Ausgabe 
18.12.1904
 
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51.

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Nr. 51.

Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.

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Verleitung zum Meineide und Beleidi⸗ gung eines Untergebenen zu verantworten. Nach 13 stündiger unter Ausschluß der Oeffent⸗ lichkeit geführten Verhandlung wurden die Angeklagten freigesprochen. Ferrer hat das Kriegsgericht der 8. Division, das sich durch das Dessauer Urteil einen Denkstein ge⸗ setzt hat, wieder zwei Aufsehen erregende rtelle gefällt. Der Musketier Max Seidel vom In⸗ fanterie⸗Regiment Nr. 72 in Bernburg war am Abend des 7. November von seinem Vor⸗ gesetzten, Unteroffizier Gebhardt, befragt worden, warum der Schmutz in der Stube nicht ord⸗ nungsgemäß zusammengekehrt sei. Seidel ent⸗ gegnete darauf, daß er keine Müllschippe gehabt und mit den Händen den Dreck nicht 1 zu⸗ sammen machen können. Er will darauf von dem Unteroffizier mit den Worten:Wenn Du nicht ruhig bist, schlage ich Dir ein paar in die Fresse, einen Stoß vor die Brust er⸗ halten haben. Der Unterofstzier stellt in Abrede, gestoßen zu haben, und Seidel erhielt eine Anklage wegen Verleumdung, Achtungsver⸗ letzung usw. Seidel's Verteidiger hatte darauf hingewiesen, es sei im hohen Grade wahrschein⸗ lich, daß der Unteroffizier gestoßen habe. Der Ankläger beantragte gegen Seidel 8 Monate, und das Urteil lautete auf 6 Monate und 14 Tage Gefängnis mit dem Hinweise, es sei eine schwere Beleidigung, einem Unterofftzier so etwas vorzuwerfen. Hierauf nahm der be⸗ reits wegen Mißhandlung Untergebener vorbe⸗ strafte Unteroffizier Max Sschramm auf der Anklagebank Platz. Er wurde be⸗ schuldigt, den Musketier Sperber durch einen heftigen Stoß vor die Brust mißhandelt zu haben. Sperber, der auch von dem Feldwebel Kleemann geschurigelt worden ist, geriet am 25. Oktober in eine derartige Verzweiflung, daß er einen Selbstmor dversuch unter⸗ nahm. Er versuchte zunächst auf den Eisen⸗ bahnschienen seinem Leben ein Ende zu machen, lief dann in den Wald, befestigte dort an einem Steinhäuschen sein Seitengewehr und brachte sich, indem er auf das Seitengewehr zurannte, unterhalb der Herzgegend zwei aller⸗ dings nicht lebensgefährliche Stiche bei. Nach⸗ dem er besinnungslos und blutend zu Boden gefallen und schließlich wieder zu sich gekommen war, schleppte er sich in's Lazarett, wo er eine Zeit lang behandelt werden mußte. Vor dem Selbstmordversuch hatte er seinem Bruder einen Abschiedsbrief geschrieben, indem er den Bruder bat, sich der alten Mutter anzunehmen; er als Soldat werde so geschliffen, daß er nichts mehr ertragen könne. Auch in diesem Fall leugnete der Unteroffizier, dem Untergebenen den letzten entscheidenden Stoß vor die Brust versetzt zu haben. Er wurde aber durch die glaubwürdigen Zeugenaussagen Sperber's überführt und zu 14 Tagen Mittelarrest verurteilt. Wenn das keine ausgleichende Gerechtigkeit ist!

Kriegervereinliches.

Von der Bundesleitung der Kriegervereine soll, wie im Kriegerverein in Hannover mitge⸗ teilt wurde, entschieden worden sein, daß die Kriegervereinler einer freien Gewerkschaft nicht angehören dürfen und daß solche Kriegervereins⸗ mitglieder, die zugleich Mitglieder einer sozial⸗ demokratischen Gewerkschaft sind, bis zum 1. Januar ihren Austritt aus der letzteren zu erklären haben. Tun ste das nicht, so haben sie bis zum 1. März aus dem Kriegerverein auszutreten, widrigenfalls sie auszuschlteßen sind. Es ist nur gestattet, einerchristlichen Gewerkschaft beizutreten. Natürlich wird dieser Beschluß jeden Gewerkschaftler sehr kalt lassen, aber er zeigt doch wiederum, welche arbeiter⸗ feindlichen Gebilde die Kriegervereine sind. Unsere Parteifreunde müssen ihre Bekannten und Arbeitskollegen jederzeit davor warnen, einer Vereinigung beizutreten, die sich zur Schädigung der Arbeiterinteressen gebrauchen

läßt. Krupp'sche Profite. wanzig Millionen Mark erzielte die Attenge ellschaft Friedrich Krupp in Essen im Geschäftsjahre 1903/4 an Gesamtüber. schuß. Davon gehen ab für Steuern Mark

