Ausgabe 
18.12.1904
 
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Nr. 51.

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tarif noch nicht weit genug; dem Mittelstand gehts schlechter wie den Arbeitern und er muß unbedingt gerettet werden, die Sozialdemokratie will ihn aber vernichten! Weiter forderte der gute Mann das Verbot des Terminhandels, das bekanntlich im Börsengesetz schon aus gesprochen ist. Das sagte ihm Genosse Vetters⸗ Gießen, der zufällig anwesend war und in der Dis⸗ kusston das Wort ergriff. Außerdem wies unser Gen. die Angriffe auf unsere Partei entschieden zurück. Dabei wurde er oft von einigen wohlbeleibten Spießern unter⸗ brochen, die sich später noch eingefunden hatten. Durch diese Ausführungen war aber der Landwirtsbündler, der offenbar geglaubt hatte, sich in einer durchaus sozialistenreiner Versammlung zu befinden, in gewaltige Erregung geraten und suchte sich mit alleelei falschen Unterstellungen und Behauptungen zu verteidigen. Schließlich hielt auch Herr Keiner aus Werdorf, der den

Vorsitz führte, eine Pauke von triefendem Patriotismus

und schloß dann schleunigst die Versammlung, Vetters das Wort zur Erwiderung zu geben.

h. Vorm Limburger Schwurgericht hatte sich unter anderem auch der Optiker Förster aus Wetzlar wegen Sittlichkeüs⸗ vergehen zu verantworten, weil er sich an einem Kinde unter 14 Jahren vergangen hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahre 10 Monaten Gefängnis, zwar nicht wegen

ohne

Sittlichkeitsvergehen, sondern wegen tätlicher

Beleidigung. In Wetzlar wird es kaum jemand geben, der den Verurteilten bedauert, man hätte ihm wohl noch eine höhere Strafe ge⸗ gönnt. Förster bewegte sich in Kreisen, die durch ihre Ausschreitungen schon öfters den allgemeinen Unwillen herausforderten.

h. Eine christliche Ordnungsstütze. In der letzten Nummer der Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung war eine Verhandlung der Strafkammer in Koblenz er⸗ wähnt, die sich gegen mehrere Einwohner aus Bacherach am Rhein wegen Beleidigung des dortigen Pfarrers Zimmermann richtete. Die Angeklagten wurden freigesprochen, dem Pastor aber in den Urteilsgründen gesagt, daß seine eidliche Bekundung bewußt wahr⸗ heitswidrig sei. Es soll auch gegen ihn die Vor⸗ untersuchung wegen Meineids eingeleitet sein. Dieser Seelenhirte, der mit dem achten Gebote auf so gespanntem Fuße steht, stammt aus Leun und soll sich auch gegen⸗ wärtig dort befinden. Vor mehreren Jahren war er Pfarrer in Oberquembach, wo er noch heute bei verschiedenen Einwohnern in keineswegs freundlicher Erinnerung steht. Er war aber auch ein eifriger So⸗ zialistentöter. Als bei der Wahlagitation von 1898 unser Flugblattverteiler ihm ein Flugblatt anbot, zerriß es der würdige Pastor vor den Augen unseres Genossen und maßte sich an, diesem zum Verlassen des Ortes aufzufordern. Der lachte ihn natürlich aus und setzte seine Arbeit fort.

K. Aus Krofdorf. Von gewisser Seite wird jetzt hier die Werbetrommel für die Gründung eines Soldatenvereins gerührt. Man sollte doch meinen, in Krofdorf wären die Leute so weit vorgeschritten, daß solche Kinkerlitzchen keinen Boden mehr fänden. Gerade, wenn man sich die gegenwärtigen Vorgänge in Ostasien vor Augen führt und sieht, welche ungeheuren Massen an Gütern und Menschen der wahnsinnige Krieg ver⸗ schlingt, müßte man annehmen, daß kein vernünftig denkender Mensch sich für mords patriotische Vereine be⸗ geistern könnte. Man verwende die Groschen doch lieber für nützlichere Dinge, man unterstütze die Organisationen, welche die Verbesserung der Lage der Arbeiter und ihre Aufklärung anstreben. Dazu ist auch hier Gelegenheit vorhanden. Ein neuer patriotischer Verein ist ganz überflüssig, da hier ein derartiger(riegerverein) schon besteht, an welchem wir schon mehr wie genug haben. Hoffentlich wird den Werberittern von den Bürgern Krofdorfs die richtige Antwort zu teil und verwenden sie ihre Groschen, wenn sie noch welche übrig haben, zu besseren Zwecken.

