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Nr. 38.
Mitteldeutsche Sonutags⸗geitung.
Seite 3.
versteht sich zu„verhältnismäßig“ guten Preisen. Einem dreißigfachen Millionär kann man frei⸗ lich nicht gut zumuten, mehr als den Markt⸗ preis zu zahlen. Das ist bei mangelnder Nach⸗ frage naturgemäß niedrig. So hat er denn für billiges Geld eine der besten Gemsenjagden der Voralpen. Und wie die anderen alt- und neufeudalen Herren wird er in den Bergen und mit den Wäldern schalten und walten nach seinem Willen und mögen sie noch so 1 5 Naturschönheiten enthalten und noch so ange zugänglich gewesen sein. Der Privat⸗ wille eines einzelnen entscheidet darüber, welcher Weg noch weiter bestiegen werden darf und welcher nicht. Andere große Nimrode haben bereits das Karwendelgebirge zum großen Teile ihren Jagdgelüsten dienstbar gemacht und für das übrige Volk abgesperrt und jetzt ist das Allgäu on der Reihe. Dieses Vorgehen sollte doch den Bauern, die noch immer dem Junker⸗ bunde Gefolgschaft leisten, die Augen öffnen. Denn eine Handvoll Leute wie Herr Heyl treibt Tausende Bauern von ihrer Scholle, macht sie binnen kurzem zu besitzlosen Proletariern.
Solche Bauernlegerei betreiben in Hessen außer dem Lederkönig noch andere„Standes⸗ herren“. So haben die Grafen von Berk⸗ heim und Erbach nach und nach die Bauern des Dorfes Dürr⸗Ellenbach ausgekauft, wo jetzt nur noch eine Försterfamilie wohnt. Und letzt schon besitzen in Hessen 16 Standes herren 55 die Hälfte des gesamten Grund und
odens!
Fall Schippel.
Mit dem Genossen Schippel, Reichstags⸗ abgeordneten für Chemnitz, hat sich die Partei⸗ presse in letzter Zeit lebhaft beschäftigt und es wird voraussichtlich auf dem Bremer Parteitage zu einer Auseinandersetzung mit ihm kommen. Und zwar einmal und hauptsächlich wegen seiner in der letzten Zeit mehrfach geäußerten handels⸗ polttischen Ansichten, die mit denen der Gesamt⸗ partet und der Haltung unserer Reichstags⸗ fraktion im schärfsten Widerspruch stehen, dann aber auch wegen seiner persönlichen zweideutigen Haltung als Parteigenosse überhaupt. Schippel hat in den letzten Monaten eine lange Reihe von Artikeln in der Chemnitzer„Volksstimme“ veröffentlicht, worin er, durch einen Fraktions⸗ beschluß dazu aufgefordert, seinen Standpunkt darlegte. Darin verhöhnt er beinahe alles, was die Partei und er selber mit in den Zollkämpfen gesagt und getan hat, stellt Agrarschutzzölle als eine Notwendigkeit hin, um zum Schluß zu erklären:„Es ist mir nie auch nur im Traume eingefallen, Agrarschutzzöll⸗ ner zu sein oder etwa gar die Partei für Agrarschutzzölle gewinnen zu wollen.“ Selbst⸗ verständlich muß eine derartig zweideutige Stellungnahme entschiedensten Widerspruch in der Partei herausfordern und alle Parteiblätter mit wenigen Ausnahmen wenden sich gegen ihn. Besonders scharf tut das Kautsky in der Neuen Zeit, der am Schlusse eines längeren Artikels über Schippel sagt:„Seine Seele gehört nicht mehr zu uns; sein Geist kann seine besten Fähigkeiten nur noch dort entfalten, wo er von uns abweicht... Zu den Politikern, die man achtet, auf deren Stimme man hört, wird ihn niemand mehr zählen.“
Und Berustein sagt, indem er sich gegen Schippel wendet:„Wir haben schon früher erklärt, daß wir diesen Stanppunkt nicht teilen. Wir stehen auf dem Standpunkt des unbe⸗ dingten Freihan dels zwischen den Kulturnationen. Wir sind der Ansicht, daß die Sozialdemokratie in unserem Zeitalter des entwickelten Welt⸗ verkehrs gar nichts anderes sein darf, als die Partei des freien Güteraustausches sans phrase. Gibt man diesen Standpunkt auf, leugnet man, daß die Sozialdemokratie prinzipiell die Partei des Freihandels ist, dann hat man dem Schutz⸗ zoll den kleinen Finger gegeben, und dann ist die Bestimmung von Höhe, Form ꝛc. des Schutz⸗ olls nur noch eine Frage der Technik. Wer
ch nicht entschließen kann, unumwunden die Fahne des Freihandels aufzupflanzen, be⸗ gibt sich des Rechts, Schippel auf Grund seiner zollpolitischen Auslassungen einen Vorwurf zu
machen. Er gibt aber noch mehr auf. Er gibt jede konsequente Friedenspolitik, jede konse⸗ quente Bekämpfung von Militarismus, Mari⸗ nismus usw. auf. Wer die Zollgrenzen stehen läßt, läßt auch die Wachtposten bestehen, welche den Zolldtenst schützen.“
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Mehr Soldaten, Panzer und Steuern.
