Ausgabe 
15.5.1904
 
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Mitteldentsche Sonutags⸗Zeitung.

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Kriegervereins licht vereinbar sei mit ihrer

Gesinnung. Sie seien Sozialdemokraten und

gefallen sein.

werden es auch bleiben. Nun war der Vor⸗ sitzende des Kriegervereins ganz erschrocken und er bat die Maurer, ste sollten doch nicht alle ausscheiden, denn den Maurern würden die Arbeiter folgen und da blieben nur noch drei Bauern übrig. Die Maurer ließen sich aber auf nichts ein. Kurz eutschlossen kehrten sie denKriegern den Rücken. So sollten überall die Arbeiter das anmaßende terroristische Ge⸗ bahren der Kriegervereinler beantworten!

Durchgebrannter Minister.

Der frühere italienische Minister Nasi, gegen den eine Untersuchung wegen Unter schlagung schwebt, ist verduftet. Die Behörde hat hinter den Bieder⸗ und Ordnungsmann einen

Steckbrief erlassen.

Russisch⸗japanischer Krieg.

Russische Niederlagen. Man muß es den Japanern lassen, sie gehen mit größter Energie und doch, wie sogar russische Meldungen zugeben, mit äußerster Vorsicht unhaltsam vor⸗ wärts. Hageldicht sausen die Hiebe auf die Russen nieder und sie ziehen sich vor dem an⸗ stürmenden Feinde immer weiter zurück. Die ganze Halbinsel Liaotung befindet sich in den Händen der Japaner und dadurch ist das an der Südspitze dieser Halbinsel liegende Port⸗ Arthur abgeschnitten. Nachdem die Japa⸗ ner den Jalu überschritten, haben sie die Russen auch aus ihrer zweiten Verteidigungsstellung herausgetrieben und Föngwangtschön ge⸗ wonnen. Auch der Haupthafen des Golfes Liaotung, Niutschwang soll in ihre Hände Somit sind die Japaner Herren des gelben Meeres und der Fall Port⸗Arthurs

dürfte in kurzer Zeit erfolgen. Die Verluste

bei den letzten Kämpfen sind auf beiden Seiten ziemlich hohe.

Infolge der Niederlagen ist die Stimmung in Petersburg begreiflicherweise eine sehr gedrückte und man macht die Generale dafür berantwortlich. So wird der General Sassu⸗ litsch, der am Jalu befehligte und zurückging, beschuldigt, er stehe im Bunde mit den Nihilisten und habe die Schlacht ab⸗ sichtlich verloren. Begründet wird diese

böllig haltlose Bezichtigung damit, daß der General ein Bruder der

bekannten Wera Sassulitsch ist, die 1878 auf General Trepoff schoß, und jetzt in der Schweiz weilt, wo sie an einem revolutionären Blatte beschäftigt ist. Der Kommandant Alexejew wurde eben⸗ falls abberufen und zwar auf Ersuchen der

l Generale Kuropatkin und Skrydloff.

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Verhängnisvolle Siegesfeiern. Aus Anlaß der japanischen Siege gab es in der japanischen Hauptstadt Tokio lebhafte Kundgebungen. Dabei wurden 21 Personen getötet und 40 verletzt. Die Getöteten sind meist Knaben, die im Gedränge erdrückt wurden oder ins Wasser fielen.

Der Aerzte⸗Streik in Leipzig ist durch das Eingreifen der Aufsichtsbehörde

beendet worden.

Wie vor Kurzem in Köln, hat die Aufsichtsbehörde jetzt in Leipzig zu Gunsten der Aerzte von dem§ 56 des Krankeu⸗ versicherungs⸗Gesetzes Gebrauch gemacht und über den Kopf des Kassenvorstandes hinweg Verträge mit den Leipziger ärztlichen Bezirks⸗ vereinen abgeschlossen. Zu solchem Vorgehen der Behörde fehlte jede Vorbedingung.

Bekanntlich traten die Aerzte am 1. April d. J. in den Streik, weil der Ortskrankenkassen⸗ Vorstand ihre übertriebenen Honorarforderungen nicht bewilligen konnte. Die Kreishauptmann⸗ schaft gab der Ortskrankenkasse einen Monat Frist, die nach ihrer Meinung ausreichende Anzahl anderer Aerzte anzustellen. Der Vor⸗ stand ging mit vollem Eifer ans Werk und es war ihm trotz der gewagtesten Mittel der streikenden Aerzte möglich geworden, eine aus⸗ reichende Anzahl Aerzte zu erhalten, die nebst

den eingertchteten 3 ärztlichen Beratungsan⸗ stalten vollkommen in der Lage waren, die Kassenmitglieder und deren Familienangehörige zu bearzten. Die Kasse führte dabei, im Gegen⸗ satz zu früher, wo die freie Arztwahl geherrscht, das Distriktsarztsystem ein und stellte die neuen Aerzte mit 6000- 8000 Mk. festem Jahreshonorar auf 5 Jahre fest an.