Westerwald und Anterlahn.

Der unbequeme Berichterstatter. Ueber die Verhandlungen der Stadtverordneten in Haiger erschienen inHerborner Tageblatt öfters Berichte, die manchmal auch ein kritisches Wort zu den Beschlüssen sagten. Das war den Haigerer Stadtvätern unbequem und sie sandten dem genannten Blatte eine Erklärung zu, in der unter anderem gesagt wird, daß jener Bericht⸗ erstatter wiederholtdurch unzeitige Mitteilungen über schwebende Angelegenheiten die Erledigung der Geschäfte erschwert und die städtischen Interessen geschädigt habe. Mit Recht antwortete das Blatt darauf, daß doch die Stadtverordneten selbst daran schuld wären, wenn sie eine geheim zn haltende Sache öffentlich erörtert hätten. Die Herren Stadtväter empfinden es offenbar un⸗ angenehm, wenn ihre Tätigkeit eine öffentliche Beleuch⸗ tung erfährt.

* Eine Exploston versetzte am Samstag früh die Einwohner von Haiger in große Aufregung. Auf

dem HochofenwerkeAgnesenhütte wollte man den Ofen, der einige Tage ausgelöscht war, wieder anblasen, als die angesammelten Gase mit gewaltigem Donner explo⸗ dierten. Ein Arbeiter wurde dabei schwer am Kopfe verletzt, sowie auch bedeutender Materialschaden angerichtet. II

m. Der verdächtige Braten. Heutzutage ist die Lebenshaltung zahlreicher Arbeiter eine solche, daß bei vielen eine Mahlzeit mit Fleisch ein Ereignis be⸗ deutet und es allgemein auffällt, wenn ein Proletarier einmal von den bewährten Kochrezepten des Herrn Kaplan Hitze abweicht und sich etwa einen Braten leistet. Das beweist folgende Geschichte, die nicht etwa mut⸗ willige Erfindung eines Spaßvogels ist, sondern einen Vorfall schildert, der sich buchstäblich so in dem schönen Städtchen Oberlahnstein ereignet hat. Dort entströmte der Küche eines Arbeiters dieser Tage ein aromatischer Bratengeruch, der den Nachbarn das Wasser im Munde zusammenfließen ließ und sie wohl auch mit einem ge⸗ wissen Neid erfüllte.Wie mag der Hungerleider zu so etwas kommen? Diese Frage ging von Mund zu Munde, schließlich verstärkten sich die Verdachtsgründe dermaßen, daß man es für geraten hielt, die Polizei in Kenntnis zu setzen. Diese erschien mit der ihr in Oberlahnstein eigenen Pünktlichkeit sofort und war, nachdem sie einige Nasen voll von dem köstlichen Dufte eingesogen, überzeugt, daß es hier nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Also Haussuchung! Richtig, da entdeckte das scharfe Auge des Gesetzes ein ganzes Fäßchen Fleisch! Sofort wurde es an das Tageslicht befördert und von dem Polizisten, der zugleich das Amt des städtischen Fleischbeschauers ausübt, einer Unter⸗ suchung unterzogen, doch er konnte nicht herausbekommen, zu welcher Gattung das edle Tier zählte, dem das Fleisch bei Lebzeiten angehört hatte. Dann wurde es beschlagnahmt und an die Amtsstelle verbracht. Betrübt und hungrig schaute der bisherige Besitzer des Bratens den abziehenden Poltzeileuten nach. Bald erschienen sie jedoch wieder und stellten dem geängstigten Manne sein Fleisch wieder zu. Die eingehende amtliche Untersuchung hatte den Verdacht, daß es sich um einen gestohlenen Kalbs⸗, Rinds⸗ oder gar Rehbraten handelte, nicht bestätigt, sondern ergab vielmehr, daß man den ganzen amtlichen Apparat um ein Stück Pferdefleisch in Bewegung gesetzt hatte!

