0 bt hren, „ das sobiel b ste
5 der
Ein Abour 0 it ischen gegen scht⸗ tlafe halte heuß⸗ chelt bom miß⸗ chen r er den. kum zwar dier⸗ ruten dort esen⸗ erte 805. fend, hen hul⸗ anb⸗ rc fter⸗ ame, hren
für den gen sen. f die igers deten. „der, 9 es rat me. igen, al ben. de ke ber⸗ igel, tel, nicht gen
stet⸗ rel All, ich. gell lich.
die und bet, hen. amel fahl Iten (91 inen obe. ahr 15 die u
Nr. 28.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite.
Die autisemitischen Wahlrechtsräuber
in Dresden können sich über ihre sauberen Pläne, wie die Arbeiter verhindert werden sollen, in das Stadtparlament einzudringen, nicht einig werden. Sie hatten vor einiger Zeit drei verschiedene Wahlentrechtungseutwürfe, die von drei verschiedenen bürgerlichen Interess engruppen herrührten, ausgeheckt. Da sich die drei Gruppen auf keine der Vorlagen einigen konnten, war das Ergebnis der Verhandlung die Ableh⸗ nung aller drei Entwürfe. Natürlich setzten die Brüder die Verschlechterungsversuche fort und stellten sofort neue Pläne auf. Aber auch jetzt konnten sich die bürgerlichen Gruppen nicht über die Verteilung der Beute einig werden. Nun brachte der Oberbürgermeister Beutler eine neue Vorlage ein, die das Berufsklassen⸗ wahlrecht, das nach dem Bürgerrechts⸗ alter abgestuft werden soll, eingeführt wissen wollte. Diese wollte man vorige Woche schleu⸗ nigst ohne Vorberatung durch den Ausschuß durchbringen. Weil sie aber nicht genug ihren Interessen diente, vereitelten die Antisemitriche die hurramäßige Erledigung.
Die Hamburger Wahlentrechtungsvorlage wird gegenwärtig in einer von der Bürgerschaft dazu eingesetzten Kommission vorberaten. Etwas Gutes wird dabei natürlich nicht herauskommen.
Ein Muster⸗Nationalliberaler.
Auf dem am 25. Juni in Leipzig statt⸗ gefundenen Parteitage der sächsischen National⸗ liberalen wies Reichsgerichtsrat Sievers in einem Vortrage auf die Verwirrung der poli⸗ tischen Begriffe hin, die durch das langjährige konservativ⸗liberale Kartell verschuldet worden sei, und im Anschlusse daran wurde dann fol⸗ gendes Geschichtchen mitgeteilt, dessen Wahrheit verbürgt wird. In einer sächsischen Stadt ge⸗ hörte ein Kartellpolitiker gleichzeitig dem kon⸗ servativen, dem antisemitischen und dem natio⸗ nalliberalen Verein als Mitglied än. Schließlich traten die Nationalliberalen an diesen vielseitigen Politikus heran und legten ihm nahe, sich doch für einen jener Vereine zu entscheiden, sonst müßten ihn die Nationalliberalen ausschließen. Sehr entrüstet über dieses Ansinnen erwiderte darauf der Kartellpolitiker:„Ich bin nun schon so viele Jahre in den drei Vereinen, die mir alle gleich lieb und teuer sind, und nie hat Jemand Anstoß daran genommen. Daß mir aber grade die Liberalen den Stuhl vor die Tür setzen, das hätte ich nicht gedacht. Wo bleibt denn da die liberale Toleranz?“ Das nationalliberale Leipziger Tageblatt begleitet die Wiedergabe dieses reizenden Geschichtchens mit der Bemerkung:„Der Mann ist ein Typ.“ Das stimmt. Dieser Typ kommt so⸗ gar massenhaft auch außerhalb Sachsens vor. Bis zu welchem Grade der politischen Charakter- losigkeit es z. B. der Freisinn gebracht hat, dafür lieferte die letzte Reichstagswahl Beweise genug. Im Wahlkreise Gießen sah man die tapferen Freisinnskämpen Hand in Hand mit dem Lebensmittel⸗Verteurer gehen und für dessen Wahl wirken, nachdem ste bei vorher⸗ gegangenen Wahlen aus Angst vor der Sozial⸗ demokratie der rückständigsten Partei den Anti⸗ semiten zum Siege verholfen hatten. Da ist's denn gar nicht zu verwundern, wenn dem Philister seine etwaigen politischen Grundsätze vollends zum Teufel gingen.
