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Wr. eldeutsche Sountags⸗Jeitung.
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die Hunstadenstraße deshalb so stiefmütterlich behandelt
werden, weil dort geringer bemittelte Leute wohnen?
Allerdings, diese hätten schon längst dafür sorgen sollen,
daß sie Vertreter im Gemeinderat hätten. Sie sind aber bis zu einem gewissen Grade selbst schuld. Bei der diesjährigen Gemeinderatswahl muß das anders werden, die Minderbemittelten müssen fich bei guter Zeit nach Leuten umsehen, die sie als Vertreter ihrer Klasse in den Gemeinderat entsenden können. Darum wende jeder der Einwohner den Gemeinde angelegenheiten seine Aufmerksamkeit zu!
— In Rödgen fand am Sonntag Nachmittag eine recht gut besuchte Versammlung statt, in der Gen. Vetters über„die Sozialdemokratie und ihre Gegner“ sprach. Anknüpfend an die Erfolge der Sozialdemokratie bei den letzten Reichstagswahlen bemerkte Redner, daß uns noch eine viel größere Anzahl Stimmen zugefallen wären, wenn jeder Angehörige der arbeitenden und minder⸗ bemittelten Klassen in den wirtschaftlichen und politischen Dingen genügend aufgeklärt wäre. Wie würde die Volksmasse z. B. durch die indirekten Steuern und die
Zölle zu Gunsten der Besitzenden belastet und ausge⸗
beutet! Welche ungeheueren Summen würden für Dinge ausgegeben, die dem Volke absolut nichts nützen, für Militär, Flotte, Kolonien und vieles andere! Für not⸗ wendige, im Interesse des gesamten Volkes liegende Kulturaufgaben sei aber meistens kein Geld da und ihnen wendeten die Regierungsleute keine Aufmerksamkeit zu. Darum müsse jeder Staatsvürger, besonders jeder Ar⸗ beiter sich über diese Frage Klarheit verschaffen und seinen Willen kundgeben. Keine Regierung könne den klar ausgesprochenen Willen des Volkes unbeachtet lassen. Redner wies hin auf das Trauerspiel mit der hessischen Wahlreform, welche die bürgerlichen Parteien zu hintertreiben suchen. Hier müsse das Volk energisch da⸗ rauf bestehen, daß sein Wille, der auf Beseitigung der indtrekten Wahl gerichtet sei, gesetzlich zum Ausdruck komme. Vor allen Dingen müsse für Stärkung unserer politischen Organisation, des Kreiswahlvereins gesorgt werden.— Die Ausführungen fanden recht beifällige Aufnahme und es steht zu hoffen, daß der Wahlverein sich wieder besser entwickelt. Mögen die Genossen in Rödgen dazu kräftig mithelfen!
— Fest in Trohe. Am Sonntag vor acht Tagen hielt der Wahl verein Trohe im Lokale Seipp sein Wintervergnügen ab. Es hatte sehr zahlreichen Besuch aufzuweisen und die Darbietungen, besonders die Ge⸗ sangsvorträge des Arbeitergesang⸗Vereins fanden allge⸗ meinen Beifall. Erst spät erreichte das bestens verlaufene Fest sein Ende, das jeder Besucher mit Befriedigung verlassen haben wird.
Aus dem Rreise Wetzlar.
h. Vor der Strafkammer in Wetzlar wurde am Mittwoch ein aufsehenerregender Prozeß verhandelt, es hatte sich Kaufmann Hermann Jakob wegen Wechsel⸗ fälschung, Betrugs und einfachen Bankrotts zu ver⸗ antworten. Jakob, durch dessen Straftaten der Vorschuß⸗ Verein und eine Anzahl Privatpersonen um 33000 Mk. geschädigt wurden, flüchtete nach Amerika; als er sich nicht mehr zu helfen wußte, kehrte er jedoch zurück und stellte sich der Behörde. Er gibt die ihm zur Last ge⸗ legten Verbrechen zum größten Teil zu und wird zu 3 Jahren und 1 Monat Zuchthaus und 5jährigem Ehrverlust verurteilt.
