Ausgabe 
8.1.1905
 
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und die Mißstände abstellen.

Mittel deutsche Sountags⸗Zeitung.

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so lang wie B. angibt, übrigens besagt der Schluß⸗ passus des§ 11, daß im Winternur eine Pause von einer Stunde in der Mitte der Schicht stattfindet. Im Steinbruch werden alle Arbeiten im Gedinge, d. h. im Akkord ausgeführt, es kann also von einem Stundenlohn absolut keine Rede sein. Da Herr V. anscheinend über die Lohnhöhe nicht genau orientiert ist, warten wir mit nachstehenden Lohnzahlungen auf. Die Kolksteinbrecher erhalten pro 200 Zentner zu brechen Mk. 2.60 und die Einlader pro Doppelwaggon einzu⸗ laden Mk. 2.15. Die Steinbrecher haben verdient im Oktober pro Schicht Mk. 2.93, im November Mk. 2 63 bis Mk. 2.93, davon ist allerdings zum Teil der Dynamit abgezogen, für Dezember wird aber noch rück⸗ ständiger Dynamit für zirka Mk. 42 abgehalten werden. Die Kolonne Paul hat pro Schicht Mk. 1.60 und die Kolonne Pitz Mk. 1.50 im Nobember verdient. Die Einlader haben Mk. 2 bis 2.30, die am Bremsberg Mk, 2 bis 2.40. Die Brecher erhalten von ihrem Brutto⸗Verbienst für Dynamit pro Pack Mk. 3.55 ab⸗ gezogen; das soll allerdings nach der Arbeitsordnung der Durchschnitts⸗Selbstkostenpreis sein, wenn wir aber derRoutine des Herrn V. zur Herausrechnung der Sel bst kosten mit Dynamitofferten dienen sollen, so sind wir ausMenschenfreundlichkeit bereit dazu. Im Monat November verdienten eine ganze Anzahl Berg⸗ leute für 24 Schichten 36 Mk.; der höchste Lohn, den ständige Bergleute, die schon jahrelang auf der Constanze arbeiten, erzielten, betrug 6065 Mk. An Stunden⸗ löhne von 44 und 47 Pfg. glaubt in Langenaubach kein Mensch, auch die Direktion nicht. Es sollte ja auch angeschlagen werden, daß der Durchschnittsverdienst im November Mk. 2,60 betrage. Bezüglich der Schutz⸗ hütte stellten wir fest, daß dieselbe von alten gebrauchten Eisenbahnschwellen zusammengeflickt und von 2 Seiten offen ist, auf keinen Fall also genügend Schutz bietet. Unsere Behauptung bezüglich der Beleuchtung entspricht ebenfalls den Tatsachen. Ebenso halten wir durchaus aufrecht, was wir über die Strafen sagten, Die kürzlich verhängten Strafen waren einfach ungerecht. 13 Arbeiter trinken nach Beendigung der Arbeit in ihrer Bude einen Schnaps und auf dem Nachhausewege singen sie ein Bergmannslied. Am andern Morgen er⸗ halten drei von ihnen je 2 Mk. Strafezudiktiert, weil sie laut gesungen und sich in der Dunkelheitun⸗ antändig betrugen. Die vier anderen Arbeiter er⸗ hielten je 5 Mk. Lohnabzug, weil sie nach der An⸗ weisung des früheren Steigers Gail 2 Wagen zusammen⸗ gekoppelt hatten. Es muß einen überhaupt wundern, daß sich Arbeiter solche Strafen gefallen lassen. Wegen einer Bagatelle wird ein Arbeiter um zwei Tagelöhne

gebracht, er und seine Familie zum Hungern verurteilt!

Bedeutet es überhaupt nicht eine unerhörte Anmaßung des Unternehmers, die Leute zu strafen, die ihm Reichtümer erarbeiten? Dazu kommt noch, daß bei dem üblichen samosen Verrechnungs⸗System die Arbeiter ge⸗ radezu um einen Teil ihres Arbeitsverdienstes geprellt werden.

