1 Nr. 34. 5 Gießen, den 26. August 1906. 13. Jahrgang.
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1 Zur Tätigkeit des Landtags so⸗ schaftsordnung ist„gemacht“ worden, aber nicht
Unser Landesparteitag. 25 zu 11 Lan 6 tag 15 ahlen We 1 55 ar wenge e ist bat Er⸗
9 iesen Samstag kommen die Vertreter der] falls manches zu sagen sein. Mit der Tätigkeit gebnis unzähliger men er Einzelaktionen,
1 hessichen nenen 15 ihrer alljährlichen, unserer Parteigenossen im Landtage— ihren nicht aber das Ergebnis einer einheitlich be⸗
f ratung,„Landeskon⸗ Bericht können wir erst in heutiger Nummer][wußten Gesamtaktion. Wer ein kapita⸗ 8 5 105 Mühlheim d. i nba bringen— können wir zufrieden sein und der listisches Unternehmen begründete, handelte be⸗ Für die Angehörigen der Partei innerhalb der Landesparteitag wird ihnen diese Anerkennung] wußt um seines Vorteils willen; wer, aus dem rot⸗weißen Grenzpfähle ist dieser Landesparteitag nicht versagen. Doch haben sich bei den letzten] selbständigen Handwerk verdrängt, Arbeit beim von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wenn Wahlen verschiedentlich Mängel gezeigt, die wir J Kapitalisten suchte, handelte bewußt um seiner auch keine großen allgemeinen Fragen auf zu beseitigen bestrebt sein müssen. Erhaltung willen. Aber die Masse der Einzel⸗ feiner Tagesordnung stehen, sondern nur Partei⸗ Hoffentlich bringt auch unser diesjähriger][wesen, aus deren Verhalten allmählich jene Ge fragen und Angelegenheiten im engeren Sinne Landesparteitag unsere Sache im Hessenlande sellschaftsordnug entstand, die wir heute, da sie . verhandelt werden. Darüber hinaus greifen ein gutes Stück vorwärts und fördert damit ausgereift vor uns steht, die kapitalistische nennen, l. nur die beiden Punkte über den Parteitag und] die deutsche Gesamtpartei und die Sache des hatte weder das Bewußtsein noch die Absicht,
1 die Kommunalwahlen; besonders bei ersterem arbeitenden Volkes. Immer vorwärts! diesen Gesellschaftszustand herbeizuführen.
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7 1 di e Differen it zur Erörtern„J sei auch in Hessen unsere Parole; und damit] Wählen wir ein unserer Erfahrung noch 5 „ lungen die in der Parte über einzelne Fragen begrüßen wir herzlicht die Vertreter der hel. näherliegendes Beispel.) Einige dapitalssische f * bestehen. Dazu gehört in erster Linte die Frage sischen Sozialdemokraten, und wünschen ihren Unternehmer, die unter der gegenseitigen Kon⸗ 1 4 des Mafsenstreiks, über die in der letzten Beratungen besten Erfolg! kurrenz schwer leiden, kommen auf den Gedanken, 1. 4 Zeit viel geschrieben wurde. Dabei hat sich ge⸗ 15 6 un l Be 1155 afen fol. 0 5 1 2 en verkaufen soll. 5 0 0 augetnanbergchen und es muß volle Klachet Grundbegriffe der Politik“). iim luberproduktion zu vermemden, besimmen 1 5 geschaffen werden. Mir brauchen vor allen V. 9 1 e da ihnen 1 sol. di W 1 6. 9 saheltlichkeit und ö 5 e on Waren erzeugen soll, die dem bis⸗ 7 10 en keposthenden Kümpfen gersseet an sen, Evolution u eren e Nelorn heulgen Stande seines Umernhmens enthpucht. 9 zu den f pfen gerüstet zu sein, und Revolution. 9 8 f N wir dürfen die Zeit nicht mit inneren Streitig⸗ j 4 Fro duttiunsvermehrungen sollen nur auf geger⸗ N keiten vertrödeln. In diesem Sinne wird wohl Die Geschichte ist die Erzählung mensch⸗ seitiges Uebereinkommen vorgenommen werden. 1 auch die Landeskonferenz ihrer Meinung Aus⸗ licher Taten. Der Mensch, als das einzige So entsteht das Kartell aus rein privatwirt⸗ ö ddr geben. denkende und bewußt haadelnde Wesen der uns schaftlichen Gründen zum Vorteil der Beteiligten. 18 Wichtig und notwendig ist auch eine Aus⸗ bekannten Welt, ist der Gegenstand ihrer Betrach-] Es hat Erfolg, findet Nachahmung, und so 5 1 eee e e den Kommunal- tung. Der jeweilige Zustand der Gesellschaft sehen wir allmählich das Kartellwesen entstehen, 1 8— wahlen. In dieser Beziehung liegt es noch vieler⸗ menschliches Krätze, körstelicher und 1 tif ele 5 onde 1 0 0. b e 0 tiefgreifender Weise verändert. ü ö ber 9. er digen Punkt e nur durch das Fortschreiten jener können Ge⸗ 5015 einem kurtelierten Ugternehnen dane 8 len Aufklärung und Anregung geben de Wg 1 9 1 11 1910 1 1 1 5 ende 1. 5„ wußtsein, die kapitalistisch lschafts 0 Zu den Berichten der Partelleitung und der Entwickelung diefortschrettende Ver⸗ 10 e höhere bie ber Segen