* Christliche unter sich. Von dem rohen und ungebildeten Ton, der angeblich innerhalb der Sozial⸗ demokratie bei Auseinandersetzungen herrschen soll, wird immer viel erzählt und sich darüber entrüstet. Nicht bloß Amts⸗ und Ordnungsblätter weisen darauf mit Abscheu hin, auch die Agitatoren„christlicher“ Gewerk⸗ schaften konnten sich nicht genug darin tun, den Dres⸗ dener Parteitag als abschreckendes Beispiel vorzuführen; die guten Leute täten besser, vor ihren eigenen Türen zu kehren. Da hat es kürzlich innerhalb der christlichen Gewerkschaften im Sie gerlande einen Krach gegeben, wobei gehörig Spähne fliegen. Führer der christlichen Gewerkschaften im Siegerland ist Herr Breid ebach, der in dem„Bergknappen“, dem Organe des christlichen Ge⸗ werkvereins in einer Weise angegriffen wird, die den christlichen Ton so recht erkennen läßt. Selbst Zentrums⸗ blättern wird der Skandal und die Schimpferei zu toll. So schrieb die„Kölnische Volksztg.“:
„Eine widerwärtige Fehde spielt sich ab zwischen dem„Bergknappen“, Organ des Herrn Brust, Vorsitzenden des christ. Bergarbeiterverbandes, der dem preuß. Abgeordnetenhause als Mitglied des Zentrums angehört, und Breidebach, vom Berg⸗ und Hüttenarbeiter verband im Siegerland, der bei der letzten Reichstagswahl als Kandidat der Zentrums⸗ partei in Wetzlar⸗Altenkirchen aufgestellt war. In die Differenzen, welche zwischen den beiden Organisationen obwalten, wollen wir uns nicht einlassen; dieselben gehen in erster Reihe die christlichen Gewerkschaften an. Aber die Tonart, in welcher diese Differenzen ausgefochten werden, ist derart, daß jeder Freund der christlichen Gewerkschaften dieselbe nur aufs tiefste bedauern kann. Die„Rheinische Zeitung“ verzeichnet u. a. folgende
„Auslese“ aus der neuesten Nummer des Bergknappen: Arbeiterverräter, Volksbetrug, Ehrabschneidung, Heuchler⸗ gesellschaft, vorgeschobene Thea tertruppe, schlimmste Heuch⸗ ler, Klique, heuchlerisches Geschrei, Erzheuchler, Lüge und Verleumdung, gemeine Lüge, Ehren⸗Breidebach, rüder Bursche, Schwindel, christliche Schmutz⸗Arbeiterzeitung, elender Heuchler und Feizling, loser Schwätzer, Korona der Arbeiterverräter um Breidebach, Schmutzausgabe der christlichen Arbeiterzeitung, nette Moral, die Breide⸗ bachsche und die andern Kumpels der Arbeiterverräter im Siegerlande, arbeiterverräterische Pläne usw. Man kann dem sozialdemokratischen Blatte nicht unrecht geben, wenn es sagt. wer so schimpfe, habe kein Recht, den Sozialdemokraten Dresden entgegenzuhalten.“
Daß der christliche Führer Brust der Verfasser der wüsten Artikel ist, hat er selbst bekannt. Er folgt damit nur den Spuren vieler Zentrumsblätter, die im Schimpfen schon ihren Mann stellen. Damit wollen wir Herrn Breidebach, der bei der letzten Wahl als „schlichter Mann aus der Werkstelle“ auftrat, nicht als Unschuldsengel hinstellen. Die Arbeiter aber mögen da⸗ raus ersehen, wie die christlichen Gewerkschaften beraten sind. Hoffentlich erkennt die Arbeiterschaft bald, daß sie über diese Gesellschaft, mag sie katholich⸗christlich sein oder zur Stöck erpartei gehören, zur Tagesordnung über⸗ gehen und sich ohne Rücksicht auf die religiösen Unter⸗ schiede zusammenschließen muß.
s. Die berühmten Bülow-Reden sind auch in den Dörfern des Westerwaldes verbreitet worden, wie man uns von dort schreibt. Der gewünschte Erfolg ist aber selbst dort ausgeblieben, jeder sagt sich eben: warum denn blos die Rede des einen und nicht auch die des andern? Es wäre sehr angebracht gewesen, wenn von unserer Parteileitung der stenographische Bericht der Reden Bebels und Bülows verbreitet worden wäre. Warum man sich zur Drucklegung derselben nicht entschloß, wissen wir nicht, jedenfalls hätten sie die beste Aufnahme ge⸗ funden.