Die früheren Aerzte setzten Himmel und Hölle in Bewegung. Zunächst versuchten sie die Mitglieder durch allerlei Vorspiegelungen gegen den Kassenvorstand aufzuhetzen und an ihren Interessenkarren zu spannen. Sie stellten sich den Arbeitern alsLeidensgenossen vor, die gezwungen seien, genau wie die Arbeiter den Unternehmer gegenüber, gewerkschaftlich vorzugehen, um nicht allzusehrausgebeutet zu werden usw. Die Arbeiter ließen sich aber nicht von den Herren einfangen und durchschauten sehr schnell diesearme Ausgebeuteten. Nun wurde der Spies umgedreht, und sie jammerten, um sich der Hilfe des reaktionären Klüngels und des Wohlwollens der Behörden zu ver sichern, über densozialdemokratischen Terroris⸗ mus des Kassenvorstandes und diebeleidigte Würde der Aerzte, die sich bei dem Distrikts⸗ arztsystems von Schuster und Schneider schuh⸗ riegeln lassen müssen. Daneben wurde, wie gesagt, gegen die arbeitswilligen Aerztestreik⸗ brecher, wie sie von den Kampfhähnen genannt wurden so vorgegangen, daß, wenn streikende Arbeiter gegen Arbeitswillige so vorgehen würden, unzählige Jahre Gefängnis der Lohn wären.

Die Kreishauptmanncchaft, die nicht sofort nach Kölner Muster eingriff, wurde so quasi als Bundesgenossen dessozial demokratischen Kassenvorstandes hingestellt, an dessen Spitze, nebenbei gesagt, ein königlich sächsischer Kommer⸗ zienrat steht.

Nach der eigenen Berechnung der Kreis⸗ hauptmannschaft beziffert sich der Aus gaben⸗ Voranschlag der Ortskrankenkasse für 1904 bei dem zu gewährenden Honorar von 5 Mk. pro Mitglied auf vier Milltonen achthundert und fünfzigtausend Mark, in welcher Summe die etwa mit hunderttausend Mark einzustellenden Betriebskosten der Beratungs⸗ anstalten nicht einbegriffen sind. Die Ein⸗ nahmen pro 1904 nimmt die Kreishaupt⸗ mannschaft mit fünf Millionen einhundert und dreißigtausend Mark an, so daß unter Berücksichtigung der Betriebskosten für die Be⸗ ratungsanstalten rund einhundert und achtzig⸗ tausend Mark für den Reservefonds übrig bleiben. Bei einer Einnahme von 5100000 Mk. sind aber nach gesetzlicher Bestimmung, so lange der Reservefonds nicht erfüllt ist, fünfhundert⸗ zehntausend Mark an den Reservefonds abzuliefern.

Seit Jahren drängte die Leipziger Kreis⸗ hauptmannschaft die Kasse zur Reserverücklage in gesetzlicher Höhe und setzte auch im Vorjahr eine Beitragserhöhung durch. Gleichwohl ist heute die Kreishauptmannschaft derUeber⸗ zeugung, daß der neue Arztvertragmit der Veistungsfähigkeit der Kasse wohl vereinbar sei!

Kurz, es ist eben wieder ein behördlicher, echt sächsischer Gewaltstreich, der hier gegen die Arbeiter, den Ausschlag gab, und es hat gar keine Berechtigung, wenn bürgerliche Blätter vom Sieg der Aerzte über den sozialdemokratischen Kassenvorstand faseln. Ohne das Eingreifen der Behörde hätte es mit dem Siege sehr bedenklich ausgesehen. Uebrigens hat die Sozialdemokratie mit der Frage der freien Arztwahl gar nichts zu tun. Sie ist keine Prinzipien⸗, sondern eine Zweck⸗ mäßigkeitsfrage.

Die sächsische Behörde aber springt den wirklich nicht notleidenden Herren Aerzten hilf⸗ reich bei, für die armen Krimmitschauer Weber hatte siee Gendarmen!

pon Nah und fern.

Hessisches.