Der Reichstag soll, wie die„Sozial pol. Rundschau“ wissen will, bereits Mitte Oktober zusammentreten, da ihm die Regierungen ein reiches Arbeitspensum zuzuweisen gedächten. Außer mit der Erledigung der Handels verträge, werde er sich mit einer Militär- und einer Flottenvorlage zu beschäftigen haben. Die Staffelung der Biersteuer soll die Ouvertüre zur Erschließung neuer Steuerquellen werden.
Deutsche Kulturverbreitung in Afrika.
Die Kolontalskandale nehmen kein Ende. Wie von der deutschen Kolontalverwaltung in Kamerun verfahren wird, läßt ein Bericht erkennen, der der Chemnitzer„Allg. Ztg.“ vom 3. August aus Duala zuging. Darin heißt es:„Die ganz unglaubliche Behandlung, die die kaiserlichen Behörden in Kamerun den Eingeborenen gegenüber anwenden, nimmt noch immer kein Ende. Jetzt bekommen sogar gut⸗ gestellte Kanzlisten Prügelstrafen. Heute erhielten zwei beim kaiserlichen Bezirksamt Duala angestellte Kanzlisten je 10 Hiebe. Die beiden hatten geringfügige Vergehen be⸗
angen, für die sonst Geldstrafen festgesetzt sind.
an hätte um so mehr das letztere erwarten sollen, als durch Anwendung der Prügelstrafe ihr Ansehen als Angestellte des Gouvernements in den Augen der Eingeborenen unbedingt ge⸗ schädigt werden mußte. Einer der beiden Kanz⸗ listen soll, wie man hört, nach der Bestrafung seinen Dienst aufgegeben und dies schriftlich dem gegenwärtigen Bezirksamtmann angezeigt haben. Er hatte im Sinn, sich nach Buea zu begeben, um bei dem stellvertretenden Gouver⸗ neur über die Behandlung des Bezirksamtes Duala Beschwerde zu führen, er wurde jedoch, bevor er sein Vorhaben noch ausführen konnte, vom Bezirksamt inhaftiert und darauf zu zwei Wochen Kettenhaft und weiteren fünfund⸗ zwanzig Hieben verurteilt. Ich will nicht unterlassen, mitzuteilen, daß es des öfteren vorkommt, daß Leute, die mit derartigen Prügel⸗ strafen bedacht wurden, schwer erkrankten und an den Folgen der Strafen zugrunde gingen. Im verflossenen Jahre und Anfangs dieses Jahres sind mehrere Eingeborene, die die rohe Behandlung nicht mehr ertrugen, in englische Kolonien gegangen.“
Diejenigen Eingeborenen, die nicht auswan⸗ dern können, versuchen zu gelegener Zeit in Putschen und Aufständen Rache zu nehmen. Zu ihrer Unterdrückung wird dann nicht nur geprügelt, sondern gehenkt und erschossen, was vor die Flinte kommt! Das Ganze nennt sich schließlich deutsche Zivilisationspolitik!
Aus dem Hererolande
kommen ungünstige Nachrichten. Es ist kein Zweifel mehr, heißt es in einem Bericht, daß der große Aufwand von Zeit, Kosten und Mühe, mit dem unsere Truppen am Waterberg zu⸗ sammengezogen worden sind, zudem erhofften Erfolge nicht geführt hat. Der größte Teil der Hereros ist trotz aller Vorkehrungen nach Südosten entkommen und schweift, in kleine Trupps geteilt, im Lande umher. Also viele Millionen Mark und zahlreiche Menschen⸗ opfer sind umsonst gebracht— ein Erfolg, den die Sozialdemokratie voraussagte.
„Freisinnige“ Politik.
