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Ar. 3.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Ve Leutenot. Wir müssen jeden Kontrakt unterschreiben, nur um Arbeit zu bekom⸗ men! Wie geht es uns Schnittern nun im Winter? Ich kann von mir sagen, daß ich diesen Sommer nicht genug verdient habe, um im Winter davon zu leben. Ich bin im Sommer von der Insel Pöhl ausgerückt, und habe 40 Mk. Kaution im Stich gelassen, ich wollte wenigstens in der Heimat verhungern. Ich habe nun aus nahmsweise diesen Winter in meiner Heimat bei einem politischen Gegner Arbeit gefunden. Vielleicht war er neu 1b wie der Albert Schmidt sich bei der Arbeit bewährt. Er warnte mich, die Leute verrückt zu machen. Da sagte ich ihm, die sind schon verrückt! Denn ste leisten für eine Mark den Tag schwere körperliche Arbeit. Und nun bitte ich Euch, Genossen, etwas zu tun zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der elendesten Arbeiterklasse.
Dinge dieser Art wurden im Laufe der weiteren Diskussion noch mehrere angeführt. Einen für die Rechtsprechung— in Bezug auf die Landarbeiterverhältnisse— bezeichnenden Fall bringt Löbe⸗Breslau vor. Eine Frau in unserer Gegend veranlaßte ihre Mitschnitte⸗ rinnen, die Arbeit einzustellen, um eine Lohn- erhöhung von 60 auf 70 Pfennig den Tag zu erreichen. Der Streit war erfolgreich; aber die Frau und ihr Mann wurden von der Stelle gejagt, viermal von der Polizei in Geldstrafen genommen und schließlich vom Gericht in Bres⸗ lau zu 10 Tagen Gefängnis wegen Aufreizens zu gemeinsamem Verlassen der Arbeit verurteilt. Der Richter fügte hinzu, wenn der Streik länger gedauert hätte, wäre die Strafe nicht so„milde“ ausgefallen.
Adler⸗Kiel legt dar, wie in Schleswig die bei dänischen oder sonst mißliebigen Herr⸗ schaften in Diensten stehenden Dienstboten unter Androhung der Ausweisung von amtswegen zum Kontraktbruch aufgefordert werden.— Auch die für diesen Punkt vom Referenten vorgeschlagene Resolution gelangt einstimmig zur Annahme.
(Fortsetzung Seite 6.)
22.5.————— Politische Rundschau. Gießen, den 12. Januar 1905.
Der Reichstag
nahm am Dienstag seine Arbeiten wieder auf. Man arbeitete Resolutionen auf, die von der Etatsberatung 1904 übrig geblieben sind. — Am Mittwoch kam der Etat des Reichs⸗ tags und des Reichs justizamts zur Beratung, wobei fast alle Redner der Regierung die Blamage vorhielten, die sie sich mit dem Königsberger Prozeß zugezogen hat.
Besonders der Freisinnige Müller⸗Meiningen und unser Genosse Haase lasen der Regierung gehörig den Text. Der Herr Staatssekretär Nieberding drückte sich jedoch und ließ sich auf eine Erörterung nicht ein.
Gegen die Soldatenmißhandlungen
soll kürzlich ein neuer militärischer Erlaß den Truppenteilen zugegangen sein. Danach soll fortan mit keinem Soldaten mehr kapituliert werden, der im Zivilverhältnis wegen Mißhand⸗ lung oder wegen eines anderen Roheitsvergehens vorbestraft wurde. Ebenso soll mit allen An⸗ gehörigen der Armee, die während ihrer Dienst zeit wegen Mißhandlung bestraft wurden, nicht weiter kapituliert werden.
Dieser Erlaß entspricht einem Teile der Forderungen, die im Reichstage schon so oft von Seiten der Sozialdemokraten und links⸗ liberaler Elemente erhoben worden sind. Aber man bleibt da auf halbem Wege stehen. Wenn man schon nicht mehr mit einem Soldatenschinder kapitulieren will, so bekundet man damit, daß man ihn nicht mehr geeignet hält für die Stellung eines Vorgesetzten. Daraus müßten die Konsequenzen gezogen werden, und zwar dahin: daß alle Personen, die innerhalb der Armee wegen Mißhandlung von Untergebenen
bestraft werden, damit zugleich als ungeeignet
stellen zu erachten sind. Die Armee kann nur gewinnen, weun solche Elemente aus ihr ver⸗ schwinden. Aber selbst damit würde noch nicht alles getan sein. Es muß hinzukommen der weitere Ausbau des Beschwerderechts und die Gewährung des Notwehrrechts an die Untergebenen.