Der verrückte Dreschgraf Pückler
beschäftigte dieser Tage wieder die Oeffentlichkeit. Er ließ ein Flugblatt in Berlin verbreiten, worin es heißt:
„Auf, ihr Anarchisten von Berlin, auf, ihr seid uns liebevolle und wertvolle Bundesgenossen in dem schweren und ernsten Kampfe gegen das scheußliche Judentum. Auf, ihr Penn⸗ und Radaubrüder, ihr Einbrecher und Spitzbuben von Berlin, auch für euch ist die Stunde zum Handeln gekommen, wo es möglich ist, euch Geld und Schätze zu er⸗ werben, und zwar in gewaltigen Massen. Hurra! Heute gehen wir zum roten Manasse und morgen zum roten Isidor und übermorgen zum Isaaksohn, das sei euere Losung und euere Parole, wir wollen es wagen, radikale und schneidige Antisemiten zu werden, und die dicken Börsenjobber etwas zu erleichtern von ihrem zusammengeraubten und zusammengegaunerten Gelde.“
Jetzt fordern selbst antisemitische Blätter, daß der Unglückliche in eine Heilanstalt gebracht werde. Seine Reden waren aber früher nicht weniger verrückt, als die antisemitischen Abge⸗ ordneten Bindewald, Böckler, Bruhn ꝛc. seine Radauversammlungen arrangierten und in ge⸗ wissenloser Weise als Geldquelle benutzten.
Die Stichwahlen in Holland
haben mit der Niederlage der bisherigen(kleri⸗ kalen) Regierungspartei geendet und zum Sturz des Ministertums Kuyper geführt. Im Ganzen brachten es die Klerikalen auf 48 Sitze, die Linke jedoch(Liberale und Sozialisten) er⸗ oberten 52. Die Liberalen und Sozialdemo⸗ kraten unterstützten sich gegenseitig dort, wo einer von ihnen mit einem Klerikalen zur Stich⸗ wahl stand. Unsere Genossen ziehen mit 7 Mitgliedern in die Kammer ein und werden damit eine ausschlaggebende Stellung einnehmen, daß„Zünglein an der Waage“ bilden. Die gewählten Genossen sind: Troelstra, Tak, Van Kol, Schaper, Ter Laan, Hugenboltz und van der Zwaag. Daß die sozialdemokratischen Stimmen sich fast verdoppelten, erwähnten wir schon neulich. Der Ausgang der Stich⸗ wahlen und der Sturz des klerikalen Ministe⸗ riums wurde überall im Volke mit Enthustasmus aufgenommen. Die Freude mag ja ganz be⸗ rechtigt sein, ob aber die Liberalen bessere politische Verhältnisse schaffen werden, muß man erst abwarten.
Trennung von Staat und Kirche
ist jetzt in Frankreich zur Tatsache geworden. Die Kammer nahm die Separationsvor⸗ lage am Montag nach monatelanger Beratung mit 341 gegen 233 Stimmen an.
Bildung.
Schon Lessing hat einmal sehr schön das hohle Getue der sogenannten„Gebildeten“ ge⸗ geißelt, die wohl überall mit dem Namen der großen Denker und Dichter paradieren, soweit sie ihnen als Erinnerungsbrocken von der Schule her noch im Kopf geblieben sind, die aber im Uebrigen weit Wichtigeres zu besorgen haben, als jene braven alten Philosophen und Poeten etwa wirklich zu studteren. Einmal lesen sie sich ja auch gar nicht immer besonders bequem, und dann, wie überspannt müssen ihre soge⸗ nannten„idealen“ Ziele dem„gesunden Egots⸗ mus“, der„strammen Schneidigkeit“, der„nüch⸗ ternen Praxis“ und andern ähnlichen„Vor⸗ zügen“ unsrer Tage gegenüber erscheinen! Ehre genug für jene abgetanen gutmütigen Träumer, wenn ihre gesammelten Werke in Prachtein⸗ bänden in den Salons stehen und von Zeit zu Zeit den Staub abgewischt bekommen! Wie viel Raum ist für ihre Gedanken wohl in so manchem Hause neben Küchenzettelsorgen und Toilettenfragen, neben kleinlichster Klatscherei und geistlosester Vereinsmeierei, neben Sport⸗ interessen und Sammelliebhabereien? Ist nicht der Goldglanz ihrer Namen auf dem Buch⸗ rücken oft wie ein ferner, fremder Schimmer aus einer andern Welt? Das ist's, weshalb Lessing seinen Sinngedichten als erstes den Vers voranstellte:
Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen?— Nein!— Wir wollen weniger erhoben,
Und fleißiger gelesen sein.
