erein ten Zelt hüten, ihlungz⸗ en. Im en, daß
en der WMtwe. er über ot und slammer Anfangs i ange⸗ u Abel wurde, ud ihre r dann gebenen „doch d ber⸗ Hin⸗ rischer
ger⸗ 0 2
eld⸗ 25 1 bin m die tweise eros! auf here⸗ neht er er⸗ Ord⸗ Hul U 10 , fil
5
Nr. 17.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
eite 8.
r. Parteiversammlung. Auf diesen Sams⸗ tag, abends ½9 Uhr hat der Parteivertrauensmann eine öffentliche Parteiversammlung einberufen, worauf wir die Genossen aufmerksam machen und zu zah reichem
Erscheinen auffordern. Wegen der Tagesordnung ver⸗
weisen wir auf das Inserat.
r. Poll zei und Fortbildungs verein! Gegen die Kontrolle, welche sich die Marburger Polizei gegenüber dem Fortbildungsverein in Bezug auf das Auslegen sozialdemokratischer Blätter in dessen Lese⸗ zimmer erlaubte, hat die„Oberhess. Zeitung“ nichts einzuwenden, billigt sie vielmehr. Natürlich, das Amts⸗ blatt muß ja alles in Ordnung finden, was die Polizei tut, wenns auch ungesetzlich ist, die Hauptsache ist, daß es sich gegen die unbequemen Parteien richtet. Reptilien schreien höchstens, wenn etwa Gesetze zur Anwendung kommen sollen, die der besitzenden Klasse oder dem Junkertum nicht passen. Das sind wir ja gewohnt. Wenn aber das Amtsblatt sich in seiner Unwissenheit folgenden Satz leistet:
„Wer ist aber so naiv zu glauben, daß die Lektüre des„Vorwärts“, der Gießener„Mitteldeutschen Sonn⸗ tagszeitung“ oder gar des Witzblattes„Wahrer Jakob“ fortbildend und erzieherisch auf junge Leute wirken würde?“ so müssen wir schon ein wenig bitten. Daß die soztal⸗ demokratische Presse in hohem Maße kulturfördernd und sittlich wirkt, haben Regterungsleute, Fabrikinspektoren, Pastoren ꝛc. oft anerkannt, ist sogar gerichtlich fest⸗ gestellt worden! Dagegen beobachtet man bei der Amtsblatt⸗ und Ordnungspresse das Gegenteil. Aus threm Leserkreise rekrutieren sich die Arenberg, Hüssener, Vankschwindler, Trebertrockner, sittlich entgleiste Pfaffen und so weiter. Statistisch steht fest, daß in Gegenden, wo die sozialdemokratische Presse nicht verbreitet ist, Roheits⸗ und Sittlichkeitsverbrechen am zahlreichsten sind.— Uebrigens: wenn die Vorstandsmitglieder des Fortbildungsvereins es sich gefallen lassen, daß die Po⸗ Itzei in Vereinsangelegenheiten ihre Nase steckt, die sie nichts angehen, dann sind sie.... recht polizeifromme Leute.
r. Kriegs veteran als„Majestäts⸗ verbrecher“. Vor der Marburger Straf⸗ kammer wurde kürzlich gegen den 62 Jahre alten Nagelschmied Bellerstein wegen Maje⸗ stätsbeleidigung verhandelt. Der Ange⸗ klagte, der den französischen Feldzug mitge⸗ macht hat, ist schon mehrfach wegen Majestäts⸗ beleidigung bestraft. Er giebt zu seiner Ver⸗ teidigung an, daß er zwar den Krieg mitge⸗ macht habe, jetzt aber völlig mittellos dastehe und zu betteln gezwungen sei. Sehr oft habe er schon um Unterstützung gebeten, aber nte etwas erhalten. Aus Aerger darüber habe er die inkriminierten Aeußerungen getan. Es werden ihm dafür 6 Monate Gefängnis zu⸗ diktiert.— Das ist wieder ein Beispiel für die Notwendigkeit der Beseitigung des Maje⸗ stätsbeleidigungs⸗Paragraphen. Kann etwa ein Fürst oder überhaupt jemand von einem her⸗ untergekommenen Menschen„beleidigt“ werden,
der die Beleidigung nur ausstößt, um ein Unterkommen zu finden? Kontrollversammlungen. In Mar⸗
burg auf dem Kämpfrasen für die Kontrollpflichtigen der Stadt Marburg: Mittwoch, 27. April 1904: vorm. 9 Uhr für die Reservisten der Jahres⸗ klassen 1896, 1897 und 1898, vorm. 11 Uhr, für die Reservisten de. Jahresklassen 1899, 1900, 1901 1902 und 1903, Dispositionsurlauber und die zur Die position der Ersatzbehörden Entlassenen; nachmittags
1½ Uhr, für sämtliche Landwehrleute I. Aufgebots, nachm. 4½ Uhr, für sämtliche Ersatz⸗Reservisten.
