reichstage maß⸗ gebenden Parteien im höchsten Grade bezeichnendes Kapitel. Es der Arbeiterschaft Deutschlands in gemein⸗ verständlicher Form vorzuführen, ist der Zweck dieser Broschüre, die mit einem Kapitel über agrarisch⸗kapita⸗ listische und sozialdemokratische Steuerpolitik schließt. Sie wird allen Parteigenossen zur Belehrung dringend empfohlen! Der Preis beträgt 30 Pfg. Eine Agita⸗ tionsausgabe wird zu billigerem Preise geliefert.
Für den Wahlkreis Worms⸗ Heppenheim stellten unsere Parteigenossen den Arbeitersekretär Engel⸗ mann als Reichstagskandidaten auf.
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