Ausgabe 
22.5.1904
 
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folgten die übrigenLeidtragenden.

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Nr. 21.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

= Ein Fastnachtsult vor Gericht. In

Krof dorf veranstalteten am 16. Februar 17 dortige

Burschen einen Fastnachtsauf zug. Sie führten einen Simmenthaler Ochsen durchs Dorf, eskortiert von Gendarmenuniform tragenden Burschen. Vor dem Ochsen trug ein dritter Bursche ein Transparent mit der Aufschrift:Krofdorf, den 16. Februar 1904.

der gefesselte Simmenthaler, während ein vierter Bursche

einen Karren mit Akten mit der AufschriftBeschlagnahmt nachfuhr; neben dem Karren ging in Leichenbittermiene ein Herr in Schwarzem Rock und Zylinderhut, und dann Der Zug erregt⸗ überall große Heiterleit. Nur im Bürgermeisterhaus war man nicht erbaut davon. Dort faßte man die Sache nicht als einen lustigen Scherz auf, sondern als eine Verhöhnung der Person des Bürgermeisters Lichten⸗ thäler, der bekanntlich im Dezember wegen Vergehen im Amte verhaftet worden war. Lichtenthäler stellte Straf⸗ antrag und nun haben sich die Missetäter kommenden Freitag vor dem Wetzlarer Schöffengericht wegen Ver⸗ gehens gegen die§8 9, 10, 17 des Vereinsgesetzes(Ver⸗ anstaltung eines nicht genehmigten Aufzuges) und wegen

8 485 des Str.⸗G.⸗B.(Beleidigung) zu veranworten.

Man muß sich über die Strenge, mit der hier vorge⸗ gangen wird, wundern, weil doch im Allgemeinen für Maskenaufzüge keine polizeiliche Genehmigung geholt wird und ja auch anderswo unter dem Deckmantel der Narrenfreiheit mancher boshafte Scherz verübt wird, ohne daß die Staatsanwälte sofort in Aktion treten.

Aus dem Rreise Marburg⸗Kirchhain.

* Uebersozialdemokratische Vor⸗ gaukelungen entrüstete sich kürzlich die Hess. Landeszeitung. Sie schrieb:

Mit welch' albernen Versprechungen man noch in einigen Teilen der Sozialdemokratie die Arbeiter abzuspeisen wagt, beweist die von den Genossen in Hannover herausge⸗ gebene Maifestzeitung. In diesem Pamphlet wird, derWeserztg. zufolge, den Arbeitern ganz ernsthaft gesagt,ihr werdet einst auf eigenen Wagen fahren, mit eigenen Schiffen touristisch die Meere durchkreuzen, in Alpen⸗ regionen klettern und schönheitstrunken durch die Gelände des Südens, der Tropen schwei⸗ fen, auch nördliche Zonen bereisen, oder ihr saust mit eurem Luftgespann über Erden im Wettflug von Wolken, Winden und Sternen dahin. Nichts wird euch mangeln, keine irbische Pracht gibt es, die euer Auge nicht schaut. Fragt ihr aber, wer euch solches bringen wird? Nun: einzig allein nur der sozialdemokratische Zukunfts⸗ staat!

Aber nicht bloß das Marburger Blatt geht mit diesen Sätzen krebsen, mit denen schon vorher der Edle v. Riepenhausen im Reichstage seine feudale Rede würzte, auch der vielbe⸗ rühmte Teutone Hirschel, der seinen Wig⸗ wam jetzt in Friedberg aufgeschlagen hat, ser⸗ viert sie seinen paar Lesern als gefundenes Fressen. Nun, wir können mit gutem Ge⸗ wissen sagen, daß wir die Entwicklung der sozialen und wirtschaftlichen Dinge mit Nüch⸗ ternheit betrachten, wir fühlen uns frei von Zukunfts⸗Illussionen. Und wenn das obige Zitat wirklich in einer sozialdemokrotischen Zeitung gestanden hat eineHannoversche Maizeitung gibt's nicht so stehen wir nicht an, es als eine poetische Uebertreibung zu bezeichnen. Und eine solche soll es sein, wird auch nicht anders von den sozialdemokra⸗ tischen Lesern aufgefaßt. Aber liegt das, was da gesagt wird, nicht im Bereiche der Möglich⸗ keit? Da haben sich doch schon Dinge erfüllt, die man einige Jahrzehnte vorher für viel unmöglicher gehalten hätte. Wenn z. B. vor 5 Jahren jemand Herrn Hirschel gesagt hätte, daß er im Jahre 1904 in den Junker⸗ bund einschwenken werde, den hätte er ganz

Meiner werten Kundschaft ben Nachricht, daß sich mein Salon

und Frisieren

Lötren gasse 13

befindet und bitte um recht zahl⸗ reichen Besuch, saubere und nur gute Bedienung zusichernd.

