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Nr. 47.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
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wird dazu gemeldet: Das Attentat ist eine Folge der ungeheuren Poltzeiwillkür, mit der die Unruhen in Czenstochau unterdrückt werden. Seit Tagen dementiert der offiziöse russische Regierungsapparat die Meldungen von den ernsten Unruhen in Russisch. Polen, während sich dort in der Tat die Bevölkerung geradezu in Empörung gegen das russische Regime befindet. Vielfach leisten die 10 Kriegs dienst einberufenen Reservisten Widerstand und vergeblich wird derselbe mit Flinte und Säbel niederzuschlagen gesucht. In Warschau kam es am Samstag zu Unruhen, zu deren Unterdrückung Militär aufgeboten wurde.
Russisch⸗japanischer Krieg.
Vom Kriegsschauplatze in der Mand⸗ schurei liegen Meldungen von Bedeutung nicht vor. Es finden stets kleinere Kämpfe statt, doch haben sich die feindlichen Armeen stark verschanzt. Eine Meldung, daß General Kuroki gestorben sei, wird von japanischer Seite bestritten.
Vor Port Arthur bemühen sich die Japaner das letzte Bollwerk der Russen zu Falle zu bringen. Die Besatzung der Festung soll noch 20000 Mann betragen.— In dem Hafen von Tschifu suchte der russische Torpedo⸗ bootzerstörer„Rastoropny“ aus Port Arthur Schutz. Nachdem der Kapitän von chinesischer und amerikanischer Seite aufgefordert worden war, das Schiff abzurüsten, sprengten es die Russen in die Luft. a
Die baltische Flotte passiert soeben den Suezkanal. Sie wird nicht vor 15. März in Wladiwostock eintreffen.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung.
Vom Versicherungswesen. Nach dem Geschäftsbericht der Invaliden⸗Verstcherungs⸗ Anstalt des Großherzogtums Hessen ist die Zahl der in Heilanstalten Behandelten im Jahre 1903 auf 1382, gegen 1285 im Vorjahr gestiegen. Auch bei der Landes ⸗Versicherungs⸗ Anstalt Hessen⸗Nassau, die bisher recht zögernd die Invaliditätsverhütung durch Heil⸗ behandlung betrieb, ist im Jahre 1903 die Krankenfürsorge für ihre Versicherung um ein Kleines erweitert worden. 1902 ließ sie 591 tuberkulöse und 294 nichttuberkulöse Kranke behandeln, 1903 dagegen 692 tuberkulöse und 383 nichttuberkulöse Kranke. Dem Drängen des Ortskrankenkassen⸗ Verbandes Wiesbaden, die Errichtung eines eigenen Sanatoriums, gab die Anstalt leider nicht nach. Dagegen hat diese Anstalt für Ober⸗ und Unterwester⸗ wald⸗Kreis eine Rentenstelle mit dem Sitz in Montabaur errichtet.— Sehr erfreulich ist es, daß die Landes⸗Versicherungs⸗Anstalten sich die Förderung des Arbeiter-⸗Wohnungs⸗ baues, wenn auch teilweise noch recht minimal, angelegen sein lassen. Nach den Mitteilungen des sozialen Museums legten die Versicherungs⸗ Anstalten von ihrem Vermögen in Arbeiter⸗ wohnungen an: Hannover 43,3%, Hessen⸗ Nassau 18,4%, Großherzogtum H essen 16,7%— Schlesien 0,3%. Arbeiter⸗Invaliden⸗ heime hat bis jetzt nur die Thüringer Landes⸗ Versicherungs⸗ Anstalt errichtet(65 Betten). während in sämtlichen anderen Bezirleu de unglücklichen Arbeiter-Invaliden, die völlig vereinsamt, in keiner Famili« ehr eine Stütze finden, mit der knapp zugemessenen Invaliden⸗ rente, die nicht mal zur Befriedigung der aller⸗ notwendigsten Lebensbedürfnisse reichten, schwer⸗ lich vor der Demütigung der Armenfürsorge bewahrt bleiben. Ja, Preußen in Deutschland voran.