In Marburg auf dem Kämpfrasen für die Mann⸗ schaften aus den Orten Bauerbach, Cölbe, Cappel, Gisselberg, Marbach, Niederweimar, Oberweimar, Ockers⸗ hausen, Schröck und Wehrda, Donnerstag, 28. April 1904, vorm. 9 Uhr für die sämtlichen Reser⸗ visten, vorm. 10¼ Uhr für sämtliche Landwehrleute I. Aufgebots, nachm. 1 Uhr für sämtliche Ersatz⸗ Reservisten. f
Eine schauerliche Bluttat
ereignete sich am Dienstag in Frankfurt. Der dort in der Rothekreuzgasse wohnende Taglöhner Bender geriet mit seiner Frau in Streit, bedrohte und verletzte sie, worauf sie mit zwei Kindern floh and um Hilfe rief. Unter⸗ dessen schnitt Bender den noch in der Wohnung befindlichen zwei kleinen Kindern die Hälse durch. Auch das dritt Kind, das die Frau mit sich nahm, erlag im Krankenhaus seinen
Verletzungen. Bender arbeitete früher als Metzger in Gießen. Offenbar ist der Mann geistesgestört.
Immer mehr„Hände“ überflüssig! Von einer sehr revolutionären Erfind⸗ ung, die im Wollstoffgewerbe viel Aufsehen erregte, berichtete kürzlich der„Konfektionär“. Diese bezweckt nichts Geringeres, als daß ein Weber statt zwei bis drei Webstühle leicht deren sechs bis acht und mehr bedienen kann, wobei zudem an dessen Arbeitskraft weit
weniger Ansprüche gestellt werden. Der Haupt⸗
vorteil der Erfindung soll darin bestehen, daß
diese Einrichtung an jeden bisherigen
Stuhl sich anbringen läßt. In einer ver⸗ nünftig geleiteten Gesellschaft würde man jede solche arbeitsparende Maschine mit Freuden begrüßen. Ihre Benutzung würde den Produ⸗ zenten und Konsumenten gleichmäßig zugute kommen. Heute erfüllt jede neue derartige Er⸗ findung die Arbeiterschaft mit Schrecken. Größere Produktivität bedeutet nicht Verbesser⸗ ung der Lebenslage, sondern Verschlechterung derselben, Arbeitslosigkeit für die„überflüssigen Hände“, Druck auf den Arbeitsmarkt, Zurück⸗ gang, nicht Erhöhung der Löhne ꝛc. Nicht Ar⸗ beit wird durch solche neue Maschinen heute gespart, sondern— Arbeiter, die brotlos werden und das ungeheuere Heer der Arbeits— losen vermehren.
Kleine Mitteilungen.
* Das hohe Alter von 95 Jahren er⸗ reichte die dieser Tage verstorbene Frau Neeb in Hattenrod.
* Opfer der Arbeit. Zwei Bergleute auf Zeche Dorstfeld bei Essen stürzten in den Schacht und blieben sofort tot.— Ferner entstand auf der Zeche Werne— ebenfalls bei Essen— infolge eines Sprengschusses eine Explosion durch schlagende Wetter. Drei Arbeiter wurden schwer, drei leicht verletzt. — In Dauernheim bei Büdingen stürzte der Tagelöhner Mies, der auf dem Molkerei⸗Neubau beschäf⸗ tigt war, vom zweiten Stock ab, verletzte sich schwer und zog sich einige Rippenbrüche zu.— Auf dem Zwickauer
Kohlenwerk stürzte ein Bergmann in den 400 Mtr. tiefen Schacht, und wurde zerschmettert, ein anderer wurde von der Trans misston zermalmt.