3236119, für Arbeiterversicherung Mk. 2124527, für Wohlfahrtsausgaben Mk. 3239269. Nach Verrechnung dieser Ausgaben mit zusammen Mk. 8600015 ergibt sich ein Rein gewinn von Mk. 11562762. Hiervon werden 5 Pro⸗ zent gleich Mk. 578138 der gesetzlichen Rücklage überwiesen, daneben soll eine Sonderrücklage in Höhe von Mk. 600000 eingerichtet werden. Die Arbeiterpensionskasse soll einen außerordent⸗ lichen Zuschuß von Mk. 500000 erhalten; von dem Rest soll eine Dividende von 6 Prozent gleich Mk. 9600000 auf das 160 Millionen Mark betragende Aktienkapital verteilt werden. Das N dürfte diese Zahlen mit gemischten Gefühlen betrachten.

Protest derElenden.

Wie in mehreren Städten, so berieten auch kürzlich die Stadtväter von Bielefeld über einen Beitrag von tausend Mark für ein Hochzeitsgeschenk an den Kronprinzen. Unsere Parteigenossen lehnten dies selbstverständlich ab und zwar unter folgender f

Unsere grundsätzliche Stellung zur Monarchie verbietet uns, uns an einer Ovation zu beteiligen, welche nach dem Vorschlage des Magistrats einem Mitgliede des regierenden Hauses der Hohenzollern dargebracht werden soll. Weiter aber sprechen wir einerseits unsere Verwunde⸗ rung aus über die Höhe des darin liegenden Geschmackes, daß der Kronprinz hierdurch in die Verlegenheit gebracht werden soll, ein Ge⸗ schenk anzunehmen, das zum größten Teil aus der Tasche von Männern bezahlt ist, welche er selbst Elende zu nennen beliebt hat; andererseits fühlen wir uns als Vertreter dieserElenden verpflichtet zu erklären, daß dieseElenden keinen Pfennig frei⸗ willig zu einem Geschenk für den Kronprinzen beitragen würden. Wir halten es endlich mit den Pflichten eines Stadt⸗ verordneten für unvereinbar, in einem Augen⸗ blick, wo die Ausgestaltung wichtiger Zweige der städtischen Verwaltung aus Mangel an Mitteln unterbleiben muß oder hinausge⸗ schoben wird, wo durch Arbeitslosigkeit und die Härten des herannahenden Winters die bitterste Not manche Familien der Steuerzahler heimsucht, die Groschen der Aermsten zu Flitter⸗ und Prunkgeschenken zu verwenden.

Diese Erklärung ist Millionen von Arbeitern aus den Herzen gesprochen.

Wahlen.

In Stuttgart erzielten unsere Partei⸗ genossen einen erfreulichen Erfolg bei der Bürgerausschußwahl am Samstag. Zwar brachten die vereinigten bürgerlichen Parteien ihre Liste mit zirka 2000 Stimmen Mehrheit durch, doch dürften sie zum letzten Male den Sieg an ihre Fahne geheftet haben, denn die sozialdemokratischen Stimmen weisen eine Zunahme von 15 Prozent auf, die Bürger⸗ lichen nur eine solche von 2 Prozent. Für unsere Partei wurden diesmal 5031 Stimmen abgegeben gegen 4363 im vorigen Jahre. Die Bürgerlichen brachten 7200 gegen 7000 im Vorjahre auf.

Guter Ton der Bürgerlichen.

Im ungarischen Parlament kam es am Dienstag zu einem vollständigen Aufruhr. Die Opposttionsparteien wollten die Abhaltung einer Sitzung verhindern und schlugen deshalb im Sitzungssaale alles kurz und klein. Dieser Körperschaft gehört nicht ein einziger Sozialdemokrat an. Mögen dorthin unsere Ordnungsbrüder schauen, wenn sie sich mal wieder über denrohen Ton der Sozialdemo⸗ kratie beschweren.

Unehrliche Politik

treibt der frühere Minister Millerand, der sich vor seiner Ministerschaft zur sozialistischen Partei zählte, sich aber nachdem mehr und mehr von derselben entfernte. Gegenwärtig richtet er öfters unter dem Beifall der Klerikalen und übrigen Reaktionäre Angriffe gegen das Ministerium Combes, in der Absicht, es zu Fall zu bringen und seine Stelle einzunehmen.