Die Stichwahl im Wahlkreise Schaum⸗ burg⸗Lippe ist so ausgegangen, wie wir es in der letzten Nummer als wahrscheinlich be⸗ zeichneten. Die biederen Freisinnsmänner traten sämtlich für den konservativ⸗ antisemitischen Kandidaten Brunstermann ein, der denn auch mit 4516 Stimmen gewählt wurde. Unser Kandidat Klingenhagen erhielt nur 2656 Stim⸗ men, welche die Sozialdemokratie allein aufge⸗
bracht hat. Zwischen dem„Freistun“ und den
konservativen Rückwärtsern gibts kaum noch einen Unterschied!
Das zeigt auch ein Vorgang in Charlotten⸗ burg. Dort hatten die sozialdemokratischen Stadtverordneten einen Aatrag für das allge⸗ meine gleiche Wahlrecht eingebracht. Die Frei⸗ sinns⸗Mehrheit lehnte denselben jedoch ab. Es handelte sich bei dieser von den Sozial⸗ demokraten eingeleiteten und von dem bekannten Professor v. Liszt unterstützten Aktion, nicht um die Einführung des gleichen Wahlrechts, sondern nur um vorbereitende Schritte zur Er⸗ strebung des gleichen Wahlrechts. Aber selbst für eine solche recht platonische Liebeserklärung war die Freisinnige Volkspartei nicht zu haben. Ihr Führer, Stadtverordneter Otto, sprach sich gegen das gleiche Wahlrecht und für die Beibehaltung des Hausbesitzer⸗ privtlegs aus. Wirklich, nette„Liberale“ und Freisinnskämpen!
Wieder ein Klassenurteil.
Die Strafkammer in Stendal hat am Montag wieder ein Urteil gegen einen Strei⸗ kenden gefällt, das an die berüchtigten Bres⸗ lauer Urteile erinnert und diesen nichts nach⸗ gibt. Es wird ebenso wie das Urteil desselben Gerichts vom 28. Aug., das in voriger Nummer mitgeteilt ist, Erregung und Empörung hervor⸗ rufen. Der Maurer Franz Engel aus Tanger⸗ münde wurde wegen angeblicher Beleidigung und Bedrohung des bekannten Arbeitswilligen, Maurers Rauch, zu der überaus harten Strafe von acht Monaten Gefängnis und so⸗ fortiger Verhaftung verurteilt! Wegen desselben Rauch erhielt am 28. Aug. der Maurer Heitz⸗ mann aus Tangermünde 6 Monate Ge⸗ fängnis!
Und dabei schreien Scharfmacher und Zünftler noch nach schärferen Strafbestimmungen gegen Streikende!
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Russisch⸗japanischer Krieg.
Immer neue Opfer werden nach der ostastatischen Schlachtbank geführt. Rußland sieht sich genötigt, weitere Truppenmassen auf die Beine zu bringen und beruft eine Reserven⸗ klasse nach der andern ein.— Das Ostsee⸗ geschwader ist am Sonntag Nachmittag nach Ostasten in See gegangen; bis es aber in die japanischen Gewässer kommt, dürfte es dort Winter geworden sein und es wird nicht mehr viel ausrichten können.— Ferner hat die russ. Regierung 25 Unterseeboote eines verbesserten Typus bei einer amerikanischen Gesellschaft be⸗ stellt, wovon das Stück 800000 Mk. kosten soll.
Ueber 50000 Menschen sollen bei den Kämpfen um Liaujang auf beiden Seiten ge⸗ fallen sein und zwar werden für die Russen 29600, für die Japaner 33000 Verwundete und Tote angegeben. Dazu hatten die Japaner vor Port Arkhur in den letzten Tagen mehr als 15000 Tote und Verwundete gehabt. Daß sich beide Völker nicht gegen diese verbrecherische Massenschlächterei empören, ist das Unbegreif⸗ lichste und Bedauerlichste zugleich.
Der weitere Vormarsch der Japaner nach Norden soll nach einer rufsischen Meldung eingestellt sein. Ihre Vortruppen seien auf Jentat(nördlich von Liaujang) zurückgegangen. Die Hauptkräfte der Japaner lagern bei Liaujang. Es wird angenommen, daß die Japaner durch die Kämpfe bet Liaujang der⸗ maßen geschwächt sind, daß ein weiterer Vor⸗ marsch schwierig erscheint.— Die Japaner werden schon wissen, wann sie Pause machen und wann sie vorzurücken haben.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung.
Lohn für 32jährige treue Dienste. Aus dem Breslauer„Gen.⸗Anz.“ gibt unser dortiges Parteiblatt folgende für sich selbst sprechende Anzeige wieder:
„Infolge Auflösung des Gespannes sind die Dienste
des Kutschers Rauer, welcher 32 Jahre meiner verew. Taute Gräfin Eberhard zu Stolberg⸗Wernige⸗


