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Nr. 33.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
Formen an. Sie steht sich während einer Straßen⸗ demonstration. Ein ungeheurer dunkler Menschen⸗ zug füllt einen breiten Platz. Kein Laut wird hörbar. Bange, schwüle Erwartung auf fahlen Gesichtern. Langsam entfaltet sich eine mächtige rote Fahne und strebt wie ein blutiger Protest zum sorglos lächelnden Himmel emporr. Da erklingen Hufschläge. Die Kosaken— die Ko⸗ saken—— Näher und näher klingt das Pferde⸗ getrappel. Von allen Seiten tauchen die ver⸗ haßten Gestalten auf. In halbliegender Stellung, den Kopf an den Hals des Pferdes gelehnt, gleichsam als wären sie mit ihnen verwachsen, saust die wilde Schar heran, umzingelt die wehrlose Menge. Ein kurzer Befehl ertönt: die Nagaika saust durch die Luft... ein ein⸗ ziger mächtiger Schrei, in dem sich tierische Wut und ohnmächtiger Schmerz mischen, und unter den Hufen der Pferde wälzen sich blutige Menschenkörper.——
Kalter Schweiß bedeckt ihre Stirn. Halbe Bewußtlostigkeit umfängt sie. Da weckt ste ein rasselndes Geräusch. Der Gefängniswärter be⸗ tritt mit einer Blendlaterne ihre Zelle, schweigend stellt er einen mit Wasser gefüllten Krug hin, legt ein Stück Schwarzbrot daneben, und ehe sie noch Zeit hat, eine Frage an ihn zu richten, fällt die Tür hinter ihm ins Schloß. Sie ist wieder allein. Gierig setzt ste den Krug au den Mund und löscht ihren Durst. Dann befeuchtet sie ihr Taschentuch mit dem kalten Wasser und legt es an die heiße Stirn. Gestärkt und gekräftigt
erhebt sie sich und singt mit dem Aufgebot ihrer ganzen Kraft:
Schmiedet uns in eiserne Ketten,
Wie wilde Tiere uns reißt,
Ihr könnt unsern Körper nur töten
Aber nicht den heiligen Geist.
Tyrannen ihr könnt uns ermorden,
Neue Kämpfer wird bringen die Zeit,
Wir kämpfen und streiten so lange,
Bis die Menschheit wird endlich befreit!
Befreit!— hallt das dumpfe Echo wider. 1 N feiert die in Kerkernacht Gefangene ihren
Mai.
Beim nächsten Jourwechsel fand sie der Aufseher bewußtlos am Boden uledergestreckt. Er erstattete Rapport. Sie wurde in ihre Zelle hinaufgetragen, und erst nach längeren ange⸗ strengten Bemühungen gelang es dem Gefängnis⸗ arzt, sie ins Bewußtsein zurückzurufen.
Beim nächsten Transport führte sie ein langer, trostloser Weg in die Eisfelder Sibiriens.
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Humoristisches
Im Eifer. Richter:„Es wird Ihnen zur Last gelegt, daß Sie bei der Rauferei dem Kläger das linke Ohr zur Hälfte abgebissen haben!“ Ange⸗ klagter:„Das dürfen S' ja nicht glauben, Herr
Richter! Der Hias ist ein schlechter Mensch— das hat er sich g'wiß selber ab'bissen!“
Ein Unterschied. Leutnant: Olschansky, was bist du in Zivil? Olschangsky: Zu Befell, Herr Leutnant! Bin ich glückliches Mensch.(Wahr. Jak.)
Die Fürstin Wrede
oder Ein rührender Zug der preußischen Rechtspflege. Der Tatbestand ist solchermaßen: Wir haben erst die Fürstin Wrede, Dann den Gemahl, den Diener Glasen, Von diesen dreien ist die Rede.
Gestohlen haben Hochgeboren
Frau Fürstin Wrede. Dieses Faktum Ging im Prozesse nicht verloren,
Und gilt noch heute als intactum.
Auf den Objekten der Vergehen
Aß der Gemahl. Aus welchem Grunde Das Monogramm er nicht gesehen, Erhellt nicht aus dem Tatbefunde.
Der Diener Glase ist der dritte,
Der äußerst unbeliebt sich machte, Indem er gegen alle Sitte
Den Saustall in die Zeitung brachte.
Dies alles war dem Landgerichte Zur Urteilsfällung unterbreitet.
Es hat auch die Skandalgeschichte Schon in die rechte Bahn geleitet.
Die Fürstin fiel in Wahnsinnsnächte, Der Fürst braucht einfach nischt zu wissen, Doch den Gemeinsten aller Knechte Hat man sofort ins Loch geschmissen. (Von Schlemihl im Simplieissimus.)
HAusberkduf in Oberhes. leider Goar in Zlurburg.
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Das Geschäft hält jährlich einen, höchstens zwei Ausverkäufe und bietet dann, wie bekannt, stets Ausser gewöhnliches
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Wo kehren wir ein? „Im sehwarzen Wallfiseh!““
Da gibt es gute Speisen und
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