Ausgabe 
15.1.1905
 
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Gesamtsumme der Steuerbeträge fallen. zur Staatseinkommensteuer veranlagte Person ist an

Mitterdentsche Sountags⸗ Zeitung.

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die Remkaͤmmer dem Manne wenigstens einen

Geldschrank zur Verfügung stellen, damit er seine Ersparnisse feuer- und diebessicher auf⸗

bewahren kann.

esterwald und Anterlahn. Au die Genossen in den nassauischen Landgemeinden! 5

Gemäß 8 27 der Landgemelude⸗Ordnung für Hessen⸗ Nassau liegt in der Zeit vom 15. bis 30. Januar d. J.,

in einem vorher zur öffentlichen Kenntnis zu bringenden

Raume, die Liste der wahlberechtigten Ge⸗ meinde mitglieder offen. Während dieser Zeit

kann jeder Stimmberechtigte diese Liste einsehen und

gegen die Richtigkeit derselben Einspruch erheben. Die

sämtlichen Wahlberechtigten werden in drei Steuerklassen

geteilt und ez muß auf jede Klasse ein Drittel der Für jede nicht

Stelle dieser Steuer ein Betrag von Mk. 3 zum An⸗ satz zu bringen. Wähler, welche von dem sonst nichts vergessendenVater Staat nicht zu einer Steuer veranlagt sind, dürfen keineswegs vom Wahlrecht aus⸗ geschlossen werden, sondern wählen in der dritten Klasse (8 21). Damit die Hausagrarier nicht zu kurz kommen und stets in der Lage sind, nur ihnenförderliche Beschlüsse zu fassen, bestimmt§ 23, daß ¼ der Ge⸗ meinde⸗Vertreter, Angesessene(also Haus⸗ oder Grund⸗ besitzer) sein müssen.

Wahlberechtigt sind alle selbständigen Gemeindeangehörigen, auch Frauen, auf welche die Vor aussetzungen der Stimmberechtigung für Männer zutreffen, können durch Bevollmächtigte wählen. Als selbständig im Sinne der Landgemeinde⸗Ordnung gilt: wer das 24. Lebensjahr vollendet hat, einen eigenen Hausstand besitzt, sofern ihm nicht das Verfügungsrecht durch richterlichen Beschluß entzogen ist.

In die Wählerliste wird außerdem nur aufgenommen, wer: 1. Angehöriger des Deutschen Reichs ist (mithin sind auch Nichtpreußen in Preußen wahl⸗ berechtigt)) 2. die bürgerlichen Ehrenrechte besitzt; 3. seit 2 Jahren im Gemeindebezirk seine Wohnung hat; 4. keine Armenunterstützung empfängt; 5. die schuldigen Gemeindeabgaben bezahlt hat und außerdem 6. entweder ein Wohnhaus in der Gemeinde besitzt, oder von seinem in der Gemeinde belegenen Grundbefitze mit einer Jahres⸗ steuer von mindestens Mk. 3 veranlagt ist, ein Ein⸗ kommen von mehr als Mk. 660 hat.

Bei der eminenten Wichtigkeit der Gemeindewahlen für unser gesamtes Wirtschafts⸗ und Erwerbsleben ist es dringend erforderlich, daß unsere Genossen sich dur ch Einsehen der Wählerliste das Fundament zur Ausübung ihres Wahlrechts sichern. In den Orten mit viel Ar⸗ beitern kommt es oft vor, daß diese apsichtlich in der Wählerlistevergessen werden, denn die einflußreichen Bauern wissen sehr genau, daß in den Gemeinde⸗Ver⸗ tretungen Politik von tief einschneidender Bedeutung ge⸗ trieben wird und suchen mit solchen Mittelchen zu ihrem Ziele zu kommen.

An die Lokalvertrauensmänner und Genossen ergeht daher das dringende Ersuchen, die Parteigenossen zur Einsichtnahme der Wählerlisten anzuhalten. Sollte bei der Einsehung oder Eintragung von Seiten der Behörde etwaige Schwierigkeiten gemacht werden, so bitten wir dies unter Angabe des zuständigen Landratsamts dem Genossen Louis Trott, Haiger assau) mitzuteilen, welcher dann das Weitere veranlaßt.

t, Getäuschtes Vertrauen. Vor dem Schöffen⸗ gericht in Herborn standen kürzlich zwei arme Berg⸗ leute von Oberscheld, die wegen Beleidigung eines Gemeinderechners, begangen durch die Presse, zu 80 und 40 Mk. Geldstrafe verdonnert wurden. Die beiden Sünder hatten in dem christlich⸗sozialen Schimpforgan zu Herborn, ein wahrscheinlich auf dessen Redaktion druckreif gemachtes Gespräch zwischenHannes und Henner veröffentlicht und waren dabei zu weit gegangen. Der mutige Kämpe, der in demVolksfreund die Rolle des Redakteurs spielt, hat wahrscheinlich gleich den Täter genannt, anstatt den unerfahrenen Bergleuten entweder das Eingesand so zu deichseln, daß dieselben nicht von dem Kadi zitiert werden konnten, oder seine Unerfahrenheit einzugestehen und die ganze Sache nicht aufzunehmen. Jeder anständige Redakteur hält es für seine Ehrenpflicht die Namen der Einsender geheim zu halten. Die politische Qualifikation des Volks freund⸗ Soldschreiber scheint nicht weit her zu sein. Seine Wasch⸗ lappigkrit hat er übrigens schon in der Abonnements⸗ einladung im Voraus eingestanden, damals verkündete er:

