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Nr. 6.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite.
Hände geraten. Weder Weib noch Junge wird verschont! Die Hunde sinds nicht wert! Ihr in Deutschland könnt Euch keine Vorstellung machen. Euch erscheint es grausam. Oberst Däumling konnte im vorigen Gefecht 75 Gefangene machen, hat sie aber alle nie⸗ dergeschossen. Man darfs nicht anders machen mit den schwurzen Hunden. Das Kind im Mutterleib darf man nicht schonen, dann ist man noch schonungsvoll im Verhältnis zu ihren Grausamkeiten. Was anders ist's ja mit den Witbois. Die sind sehr rücksichtsvoll, wenigstens die Anführer. Ohne diese erlauben ste sich ja auch Greueltaten. Aber die Anführer verschonen im allgemeinen Weib und Kind. Aber trotz dem muß aufgeräumt werden! Hoffent⸗ lich geht's schnell zu Ende mit den Witbois.“
Wie der„Vorwärts“ erfährt, soll der Brief⸗ schreiber früher stets eine weiche Gemütsart bekundet haben. Und jetzt eine solche Auffassung der Dinge. Jedenfalls ist das Dokument ein Beweis dafür, wie der Krieg verroht und auch für die Art, wie die deutschen Soldaten dort hausen.
Russische Helden und deutsche Säuger. Was kein russisches Blatt zustande bringt, schrieb der„Vorwärts“ vorige Woche, hat das Organ der deutschen konservativen Partei, hat die„Kreuzzeitung“ vollbracht. Die Garde⸗ soldaten in St. Petersburg haben Tausende wehrloser Bittender hingeschlachtet— das Blatt der Mirbach und Manteuffel wagt es, in einem begeisterten Artikel das Lob der feigen Mörder zu singen, die das Höchste soldatischer Tugend vollbracht hätten. Es schreibt:
Die schwerste Probe, der die Treue und der Gehorsam des Soldaten ausge⸗ setzt werden kann, ist am vergangenen Sonn. tag der Petersburger Garnison auferlegt worden. Was die tapfere Besatzung von Port Arthur dem stuürmischen Mute der Armee Nogis gegenüber und im monatelangen Ertragen von Not und Gefahr geleistet hat, ist mit der Aufgabe nicht zu vergleichen, die die kaiserliche Garde am Sonntag in der russischen Hauptstadt zu erfüllen hatte. Die eiserne Disziplin allein, der unbe⸗ dingte treue Gehorsam beherrschten die Truppe und haben sich zum Heile Rußlands bewährt.
Die Schinderknechte des Zaren sind das Ideal christlicher preußisch⸗Leutscher Männer⸗ tugend; der organisierte Massenmord ist das höchste Ziel konservativer Politikl
In Calbe⸗Aschersleben
wurden nach der amtlichen Feststellung bei der Stichwahl für unsern Genossen Albrecht 21722 und für Placke 19434 Stimmen abge⸗ geben. Die Mittelständler haben darnach sämt⸗ lich für Placke gestimmt; es fehlen diesen nur 1 an der im ersten Wahlgange von ihm und Mittelstandskandidaten erreichten Zahl. Dagegen beträgt die Zunahme der sozialdemo⸗ kratischen Stimmen 2700, die ohne Ausnahme als Reserven anzusehen sein dürften. Gegen die Hauptwahl von 1903 bedeutet das eine Zunahme von fast 1500 Stimmen für uns.
Dank des Ohrfeigen⸗Placke.
Der im Wahlkreise Calbe⸗Aschersleben durch⸗ efallene Kaufmann und Major a. D. Placke hal es sich nicht nehmen lassen, seinen Getreuen huldreichen Dank zu spenden und er tut das in der„Akener Zeitung“ folgendermaßen: Herzlichen Dank allen patriotischen Wählern in Aken und Umgegend, die bei der jetzigen Wahl von neuem bewiesen haben, daß unser Bezirk nach wie vor durch unerschütterliche Treue zu Kaiser und Reich hervorragt. Möge es immer so bleiben! Georg Placke. Der Mann ist auf einmal sehr bescheiden geworden. Möge er es immer so bleiben!
