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Nr. 28.
Mittel deutsche Souutags⸗ Zeitung.
Seite 7.
aus der Ferne herüber und heller Sonnenschein flutete warm ins Zimmer.
„Karl!“ rief die Kranke mit fieberglänzenden Augen,„ich fühle, daß es mit mir zu Ende geht, gräme Dich nicht, wenn ich tot bin und habe Dank für alles Gute, was Du an mir
etan!“
f Sie hielt erschöpft inne. Karl beugte sich zu ihr nieder und indem er zärtlich ihre Wangen streichelte, flüsterte er:„Du wirst noch nicht sterben, teuere Anna, Du regst Dich nur un⸗ nötig auf.“
Er wandte das Gesicht zur Seite und heiße Tränen tropften auf die Bettdecke.
„Es wär zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein!“ flüsterte die Kranke leise, dann irrten ihre Hände wie suchend umher— ein leises Röcheln und sie schloß die Augen für immer.
Allerlei. Milchschutz im Sommer.
Von allgemeinem Interesse ist eine vom Berliner Polizeipräsidium erlassene Warnung, im Sommer der Milch chemische Präparate zuzusetzen, um die Gerinnung zu verzögern. zEs ist,“ so wird betont,„keine chemische Substanz bekannt, die imstande wäre, die Milch frisch zu erhalten und vor dem Gerinnen zu bewahren, ohne ihr gleichzeitig gesundheits⸗ schädliche Eigenschaften zu verleihen. Das einzig
empfehlenswerte Verfahren, um im Haushalt die Milch vor dem Sauerwerden möglichst lange zu schützen, ist: Die Milch so frisch wie möglich zu kaufen, sofort nach dem Ankauf bis zum Aufwallen aufzukochen und ste als⸗ dann schnell abgekühlt an kühlem Orte in einem Gefäße mit überfassendem Deckel, am besten ohne Umgießen aufzubewahren. Milch, die kleinen Kindern gegeben wird, sollte jedesmal erst von einem Erwachsenen gekostet werden, um festzustellen, ob sie nicht sauer oder bitter schmeckt.
Staatserhaltend.
Lese oft in guten Blättern Worte, die zum Sinnen zwingen, Meil sie scheinbar sich nicht decken Allemal auch mit den Dingen. Doch bei scharfem, langem Denken Muß die Wahrheit man erkennen; Davon will ich hier ein Beispiel Zur Erbauung aller nennen.
Warum sagt man„sta atserhaltend“ So von Männern wie Parteien? Sind das die, die emsig fördern Unsers Staates Wohlgedeihen? Sind das die, die ihre Dienste Selbstlos unserm Lande schenken,
Die das Wohl des ganzen Volkes, Doch das eigne nicht bedenken?
„Staatserhaltend“ heißen immer Alle unsre Bureaukraten,
Die nach Schema F verfügen
—
Und am grünen Tisch beraten. „Stoatserhaltend“ sind die reichen Panzerplattenfabrikanten, Wirklichen Kommerzienräte
Uuẽd die Flottenlieferanten.
„Staatserhaltend“ sind die Junker, Die nach Liebesgaben dürsten,
Und die sämtlichen Lakaien
Be: den Prinzen und den Fürsten; Auch die Ordnungs⸗Journalisten Mit der gutbezahlten Feder,
Und die Künstler, die da„bilden“ Schön in Marmor, Erz und Leder.
Alle sind sie„staatserhaltend“,
Die bekommen und genießen,
Die den Staat als Milchkuh nutzen.
Was ist wohl hieraus zu schließen?
Nun, im Wort liegt es verborgen!
Lasse deinen Scharfsinn walten:
Staatserhaltend sind nur jene,
Die vom Staate viel erhalten. Secundus im„Wahren Jacob.“
Humoristisches.
Die verräterische Aufschrift. Im An⸗ schauungsunterricht bespricht der Lehrer die Tasse und fragt die Schüler nach den verschidenen Aufschriften, die man auf Tassen lesen kann.„Dem guten Kinde“, „Dem Silberpaare“,„Aus Liebe“ uw. Nachdem nun alles auf Tassen mögliche erschöpft ist, hebt ein kleiner Bursche die Hand hoch und sagt:„Meine Mutter brachte emal enne Tasse mit, da stand drauf: Bahnhof Eilenburg.“(Simpl.)
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