* Aus Hachenburg. Der Förster Carpentier, welcher im Januar seine Frau erschoß, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden und versieht auch seinen Dienst wieder. Damals wurde die Vermutung ausgesprochen, daß C. seine Frau im Jähzorn gelegentlich eines Streites getötet habe, doch scheint sich dies nicht bestätigt zu haben, denn sonst wäre die Haft⸗Entlassung sicher nicht erfolgt. Die Gerichts⸗Verhandlung wird wohl darüber Klarheit bringen.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
r. Genossenschaftliches. Als man in Marburg zur Gründung des Konsum⸗Vereins schritt, ging ein Sturm der Entrüstung durch die Reihen der Marburger Kaufleute. Man empörte sich über die Unverschämtheit einiger Arbeiter, die sich das Recht herausnahmen, den Kaufleuten Konkurrenz zu machen, um sich an dem ev. Ueberschuß zu bereichern. Durch allerhand Redensarten versuchten die Kaufleute, ihre Kunden zu erhalten. Den geringen Leuten wurde der weiteste Kredit gewährt. So kam es, daß manche Leute vom Kaufmann vollständig abhängig und gezwungen waren, nur bei ihm zu kaufen. Erst durch den Einfluß des Kon⸗ sum⸗Vereins wurde dieser Pumppwirtschaft all⸗ mählich abgeholfen, und manches Mitglied ist froh, diese drückende Verpflichtung los zu sein. Als sich uun gar der Konsum Verein durch seine immer größer werdende Mitgliederzahl gezwungen sah, Filialen in den nahen Dörfern zu errichten, da wendeten gewisse Leute, um sich ihre Bauernkundschaft zu erhalten, die un⸗ saubersten Mittel an, um dem Konsum⸗Verein die Mitglieder wieder abspenstig zu machen. Waren es doch die Bauern, auf welche die Händler ihre Hoffnung setzten, wenn sie etwa in der Stadt durch die Genossenschaft Kunden verloren. Deshalb haben auch noch jetzt viele Mitglieder des Konsum⸗Vereins unter den Be⸗ leidigungen mancher Krämer zu leiden. Redens⸗ arten wie:„zum Pumpen war ich gut!“ oder: „wartet nur, wenn der Konsum⸗Verein erst wie⸗ der kaput ist!“ werden ärmeren Mitgliedern immer an den Kopf geworfen. Nicht besser ging es den Mitgliedern des Vereins, welche bei einem Krämer wohnten. Denen wurde ein⸗ fach die Wohnung gekündigt. Sogar Hand⸗ werksburschen werden auf den Konsum⸗Verein aufmerksam gemacht. Erst kürzlich kam ein armer Reisender in einen Laden und bat um eine kleine Gabe. Aber mit wuterfüllten Wor⸗
ten wurde er zum Staunen der anwesenden Kundschaft angeschrieen: Machen Sie, daß Sie fortkommen und gehen Sie in den Konsum⸗
Verein, da kriegen Sie was zu schnurren!— So wütet man gegen den Konsum⸗Verein!— Wohl möglich, daß einzelne Kaufleute durch den Konsumverein direkt einen kaum nennens⸗ werten Schaden erleiden und sich daher auf⸗ regen. Doch die Genossenschaften bedeuten einen Nutzen für die Gesamtheit und somit nützen ste indirekt auch den Kaufleuten. Den erzielten Gewinn behalten die Arbeiter nicht für sich, sondern kaufen damit andere Waren, wodurch die Geschäftsleute wieder Nutzen haben.— Für uns heißt es: Ungeachtet aller Anfein⸗ dungen ruhig weiter agitieren und— weg mit der Pumpwirtschaft!
