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Nr. 25.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite N.
fort ab, später gaben auch die Konservativen die Karten zurück. Die Antisemiten bekamen zusammen mit den Stöckerianern und einigen andern Abgeordneten, die zusammen die soge⸗ nannte„Wirtschaftliche Vereinigung“ bilden, auch zwei Karten, die sie untereinander aus⸗ knobelten. Dabei gewann der ber— ühmte antisemitische Pastor Krösell und der Welfe Damm die Freikarten. Nun wirft sich die eine Schattierung des Antisemitismus, die deutsch⸗soziale Reformpartei stolz in die Brust und erklärt, daß sie die Freikarten des„Juden Ballin“(der von den Antisemiten viel ange⸗ griffene Direktor der Hamburg⸗Amerika⸗Linie) abgelehnt habe. Na, die Pückler⸗Partei soll nur nicht so prahlen! Wäre einem von der Reformpartei das Loos günstig gewesen, so hätte er vielleicht die Spritztour ebenso wie Krösell mitgemacht.— Warum die Reformer diesen auf einmal nicht als ihren Parteifreund aner⸗ kennen wollen, ist eigentlich nicht recht einzusehen; als er gewählt wurde, haben sie ihn doch als Antisemit begrüßt!— Uebrigens nur nicht so unschuldig! Haben denn die„Reformer“ und ihre Presse vergessen, daß ebenso wie die Kon⸗ servativen auch die Antisemiten im Juni 1895 bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Nord⸗ ostsee⸗Kanals, den Einladungen des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg⸗Amerika Linie folgend, an Seefahrten auf Schiffen dieser Gesellschaften gern teilgenommen haben? Die Antisemiten⸗ blätter erinnern sich wohl heute nicht mehr daran, daß damals Ahl wardt einen Berliner Gast⸗ wirt und der antisemitische Abgeordnete Zim- mermann einen Dresdner Rentner als „Diener“ mitgenommen hatte, was sogar einer Durchstecherei verdammt ähnlich sah. Sie haben 13 gar keine Veranlassung, heute so stolz zu tun.
Die Zünftlerei ist im Verfall.
Mit der Handwerksrettung vermittels der Innungen ist es gründlich Essig. Wie viele dieser Organisationen haben sich schon wieder aufgelöst! Die Handwerker sehen ein, daß ste damit nicht weiter kommen. Jetzt wird aus Sachsen berichtet, daß die Klempner⸗Zwangs⸗ innung in Meißen ihre Auflösung beschlossen hat und die Schuhmacher⸗-Zwangsinnung in Elsterberg beabsichtigt ein Gleiches. Von einer Reihe anderer Orte konnte man in letzter Zeit ähnliches lesen. Und welche Hoffnungen setzten die Zünftler nicht auf die Zwangs⸗ organisation.
Vernünftiger Kriegsminister.
Der Genosse Fourniere hält seit einigen Tagen an der militär⸗technischen Hochschule in Paris Vorträge über die Arbeiterschutz⸗Ge⸗ setzgebung. Der Kriegsminister soll Fourniere noch den besonderen Wink gegeben haben: Wenden Sie sich an das Herz dieser jungen Leute und sagen Sie Ihnen, wie es im Herzen des Arbeiters ausschaut. Daß der französische Kriegsminister sich angelegen sein läßt, die künftigen Genieoffiziere und Leiter der mili⸗ lärischen Werkstätten in die Gesetze über das gewerbliche Arbeitsverhältnis einzuführen, ist ein sehr löbliches Beginnen. Im„Lande der Denker“ solch ein Unternehmen überhaupt nur anzudeuten, würde sicher von unsern berufensten Organen als„Staats verbrechen“ gebrandmarkt. Unsern Beamten muß der richtige„Dünkel er⸗ halten bleiben“.
Fest des Königsmordes.
Am 11. Juni war der Jahrestag der Er⸗ mordung des Königs Alexander und seiner Draga von Serbien. Diesen Tag wollten die Studenten der Belgrader Hochschule sowie die Offiziere verschiedener Garnisonen festlich begehen und zur Feier der Ermordung des Königspaares tanzen. Es mag 1 60 5 bleiben, ob, wie berichtet wurde, die Feste von oben herunter untersagt worden sind, oder ob sie in weniger geräuschvoller Form stattgefunden haben, jedenfalls ist es für die Monarchisten bezeichnend, daß sie die Ermordung ihres„an⸗ gestammten“ Königs, vor dem ste noch vor einem Jahre in Ehrfurcht erstarben, durch Spiel
und Tanz feiern wollten. So sieht die„un⸗ wandelbare Königstreue“ aus, wenn ste glaubt, bei der Konkurrenz besser zu fahren! Gewisse Leute in Deutschland, die bei jeder Gelegenheit „Hoch“ schreien, würden es wohl nicht viel anders machen.
