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Mitteldeutsche Nountags⸗Zeitung ·
Seite.
allen Verdrehungen noch einmal die Tatsachen
Tichtig, auf die sich unsere uranfechtbare Kririk der Justizpflege stützt.
Freitag setzte die sozialpolitische Debatte wieder ein. Von verschiedenen Par⸗ teien wurde wiederum die Forderung eines einheitlichen Vereinsrechts betont. Dem tollen Durcheinander, das auf diesem Gebiete herrscht und dem schon die merkwürdigsten
mittelalterlich anmutende Blüten entsprossen, will aber die ordnungsliebende Regierung kein
Ende machen.— In der Bekämpfung unserer Partei versuchten sich an diesem Tage der nationalliberale Dr. Patzig und der Zen⸗ trumsmann Erzberger. Patzig hatte sich das Gebiet der Phrasen ausgesucht; in großen tönenden Worten tadelte er die Maßlosigkeit, Verhetzung und all die anderen schlimmen Eigenschaften, die einen sanft⸗friedlichen Bour⸗ geois an unserer Partei kränken müssen. Herr Erzberger bevorzugt die Anekdote; seit dem Jahre 1848 hat er die Streitigkeiten innerhalb der Partei verfolgt und schenkte dem Hause nun bis zum Dresdener Parteitag kein häß⸗ liches oder erregtes Wort, das in irgend einer Diskussion gefallen ist. Natürlich fehlten auch die„Villen“ Bebels am Züricher⸗ und Voll⸗ mars am Walchensee nicht. Unsere Fraktion kümmerte sich wenig um diesen stark persönlich gerichteten Angriff. Gen. Lesche, der später zu Worte kam, befaßte sich mit wichtigeren Dingen, er schnitt mit seiner ersten Rede im Reichstag recht gut ab. Mußte ihm doch end⸗ lich Graf Posadowsky zugeben, daß die So⸗
zialdemokratie tatsächlich den Anstoß zu
unserer ganzen Sozialpolitik ge⸗ geben hat. Natürlich soll das nun auf ein⸗ mal„unwichtig“ sein. Im übrigen leistete unser Genosse wieder einmal„posttive Arbeit“, indem er aus seiner reichen Praxis als Ar⸗ beitersekretär verschiedene Widersprüche und 1 8 in der Versicherungsgesetzgebung auf⸗ eckte.
Samstag erhielt der Staatssekretär des Innern das Gehalt bewilligt und damit war dieser Titel des Etats erledigt. In der vor⸗ hergegangenen Debatte kamen zunächst zwei Aerzte zu Worte, die ihren Standpunkt gegenüber den Kassen⸗ Verwaltungen zu wah⸗ ren versuchten. Dr. Ruegenberg vom Zen⸗ trum suchte zu beweisen, daß die Aerzte bei ihrem Kampf gegen die Krankenkassen sich ausschließ⸗ lich vom Idealismus leiten ließen(11) während der Freisinnige Dr. Mugdan sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen sucht, die die Genossen Fräßdorf und Wurm gegen ihn erhoben hatten.
Der Rest des Sitzungstags gestaltete sich zu einer Generalabrechnung unsrer Par⸗ tei mit ihren Gegnern. Gen. Dr. David widerlegte in einer vortrefflichen Rede, die das Zentrum und die Nationalliberalen aufpeitschte, alle die törichten Angriffe der Heyl und Erz⸗ berger. Er wies dem nationalliberalen Leder⸗ großindustriellen aus Worms zahllose Unrichtig⸗ keiten nach und verspottete mit treffendem Witz durch den Hinweis auf die nationalliberale Partei und Herrn Heyls und seiner Arbeiter persönliche Verhältnisse all das, was dieser über die Uneinigkeit der Sozialdemokratie, über Tarifverträge, Villen, die von Arbeitergroschen erbaut sind, usw. gesagt hatte. Herrn Erzberger, dem er zunächst als Quelle seiner Ausführungen eine bekannte Zentrums⸗Schmähschrift nach⸗ wies, widerlegte er in fast allen Punkten, ins⸗ besondere in der Lassalle⸗Ketteler⸗Legende, und 125 anch ihm eine Menge falscher Zitate nad*
Die Verteidigung des Freiherr v. Heyl war recht schwächlich. Er wiederholte einen Teil seiner falschen Zitate und Unrichtigkeiten, ohne daß sie darum richtiger wurden. Genosse Stücklen ergänzte die Ausführungen des Genossen David besonders in bezug auf das Vereins⸗ und Versammlungsrecht in Deutsch⸗ land. Was er an empörender Polizei⸗Praxis aus deutschen Kleinstaaten anführte, verdient allgemein bekannt zu werden.
