Ausgabe 
30.4.1905
 
Einzelbild herunterladen

11 .

2

Nr. 18.

Gießen, den 30. April 1905.

Mitteldeutsche

Sünntags⸗Zeitung

Abonnementspreis: Bestellungen 1 FJuserate

Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Aus träger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Diurch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch Druckerei, Ludwigstr. 30, jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 5107) 33½5% und bei mindestens 22 mal. Aufgabe 50% Rabatt.

PFC

12. Jahrgang.

Nebaktiensschluz: Donnerstag Nachmittag 4 Uhr.

5 Redaktion: 0

1

ö

Kirchenplatz 11. Schloßgasse.

e

4 r e

rbeiter⸗Illailied.

N ndlich sind des Winters plagen Das in eisger Nächte Grauen Laßt zur Festesstimmung heute N

2 Wieder in den Bann getan, Manchen Kãmpfers Ilut bedrũckt fllle Räder stille stehn:

Und auf seinem Sonnenwagen Es zerfließt ist Frũhlingstauen, Unsrer Seelen Festgelãute fol stürmt der junge Lenz heran. Das die Ilenschenbrust entzückt! Soll des Friedens hauch umwehn!

us des Hhauses dumpfen Gängen Lichtentflammt in unser Denken, Unsren Geist kann nichts bezwingen, f J Cockt er uns zum grünen fag, Frei ist unsrer Herzen Schlag: Wie die Welt auch dräuen mag. tiefe Do wir unter Taubgehängen Cafft uns unsre Fahnen schwenken, Unter seinen mãchtgen Schwingen en zu de Und in jubelchorgesängen Und die Sinne aller lenken lillionen sich umschlingen Feiern unsern aientag Ruf der Hrbeit Ilaientag! n der flrbeit Maientag! zen 5 8 Hrbeitsbrüder aller Zonen, Es entflieht die schöne Stunde 8 d blu Arbeitsschwestern seid gegrüßt! Es verrauscht des Festes Schall. 3 N Wo der Freiheit Kämpfer wohnen, Fliege hin du stolze Kunde, 20990 4 Sei der Freiheit Hund geküßt! lebern ganzen Erdenball: 1 Bis die Einheit unsrer ScharenZählt auf uns im Sturmesgrollen, 4000 Endet aller Knechtschaft plag: Zählt auf uns im Wetterschlag, S dihmar Laßt im ewig Wandelbaren Denn wir wissen, was wir wollen 101 Uns der herzen Glut bewahren Einen großen, wonnevollen fel Für der Dölker Maientag! Welterlösungs⸗Ilaientag! 1 erung zu er⸗ Y

. e 900 900 Angehörige des werkkätigen, bestzlosen Volkes! Seid flets eingedenk der Mahnung von Karl Marx: L

Proletarier aller Länder vereinigt Euch!

aal Weiterbestehen der btsheri ür⸗ 1 gengottgewollten reichen Kranze der Kalenderfeste und der bür r Zum Maifest der Arbeit. Ordnung, das heißt, der Willkürherrschaft gerlich⸗potriotischen Feiertage? Gewiß nicht; 900 AUuaeber die Maifeier, welche die Arbeiterschaft[des Besttzes, schrankenlose Ausbeutungsfreiheit um ein gleichgiltiges Fest verlohnte sich nicht unn schon zum sechszehnten Male begeht, gab wollen.. N b die Einbuße eines einzigen Tagelohnes. Oder md im vergangenen Jahre in der Partei⸗ wie Bei der erwähnten Maifeierdebatte in der beruht die Bedeutung der Maifeier darin, daß Ader Gewerkschaftspresfe einige Diskusstonen. Partet fiel es aber keinem Menschen ein, für die Arbeiter sich an einem schönen Frühlingstage N. Diese Debatten lösten im Lager unserer Gegner Besettigung des Weltfeiertags einzutreten. O, mit Weib und Kind in großen Scharen zu einer Seufzer der Erleichterung aus. Endlich kommen nein; von dessen Bedeutung ist im Gegenteil] Feier der Naturerneuerung zusammenfinden? st die sozialdemokratischen Arbeiter zur Ein. jeder denkende Arbeiter durchdrungen. Der Ach, dieser Gedanke hätte keine agitatorische Ge⸗ ze scht und geben den Unfug des Weltfeiertages Streit wenn überhaupt von einem solchen] walt über die Massen gewinnen können; derlei ö auf! So scholl es aus dem bürgerlichen geredet werden kann drehte sich nur um die Ausflüge lassen sich zu jeder beliebigen Zeit d- Jlätterwalde. Aber was die kapitalistischen Form der Feier, darum, ob allgemeine veranstalten. 57 5 0 Fdederhelden da als Unfug und Unsinn bezeich- Arbeitsruhe gefordert werden solle, oder Ein anderes ist es, das die Arbeiter⸗ gelen, flößte ihnen in Wirklichkeit nicht geringe] nicht. Wir gehen in diese Diskussion hier nicht massen beseelt, wenn sie am 1. Mai Hammer gugst ein. Denn sie fühlen zu deutlich: der] weiter ein. Für uns sind vielmehr die Be. und Kelle, Hobel und Feile aus der Hand en. Naffeiertag ist der Festtag der sozialen schlüsse der Parteitage maßgebend und diese legen: sie wollen die Hände frei vom Gerät Revolution, die gewaltige Demonstration bezeichnen Arbeitsruhe als wirksamste Demon⸗ des Alltags, um ste sich gegensetig zum a unterdrückten und Besitzlosen aller Länder stration und fordern die Genossen auf, dafür Gelöbnisreichen zu können! Die Ar⸗ 0 egen die Geldsacksherrschaft! Und aller Spott einzutreten. Nebenbei sind wir der Meinung, beiter geloben am Tage der Maifeier, daß sie 5 ünd Hohn hilft nicht über die Tatsache hin⸗ daß sie überall ohne besondere Schwierigkeit zueinandergehören als Klassenkämpfer, daß sie 7 weg, daß sich diese internationale Manifestation] durchgeführt werden köunte, wenn die Arbeiter eine Welt trennt von der Kapitalistenklasse, daß 40 mit jedem Jahre imposanter und eindringlicher nur wollten. 5 es keinen Frieden für sie gibt, ehe nicht der gestaltet, daß sie sich als dröhnender Weckruf! Was giht aber dem Maitage der Arbeit, volle Sieg, der Steg des Sozial is mus über b it die Schläfer innerhalb der Arbeiterklasse] der das klassenbewußte Proletariat aller Länder den Kapitalismus, errungen ist. Wem am bel eweist. Das Erwachen des arbeitenden in denselben Gesinnungen eint, seine eigentliche] 1. Mai nicht diese Gedanken durch den Kopf 0 0 f Bedeutung? Ist er nur ein Fest mehr im! gehen, wer sich an diesem Tage nicht darüber

Volkes fürchten aber diejenigen, welche das

' eHͤ