Aus dem Rreise Marburg⸗RNirchhain.

r. Folgen der Maureraussperrung. Von der in diesem Frühjahre stattgefundenen vierwochigen Aussperrung der Maurer zeigen sich jetzt noch gewisse Folgen. Als sie beendigt war, glaubte man allgemein, daß jetzt keine weitere Geschäftsstockung eintreten werde. Man hat sich jedoch darin getäuscht, viele Neubauten sind in diesem Jahre verhältnismäßig weit zurück. Dazu kommt noch, daß die Bauunternehmer trotz des günstigen Wetters Arbeiter entlassen. Davon werden jedoch meist die Mitglieder derchristlichen Organisation und die Streikbrecher vom Frühjahr betroffen. Jedenfalls haben auch die Unternehmer bei der Aussperrung gelernt, daß zwischen gewissenChristlichen und Streikbrechern kein großer Unterschied ist. Beklagten sich doch selbst die Christlichen in einer kürzlich stattgefundenen Ver⸗ sammlung, daß es gerade ihre Glaubensgenossen waren, die als Streikbrecher stehen blieben. Dafür bekommen sie nun diesen schnöden Dank! Im nächsten Frühlahr wird es sich zeigen, ob nun die christlichen eine Lehre daraus gezogen haben.

h. Als eine morsche Ordnungsstütze hat sich der Bezirksschornsteinfegermeister Kemmelein in Rauschenberg erwiesen, dessen Verhaftung wegen Sittlich⸗ keitsvergehen dieser Tage erfolgte und großes Aufsehen erregte. Bei der letzten Reichstagswahl tat er sich als eifriger Bekämpfer der Sozialdemokratie hervor und agi⸗ tierte in vielen Versammlungen für Herrn v. Pappen⸗ heim. Unter anderem sagte er einmal, wenn die Arbeiter 1,50 Mk. verdienten, so sei das genug, denn die brauchten nicht jeden Tag Beefsteak zu essen, sonst würden sie zu üppig. Nun hat sich aber bei ihm die Ueppigkeit in einer Weise gezeigt, die voraussichtlich noch recht unan⸗ genehme Folgen für ihn haben wird. Er verging sich an einem geisteskranken Mädchen. Also die Wähler des Kreises Kirchhain sehen hier wieder ein neues Beispiel dafür, daß es mit Tugendhaftigkeit derjenigen Leute, welche öffentlich nicht genug über die Vaterlands⸗ und Sittenlosigkeit der Sozialdemokratie zetern können, ost sehr übel bestellt ist.

1. Der Arbeiter⸗Gesang vereinEintracht hält am 1. Weihnachtsfelertage eineWeihnachts⸗ feier im Lokale Jesberg ab, an der jeder Genosse teilnehmen kann. Einzeichnungslisten liegen in den bekannten Lokalen auf.

r. Der Konsum⸗Verein hält diesen Sonntag, den 18. Dezember, seine General versammlung im Restaurant Hildemann ab. Siehe Inserat.)

r. Die Wahlvereinsversammlung fällt diesen Monat aus.

lAus dem Gerichtssaal.

Von der Gießener Strafkammer wurde am Dienstag der Gemeindehirt Eberhardt Frank in Lollar wegen Blutschande zu 3 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Seine 27 jährige Tochter, mit der er in unlauterer Beziehung stand, erhielt 8 Monate Gefängnis.

Wegen Streikvergehen

wurde in Geestemünde gegen 15 Bauhand⸗ werker vor der Strafkammer verhandelt. Sie hatten im August dieses Jahres, als bei Ge⸗ legenheit des Bauarbeiterstreiks der Arbeitgeber⸗ verband auswärtige Streikbrecher heranzog, diese zur Rückkehr zu bewegen gesucht und den Polizeileuten, die sie daran zu verhindern suchten, Widerstand geleistet. 12 Angeklagte erhielten bis 8 Monaten Gefängnis, drei wurden freigesprochen. Alle saßen seit Ende August in Untersuchung.