Zur neuen Hüssener⸗Affaire
wurden von dem Scherl'schen Berliner Lokal- Anzeiger Mitteilungen gemacht, durch welche die sozialdemokratischen Angaben über das fidele Gefängnis auf dem Ehrenbreitstein durchaus bestätigt werden. Es wurde da zugegeben, daß Hüssener„auf Urlaub“ war, ferner daß er seinen allsonntäglichen„Kirchenurlaub“ dazu benutzt habe, den ihm von der Festungs⸗ haft her bekannten Wirt des Koblenzer Park⸗ hotels zu besuchen.— Demgegenüber bemerkt unser Kölner Parteiblatt, daß Hüssener etwa vier Wochen Urlaub gehabt hätte. Außer⸗ dem habe er dem Wirt des Parkhotels nicht etwa privatim besucht, sondern er hat an den Frühschoppen in dessen öffentlichem Gast⸗ zimmer teilgenommen. Hüssener scheint auch, wenn wir recht unterrichtet sind, seinen sonn⸗ täglichen Urlaub noch zu ganz anderen Dingen benutzt zu haben. Uns wurde nämlich schon vor längerer Zeit mitgeteilt, daß Hüssener an verschiedenen Sonntagen in den Rheinanlagen gesehen worden sei und zwar in Begleitung einer jungen Dame von 18 bis 20 Jahren. Das Mädchen soll ihrer Umgebung gegenüber kein Hehl aus ihren Beziehungen zu Hüssener machen.— Derartig ist also die„Strafe“ für einen Mörder aus„besseren“ Kreisen.
Saararabische Unternehmer Willkür.
Die Burbacher Hütte(bei Saarbrücken) hat Folgendes durch Toranschlag bekannt gemacht:
„Soeben wird der Versuch gemacht, im Saargebiet eine sozialdemokratische Zeitung unter dem Namen Saarwacht herauszugeben, die dazu bestimmt ist, das gute Verhältnis zwischen Unternehmern und Industriearbeitern im Saargebiet zu stören und Unzu⸗ friedenheit unter Hüttenleute, Bergleute und die sonstige Arbeiterschaft zu ssen Wir erwarten von dem gesunden Sinne unserer Hüttenleute, daß sie sich diesem Blatte fernhalten, es weder bestellen noch lesen, da wir nicht gesonnen sind, sozialdemokratische Agitation in irgend welcher Form auf unserm Werk zu dulden.“
Die übrige Großindustrie wie das Völkinger Hüttenwerk, das Neunkirchener Stummsche Hüttenwerk, die Halberger Hütte und die Dillinger Hütte haben ähnliche Bekanntmach⸗ ungen erlassen. Darüber wird wohl kein Ar⸗ beiter im Zweifel sein, daß der Ukas einfach bedeutet: Wer die Saarwacht liest, wird ent lassen. Was sagt der preußische Handels⸗ minister dazu, der gelegentlich einer Interpel⸗ lation im Abgeordnetenhaus die ihm unter⸗ stehenden Verwaltungen reinzuwaschen suchte? Jetzt wird ja vor den Augen aller Welt be⸗ kundet, daß man es in Saarabien nach wie vor für selbstverständlich hält, den Arbeitern vorzuschreiben, was sie lesen dürfen und was nicht.— Den Arbeitgebern verschiedener Arbeiter, welche die„Saarwacht“ verbreitet hatten, ging von Seiten der Bergverwaltungen und anderen einflußreichen Stellen die Aufforderung zu, die betreffenden Arbeiter zu entlassen, sonst würde ihnen die Kundschaft entzogen. Das ist natür⸗ lich kein Terrorismus!
Wenn Religion Privatsache wäre!
Im evangelischen Lager herrscht große Auf⸗ regung über einen Entscheid des Kultusministers Studt, wonach Synoden und einzelne Gemeinden ihr Vermögen und Einkommen nicht als Bei⸗ trag für österreichische Gemeinden verwenden dürfen. Dieser Entscheid ist offenbar getroffen worden mit Rücksicht auf das Zentrum und seinen Bundesgenossen, den österreichischen Kle⸗ rikaltsmus, dem die Los von Rom⸗Bewegung höchst lästig wird.— Den protestantischen Kirchengemeinden Preußens wird darum durch einen einfachen Ukas verboten, aus ihren Mitteln eine Bewegung zu unterstützen, die nach prote⸗ stantischer Auffassung religiöse Wahrheit verbreiten soll. Hätte der sozialdemokratische
zur weiteren Bekleidung von Vorgesetzten⸗
Programmsatz„Religion ist Privatsache“ Gel⸗
tung, und dürften, wie es das sozialdemokratische Programm verlangt, die Religionsgesellschaften ihre Angelegenheiten selbständig, von der Staats⸗ gewalt unabhängig ordnen, so könnten die evangelischen Kirchengemeinden zur Bekehrung der österreichischen Katholiken, der Chinesen, Neger usw. so viel Geld aufwenden, als es ihnen irgend beliebt. Der Staat und der Kultusminister hätten ihnen dabei nicht das Geringste dreinzureden.