Wahlmache des ordnungspar⸗ teilichen Mischmasch s. Aus den Verh ind⸗

lungen des Prozesses Orb-Böhm, der sich am 3. Mai vor dem Offenbacher Schöffengerichte abspielte und der, wie in letzter Nr. kurz mitge⸗ teilt, mit Verurteilung des Genossen Abg. Or zu 600 Mk. Geldstrafe endete, haben wir noch einiges Interessante nachzutragen. Orb hatte bekanntlich die Beschuldigung erhoben, daß bei der Reichstagswahl von Seiten des natl. Wahl⸗ komitees mit Freibier und Stimmenkauf operiert worden set. Obwohl nun vom Gericht erkannt, wurde, daß es Orb nicht gelungen sei, hierfür den Beweis zu erbringen, so wurden doch durch eine Anzahl Zeugen Dinge bekundet, welche der Nichtjurist als Stimmenkauf be⸗ zeichnen wird. So erklärte ein Dieburger Maurermeister Schmidt, der Zentrums kandidat Uebel(der bei der Hauptwahl ausstel) habe ihm nach der Wahl gesagt: Wollen Sie kein Geld haben als Vergütung für Ihre Leute, die doch Fahrgeld verauslagt, und Lohn eingebüßt haben infolge der Wahl? Er Zeuge Schmidt habe darauf erklärt: Ich nehme kein Geld an.

nicht, das Geld können Sie nehmen; Sie können es doch für einen guten Zweck verwenden, z. B. für den Kapellenbau. Er Schmidt habe schließlich seine Arbeiter gefragt, wer eine Entschädigung haben wolle für den Wahltag. Die Arbeiter hättengestutzt, wären aber schließlich einverstanden gewesen. Zwei hätten ihr Gelb für Meßgewänder hergegeben, drei hätten erklärt, sie hätten gegen die natio⸗ nalliberale Partei gestimmt, könnten also nichts nehmen. Er Zeuge Schmidt habe dann eine Aufstellung gemacht über die zu fordernde Entschädigung und von Herrn Stadtrechner Uebel das Geld gegen Quittung erhalten. Ein anderer Zeuge, Laufer, gestand zu, daß in Bieber am Stichwahlabend Freibier ge⸗ trunken worden sei. Nach der Wahl habe er dann die Rechnung an Herrn Böhm einge⸗ sandt und die Ausgaben für Freibier mit darauf gestellt. Herr Uebel selbst gestand zu, gesagt zu haben: alle Kriegskosten zahlt selbst⸗ verständlich die nationalliberale Par tei, und ein Maurer Koch erzählte, daß vor der Wahl schon eine Einzeichnungsliste bei den Schmidt'schen Maurern zirkuliert habe. Ein anderer Dieburger Maurer behauptete, daß so⸗ gar aus Karlsruhe dort beschäftigte Dieburger zur Wahl herbeigeholt worden seien, nachdem man ihnen Fahrvergütung versprochen hatte ꝛc. Diese Feststellungen sind gewiß alle sehr interes⸗ sant und für die Kampfesweise des Ordnungs⸗ breies bezeichnend, aber sie nützten den Ange⸗ klagten nichts, er wurde zu der oben angegebenen Strafe verdonnert.

Politische Pastoren. Vorige Woche hielt der hessische evangelische Pfarrverein in Mainz eine Hauptversammlung ab, in der er unter anderem über seine Stellungnahme zu den Reichstagswahlen folgende Resolution beschloß:Wir sehen es als Pflicht aller evangelischen Geistlichen an: in politischer Be⸗ ziehung das evangelische Volk auf fede er⸗ laubte Weise zuschulen, daß die Wähler nur wahre Freunde des evangelischen Bekenntnisses in den Reichstag senden. Die Arbeiterschaft kennt die Art derSchul⸗ ung, die ihuen die Herren Pastoren angedeihen lassen wollen und bedankt sich dafür. Wir werden also künftig mit den strettbaren Pastoren noch mehr als bisher im Wahlkampfe zu tun haben. Denn die Herren möchten, wie es scheint, den Reichstag mit lauter Schwarzröcken bevölkern, die dort ihre religösen Zänkereien austragen sollen. 15

Rückschritt im hessischen Schul⸗ wesen. Eine Ministerialverordnung vom 3 März 1876 regelt das Züchtigungsrecht der Lehrer in den Volksschulen; der Absatz 5 des§ 3 dieser Verordnung sagte: Bei Mädchen und bei Kindern in den beiden ersten Schuljahren dürfen überhaupt körperliche Strafen nicht angewendet werden. Kürzlich hat die oberste Schulbehörde diese Bestimmung aufgehoben. Das ist höchst bedauerlich, denn Prügel sind wahrlich nicht das beste Er- ziehungsmittel. Das sollte auch die Darmstädter Schulbehörde wissen.

Dann habe ihm aber Uebel wieder zugesetzt und gesagt: Warum denn

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