* Fromme Sünder. Die Strafkammer in Kleve verurteilte am Freitag den Pastor Roffhack aus Hochemmerich wegen unzüchtig er Handlungen an Schülerinnen unter 14 Jahren zu 3 Jahren Zucht⸗ haus und 3 Jahren Ehrverlust.—
.——
Partei-Nachrichten.
Der Parteitag findet, wie der„Vorw.“ bekannt gibt, in der dritten Septemberwoche statt, nicht im August, wie in voriger Nummer nach einer durch die Presse ge⸗ gangenen Notiz mitgeteilt war.
Totenliste der Partei. In Göppingen (Württembg.) starb Genosse Hermann Thiele, der stets in hervorragender Weise für die Partei tätig war.— In Elberfeld starb der Genosse Gräser, der bei der letzten Wahl im Wahlkreise Essen als Reichstagskandidat aufgestellt war. Bei der Beerdigung am Sonntag kam es infolge des taktlosen Verhaltens eines Friedhofs⸗ wärters, der sich in höchst provokatorischer Weise be⸗ nahm und Leidtragenden die Kränze aus der Hand riß, zu Störungen.
Strafen über Strafen hat es in den letzten Tagen auf die sozialdemokratischen Redakteure niederge⸗ hagelt. Vier Monate Gefängnis erhielt der Gen. Düvell von der„Sächs. Arb.⸗Ztg.“ wegen Beleidig⸗ ung des Bautzener Offizierkorps. Mehrlein von der Breslauer„Volkswacht“ muß mit tausend Mark die angebliche Beleidigung der deutschen Unterofftziere büßen. — Am schlimmsten kam aber Garbe vom Casseler „Volksblatt“ weg, der ein ganzes Bündel Anklagen hatte. Außer den vier Monaten wegen Beleidigung der Eisenbahndirektion wurden ihm noch weitere fünf Monate wegen angeblicher„Erpressung“ zudiktiert. Diese soll darin bestehen. daß er im Volksblatt diejenigen Geschäfte veröffentlichte, welche dort nicht inserieren und aufforderte, diese nicht zu unterstützen. Dieses Vor⸗ gehen halten wir zwar durchaus nicht für richtig, aber „Erpressung“ ists auf keinen Fall.— Zu allem Ueber⸗ fluß hatte noch der Antisemitenhäuptling Liebermann das Volksblatt wegen Beleidigung verklagt, doch hier erzielte Garbe Freisprechung.
Versammlungskalender. Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗ sammlungen! Samstag, den 23. April.
Gießen. Soz.⸗dem.⸗Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Steinberg. Arbeiterbildungs verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Schmandt Wtwe. T.⸗O.: 1. Unsere Maifeier. 2. Beschluß über die Fahne. 3. Verschiedenes.
Dienstag, den 26. April.
Gießen. Freie Turnerschaft. Abends 9 Uhr Monatsversammlung bei Orbig, Rittergass'. Wich⸗ tige Tagesordnung.
Briefkasten.
X. Y. Z. Natürlich, lassen Sie nur den Kreisblatt⸗ Senf mal hierher wachsen. Im Uebrigen freundlichsten Dank für Ihre erfolgreichen Bemühungen, Wühlen Sie lustig weiter! Rögn. b. Nhm. War in dieser Nr. nicht gut möglich. Nach unserer Meinung sind es doch verhältnismäßig unbedeutende Dinge, die soviel Erregung hervorrufen. Hoffentlich erhält die Ordnungsstütze noch zeitig genug den Lohn für ihre kleinen und großen Sünden; das Schicksal schreitet manchmal schnell.
Maifeier 1904.
Sonntag, den 1. Mai, nachmittags im„Giessener Stadtwald, I. Schneise rechts:
M Wald- Fest eee
bestehend in Konzert, Gesangsvorträgen, Tanz, Kinderspielen, Preisschiessen.
Die Festrede hält Stadtv. Ed. Krumm. Festzug. Abmarsch punkt 2 Uhr vom Oswaldsgarten. Alle Arbeiter und Arbeiter-Vereine
werden freundlichst ersucht, am Zuge teilzunehmen. Das Gewerkschaftskartell u. Maifeier-Komitee.
Zinti 20 ig.