Ein sozialistischer Staatsanwalt.
Am Neujahrstage starb der Staatsan⸗ walt von Orleaus, Paul Le Carpentier, eines frühzeitigen Todes. Der„Vorwärts“ schrieb dazu:„Die weite Oeffentlichkeit erfuhr dabei von seiner sozialistischen Gesinnung aus dem warmen Nachruf, den sein Freund Fourniere in der„Humanité“ veröffentlichte. Für diejenigen, die es anging, war Le Carpen⸗ tiers Gesinnung kein Geheimnis. Seine Be⸗ amtenlaufbahn wurde dadurch lange Zeit ge⸗ hemmt, aber— mögen die preußisch⸗deulschen Justizminister erschrecken!— doch nicht unter⸗ brochen. Ueber seine Amtserfüllung schreibt Fourniere:„Der Gerichtsbeamte, der die öffent⸗ liche Vergeltung in den Gerichten zu vertreten hatte, besaß eine tief menschliche Auffassung seines furchtbaren Amtes. Im Schuldigen er⸗ blickte er einen Unglücklichen, der zu bessern, nicht einen Feind, der zu treffen ist.“— Der Verstorbene hat die Hälfte seines nicht unbe⸗ deutenden Vermögens der Partei vermacht.
Louise Michel,
die eifrige und von den Volksfeinden wohl mit am meisten geschmähte Kämpferin für soztale und politische Befreiung der Menschheit, ist am Montag in Marseille, 74 Jahre alt, gestorben. Bereits im Frühjahre wurde sie schon einmal tot gesagt, doch erwies sich damals die Todesnachricht als unrichtig, sie war nur schwer erkrankt. Nun hat der Tod doch diesem an Verfolgungen und Entbehrungen reichen Leben ein Ziel gesetzt. Das Andenken an diese aufopferungsfreudige Kämpferin wird im arbei⸗ tenden Volke immer lebendig bleiben.
Kleine politische Nachrichten.
Wilhelm II. verlieh dem russischen General Stös se l und dem japanischen Nogi den Orden„pour le mérite“! — In der französischen Deputirtenkaa mer wurde bei der Präsidentenwahl Dou mer mit 265 Stimmen gegen den bisherigen Präsidenten Brisson gewählt. Diese Wahl wird allgemein als eine Niederlage des Ministertiums Combes angesehen.—
Russisch⸗japanischer Krieg.
Port Arthur wurde von den Japanern nunmehr in Besitz genommen. Am Sonntag wurden die Gefangenen übergeben: im Ganzen 878 Offiziere und Beamte und 23491 Mann. Die Schwerkranken werden vorläufig noch in Feldlazaretten in Port Arthur bleiben; alle, die transportabel sind, werden nach Japan gebracht werden, sobald die Einrichtungen für ihre Unterbringung beendet sind. Von den 878 russischen Offizieren der Armee von Port Arthur haben 441 ihr Ehrenwort gegeben, nicht m ehr gegen Japan kämpfen zu wollen und erhalten deshalb gemäß der Kapitulation die Erlaubnis, in ihre Heimat zurückzukehren. Mehrere Generale haben es vorgezogen, nach Japan in die Gefangenschaft zu gehen. General Stössel trat am 12. Januar von Dalny die Reise nach Rußland an.
Stössel soll dem General Nogi bet der Zusammenkunft mit diesem gesagt haben: Die wahre Ursache des Krieges sei die russtsche Unkenntnis der japanischen soldatischen Eigen⸗ schaften. Er habe kapituliert, da er nur noch einige Tage unter großen Opfern den Platz hätte halten können. Das Eintreffen der japa⸗ nischen elfzölligen Geschütze sei der Wendepunkt der Belagerung gewesen. Er sagte weiter, es sei unnötig, daß die Baltische Flotte noch her⸗ aufkomme.
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