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Nr. 52.
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Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite, 7.
habe ich ihn neu angeschafft und fast gar nicht getragen.“ Und Werner vergaß die ganzen Verhältnisse, um über den Rock seines Sohnes zu sprechen. Das verstand er denn auch viel besser, als wenn er über die große Lebensfrage seiner Angehörigen entscheiden sollte.
„Aber bester Mann, es ist viel notwendiger, daß Franz eine Stelle bekommt als einen Rock,“ fing Frau Werner so geduldig als möglich wieder an, als gerade die Türe aufging und Malvine hereintrat. Malvine besuchte ihre Eltern nur selten und die Augenblicke, welche sie bei ihnen zubrachte, wurden daher um so höher 3 Sie war stets der Liebling ihres Vaters und die Freundin ihrer Mutter gewesen; kein Wunder, daß ste dies noch in höherem Grade geworden war, seitdem sie ste seltener sahen, und sie aufgehört hatte, ein Kind des Hauses zu sein. Ihre Entfernung hatte die Eltern noch mehr fühlen lassen, was ihnen die Tochter war und die Selbständigkeit hatte das Vertrauen auf sie vermehrt. So wurde ihr denn auch jetzt rasch mitgeteilt, was der Vater tun sollte, was er getan hatte und zu welchem Schritt man jetzt übergehen wollte.
„Ja ja, Kind, das muß nun einmal sein,“ sagte Werner, als seine Frau ausgeredet hatte, in einem Tone, als sei der ganze Plan von
ihm ausgegangen.
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ks war einmal;
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„Und womit sollen wir denn essen, wenn ich einmal zu Hause dinire?“ sagte Malvine lachend, obgleich die Betrübnis über die Mit⸗ teilung ihrer Mutter auf ihrem Gesicht zu lesen stand. Werner sah seine Frau au. Das hatte er bei dem Plane gar nicht bedacht.
(Fortsetzung folgt.)
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Splitter.
Woher das viele hohle Bildungsphilisterium unsrer Tage? Weil die Leute übersehen, daß die Kenntnis verschledener Sprachen, die sie— übrigens auch meist nur sehr fragmentarisch— von irgend einer höheren Schule her mitbringen, an sich noch keine Bildung ist. Freilich ist, wie Luther sagt, die Sprache die Scheide, in der das Schwert des Geistes steckt. Aber was nützen
demjenigen ein Dutzend Scheiden, der kein scharfes Schwert darin stecken hat? Wer ein Dutzend
Gegeustände in einer Sprache recht begreift, wird an wahrer Bildung immer noch dem überlegen sein, der nur für einen Gegenstand— ein Dutzend Vokabeln weiß.
Dr. R. Strecker.
Humoristisches.
Zurückgegeben. Einige junge Mädchen, welche sich auf einer Wiese gelagert hatten, fragten spöttisch einen Vorübergehenden, der weißes Haar hatte, ob es auf den Bergen schon geschneit habe?—„Bewahre der Himmel“, versetzte der Mann mit verstellter Einfalt„die Gänse sind ja noch auf der Weidel“
Schrecklicher Verdacht. Schulze: Der arme Podbielskt! Da heißt's immer, er hätte als Viehzüchter ein großes Juteresse an den hohen Fleischpreisen— und dabei hat er selt Beginn der Fleischteuerung nur drei Schweine verkauft!
Müller: Da— da muß er die andern einfach selber gegessen haben!
Kindliche Einfalt. Dans: Nicht wahr, Vater, zu Weihnachten kommt der Knecht Rupfrecht?
Mutter: Rupprecht heißt's— Rupprecht!
Vater: Laß ihn nur— für dies Jahr ist's schon richtig. Wenn ich an das Stengel'sche Steuerboukett denke, das uns zu Weihnachten bescheert wird, da fühle ich's deutlich, daß wir„recht gerupft“ werden sollen.
Mensch und Tier. Ein„Tierpark“ sei die Welt so hört man allgemein, doch will kein Einz'ger „Tier“, ein Jeder darin Wärter sein?—
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