Wir werden die Namen nicht verraten, nur bei Gericht, falls uns dadurch Klage drohen sollte. Die Haupt⸗ angst verursacht dem Stöckerjüngling die Sozialdemokratie, die in unserm Kreise täglich mehr an Boden gewinnt, während die Christlichen den Krebsgang gehen. Der Augenblickserfolg von 1903 hält nicht an; um die faule Sache der Christlich⸗Sozlalen zu vertreten, müssen diese Agitatoren notwendigerweise mit der Wahrheit stets auf dem Kriegsfuß stehen und in dieser Beziehung stellt

auch derNass. Volksfr. seinen Mann. Denn dies

Blatt betreibt selbst die parteiüblichen Verleumdungen politischer Gegner mit solcher Langweiligkeit, daß es sich bald den letzten seiner 600 Abonnenten vom Halse geschrieben haben muß. In den 2 letzten No. pöbelt er uns an, mit ollen Kamellen und Lügen unter der

Spitzmarke: DieGenossen unseres Wahlkreises an b Wir kommen in der nächsten No. darauf zurück. 0 a g

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

* Christlich⸗soziale Agitation. Herr Dr. Burckhardt, der Parteisekretär der Stöcker⸗Partei hielt am Samstag und Sonntag im Marburger Kreise drei Versammlungen ab. Samstag sprach er in Fron hausen über die Arbeiter⸗ und Bauernforderungen seiner Partei, wo ihm der nat.⸗soziale Redakteur Nuschke von derHess. Landesztg. entgegen⸗ trat und besonders die Stöckerianer, gestützt auf das christlich⸗soziale Programm als Feinde des Reichstagswahlrechts kennzeichnete. Sonntag Nachmittag war Herr Burckhardt in Betzies⸗ dorf, wo nach derHess. Landesztg. die Ver⸗ sammlung meist von Bauern(Landwirts⸗ bündlern) besucht war. Nuschke unterzog hier den zöllnerischen Standpunkt Burckhardts einer scharfen Kritik. Die Abendversammlung in Cölbe gestaltete sich ziemlich lebhaft. Eine Anzahl unserer Parteigenossen waren hierzu von Marburg herüber gekommen, ohne sie und die Arbeiter aus Cölbe wäre ein kläglicher Besuch zu verzeichnen gewesen. Herr Burckhardt hielt hier ein auch von seinem Standpunkte außerordentlich schwaches Referat. Offenbar haben die Zukunftsstaatsreden Bülows auf ihn Eindruck gemacht und er sucht sie bei seiner Agitation zu verwerten. Er servierte der Ver⸗ sammlung einen wässrigen Aufguß davon, stellte denZukunftsstaat mit seinen Schrecken dar, in dem kein Mensch arbeiten, sondern jeder Coupons schneiden und ein Leben führen wolle, wie Junker und Gardeoffiziere. Er las ferner eine Reihe Gesetze herunter, gegen die alle die Sozialdemokraten im Reichstage gestimmt hätten. Warum unsere Genossen so gestimmt, sagte er natürlich nicht. Das rügte Genosse Vetters, der darauf das Wort ergriff und darauf hinwies, daß die sozialdemokratische Fraktion über ihre Tätigkeit ausführlich all⸗ jährlich Bericht erstatte und ihre Stellungnahme zu den einzelnen Gegenständen begründe. Er glossterte dann die Zukunftsstaatsangst und wies, soviel dies in einer Redezeit von 15 Minuten möglich war, auf die Zustände im Gegenwartsstaat hin. Herr Nuschke wies wiederum auf die Unzuverlässigkeit der Christl. Sozialen in Wahlrechtsfragen hin und stellte fest, daß ste in den Wahlflugblättern ihren Standpunkt in dieser Beziehung vershletert hätten. Herr Burckhardt suchte sich auf diese Angriffe so gut es ging heraus zu reden. Selbstverständlich suchte er wieder, wie er das fast in jeder Versammlung tut, unsern Gen. Singer zu verdächtigen, indem er einiges aus der Urteilsbegründung im Prozesse Singer⸗ Bachler vom Jahre 1888 anführte. Daß Bachler damals zu 400 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung Singers verurteilt wurde, sagte er allerdings nicht, stellt also die Sache bewußt fälschlich dar. Es ist allerdings höchst traurig, daß sich Herr B. sol cher Mittel be⸗ dienen muß. Dies sagte ihm Vetters auch. Von unserer Seite sprach noch Wedemann. Getadelt muß werden, daß sich ein Marburger Arbeiter, der uns nahe steht, ungehörig be⸗ nahm. Immer ruhig geblieben!