Später, nach einer Rede des Polen Kor⸗ fanty, der nicht ungeschickt gegen den Grafen Posadowsky polemisierte, ergriff Gen. Stolle
noch das Wort. Er antwortete auf die Reden des sächsischen Bundes bevollmächtigten über den Streik in Crimmitschau. Er zeigte den maßlosen Terrorismus der Fabrikanten so klar, er wies so zwingend nach, daß das Recht auf seiten der Arbeiter war und ist, daß der Geheimrat Fischer, der so lange im Reichs⸗ tag nichts andres vorgebracht hatte als Er⸗ zählungen über angebliche Vergehen der Ar⸗ beiter, die Crimmitschauer Unternehmer und ihren parlamentarischen Wortführer, den Ab⸗ geordneten Lehmann, in ziemlich weitem Um⸗ fang preisgab. Es war ein Sieg auf der ganzen Linie und ein würdiger Schluß der sozialpolitischen Generaldebatte.
Die Sitzung am Montag eröffnete der Präsident mit der Mitteilung von dem Ableben des jüngsten Mitglieds unserer Fraktion, Ge⸗ nosse Rosenow: das verstorbene Mitglied wird in der üblichen Weise geehrt.
Dann wird über den Etat des Reichs- gesundheitsamts beraten. Genosse Scheide⸗ mann ergriff hier als erster Redner das Wort, um auf die Verseuchung der deutschen Flüsse durch die Industri⸗abwässer hinzuweisen und Abhilfe durch ein rücksichtslos 10 Reichsgesetz zu verlangen. Graf Posadowsky erkannte die Berechtigung seiner Beschwerden an und versprach, wenn auch nicht ohne ein⸗ schränkende Klauseln, den Wünschen unseres Redners nachzukommen.
Dann wendete sich die Debatte dem Fleisch⸗ beschaugesetz zu. Genosse Scheidemann legt eingehend dar, welche Schädigungen dem Volke durch dieses Gesetz zugefügt werden und welche ungeheuere Scheerereien es für weite Kreise mit sich bringt. Das kommt daher, weil die Zöllner aus diesem Gesetz, das bestimmt war, die Volks gesundheit zu schützen, ein agra⸗ risches gemacht haben, das dem Volke die Lebensmittel verteuert und den Agrariern die Profite steigert.— Die weiteren Verhandlungen, auch die am Dienstag, bewegten sich noch um denselben Gegenstand, sowie Maßregeln gegen den Geheimmittelschwindel usw.
Politische Nundschau.
Gießen, den 11. Februar 1904.
Reichseisenbahnen!
Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlosseu, eine Resolution einzubringen, in welcher der Reichskanzler aufgefordert wer⸗ den soll, dem Reichstag tunlichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den zwecks einer einheitlichen Organisation des Verkehrs und der besseren Durchführung der Bestimmungen der Art. 43—46 der Reichsverfassung der Be⸗ trieb und die Verwaltung der deutschen Eisen⸗ bahnen dem Reich übertragen wird.
Vom Aufstand in Südwestafrika
wurde über mehrere Zusammenstöße mit den Hereros berichtet, wobei auch die deutschen Truppen verhältnismäßig erhebliche Verluste erlitten.— Der Ort Omaruru wurde nach heftigem Widerstande am 4. Februar mit Sturm gewonnen. Die Totenliste weist über 91 Namen auf, Vermißte über 200.— Auch in Kamerun und Südwestafrika sollen nach neueren Meld⸗ ungen die Eingeborenen unruhig geworden sein.—
Die Here ro⸗ Angelegenheit hatte übrigens eine Auseinandersetzung innerhalb unserer Partei über die Haltung unserer Reichstags⸗ fraktion veranlaßt. Eine Reihe Versammlungen und Parteiorgane sprachen sich dahin aus, daß die Fraktion sich bei der Forderung für die afrikanische Expedition nicht hätte der Stimme enthalten, sondern dagegen stimmen sollen. Die Fraktion enthielt sich deshalb der Stimme, weil bestimmte Nachrichten über die Lage in dem Schutzgebiet nicht vorlagen.
