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Nr. 26.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
buche und dem Pfarrer, der es ihr geschenkt hatte, in die Brennesseln wünschte.
Aber das tat der, den ihr das Schicksal zum liebhaben bestimmt hatte, nicht einmal in Gedanken, denn die kluge Muhme samt ihrem Legendenbuche war ihm höchst gleichgültig, und die grauen Schelmenaugen des Bäschens waren ihm tausendmal lieber als der alten Muhme Legendenbuch und Heiligenbilder.
Er hatte überhaupt so eine eigene Art.
Als er von den Soldaten gekommen war und sah, daß die Lene immer noch mit keinem ging, da machte er sich einfach an sie heran, und ob sie ihn anfangs auch genau wie die andern behandelte, mit der Zeit erhielt er doch gewisse Vorrechte.
Und wo eiamal Vorrechte sind, kommt bald noch mehr nach.
Es kam.
Mit der Liebe ist das bei jungen Menschen immer so. f
Der Bursche ist stürmisch und das Mädchen ist zurückhaltend. Wenn er dann meint, er müsse sanfter sein, dann wird das Mädchen stürmisch, denn sie haben sich ja lieb, und die Liebe strömt vom Herzen in das Blut und macht die Adern sieden und das Hirn brennen und läßt nicht nach, bis sie alles gewonnen hat.
Lene und Jakob waren bald gute Freunde und allmählich wurde ihr Widerspruch weniger heftig, wenn man sie Brautleute nannte.
Abends plauderten sie zusammen oder gingen ein Stück ins Feld; Sonntags machten ste es ebenso und so bildete sich dann allmählich eine innige Verwandtschaft zwischen ihnen aus, wie ste eigentlich zwischen Brautleuten immer sein
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Lene sang tagsüber lauter als früher und war fleißiger als je, aber sie schlief auch nicht mehr traumlos. Sie wachte auch nicht mehr so gern lang vor Tag und Tau auf wie früher, denn es war ja solang bis Abend, wo er kam und mit ihr plauderte oder die Dorfstraße ent⸗ lang ein Stück Wegs ins Feld mit ihr schlenderte.
So war es im Frühjahr gewesen und im Sommer auch, und als nun der Spätsommer kam und die Altweiberfäden sich um die Hecken spannen, da war es ebenso. An einem Abend, als ste an der Hecke standen, die den Pfarxr⸗ garten von dem Gefeld trennte, legte sie ihre gebräunten Arme weinend um seinen Hals und er zog ste an sich und sie küßten sich lang und tief.
Der Vorhang im Arbeitszin mer des Pfarrers bewegte sich leise.
Bei dem Abendessen sagte der greise Geist⸗ liche, ein tüchtiger, rechtschaffener Mann, zu seinem Bruder, der Lehrer in der Stadt war, daß es doch noch viel Liebe und viel Gutes in der Welt gäbe, wovon die Seelsorger nur durch ihre Bücher wüßten, und daß ein echtes, rechtes Liebespaar wie ein schönes Märchen sei.
Aber der Lehrer hatte einen großen Marsch über die Berge gemacht und sein Hunger war größer, als die Teilnahme an des Bruders Rede, und so gab er nur mit leisem Kopfnicken seine Zustimmung.
Seit jenem Abend ließen sich Lene und Jakob gern und lächelnd Brautleute nennen, denn ste hatten alles regelrecht durchgesprochen und über das Jahr, wenn die Frucht herein war, sollte die Hochzeit sein. Der Jakob hatte ein bischen Geld von Hause aus und ihre Arbeitsfreudig⸗ keit war eine bessere Aussteuer als ein Sack voll Gold.
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Das alles und noch viel mehr hatten ste reiflich überlegt und übersprochen und so war denn kein Hindernis mehr zu einem regelrechten Hochzeitsfest.
In der Nacht hatte die Leue kaum schlafen können vor lauter Freude und Glück und am anderen Morgen war sie recht müde. Dennoch tat sie ihre Arbeit geradeso sorglich wie sonst und war froh und heiter.
(Schluß folgt.)
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Geschichtskalender.
1. Juli. 1896 Schlußabstimmung im Reichslage über das bürgerliche Gesetzbuch. 1885 Lieske in Frank⸗ furt wegen angeblicher Ermordung des Polizeirats Rumpf zum Tode verurteilt.
2. 1820 Revolution in Neapel. 1724 F. G. Klop⸗ stock, hervorragender Dichter,“
3. 1889 Wilh. Hasenclever, soz. Reichstags⸗ abgeordneter, f. 1778 Jean Jaques Rousseau,.
4. 1905 Bauernaufstand in Rußland. 1872 Je⸗ suitenausweisung aus Dutschland. 1792 Massenaufgebot in Frankreich(„Das Vaterland ist in Gefahr“)
5. 1905 Bülow verbietet Jaures in Berlin zu reden.
6. 1900 Wilh. II. bietet 1000 Taels Belohnung für jeden aus dem aufständischen Peking befreiten Deut⸗ schen. 1535 Thomas Morus, utop. Sozialist, in London hingerichtet. 1415 Joh. Huß in Konstanz als Ketzer verbrannt.
7. 1866 Diesterweg, Pädagog, f. mann, Komponist,*.
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