Wer nicht begnadigt wird. In dem Dessauer Aufruhrprozeß hat der Kriegsherr die Gnadengesuche der vom Magde⸗
burger Oberkriegsgericht zu je 1¼ Jahren Gefängnis verurteilten Soldaten Günther und Voigt abgelehnt.
Ein anderes Gnadengesuch hat vielleicht mehr Aussichten. Nämlich dasjenige des Majors von Sydow in Braunschweig, der wegen Mißhandlung seines eigenen Kindes zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde und der um die Umwandlung der Gefängnisstrafe in Festungshaft ersucht.
Wer ist ein Lump?
„Wer nichts besitzt!“ antwortete der Staatsanwalt in Magdeburg auf diese Frage. Vor dem dortigen Gericht hatte sich ein Arbeiter wegen angeblichen Streikver⸗ gehens zu verantworten. Er hatte versucht, einen Streikbrecher zur Niederlegung der Arbeit zu bewegen, erhielt aber die Antwort:„Gebt mir 500 Mark, Ihr Lumpen, dann ar⸗ beite ich auch nicht!“ Der so Angeredete geriet derartig in Erregung über die Antwort, datz er seinem Beleidiger eine Ohrfeige gab. Bei der Verhandlung gegen ihn machte sich nun der Herr Amtsanwalt die Beleidigung des Arbeitswilligen zu eigen. Er beantragte gegen den Verteidiger seiner Ehre fünf Monate Gefängnis und beleidigte ihn außerdem noch, indem er ausführte:„Mit dem Ausdruck „Lumpen“ hätte Gadau(der Streikbrecher, Red.) niemanden beleidigt, da man Be⸗ sitzlose gemeinhin als Lumpen be⸗ zeichne!“ Das Gericht erkannte auf 6 Wochen Gefängnis! Dieses Urteil wird wunderbar wirken in Arbeiterkreisen!
Oldenburgische Praktiken.
In Schwartau(Oldenburg) wählte der Gemeinderat zwei Sozialdemokraten, die Gen. Voß und Zeidler, als Beisitzer(Beige⸗ ordnete). Die Beiden wurden jedoch von der oldenburgischen Regierung nicht bestätigt. Jedenfalls, weil sie nicht gepokert haben!
Zum Syveton⸗Skandal
kamen aus Antwerpen vorige Woche sensationelle Nachrichten. Danach wurden dem Rechts⸗ vertreter Jules Lemaitre, ehemaligem Vorsitzenden der französischen Vaterlandsliga, Schriftstücke ausgehändigt, die der Geldschrank Syvetons in der Antwerpener Bank enthtelt. Der Schrank enthielt Ouittungen im Betrage von 1300000 Franks, die Syveton an Poli⸗ tiker und Blätter bezahlte. Davon ent⸗ fallen 100000 Franks auf ein Provinzblatt, um den Skandal über die Karthäuser⸗Million gegen Combes in die Presse zu lancieren, ein bekannter radikaler Zeitungsdirektor erhielt zur Unterstützung dieses Feldzuges 50000 Franks. Auch der Briefwechsel zwischen einem hohen Beamten des Ministeriums des Innern, zwei Mönchen und Syveton fand sich vor, ebenso Quittungen dreier Pariser Blätter über Beträge von 25000 resp. 50000 Franks. Aus anderen Schriftstücken geht hervor, daß außer Videgain noch ein anderer Angestellter der Freimaurer von Syveton Verratsgelder in Höhe von 200000 Franks erhielt.
Kleine Politische Nachrichten.
Von dem Fähnrich Hüssener meldeten kürzlich die Zeitungen, daß er von Ehrenbreitstein nach Weichsel⸗ münde gebracht worden sei, Er befindet sich jedoch noch im Lazarett in Ehrenbreitstein.
Russisch⸗japanischer Krieg.