Einfuhr und Ausfuhr. Nach den vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Nachweisen hat sich in den ersten 9 Monaten d. J. die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen um 3,2 Millionen Doppel⸗ zentner bermindert. Ebenfalls hat Deutsch⸗
land in derselben Zeit weit weniger Roggen,
Hafer und Mais eingeführt, wie auch die Ein⸗
fuhr von Vieh und Fleisch abgenommen hat. Dagegen hat die Einfuhr von Butter um 50 Prozent zugenommen. Der Einfuhrwert hierfür stellt sich auf 44½ Millionen Mark.— Doch nicht allein die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten hat abgenommen, sondern die Aus⸗ fuhr derselben ist um 2,8 Doppelzentner ge⸗ stiegen. An dieser Steigerung sind vornehm⸗ lich die Kartoffeln beteiligt, von denen in den ersten 9 Monaten d. J. 640000 Doppelzentner mehr aus- als eingeführt wurden, während im Vorjahre 440000 Doppelzentner Kartoffeln mehr ein⸗ als ausgeführt worden sind.— Von Industrieerzeugnissen hat die Ausfuhr von Kupferwaren, Maschinen, Glas und Glas⸗ waren, sowie Kurzwaren und Drogen zu ge⸗ nommen. Ungünstig dagegen hat sich das Aus fuhrgeschäft besonders für die Eisenindustrie gestaltet. An Eisen und Eisenwaren ist für zirka 34 Millionen Mark, weniger ausgeführt, dagegen für 5 Millionen Mark mehr eingeführt
worden, sodaß sich der Wertausfall hierfür auf
29 Millionen Mark berechnet. Dieser Ausfall wird hauptsächlich auf den geringen Bedarf Englands und die verstärkte Konkurrenz der vereinigten Staaten von Amerika zurückgeführt. Der 5. Gewerkschaftskongreß, welcher im nächsten Frühjahre in Köln a. Rh. abge⸗ halten wird, soll sich nach den Mitteilungen des Korrespondenzblattes der Generalkommisston mit der Maifeterfrage, sowie mit der Frage Generalstreik oder politischer Massen⸗ streik beschäftigen. Eine vom 24. bis 26. Oktbr. in Berlin abgehaltene Konferenz der Vertreter der Zentral verbände hat sich gegen die General⸗ streikidee ablehnend verhalten, doch hielt es die Konferenz für zweckmäßig, daß diese ablehnende Haltung auch in einem Beschlusse des Gewerk⸗ schaftskongresses zum Ausdruck komme.
von Nah und gern. gessisches.
— Der Schulantrag unserer Land⸗ tagsfraktion, der die hessische Regierung ersuchte, alsbald den Landständen eine Gesetzes⸗ vorlage zugehen zu lassen, durch welche der zweite Ahsatz des Artikels 3 des Gesetzes vom 16. Jont 1874, das Volksschulwesen betreffend, abgeändert wird wie folgt: Die Schülerzahl einer Klasse darf 40 nicht übersteigen; unter besonderen Umständen können einem Lehrer bis zu 60 Kinder zum Unterricht zugewiesen werden.— Dieser Antrag scheint nach dem nun vorliegenden Bericht des Ausschusses dem⸗ selben Schicksal zu verfallen, wie unsere weiteren Schulanträge und der Antrag Schönberger und Genossen. Das heißt, er wird abgelehnt werden. Die Regierung erklärt, darauf zur Zeit nicht eingehen zu können. In Hessen würden jetzt 177743 Kinder von 3035 Lehrern und Lehrer⸗ innen unterrichtet. Wollte man nun ohne jede Ausnahme einem Lehrer nicht mehr als 40 Kinder zum Unterricht zuweisen, so würden im Ganzen 1648 mehr, als jetzt zur Verfügung stehen, nötig werden, die bei dem gegenwärtigen Lehrermangel nicht aufzutreiben wären. Selbst wenn die Normalzahl der Klasse auf 60 fest⸗ gesetzt werden sollte, würde die Vermehrung der Lehrerstellen um 400 nötig sein und eine Kostenaufwendung von mindestens eine Million Mark jährlich verursachen. Der Vierte Aus⸗ schuß beantragt deshalb gegen eine Stimme, den Antrag des Abg. Orb und Genossen abzu⸗ lehnen.— Natürlich. Für Kulturaufgaben ist eben nie Geld da. Der Unterricht, die Er⸗ ziehung der Jugend sollte die höchste Aufgabe des Staatswesens sein, ste aber gründlich zu erfüllen, ist aus Mangel an Mitteln nicht möglich. Für nutzlose Kolonialkriege werden aber Hunderte von Millionen Mark verpulvert!