Unerhörte Ministergaunereien.
Der ehemalige italienische Minister Nasi hat geradezu wie ein Zigeuner gestohlen. Nicht bloß amtliche Gelder hat er unterschlagen, son⸗ dern auch wertvolle Gegenstände wie ein ganz gewöhnlicher Spitzbube sich angeeignet. Die Justizbehörde mußte 6 große Zimmer mieten, um alle die Gegenstände unterzubringen. Von Trapani, dem Wohnort Nasis, find 80 Kisten angelangt, welche die zusammenge⸗ stohlenen Gegenstände enthalten. Eine große Anzahl Kisten enthält wertvolle Kunstobjekte. Ein sauberer Ordnungsmann!
Russisch⸗japanischer Krieg.
Mit dem russischen Vormarsch, von dem vor Kurzem die Rede war, ist es nichts. Im Gegenteil, die Japaner sind bei ihrem Vorrücken nach der Mandschurei gar nicht auf⸗ gehalten. Dabei hat es gewiß eine Reihe Kämpfe gegeben, die aber meist zu Gunsten der Japaner ausfielen. Alle Nachrichten darüber lassen erkennen, daß die Russen im Nachteil sind.— Port Arthur ist völlig eingeschlossen, die Lebensmittelzufuhr dorthin vollkommen unterbunden. Die Japaner beschlagnahmten bei Tschifu eine Anzahl mit Mehl beladener, für Port Arthur bestimmter chinesischer Dschunken.
Ueber die Höhe der bisherigen russischen Verluste wird von Petersburg berichtet, daß bisher 216 Offiziere und 4900 Mann tot, ver⸗ wundet oder gefangen sind. Die Zahl ist zwei⸗ fellos viel zu niedrig.
Friedensaussichten? Wie aus To⸗ kio gemeldet wurde, soll eine hochstehende japa⸗ nische Persönlichkeit erklärt haben, daß Japan nach Besitzergreifung von Port Arthur und Mukden die Offensive einstellen und auch keiner⸗ lei Einwendungen machen werde, wenn von befreundeter Seite eine diplomatische Inter⸗ vention zur Herbeiführung von Friedensver⸗ handlungen eingeleitet werden würde.
Aus dem Reichstage.
Der Gesetzentwurf über die Kaufmanns⸗ gerichte wurde am Donnerstag in der zweiten Lesung zu Ende beraten. Das Zentrum und die Nationalliberalen waren umgefallen und hatten mit der Regierung ein Kompromiß geschlossen, das entgegen den Kommisstonsbe⸗ schlüssen das Frauenwahlrecht beseitigen und das Wahlalter auf 25 Jahre heraufsetzen will. Genosse Lipinski geißelte mit Recht diesen neuesten Zentrumsverrat an den Rechten der Handlungsgehülfen und wurde dabei von dem witzigen freisinnigen Abg. Träger und auch von dem Anttsemiten Böckler unterstützt.— Vereint mit einigen freisinnigen Abgeordneten leuchtete auch Genosse Singer„dem sozial⸗ politischen Leuchtturm“ des Zentrums, Herrn Trimborn, heim, und es gelang, wenigstens für diese Lesung die Aufrechterhaltung der Kommis⸗ sionsbeschlüsse in vollem Umfang durchzusetzen.