Unser Gewährsmann setzt nun weiter auseinander, wie das gemacht wird. Wir müssen das aber für heute zurückstellen. Erwähnt sei nur noch, daß Herr Vahlen⸗ sieck in einem weiteren Schreiben uns mit Klage droht. Das ist immer die letzte Rettunghumaner und menschenfreundlicher Unternehmer, doch halten uns solche Droh ungen niemals ab, die Interessen der Arbeiter wahrzunehmen und gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit Stellung zu nehmen, auch wenn die betreffenden Arbeiter nicht zu unserer Partei gehören. Weiter erklärt Herr V., daß er sich nicht weiter mit einemsozialdemokra⸗ tischen Hetzblatt unterhalten wolle. Natürlich, wer Mißstände aufdeckt, wird den Herren unbequem und von ihnen alsHetzer bezeichnet. Anstatt zu schimpfen, sollte der Direktor lieber die Beschwerden untersuchen Schließlich fordern wir Herrn Direktor Vahlensieck hiermit auf, uns nur einen einzigen sozialdemokratischen Betrieb zu nennen, in dem 13 stündige Arbeitszeit üblich ist. Er erklärt, dafür Beweise zu haben, also heraus damit!

Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.

* Eine Schweinburgiade gemeinster Sorte leistete sich vorige Woche das Marburger Reptil, dieOberhessische Zeitung, im Volks⸗ munde dieKnochenbeilage genannt. Irgend ein Schmierfinke pöbelt unsere Partei in einem Artikel über den preußischen Parteitag in einer Weise an, die mit allem, was je gewissen⸗ und ehrlose Subjekte im Interesse des Ausbeuter⸗ tums gegen die Partei des arbeitenden Volkes zusammengelogen und geschimpft haben, erfolg⸗ reich in Konkarrenz treten kann. a

DerDrei rote Tage überschriebene Artikel ist burchaus im Pücklerstyl gehalten und spricht von unsern Vorkämpfern alsse w issenlos en Volksverführern, denen es nur um Be⸗ friedigung der Herrschsucht und des eigenen

Vorteils zu tun sei, deren Anhanger uchvon Singer, Arons und anderen Stammesgenossen beschwindeln lassen. Den niedrigsten Schurkenstreich begeht der kleine Schweinburg mit einer elenden Verleumdung Singers, dem er nachsagt, er habe sichim Hause einer be⸗ ruf⸗mäßigen Kupplerin minderjährige Mädchen zuführen lassen. Der Offenbacher Amtsblatt⸗ redakteur Anton Beer schrieb früher einmal: Was in einem Amtsblatt steht, hat nichts zu bedeuten. Das erkennen wir als durchaus richtig an und sind deshalb der Meinung, daß die von so niedriger Gesinnung zeugende Schimpfleistung auf keinen Menschen mit ge⸗ sunden Sinnen Eindruck machen kann. Der auf die Sozialdemokratie geworfene Schmutz fällt auf den Reptitredakteur zurück; man hat ja in hunderten von Fällen erlebt, daß solche Ordnungsretter dem Schicksale Hammersteins verfielen. Sollte es etwa noch Arbeiter geben, welche ein solches ihre Klasse und ihre Vor⸗ kämpfer besudelnde Papier abonnieren, so wer⸗ den ste hoffentlich wissen, was sie sich selbst schuldig sind und den Wisch zum Tempel hin⸗ auswerfen.

r. Gegen Krebskrankheiten hat der außerordentliche Professor der Marburger Frauenklinik, Herr Dr. Opitz ein neues, wirksames Mittel gefunden. In der letzten Stadtverordneten⸗Sitzung kam eine Eingabe von ihm zur Beratung, in der er die Stadt⸗ verwaltung ersucht, ihm einige Räume im Siechenhause unentgeltlich zur Verfügung zu stellen zur Vornahme eingehenderer Studien. Dem Gesuch gab die Versammlung selbstver⸗ ständlich bereitwilligst statt.