— Von dem glänzenden Siege unserer Parteigenossen in Offenbach konnten wir unsern Lesern in voriger Nummer nur kurz Mitteilung machen. Jetzt liegt das amt⸗ liche Wahlergebnis vor und die von unseren Genossen erzielten Stimmenzahlen lassen im Vergleich zu denen der Gegner und zu den bei früheren Gemeindewahlen abgegebenen
sozialdemotratischen Stimmen unsern Sieg uo h
viel großartiger erscheinen. Gewählt sind die Genossen C. Ulrich, Ph. Weipert, G. Stange, K. Wiehle, K. Schäfer, O. Schulze, R. Winkler, A. Hamel, G. Peine, J. Winter, K. Spieß, A. Schmidt, Fr. Haas. Ulrich erhielt 4163 Stimmen, Weipert die zweithöchste Stimmen⸗ zahl mit 4008 und so fallen die Stimmen in kleinen Abständen bis herunter zu 3924, die Haas erhielt. Gegen die Wahl von 1901, wo unsere Liste unterlag, macht das eine Zunahme von 1300 Stimmen! Dagegen hat der Kuddel⸗ muddel etwa 3300 Stimmen aufgebracht, gegen die letzte Wahl einen Rückgang von 300 Stimmen erlitten! Dieses Resultat hat eine Bedeutung, die über Offenbach hinausgeht: die Mehrheit einer großen Stadt erklärt damit klar und deutlich, daß sie das Gemeinwesen e Sinne geleitet wissen will.
Vor neun Jahren, schreibt dazu unser Offenbacher Parteiblatt, wurde zum erstenmal ein Sozialdemokrat in das Offenbacher Stadt⸗ parlament gewählt: Genosse Ulrich. Bis dahin hatten die„Bürger“ unbestritten auf dem Rathause schlecht und recht gewurstelt, in keiner Weise angekränkelt von irgend welchen Gedanken, die mit moderner Sozialpolitik auch nur in Zusammenhang gebracht werden könnten. Ulrich benahm sich wirklich als„Hecht im Karpfen⸗ teiche“. Er brachte Leben in die muffige Bude. Die Einwohner fingen an, den Vorgängen auf dem Rathause Interesse abzugewinnen. Nach drei Jahren— im Jahre 1898— wurde zur größten Ueberraschung unserer eigenen Genossen die ganze sozialdemokratische Liste gewählt! Mit einem Schlage erhielt Ulrich 16 Mann zur Seite. Die Gegner waren entsetzt. Zwei der bürgerlichen Stadträte legten sofort ihre Mandate nieder; sie wollten nicht mit„Kohlen⸗ schippern“ und„Taglöhnern“ gemeinsam über das Wohl und Wehe der lieben Vaterstadt beraten. Durch diesen Austritt erhielten unsere Genossen die Mehrheit in der 36 Mann starken Vertretung.
Sie nutzten die Mehrheit gut aus. Die Stadt Offenbach gedieh prächtig unter dem soztaldemokratischen Regiment. Es steht kein öffentliches Gebäude, keine große kommunale Anlage aus neuerer Zeit in Offenbach, die die Sozialdemokraten nicht mit geschaffen haben. Was für das Gedeihen der Stadt getan werden konnte, das wurde getan.
Unsere Genossen wirkten„kulturverwüstend“, in dem sie mitwirkten an der Errichtung eines modern ausgerüsteten Hafens; sie halfen ein mit allem Raffinement moderner Technik aus⸗ gerüstetes Schlachthaus bauen; sie halfen ein neues Gas⸗ und Elektrizitätswerk errichten; sie zeigten ihre ganze„Bildungsfeindlichkeit“, in⸗ dem sie das Schulwesen verbesserten und neue Schulhäuser bauten.
Auf dem Gebiete dessen, was man gewöhn⸗ lich zuerst im Auge hat, wenn man von kommunaler Sozialpolitik spricht, wirkten ste geradezu vorbildlich. Sie sorgten, soweit das die gesetzlichen und finanziellen Grenzen zul ießen, für die Arbeitslosen und Erwerbsbeschränkten; also auch weniger leistungsfähige Arbeiter, die keine Beschäftigung finden konnten, nahm die Stadt in Dienst, auch im Sommer. So lange es irgend anging, sollte in Offenbach jeder Arbeiter vor der Notwendigkeit der Armenpflege bewahrt bleiben, keiner so leicht seine politischen Rechte verlieren. Es wurde die unentgeltliche Hebammenhilfe eingeführt; wer diese Hilfe ge⸗ brauchte, konnte sie in Anspruch nehmen, ohne Bedürftigkeit nachzuweisen. Ebenso wurde die unentgeltliche Totenbestattung eingeführt. Man konnte also unter sozialdemokratischem Regime „umsonst“ auf die Welt kommen und sich auch umsonst begraben oder verbrennen lassen. Weiter schafften unsere Geunossen das Oktroi auf Mehl und Backwaren ab.
Ueber ihre Niederlage von 1898 waren die Gegner wütend. Sie setzten alle Hebel in Bewegung, um die sozialistische Mehrheit wieder zu beseitigen. Es gelang ihnen dies auch bei der Wahl im Jahre 1901 unter den riesigsten Austrengungen. Den letzten Spießer hatten sie
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