Achtungsvoll!

Max Roscher, en,

Wieseck

Am 2. Pfingstfeiertage, vou nachmittags 4 Uhr ab:

gutbesetzte Tanzmusik

wozu ergebenst einladet:

bestimmt für verrückt erklärt. Dasselbe haben die Nationalsozialen getan, wenn ihnen vor etlichen Jahren ihr politischer Bankrott voraus⸗ gesagt wurde. Und heute?? Noch eins. Pie Leute des Bündlerorgans und der Marburgerin verhöhnen obige Zukunftsstaats⸗Phantasie. Sie sind doch Christen und gehen hoffentlich dann und wann in die Kirche. Vielleicht singen sie dort mal das Lied Nr. 489 des hess. Gesang⸗ buches, dessen letzter Vers lautet:

Ihr, die jetzt in Thränen speiset,

Denkt an des Himmels Freuden mahl;

Ob ihr noch durch die Wüste reiset,

Gott bringt euch in den Ehrensaal:

Da werdet ihr mit Freuden sehen,

Wie wohl mir durch den Tod geschehen.

Sie werden nicht wagen, dies alssozial⸗ demokratische Vorgaukelung zu bezeichnen.

r. Konsumverein. In der letzten Generalver⸗ sammlung des Konsumvereins gab zunächst der Ge⸗ schäftsführer einen Ueberblick über Stand und Entwickel⸗ ung des Vereins. Mit Genugtuung konnte er mitteilen, daß der Verein in bester Blüte stehe. Der Umsatz hat sich seit der letzten Generalversammlung wieder verdoppelt. Die Mitgliederzahl beträgt 385. Tadeln mußte er jedoch die schlechte Einzahlung der Geschäftsanteile einer An⸗ zahl Mitglieder, die entweder garnicht oder aber sehr wenig eingezahlt hätten. Er ermahnte die Mitglieder dringend, in dieser Beziehung besser ihren Verpflichtungen nachzukommen; denn es sei ein großer Vorteil für den Verein, wenn genügend Mittel zur Verfügung stünden. Ferner macht er auf die eingerichtete Sparkasse für Kohlen⸗ und Kartoffelbezug aufmerksam und empfiehlt besonders den minderbemittelteu Mitgliedern, beizeiten einige Spargroschen dafür zurückzulegen. Die Filialen in Ockershausen und Kappel entwickeln sich prächtig; weniger gut das zweite Marburger Geschäft, quo noch einige Mängel abzustellen sind. Nach erfolgter Wahl eines Aufsichtsratsmitgliedes wendet sich die Versamm⸗ lung der Bäckerei angelegenheit zu. Es wird besonders zur Beachtung für die Frauen darauf hingewiesen, daß die Konsunbäckerei jede Backware frei 590 Haus liefere und selbstverständlich auch Kuchen backe.

r. Der Wahlverein hält Samstag, den 28. Mat eine Versammlung im Lokale Jesberg ab wozu zahlreicher Besuch erwartet wird. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.

r. Feiertagsausflüge und⸗-Vergnügen. Am 1. Feiertage unternehmen die Marburger Genossen einen Ausflug durch die Marbach nach Wehrshausen. Ab⸗ marsch punkt ½3 Uhr von Rest. Jesberg. Abends 9 Uhr in diesem Lokal Familienabend. Am 2. Feier⸗ tage Ausflug nach Hansenhaus links. Abmarsch 3 Uhr vomRumlaufsplatz.

r. Die Gewerkschaftsversammlung am Samstag, in der Gen. Mir us⸗Frankfurt über den Heimarbeiterschutz⸗Kongreß berichtete, war zahlreich besucht. Dem Vortrage des Redners folgten die Versammelten mit gespannter Aufmerksamkeit und spendeten lebhaften Beifall.(Bezüglich der sachlichen Ausführungen verweisen wir auf den Artikel über den Heimarbeiterschutzkongreß in der heutigen Nummer. D. R.) Im weiteren Verlauf der Versammlung besprach ein Mitglied der Gewerkschaftskommission die christlichen Gewerkschaften in Marburg und forderte die Anwesenden auf, für die Erstarkung der freien Gewerkschaften nach besten Kräften zu sorgen.