Zu der Kapitulation Port Arthurs wird aus London berichtet, daß nicht der geringste Grund vorgelegen habe die Festung zu übergeben. Etwa 25000 Mann waren noch kampffähig. Die 14000 Kranken in den Lazaretten seien nur zum geringsten Teil ver⸗ wundet gewesen. Die Munition war nichts weniger als erschöpft, die Japaner erbeuteten ganz enorme Quantitäten. Proviant war eben⸗ falls reichlich yorhanden. Die 2000 Pferde waren in guter Verfassung, auf der Marine⸗ werft wurden allein 6000 Tonnen Mehl ge⸗ funden. Wein und Champagner war in
Menge da. Die Japaner entdeckten an einem Tage 4000 Flaschen Wodka. An Brennmaterial war ebenfalls kein Mangel. Die Gebäude ge⸗ währten noch genügenden Schutz, die Neustadt war fast unberührt, ebenso war auffallender⸗ weise Stössels Haus ganz unberührt geblieben. Die Demoralssation, namentlich die der Offiziere, soll allerdings ganz kolossal gewesen sein. In der Stadt befanden sich 500 Frauen, darunter 50 Prostituierte. Alle in London eingehenden Meldungen verurteilen Stössel aufs schärfste. Stössel sei übrigens schon früher willens gewesen, zu kapitulieren. Nur der Widerstand Kondratenkos habe ihn davon ab⸗ gehalten. Niemand verdiene weniger den Titel eines Helden als Stössel.— Den Orden pour le mérite hat er doch!
Der„Vor marsch“ Kuropatkins, den dieser selbst und die offizielle russische Presse mit soviel Lärm ankündigte, hat wieder, wie fast alle seine Operationen, mit einer Nteder⸗ lage geendet. Zunächst errangen die Russen einige kleine Vorteile, die sofort als große Er⸗ folge in breitester Ausführlichkeit nach Peters⸗ burg gemeldet wurden; aber gar bald wurde das Ganze halt geblasen. Der Vormarsch kam ins Stocken und schließlich ging es rückwärts. In Petersburg verlautete mit Bestimmtheit, daß die russische Armee in den letzten Kämpfen bei Mukden eine empfindliche Nieder⸗ lage erlitten hat.— Die Japaner trieben die Russen über den Hunho zurück und brachten ihnen schwere Verluste bei. 10000 Mann sollen vom 25.—28. Januar auf russischer Seite gefallen sein. Die Verluste der Japaner sollen 5000 Mann betragen.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung.
Die Tabakarbeiter⸗Aussperrung in Halberstadt ist beendet. Es kam ein Ver⸗ gleich zu stande. Eine Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen konnte noch nicht eingestellt werden. Einige Zigarrenbetriebe sind durch die Aus⸗ sperrung stark zerrüttet, und es wird noch einige Zeit vergehen, bis wieder geordnete Ge⸗ schäftsverhältnisse eintreten. Jedoch sind Aus⸗ sichten vorhanden, daß auch die übrigen Tabak⸗ arbeiter bald wieder eingestellt werden können. Die Zugeständnisse, welche die Fabrikanten nach 23wöchigem Kampfe machten, waren die Forderungen der Arbeiter, als sie den Ober⸗ bürgermeister Dr. Oehler um Vermittlung er⸗ suchten. Wären damals die Fabrikanten darauf eingegangen, so konnte auf beiden Seiten viel Erbitterung gespart werden.
Lohnkämpfe. Der Tischlerstreik in Osnabrück ist am Montag nach mehrwöchiger Dauer infolge Bewilligung eines Teiles der Arbeiterforderungen beendet worden.— Um den Neunstundentag sind 350 Tischler in Elberfeld in den Streik getreten. 150, denen der Neunstundentag bewilligt wurde, arbeiten weiter.
Pon Rah und Lern.
Hessisches.
— Die Zweite Kammer des Land⸗ tags tritt nächsten Dienstag wieder zusammen. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Etat noch eine Reihe Vorstellungen, Anträge ꝛc.
— Land⸗Bürgermeister⸗Wünsche. Hessische Bürgermeister haben sich zu einem Verband zusammengeschlossen, dessen Vor⸗ sitzender der Langsdorfer Bürgermeister, Land- tagsabgeordneter Köhler ist. Am vorigen Donnerstag hielt der Verband in Frankfurt seine Generalversammlung ab. Es waren etwa 150 Bürgermeister anwesend; Mitglieder soll der Verband nach Herrn Köhlers Angaben 455 haben. Bei Erstattung des Jahresberichts er⸗ mahnte Köhler seine Kollegen, ihren hessischen Landtagsabgeordneten„Feuer unter den Schwanz zu machen“, damit sie die bäuerlichen Interessen mit mehr Energie wahrnähmen. Auf den „Kreisblattunfug“ näher eingehend,
meinte Köhler, es sei das beste, wenn die Re⸗


