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Nr. 35.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung
Seite 7.
seidenes, golddurchwirktes Gewand fiel in Falten von ihren Schultern, aber ihre Schönheit wollte sich nicht unter dem Gewande verbergen, sondern quoll begierig hervor aus den Falten, wie das junge Grün im Frühling aus den Knospen hervorquillt. Das freche Weib trank Wein, sang Lieder und gab sich jedem hin, der es nur wollte.
Weiter beschrieb der Greis mit wachsender Empörung die Pferderennen, die Stierkämpfe, die Theater, die Ateliers der Künstler, wo sie nackte Weiber malen und aus Stein meißeln. Er sprach begeistert, schön und mit tönender Stimme, als ob unsichtbare Saiten klängen, und die Mönche lauschten, wie versteinert, seinen Reden und atmeten kaum vor Entzücken Als er nun alle Reize des Teufels, alle Schön⸗ heit des Lasters, alle verführerische Anmut des abscheulichen Frauenleibs beschrieben, verfluchte der Greis den Teufel, kehrte sich um und ver⸗ schwand hinter der Türe.
Als er am anderen Morgen aus seiner Klause heraustrat, war im ganzen Kloster kein einziger Mönch mehr da. Sie waren alle nach der Stadt geflohen.
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Splitter.
Nicht der schöne Aermel, sondern der starke Arm schlägt den Feind. *
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Die Kultur soll den Menschen in Freiheit setzen und ihm dazu behilflich sein, seinen ganzen Begriff zu erfüllen. Sie soll ihn also fähig machen, seinen Willen zu behaupten; denn der Mensch ist das Wesen, welches will. 91 Schiller.
Jumor islisches
Ein kleiner Irrtum. Ein eigenartiges Miß⸗ geschick hat kürzlich, so erzählt ein Leser der„Tägl. Rundschau“, einen übereifriger Regierungsbeamten ereilt. War da in einem rheinischen großen Industrieorte be⸗ hördlicherseits eine Kesselrevision angesetzt. Bei der Untersuchung stellte einer der besichtigenden Ingenieure fest, daß ein großer Kessel noch keinen festgewordenen Niederschlag, den sogenannten Kesselstein, aufwies. Er berichtete dementsprechend an seine Behörde:„Kessel⸗ stein war nicht vorhanden.“ Nicht wenig erstaunt und erheitert war jedoch die Direktion der betreffenden Fabrik, als ihre wenige Tage darauf ein amtliches Schriftstück zuging, das die Aufforderung enthielt:„Fehlender Kesselstein ist binnen acht Tagen zu beschaffen!
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Die Sozialdemokratie und die katholische Kirche. Von Karl Kautsky. Dieser, vor einigen Jahren herausgegebene Sonderabdruck aus der„Neuen Zeit“ ist soeben in einer zweiten, vom Verfasser neu durchgesehenen Auflage, im Verlag der Buchhandlung Vorwärts in Berlin, erschienen. Veranlaßt wurde Kautsky zu dieser Schrift durch den„Kulturkampf“ in Frankreich, der für unsere französiche Bruderpartei von hervorkagender Bedeutung war. Die Frage gewinnt auch für Deutschland steigendes Interesse, seitdem das Zentrum seinen Einfluß bei der katholischen Kirche be⸗ nutzt gegen unsere Partei mobil zu machen, zugleich aber auch die Macht der Kirche ausspielt, um der Re⸗ gierung seinen Willen aufzudrücken. Kautsky untersucht in seiner Arbeit den Zusammenhang zwischen Relitgon und Klerus, sowie die Stellung der Bourgoisie und die des Proletariats zur Kirche. Er gibt eine Darstellung
der ökonomischen und politischen Grundlagen der katholischen
Kirche und der prinzipiellen und taktischen Stellung der Sozialdemokratie zu dieser. Die Broschüre, die von allen Partei⸗Buchhandlungen bezogen werden kaan, kostet 30 Pfennig.
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