Aus dem Rreise Dillenhurg⸗Herborn.

t. Die Parteiversammlung für den V. Wahl⸗ kreis, die am zweiten Pfingsttage mit Dr. Quarck als Referenten stattfinden follte, ist für diesen Tag wegen Lokalschwierigkeiten unmöglich geworden. Sie wird an einem späteren Sonntage ab gehalten.

Der Frankfurter Raubmord

an dem Klavierhändler Lichtenstein wurde von Montag bis Mittwoch vor dem Frankfurter Schwurgericht verhandelt. Während der An⸗ geklagte Stafforst geständig war und seine

Reue an den Tag legte, versuchte der andere Mordgeselle Groß seine Mittäterschaft in Ab⸗ rede zu stellen. Das gelang ihm natürlich nicht, es scheint im Gegenteil, daß er derjenige war, der den Mordplan entwarf. Wie vor⸗ auszusehen, sprachen die Geschworenen das Schuldig aus, und Beide wurden z u m Tode verurteilt. Seit der Verurteilung Liskes im Jahre 1885 war in Frankfurt kein Todesurteil mehr gefällt worden. Der Pro⸗ zeß wurde von der bürgerlichen Presse in wider⸗ licher Weise sensationell ausgebeutet, auch der Wetzl. Anz. füllte fast sein ganzes Blatt mit dem Berichte!

* Messerstecherei. In Großkarben ge⸗ rieten am Himmelfahrtstage mehrere Burschen bei einer Waldfeier in Streitigkeit. Einer der Streitenden verletzte drei andere schwer durch Messerstiche.

* Opfer der Arbeit. Auf der HüttePhönix bei Ruhrort wurden vier Arbeiter durch ausströmende Gase betäubt. Zwei Arbeiter blieben tot.

* Von einem Automobil wurde Sonntag Abend bei Griesheim a. M. ein Mann namens Noß und sein fünfjähriges Töchterchen überfahren. Das Kind war sofort tot.

Arbeiterbewegung.

Eine Million Mitglieder zählen jetzt die freien Gewerkschaften nach den Zu⸗ sammenstellungen der Generalkommisson. Das stellt eine sehr respektable Macht dar und die Arbeiter haben Ursache, sich dieser erfreulichen Entwicklung ihrer Kampforganisationen zu freuen.

Lohn bewegungen. Erfolgreicher Bäckerstreik in Berlin. Der Bäcker⸗ ausstand in Berlin, von dessen Ausbruch wir in letzter Nummer berichteten, hat den Bäcker⸗ gesellen einen schönen Erfolg gebracht. Sie sind auf der ganzen Linie mit ihren allerdings bescheidenen Forderungen durchgedrungen, obgleich die Innungen von vornherein jede Verhandlung mit den organisierten Bäckern ab⸗ lehnten. Es traten 4088 Gesellen in den Streik, zu denen in den ersten Tagen noch weitere hinzukamen. Am Montag hatten bereits 1870 Bäckereien mit 4200 Gesellen bewilligt und es gab nur noch etwa 750 Streikende. Während des Streik hat der Bäckerverband über 1000 Mitglieder gewonnen, so daß jetzt in Berlin 42 000 Bäcker organisiert sind. Der Erfolg ist hauptsächlich dem tapfern und ziel⸗ bewußten Verhalten der Berliner Frauen zu danken, die nur den Bäckern Waren abkauften, welche die Forderungen der Gesellen bewilligt hatten. Der Weißbinderstreik in Frank⸗ furt ist auch beendet. Es kam zu einem Ver⸗ gleiche mit den Unternehmern, wonach ein Stun⸗ denlohn von 43 bis 48 Pfg. bet 9½stündiger Arbeitszeit bezahlt werden soll. Der Aus⸗ stand der Schreiner in Offenbach dauert dagegen noch fort.

Partei-Machrichten.

Ein Parteischiedsgericht beschäftigte sich mit den Anklagen gegen die Genossen Bernhardt, Heine und Göhre. Die Anklagen gegen die ersteren wurden als unbegründet abgewiesen, gegen Göhre zurückgezogen.

Versammlungskalender. Samstag, den 21. Mai Gießen. Wahlverein Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Samstag, den 4. Juni. Lauterbach. Soz.⸗de m.⸗Wahlverein. Abends 8/ Uhr. Versammlung bei Gastwirt Keutzer.

Letzte Nachrichten. Vor Port⸗Arthur gingen zwei große japanische Kriegsschiffe unter.

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zum Gambrinus.

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