1. Auf die Gewerk schafts versammlung, die Samstag abend 9 Uhr bei Jesberg stattfindet, sei noch⸗ mals aufmerksam gemacht und zu recht zahlreichem und pünktlichem Erscheinen eingeladen.

Die Marburger Stadtväter haben einen Beitrag zu dem Hochzeitsgeschenk der Städte für den Kronprinzen abgelehnt. So meldeten die Zeitungen. Zur Be⸗ ruhigung aller Königstreuen bestätigt sich diese Meldung nicht. Sonst hätten sie das nicht etwa aus Mangel anmonarchischer Gesinnung getan, sondern aus Mangel an Moneten.

Hudde verhaftet. Den vermutlichen Mörder des Pfarrer Thöbes in Heldenbergen, Metzger Hudde, hat man anfangs der Woche endlich in Aachen erwischt. Hudde trieb sich vort unter dem Namen Hüttermann herum und hatte sich in einer Herberge ein⸗

quartiert. Er leugnet, den Mord begangen

zu haben, hat aber verschiedene Einbrüche ein⸗ gestanden. Sein Transport nach Gießen dürfte baldigst erfolgen.

Lohnkämpfe. Die Lohnbewegung im Schreinergewerbe in Osnabrück nimmt einen immer größeren Umfang an. Jetzt hat der Arbeitgeber⸗Schutzverband sämtlichen Gesellen, welche Organisationen angehören, also fast sämtlichen überhaupt, gekündigt. Wir haben es also hier mit einer Aussperrung zu tun.

Kleine Mitteilungen.

* Ein Großfeuer äscherte anf dem Hofgute Louisenlust bei Usenborn sämtliche Stallgebäude ein, nachdem bereits einige Tage früher eine wohlgefüllte Scheune ein Raub der Flammen geworden war. Man nimmt mit Sicherheit Brandstiftung

* Wegen Kindesmord wurde die in der Gießener Klinik befindliche Dienstmagd Burger aus Windschläg verhaftet.

* Berg arbeiter⸗Tod. In der Nacht zum 4. Januar wurden in dem Kulmizchen Braunkohlenwerke bei Saarau i. Schl. durch Einsturz eines Teiles der Decke eines etwa 200 Meter langen Stollens fünf Arbeiter verschüttet. Zwei lebten noch, ste waren durch eine Höhlung, die sich beim Zusammenbruch ge⸗ bildet hatte, geschützt worden. Trotz aller Anstrengungen Genosse gelang es nicht, sie zu retten.

Partei-Uachrichten.

Opfer des Kampfes. Genosse Fette vom Volksblatt in Halle hat am vorigen Freitag das Gefängnis zur Abbüßung von Monaten bezogen. Falls aber das Reichsgericht das Urteil des Landgerichts, durch das Fette wegenMajestätsbeleidigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, bestätigt, dann hat Fette eine lange Kerkerhaft vor sich.

Versammlungskalender. Samstag, den 14. Januar. Heuchelheim. Turnabteilung des Arbeiter⸗ bildungs⸗Vereins. Abends Uhr Ver⸗ sammlung im Turnlokal.

Friedberg. Wahl verein. Vecsammlung abends Uhr bei Ihl(Zur Konkordia, Bismarckstr.).

Sonntag, den 15. Januar.

Lollar. Wahl verein. Nachmittags /4 Uhr

Versammlung bei Fr. Schupp. Freitag, den 20. Januar.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr

Sitzung bei Orbig.

Letzte Nachrichten.

Bei der Reichstags⸗Ersatzwahl in Cal be⸗ Aschersleben(an Stelle Alb. Schmidts) erhielten Albrecht(Soz.) 18450, Placke(natl.) 11624, Rahard(Mittelstandsp.) 7898 Stimmen. Stich⸗ wahl zwischen Albrecht und Placke. Wegen des Streiks im Ruhrkohlenrevier wird die so ztaldemokratische Reichstagsfraktion die Regie⸗ rung interpellieren, welche Schritte sie gegen die vielfachen Gesetzesübertretungen durch die Unternehmerschaft zu tun gedenkt. Eine am 12. Januar in Essen stottgefundene Delegierten⸗ Versammlung der Bergleute des Ruhr⸗ reviers beschloß, die Forderungen der Berg⸗ arbeiter dem Verein für bergbauliche Interessen sofort zu überreichen, mit dem Ersuchen einer Antwort bis zum 16. Januar. Ergeht eine ablehnende Antwort, so soll die ganze Berg⸗ arbeiterschaft streiken. Etwa 70000 Bergleute befinden sich jetzt im Ausstande. Graf Pückler wurde in Berlin wegen Vergehen gegen die öffentliche Ordnung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, und weil er die Richter nach der Urteilsverkündigung bedrohte, zu drei Tagen

Haft.

Briefkasten.

Nach Lauterbach. Bei der Firma Winkler u. Co. Segeltuchweberei in Cassel liegen die Arbeiter im Streik. Es ist also gegenüber den Streikbrecher⸗Werbern größte Vorsicht geboten.