Landtagsfraktion, die ja in der Hauptsache be-] änderung gesellschaftlicher Zustände ür! st. reits veröffentlicht sind, wird nicht viel zu sagen unter Ab t b on bew 1 1 0 5 125 79 1 1 7 Mächsliegende ges u. sein. Erfreulicherweise konstatieren sie wiederum J 1 69 zgesehen, fein. Er liche Handlung verstehen, so besteht zu. die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Situation eine Steigerung unserer Mitgliederzahl und Er. nächst kein anderer Unterschted zwischen Evolutton] und hat nichts anderes gewollt als seinen Vor⸗ ö starkung unserer Organisatton. Die Freude und Aktion als der, daß die Aktion das Ein- teil. Dennoch ist sein Handeln zur mitwirkenden darüber wird allerdings durch die unerfreuliche] zelne, Besoudere, die Evolution aber das all- Ursache einer gesellschaftlichen Umwälzung ge⸗ 0 Tatsache stark beeinträchtigt, daß in einigen] gemeine ist. Jede Evolution ist das Ergebnis worden. Das ist die Evolution, die Entwicklung 0 Bezirken Hessens es mit unserer Parteibewegung menschlichen Handelns, menschlicher Aktionen. das„Hineinwachsen“.. 5 kekccht trübe aussieht und wenig oder gar keine] Der einzelne Mensch steht den allgemeinen 0 f Fiortschritte zu verzeichnen sind. Hier Besserung menschlichen Zuständen, in die er hineingeboren]. Unter gesellschaftlicher Evolution zu schaffen, gehört mit zu den Aufgaben der ist, vorerst wie einem Naturereignis gegenüber. verstehen wir also die Kette der allmählichen Landes konferenz. 5 Er kann sie weder als Ganzes übersehen, noch Veränderungen, die dadurch entstehen, daß . Nur über die Preßfrage dürften sich] nach seinem Gutdünken verändern, sondern er sich die einzelnen Personen in einer sich all⸗ 1 umfangreichere Debatten entspinnen. Von ver⸗ Jmuß sich mit ihnen abfinden, sich an sie an⸗ mählich veränderten Art und Weise an die be⸗ schiedenen Seiten ist der Vorschlag gemacht passen. Noch heute ist die Masse der lebenden i 2 worden, die hessischen Parteiblätter mit samt Menschen von der klaren Erkenntnis der sie stehenden Zustände anzupassen versuchen— mit dem Frankfurter zu einem„Zentralblatt“ zu] umgebenden Gesellschaft weit entfernt, und ihre] dem schließlichen, zunächst unbewußten und un⸗ verschmelzen. Wir wissen nicht, wie die Antrag: Täligkeit ist zum allergrößten Teile, wenn nicht] gewollten, Erfolge, daß die gesellschaftlichen fsteller sich die Verwirklichung ihres Vorschlags gar ausschließlich, darauf gerichtet, sich in jene] Zustände selbst, als Ganzes genommen, eine denken, wir halten ihn einfach für undurch. Verhältnisse, die sie unmittelbar umgeben, soVeränderun 3 55 flührbar, sogar für undiskutabel. Wie gut als möglich„hineinzufinden“. Dieser Pro⸗ 9 1 0 kürzlich schon bemerkt, handelt es sich hier um zeß der Anpassung, der sich seit Jahrtausenden Hingegen verstehen wir unter Aktton— einen alten Gedanken, der aber schon vor einem milliardeufach vollzteht, bewirkt eine allmähliche, die Aktion als politischer Begriff genommen— g Jahrzehnt als unzweckmäßig verworfen wurde zunächst außerhalb des menschlichen Bewußtseins ein bewußtes plaumätziges Handeln, i und der in seiner Durchführung— wenn man bor sich gehende Veränderung der gesellschaft⸗ das die Veränderung staatlicher oder ssie wirklich versuchen wollte— für unsere lichen Zustände. gesellschaftlicher Zustände zum Ziele Preßverhältnisse einen verheerenden Rückschlag Die bestehende kapitalistische Gesellschaftsord⸗][hat. Die Evolution geht vom vielfach Be⸗ 1 bedeuten würde. Wir halten es für gänzlich nung z. B. ist keineswegs dadurch entstanden, sonderen zum einheitlich Allgemeinen, die Aktion ausgeschlossen, daß die Landeskonferenz darauf daß sich die Menschen etwa gesagt hätten: vom einheitlich Allgemeinen zum vielfach Be⸗ ckeingeht. Viel eher wäre die Frage zu erwägen,„Wir sind der alten Gesellschaftsordnung müde, sonderen. Die Evolution ist eine unendliche ob man nicht, wie das in andern Teilen Deutsch⸗ und wollen nun eine neue, die kapitalistische Kette von Ursachen und Wirkungen, die Aktion lands der 1 85 ist, ein Wochenblatt für] machen.“ Allerdings: die kapitalistische Gesell⸗ Rist zeitlich begrenztes zweckbewußtes Handeln.
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N das ganze Land schaffen sollte, ein Agitatlons⸗ 2 Die Evolution unterliegt nicht den Urteilen 15 organ, zu dem die Mitteldeutsche Sonntags⸗) Siehe den betr. Artikel in Nr. 28, 29, 30, 31 der Vernunft oder Moral, nicht sie selbst, sondern Zeitung leicht umgestaltet werden könnte. 32 und 33 der M. S.⸗Ztg. nur die Milliarden menschlicher Handlungen,
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