Kleine Mitteilungen.

Eisenbahner⸗Tod. Bei der Station Ober⸗ schmitten(Strecke Nidda⸗Schotten) wurde am Sams⸗ tag der 31 Jahre alte Eisenbahnschaffner Holzauer überfahren und war sofort tot. Der Verunglückte war erst kurze Zeit verheiratet und seine Fran wird durch das Unglück doppelt hart betroffen, da sie kurz vor ihrer Niederkunft steht. Am gleichen Tage stürzte bei Han a u⸗West der Schaffner Lindenberger aus Frank⸗ furt vom Personenzuge Frankfurt⸗Eberbach, wobei ihn ein entgegengesetzt fahrender Zug erfaßte. Er st arb auf dem Transport zum Krankenhaus.

z Opfer der Arbeit. Vorige Woche wurde der Bergmann Mauden auf der Grube Concordia bei Siegen durch einen Sprengschuß, der verspätet explo⸗ dierte, sofort getötet.

Partei- Nachrichten.

Eine illustrierte Sylvester⸗Zeitung wird die Vorwärts⸗Buchhandlung zur Jahreswende heraus⸗ geben. Sie führt den TitelHau mich aus und trägt dem allgemeinen Denkmalsfieber dadurch Rechnung, daß sie die politischen Ereignisse des verflossenen Jahres in humoristischer Weise und in Marmor ausgehauen dem Leser vorführt.

Königsberg. Von der Vorwärts⸗Buchhandlung wurde soeben das zweite Heft des Königsbe's ger Pro⸗ zesses herausgegeben. Die parlamentarischen Verhand⸗ lungen über die russisch deutsche Spitzelwirtschaft werben dargestellt und die Beziehungen zwischen Polizei⸗, Post⸗ und Zollbehörden auf Grund des Aktenmaterials nach⸗ gewiesen. Das Werk umfaßt 11 Lieferungen à 20 Pfg.

Totenliste der Partei. In Merseburg starb am Sonntag der Genosse Orto Mittag im Alter von 53 Jahren an einer Lungenentzündung. Er hat sich um die Ausbreitung unserer Sache in der Saale⸗Gegend sehr verdient gemacht und dabei jederzeit große Opferwilligkeit gezeigt.

Versammlungskalender.

Samstag, den 17. Dezember. Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 18. Dezember. Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 8 Uhr Versammlung bei Wirt Hch Volkmann.

Driefkasten.

P.⸗Oduhsn. Lichtbilder muß man doch im Dunkeln vorführen, selbst auf die Gefahr hin, daß Zu⸗ schauer im Dunkeln munkeln wollten. Und daß die Kirche lieber Silberstücke als Kupferpfennige nimmt, wußte man schon vor dem alten Goethe. Recht haben Sie aber mit Ihrem Tadel, daß die Mitglieder des Gesangvereins. trotzdem sie alle Arbeiter sind, sich wenig um die Arbeiterbewegung kümmern und die gegnerische statt die Arbeiterpresse lesen. R.⸗Mbg. Vor dem Schreinermeister, der seine Gläubiger mit Lattenstücken auszuzahlen pflegt, müßten die Arbeiter allerdings gewarnt werden. Es müssen aber bestimmte Tatsachen angeführt werden. Nach Daubringen. Gen. Kr. ist diesen Sonntag verhindert, dort Versammlung abzu⸗ halten; soll ein anderer Redner kommen, hierher geben. t.⸗Haiger. Die Sache mler Gemeindearbeit des Vürgermeisters ist uns nicht klar. H.⸗Wizlr. Daß die Mehrheit unserer Fi derartigen in das theologische Gebiet eingreifenden An 59 einandersetzungen vollkommen gleichgültig gegenüberstehrs ist uns wohl bekannt. Trotzdem haben diese Artikel vielfach Anklang gefunden, sie boten ja auch sonst vie des Interessanten. Brn.⸗Naeine. Für die Brie(F besten Dank! Selbstverständlich beobachten unsere 628 nossen mit Vergnügen die Fortschritte unserer Sache 88 euerer großen Republik.

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