r. Gewerkschaftsversammlung. Samstag, den 14. Januar findet abends 8/ Uhr, wie aus dem Inserat in heutiger Nr. ersichtlich ist, eine öffeutliche Gewerkschafts⸗ versammlung im Jesbergschen Lokale statt, in welcher u. a. ein Vortrag des Gen. Vetters⸗ Gießen überDie Entwickelung und der jetzige Stand der Gewerkschaftsbewegung auf der Tagesordnung steht. Außerdem wird die Ge⸗ werkschaftskommission ihren Jahresbericht erstatten. Die Gewerkschafts mitglieder und Parteigenossen wollen recht zahlreich erscheinen und auch in ihren unserer Bewegung etwa noch fernstehenden Bekanntenkreisen für recht regen Besuch wirken.

r. Das Winterfest der vereinigten Ge⸗ werkschaften Marburgs wird am Sonntag, den 29. Januar imCafé Quentin abgehalten.

t. Stöckerianer auf Agitation. Der Sekretär derChristlich⸗Sozialen Dr. Burck⸗ hardt, Reichstagsabgeordneter für den Wahl⸗ kreis Dillenburg⸗Herborn, wird diesen Sonntag, (8.) nachm 4 Uhr in Cölbe eine Versammlung abhalten. Wenn unsere Genossen einmal die ganze Saft⸗ und Kraftlosigkeit der christlich⸗ sozialen Wassersuppen⸗Politik kennen lernen wollen, so können sie sich den Genuß bei dieser Gelegenheit recht bequem verschaffen.

Geistliche Sünder.

Mit der lieben Geistlichkeit haben verschiedene Staatsanwälte in der letzten Zeit Arbeit be⸗ kommen. In der letzten Nummer berichteten wir von dem Pfarrer Goldbach von Hauswurz bei Fulda, der unter Mitnahme von einigen 30 oder 40000 Mark Kirchengeldern mit der Haushälterin verduftete. Letztere kehrte unter⸗ des wieder nach Fulda zurück, Pfarrer und Geld sind jedoch verschwunden. Ferner wurde der Pfarrer A. Oehling in Unterer⸗ tha!(Unterfranken) von Gendarmen festge⸗ nommen und ins Amtsgerichts Gefängnis Hammelburg eingeliefert. Der Herr Pfarrer soll einer Meineidsverleitung schuldig sein. Der katholische Pfarrer Wilhelm Schilo in Schmitten im Taunus wurde seines Amtes enthoben, weil er daran schuld war, daß seine Haushälterin eine längere Badereise antreten mußte.

Kleine Mitteilungen.

* Den Metzger Hudde, der wegen Ermordung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen verfolgt wird, hat

man immer noch nicht. Seine Verhaftung wurde schon öfters gemeldet, hat sich aber immer als unrichtig er⸗ wiesen.

i Auf der Wanderschaft gestorben. In Altenlotheim, Kreis Frankenberg wurden zwei Handwerksburschen, die dort in einem Stallgebäude übernachtet hatten, tot aufgefunden. Sie sollen durch den Kohlendunst eines Ofens erstickt sein.

* Ein Eisenbahndieb wurde in Oberlahn⸗ stein in der Person eines Eisenbahnbeamten abgefaßt. Er hatte zwischen Ober- und Niederlahnstein eine Kiste mit 1000 Zigarren aus dem Zuge geworfen und wurde dabei ertappt, als er sie später holen wollte.

i Ein Bürgermeister wie er sein muß. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Marx hat eine ihm von den Stadtverordneten angebotene Gehalts⸗Erhöhung mit der Begründung abgelehnt, daß er volle Befrie⸗ digung in der gedeihlichen Entwicklung des ihm anver⸗ trauten Gemeinwesens finde.