Aber wer könnte— ganz zu schweigen von der Arbeiterschaft, für die eine feinere Bildung „vernünftiger Weise“ gar nicht„praktisch“ er⸗ scheinen dürfte— wer könnte heute überhaupt beim besten Willen zwischen Eisenbahngerassel und Telephongetlingel, zwischen Gastereien und sonstigen Redegelegenheiten zu„fleißigem Lesen“ noch Muße und Sammlung finden? Da kommt dann— als bestes Zeichen für die Dünnheit unsrer angekünstelten Bildungstünche— die Erfindung der Spruchschätze, Zitatensammlungen und dergl. dem bedrängten modernen Menschen zu Hülfe. Die äußere„Sammlung“ für einige Mark ersetzt ihm die verlorne innre Sammlung. Und hier findet er dann, alphabetisch geordnet, zu allen möglichen Gelegenheiten passend, der
Worte genug, mit denen man sich und seine Reden höchst„gebildet“ auffristeren kann. Findet man dann zu„ideale“ Gedanken, Worte von zu schwerem sittlichen Ernst oder zu weitem freien Blick nach höchsten Zielen, die immer etwas Beunruhigendes an sich haben, auch immer etwas nach„Gewissen“ schmecken, so konserviert man sie am besten dadurch in schönster Verwendungsfähigkeit, das man etwa einen kleinen Guß Ironie dazu tut. Das hilft einem selbst wie dem dankbaren Publikum am leichtesten über die Beschwerlichkeit lästiger Mahnworte hinweg und indem man selbst außerdem ge⸗ wissermaßen Stellung über dem zitierten Geiste nimmt, wird man in unauffälligster Weise die Anerkennu g von ihm ab und dem eignen Genie zu lenken. Versteht man mich, oder muß ich erst noch auf berühmte Meister von Bibel⸗ oder Klassikerzitaten in Reichs⸗ oder Landtag hinweisen?
Mit Hülfe der neuesten spiritistischen Me⸗ thoden ist es mir übrigens neulich gelungen, Lessings großen Geist bezüglich seiner Stellung⸗ nahme gegenüber dieser Exkraktverwertung unsrer Klasstker a la Liebig zu interviewen. Er meinte in seiner für unsre zartnervige Konstitution freilich etwas hausbacknen Art:
Wie manch Zitat sein Reden zieret! Doch um es ernst zu nehmen?— Nein. Wir wollen weniger zitieret,
Und lieber ernst genommen sein!
Danach scheint es fast, als ob man in der Weltabgeschiedenheit des seligen Jenseits für unsre„vernünftige“ Zeit doch nicht mehr den rechten Standpunkt der Beurteilung habe finden
können. K. Von Nah und Lern. Hessisches.
— Landtag. Die Zweite Kammer
hielt am Mittwoch eine Sitzung ab, in der zunächst die preußisch⸗hessische Lotterie⸗ gemeinschaft zur Beratung gelangte. Mol⸗ than sprach sich für die Vorlage aus. Ulrich erklärte sich prinzipiell gegen jede Staats⸗ lotterie. Es ist aber gut, daß Hessen eine Einrichtung los wird, die zu so großen Unzu⸗ träglichkeiten in moralischer und rechtlicher Beziehung führen mußte. Er und seine Freunde stimmen für den Vertrag, da sie einer Ver⸗ besserung der bestehenden Verhältnisse nicht hinderlich sein wollen. Finanzminister Gnauth dankt für das Entgegenkommen, das dem Ab⸗ kommen zuteil werde. Nach einem Schlußwort des Referenten Dr. Buff(nl.) wird der Staatsvertrag einstimmig angenommen. Der Gesetzentwurf über das Spielen in außerhessischen Lotterien wird ebenfalls in der Fassung der Regierungsvorlage genehmigt. Hierauf folgt die Beratung über den Gesetz⸗ entwurf betr. die Erhebung von Gemeinde⸗ abgaben. Diese Vorlage will in Ergänzung der Gemeindesteuernovelle den Gemeinden die Möglichkeit geben, sich selbst neue Einnahme⸗ quellen durch eine Wertzuwachssteuer, eine Billet⸗ und Tanzsteuer zu schaffen. Der Aus⸗ schußantrag empfiehlt die Annahme der Wert⸗ zuwachssteuer und der Billetsteuer, verwirft dagegen die Tanzsteuer. Dr. Frenay(Ztr.) möchte die Wertzuwachssteuer durch Gesetz obligatorisch festgelegt sehen. Ulrich spricht sich gegen die Billet⸗ und Tanzsteuer aus und ist für die obligatorische Einführung der Wertzuwachssteuer. Der Einfluß, den die Bodenspekulanten in manchen Gemeindevertret⸗ ungen besitzen, werde dort der Annahme der Wertzuwachssteuer im Weg stehen. Redner will die vom Entwurf vorgesehenen Progresstons⸗ skala von 10 bis 20 Proz. nach unten und nach oben erweitert sehen und zwar von 5 Proz. bis 33¼, eventuell bis zu 50 Proz. Nur so könne der Bodenwucher wirksam getroffen werden. Der Nationalliberale Buff wendet sich gegen obligatorische Festlegung der Wert⸗ zuwachssteuer. Finanzminister Gnauth betont, daß Hessen mit diesem Gesetz der Landesgesetz⸗ gebung allen übrigen Bundesstaaten voran⸗ schreite. Umso vorsichtiger müsse man abez