r. Das Gewerkschaftsfest am Sonn⸗ tag hatte einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen und nahm den besten Verlauf. Mit stürmischem Beifall wurde die Festrede des Gen. Krumm Gießen aufgenommen. All⸗ gemein befriedigten aber auch die Gesangs⸗ vorträge des Gesangvereins„Eintracht“, ebenso eine Reihe komischer Vorträge und Couplets, welche an Stelle des Theaterstücks, das wegen Verhinderung einiger Mitwirkenden nicht auf⸗ geführt werden konnte, geboten wurden. In fröhlicher Stimmung blieb man noch einige Stunden beim Tanze zusammen.
Die„Hessische Landeszeitung“ ist über uns recht ungehalten, weil ihr in einer Notiz unserer vorigen Nummer das Inserat vorgehalten wurde, durch das ein„Cavalter“ abendlichen Anschluß sucht. Wir sollen ihr glauben, daß diesem Inserat unsaubere Motive nicht zu Grunde liegen. Das ist zuviel ver⸗ langt. Die Redaktion der„Hess. Landesztg.“ handelt unklug, wenn sie jenes Inserat, das doch gar zu deutlich unsaubere Motive erkennen läßt, verteidigt. Sie wäre klüger gewesen, wenn ste erklärt hätte, daß sie von dem Inse⸗ rat keine Kenntnis gehabt habe und daß sie es verurteile. Und das hätten wir geglaubt. Niemand hat behauptet, daß etwa die„Hess. Landesztg.“ ein unsauberes Techtelmechtel ver⸗ mitteln wollte; tatsächlich geschieht es aber durch solche Annoncen.
Anträge zur Kreiskonferenz. Lollar: Der Beschluß einer früheren Konferenz, wonach die Kreiskonserenzen stets in Gießen stattzufinden haben, wird aufgehoben. Jede Konferenz bestimmt, wo die nächste abgehalten wird.
Versammlungskalender. Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗ sammlungen! Samstag, den 27. Februar.
Gießen. Soz.⸗dem.⸗Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag v. Gen. Krumm über Gemeindepolitik.
Montag, den 29. Februar.
Gießen. Freie Turnerschaft. Abends 8 ½ Uhr. Monats⸗Versammlung in Lonys Bierkeller.
Marburg. Schneider. Abends 7/9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Hillberger.— Schuhmacher, im gleichen Lokal.
Dienstag, den 1. März.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 8/ Uhr. Sitzung bei Orbig.
Samstag, den 5. März.
Lauterbach. Soz.⸗dem.⸗Wahlverein. Abends 8 ½ Uhr. Versammlung bei Gastwirt Kuntzer.
Brlefkasten.
M.⸗Alsfeld Das alberne, die Dienstboten ver⸗ höhnende Gedicht abzudrucken, halten wir für unnötig. Lassen wir der Gesellschaft den Spaß. Wenn diese Leute glauben, daß es den Dienstboten so gut geht, ist ihnen allerdings zu raten, sich mal selbst als solche zu versuchen. R.⸗Mbg. Wenn Sie sparsamer mit dem Pa⸗ pier wären, brauchten wir kein Strafporto zu bezahlen.
Eine illustrierte März⸗Zeitung erscheint zum März im Verlage der Buchhandlung Vorwärts. Vierzig Jahre sind im August dieses Jahres verflossen, seit Ferdinand Lassalle der deutschen Arbeiterklasse ent⸗ rissen wurde. An die Bedeutung Lassalles will die diesjährige März⸗Zeitung erinnern durch die Wiedergabe eines bisher noch nicht veröffentlichten Porträts Lassalles, nach einer Tuschzeichnung von L. Pietsch und durch einen Artikel:„Lassalle und die Revolution“ von Rosa Luxemburg. Die März⸗Zeitung wird aber auch je nen gedenken, die durch Wort ud Blle der Freiheit ein Gasse bahnten. Das Titelbild zeigt einen neuen Winkel
Fried, wie er mit unwiderstehlicher Kraft der Feinde
Lanzen zersplit tert.