* Tod bei der Arbeit. Durch den Sturm, der am vorigen Freltag in fast ganz Deutschland wütete, wurde in Bonn die Giebelmauer eines Neubaues der Wessel'schen Wandplattenfabrik umgeworfen. Dabei wurden drei Zimmerleute getötet, zwei schwer verletzt. In Koburg stürzte das Eisgradierwerk der Vereinsbrauerei zusammen. Fünf Arbeiter sind tot, vier schwer verletzt. Im Darmstädter Rangierbahnhofe wurde am Dienstag der Bahnarbeiter Gengnagel aus Erfelden über fahren und war sofort tot.

Partei-Nachrichten.

Parteipresse. Aus der Redaktion unseres Mainzer Parteiorgans ist Genosse E. Mendel aus⸗ geschteden. An seine Stelle trat Genosse Gotthilf Hitzler aus Stuttgart ein. Aus der Redaktion des Offen⸗ bacher Abendblattes scheiden am 1. April die Genossen Ph. Scheidemann und R. Hauschild aus. Beide gehen nach Kassel, um die Leitung des dortigen Parteiblattes zu übernehmen, das in erweiter ten Umfange erscheinen soll. An Stelle Scheidemanns tritt Genosse Wittrisch, der vor Jahren schon ein mal Redakteur des O. A. war und gegenwärtig das Partei⸗ blatt in Forst redigiert.

Das Dietz'sche Geschäft in Stuttgart (Zeitschriftenverlag und Buchdruckerei) ging mit dem 1. Januar 1905 in den Besitz des Genossen Paul Singer über, der unter der Firma Paul Stug er, Verlagsanstalt und Buchdruckerei, das Geschäft weiter betreiben wird. Der Antrag auf Uebernahme des Ge⸗ schäfts ist von den bisherigen Inhabern der alten Firma Bebel und Dietz ausgegangen und vom Parteivorstand acceptiert worden. Als Prokuristen wurden bestimmt die Genossen J. Belli und A. Kirchhoff.

Versammlungskalender.

Samstag, den 7. Januar.

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Gießen. Brauer. Abends 8⅛ Uhr Versamm⸗ lung bei Löb(Wiener Hof).

Staufenberg. Voltsverein. Abends 8 ¼ Uhr General⸗Versammlung im Vereinslokal. Tages⸗ ordnung: 1. Vorstindswahl. 2. Kassenbericht, 3. Kreisfest 1905. 4. Verschtedenes.

Lauterbach. Sozialdemokrat. Wahlverein. Abends 8/ Uhr Versammlung im Vereinslokal.

Sonntag, den 8. Januar.

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 8 Uhr General Versammlung bei Wirt August Rinn.

Niedershausen bei Weilburg. Wahlverein. Nach⸗ mittags 4 Uhr Zusammenkunft der Mitglieder bei Gastwirt Bender.

Neustadt i. O. Wahlverein. Nachmittags 2 Uhr Mitgliederversammlung im Vereinslokal. Tagesordnung: 1. Abrechnung; 2. Neuwahl des Vorstandes; 3. Stellungnahme zur Bürgermelster⸗ wahl; 4, Verschiedenes. Zahlreich und pünktlich erscheinen!

Montag, den 9. Januar.

Gießen. Schneider verband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Or big. Briefkasten. P.⸗Odnuhsn. Ihr vom 29. Dez. datierter Brief

lief erst am 5. Jauuar nachmittags bei uns ein. Wir wären bereit gewesen. In Zukunft geben Sie Briefe einfach zur Post! Leihgstn. Weihnachtswohltälig⸗ keit nächste Nummer.

Parteifreunde!

nach besten Kräften für die immer weitere

Verbreitung Eueres Blattes, der

(Mitteldeutschen Sountags⸗Zeitung!