Agrartsche Geständnisse, Am Sams⸗ tag hatte der Reichstag eine Petition über Aenderung des Fleischbeschaugesetzes zu beraten. Es gab darüber eine lebhafte Diskussion und dabei machte der nationalliberale Agrarier Held, der sich als Vertreter von Viehzucht⸗ interessenten fühlte, im Eifer, für diese einen besonderen Vorteil herauszuschlagen, recht nied⸗ liche Geständnisse. Zunächst bestätigte er unser zu Dutzend Malen in den Zolldebatten wiederholtes Argument, daß drei Millionen deutscher Kleinbauern an höheren Ge⸗ pee lten kefgepleit teresse hätten. Dann gab er zu, daß die Agrarier beim Fleischbeschaugesetz im wesentlichen den Zweck verfolgt häkten, die Landwirtschaft zu schützen; er war so ungeniert, uns noch einen Vorwurf daraus zu machen, daß wir bei diesem
Gesetz, das auch nach den heuchlerischen Phrasen der Agrarier nur die Volksgesundheit hatte schützen sollen, wirklich nur für diese gesorgt hätten.— Genosse Edmund Fischer(Sachsen) nahm namens unserer Fraktion diese Geständnisse einer schönen Seele mit Dank entgegen. Die Rechte und das Zentrum ärgerten sich und Herr Erzberger suchte seinen Aerger an unserm Ge⸗ nossen Schippel auszulassen. Er las aus Schippels Artikeln in der Chemnitzer„Volks⸗ stimme“ vor, um diesen als Schwurhelfer für die zollpolitische Haltung des Zentrums zu e Aber Genosse Thiele konnte ihm eicht nachweisen, daß, wie abweichend auch die Auffassungen Schippels von der seiner meisten Frakttonsgenossen sind, sie jedenfalls mit denen der deutschen Agrarier aus den Reihen der Konservativen und des Zentrums nicht das geringste gemein haben. Das mußte am Schluß auch Herr Erzberger zugeben. Schließlich kam es über diese Petitionen so wenig zu einer Entscheidung wie über die andern wichtigeren, die auf der Tagesordnunng standen.
Den Hauptpunkt bei den Dienstagsverhand⸗ lungen bildete die Togobahn⸗Anleihe. Es war Genossen Ledeb our ein Leichtes, nach⸗ zuweisen, daß es sich bei der ganzen Bahnvor⸗ lage um eine Projekt zu Gunsten der Togoge⸗ sellschaft handle. In seiner Rede kam er auch auf die unglaublichen Landräubereien der Togo, gesellschaft zu sprechen, die bisher viel zu wenig gewürdigt wurden. Wie sich die hohe Regierung dazu stellt, zeigt am besten die Antwort des Kolonialdirektors auf den Antrag'unserer Frak⸗ tion, alle zwischen der Togogesellschaft uud den Negern geschlossenen Verträge zu annullieren. Lächelnd meinte er, dann würde die ehrenwerte Gesellschaft bei den Gerichten Schutz suchen und finden. Daß der Reichstag beschloß, was die Regierung wollte, ist selbstverständlich; haben doch so und so viele der Rechten persönlich In⸗ teresse daran.
Mittwoch wurden nochmals bedeutende Auf⸗ wendungen für unsere herrlichen Kolonien ge⸗ nehmigt und zwar für die Togo⸗Eisenbahn und ostafrikanische von Dar-es-Salam nach Urogoro. Der Bau der letzteren war lange umstritten und von Leuten, die es wissen mußten, als ein zweckloses und kostspieliges Unternehmen bezeichnet worden. Daß jetzt die Mehrheit ja und amen dazu sagte, ist bezeichnend für sie.— Diese Woche wird sich der Reichstag bis zum Herbst vertagen.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung.
Was ist Terrorismus? Unser Düssel⸗ dorfer Parteiblatt schreibt: Die„christliche n“ Gewerkschaftsagitatoren regen sich darüber auf, wenn man ihnen unsererseits den Vorwurf macht, ihre Bewegung erfreue sich der Protektion der Arbeitgeber gegenüber der unsrigen. Einen kleinen Beweis für diese unsere Büffel liefert die Montagsnummer des„Düsseldorfer Volksblatts“. Der christliche Arbeiterverein Düsseldorf hatte für seine Ehrenmitglieder am Sonntag ein Fest veranstaltet. Der unermüdliche Herr Dr. Schmidt hielt hierbei die Festrede und führte u. a. aus:„Von unseren Ehrenmitgliedern und inartiven Mitgliedern dürfen wir voraus⸗ setzen, daß sie der aufstrebenden christlichen Arbeiterbewegung nicht hindernd in den Weg treten, sondern zu ihrer Stärkung alles aufbieten werden. Die katholischen Arbeitgeber mögen ihre Arbeiter antreiben, sich dieser christlichen Bewegung anzuschließen, um so einen starken Damm zu bilden gegenüber den Gefahren, die Staat und Kirche drohen von seiten der sozialbemokratischen Arbeiterbewegung“. So die Ausführungen des Herrn Dr. Schmidt, — Das ist natürlich kein Terrorismus, sondern — katholischer Pflichteifer.
Arbeitersekretariat im Königreiche Stumm. Laut Beschluß der Generalkommisston der Gewerkschaften Deutschlands vom 28. Mai d. J. wurde Genosse Hans Portenkirchner in Hausham(Bayern) als Sekretär des Ar⸗ beitersekretareats St. Johann⸗Saar⸗ brücken ernannt, das am 1. Juli d. J. eröffnet wird.