Bts jetzt ist ihm das allerdings noch nicht ge⸗ lungen, wenn auch die Mehrheit des Ministeriums keine bedeutende war.

Syveton beging Selbstmord.

Der am Donnerstag voriger Woche erfolgte plötzliche Tod des nationalistischen Abgeordneten Syveton hat in Paris nicht geringe Aufregung hervorgerufen. Syveton machte sich bekanntlich dadurchberühmt, daß er in der Kammer dem Kriegsminister André unversehens ins Gesicht schlug. Für diese Tat sollte er sich am Freitag vor dem Schwurgericht verantworten. 5 5 vorher wurde er jedoch, durch Kohlengas erstickt, in seinem Zimmer tot aufgefunden. Von anti⸗ republikanischer und reaktionärer Seite versuchte man die Schuld an seinem Tode den Republi⸗ kanern aufzubürden. Jetzt hat sich jedoch her⸗ ausgestellt, daß er Selbstmord beging. Sein Schritt soll, wie berichtet wird, durch ein abstoßendes Familiendrama veranlaßt worden sein; seine Frau habe mit einemHausfreunde intime Beziehungen unterhalten.

Kleine politische Nachrichten.

Der frühere nationalliberale Führer Ha mmacher ist in Berlin, 80 Jahre alt, gestorben. Die an⸗ geblichen Mörder Plehwes, Sassonow und Sikorski, wurden in Petersburg, ersterer zu lebenslänglicher, letzterer zu zwanzigjähriger Zwangsarbeit verurteilt. In Rußland kommen in letzter Zeit zahlreiche revo⸗ lutionäre Unruhen vor.

Russisch⸗japanischer Krieg.

Vom Kriegsschauplatze in der Mand⸗ schurei wurde anfangs der Woche berichtet, daß die Russen sich nach 72 stündigem hartem Kampfe nach dem südlichen Hunho⸗ ufer zurückgezogen haben. Am 4. Dezember hatten die Japaner die Offenstve ergriffen. Bei der Station Mukden herrscht große Ver⸗ wirrung. Eine andere Meldung dagegen be⸗ sagt, daß die Lage unverändert sei. Die Japaner haben sich zum Schutze gegen die Kälte nachts soll das Thermometer auf 20 Grad unter Null sinken unterirdische Räume hergestellt.

Von Port Arthur wird berichtet, daß die ganze russische Flotte durch die japanischen Geschosse vernichtet ist. Der Widerstand der Besatzung der Festung, die nur noch 8000 Mann betragen soll, wird täglich schwächer.

Soziales, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung.

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Die Holzarbeiter⸗ Zeitung wird vom

1. Januar ab von Hamburg nach Stuttgart verlegt. Der bisherige Redakteur Röske hat

jedoch seine Stellung gekündigt und bleibt aus* ö

Familienrücksichten und weil er auch Mitglied des hamburgischen Parlaments ist, in Hamburg. Ebenso der Expedient Stubbe. Von der Verbandsleitung wurde daher als Expedient der seitherige Hülfsarbeiter im Verbandsbureau Eduard Steinbrenner in Stuttgart gewählt. Dagegen wird der Posten eines Redakteurs zur Bewerbung ausgeschrieben. Ferner wird im Holzarbeiterverband im ersten Quartal 1905 von allen Mitgliedern ein Extrabeitrag von 10 Pfg. pro Woche erhoben. Dieser Beschluß des Vorstandes ist durch die gegenwärtige Aus⸗ sperrung der Tischler in Berlin veranlaßt, mittels welcher der Arbeitgeberschutzverband der deutschen Tischlermeister und Holzindustriellen nach eigener Aussage die Kasse des Holzarbeiter⸗ verbandes zu sprengen beabstchtigt. Diesem Plane zu begegnen, soll bei Zeiten Vorsorge getroffen werden.

Lohn bewegungen. In der Frank⸗ furter Gummifabrik von Louis Peter haben 180 Motorreifenmacher die Arbeit einge⸗ stel lt. Die Frankfurter Brarereiarbeiter find in eine Lohnbewegung eingetreten. Es soll den Arbeitgebern ein Tarifentwurf vorge⸗ legt werden, in dem möglichste Beseitigung der Sonntagsarbeit, Erhöhung der Löhne der Brauer und Hilfsarbeiter nach einer festgesetzten Skala, Regelung des Schichtwechsels und der