Die russischen Spitzel
nehmen sich immer größere Frechheiten heraus. Aus Breslau wurde dieser Tage gemeldet, daß dort russische Studenten auf der Straße von russischen Geheimagenten angehalten und vor weiterem Besuch sozialistischer Ver⸗
sammlungen oder dem Weiterhalten revolutio⸗ närer Zeitungen gewarnt wurden.— Wenn's so weiter geht, werden sich bald Kosaken in Deutschland herum treiben!
Vereiteltes] Wahlrechtsattentat.
Der Versuch der bremischen„liberalen“ Kaffee⸗, Pfeffer⸗ und Geldsä cke, das ohnehin sehr mangelhafte Wahlrecht zur Bürgerschaft, dem Bremer Parlament, zu verschlechtern, ist abgeschlagen worden. Wie in voriger Nr. bereits mitgeteilt, über raschte eine Kommis⸗ sion der bremischen Bürgerschaft vor einiger Zeit die Bevölkerung mit unerhörten Wahlent⸗ rechtungsvorschlägen nach welchem ein Zen⸗ sus wahlsystem eingeführt werden sollte. Dadurch hätte wan zwei Dritteln der bremi⸗ schen Steuerzahler das Wahlrecht geräubert. Aber das Volk wehrte sich gegen den schamlosen Plan mit aller Energie. Unter Führung der Sozialdemokratie setzte eine nachhaltige Pro⸗ testbewegung ein, die dann auch den Erfolg hatte, daß den Wahlrechtsattentätern eine schimpfliche Niederlage bereitet wurde. Noch nicht einmal die Antragsteller selbst wollten sich zu der Vaterschaft der Mißgeburt bekennen! — Allerdings wurden auch die sozialdemokra⸗ tischen auf Erweiterung des Wahlrechts ge⸗ richteten Anträge abgelehnt, aber trotzdem wird von unseren Genossen der Kampf für das all⸗ gemeine gleiche und geheime Wahlrecht fortge⸗ setzt werden. Jetzt weiß die bremische Bevöl⸗ kerung noch besser als vorher, wessen sie sich von den unzuverlässigen Liberalen zu versehen hat, und daß ste sich nur auf die Sozial⸗ demokratte verlassen kann.
Maskenverguügen„besserer“ Kreise.
Aus dem heiligen Köln wurde dieser Tage dem„Vorwärts“ über einen in dem dortigen Festhaus Gürzenich an dem kat ho⸗ lischen Feiertag Maria⸗Lichtmeß stattge⸗ fundenen Maskenball geschrieben, bei dem sich empörend schamlose Szenen abgesptelt haben. „Ein großer Teil der weiblichen Teilnehmer gehörte der Halbwelt, die männlichen meist dem zahlungsfähigen Bürgertum an, die herbeige⸗ strömt waren, um im Sekt⸗ und Sinnenrausch zu schwelgen. Was sich da abgespielt hat, läßt sich nicht beschreiben. Das Ganze bot ein Bild entsetzlichster sittlicher Verkommenheit. Allent⸗ halben sah man Szenen der abstoßendsten Art. Einige Momentphotographien: In dem Saale trieben sich eine Anzahl Weibsbilder umher, deren Oberkörper bis zu den Hüften völlig nackt waren. Mit ihnen ergötzten sich die Lüstlinge, die die Weiber mit Sekt, das Gläschen 1 Mk., traktierten. In den Nebensälen sah man mehr⸗ fach halbnackte Frauenzimmer in den unbeschreib⸗ lichsten Lagen und Stellungen, die in der ekel⸗ haftesten Art mit ihren Gönnern kosten. Auf einer an den Seitenwänden sich hinziehenden Bank tanzte, von einer Zuschauermenge umringt, ein üppiges Weib, indem es nach dem Takte der Musik jedesmal auf seine nackten Brüste patschte. Aus der Menge wurde der Tänzerin immer wieder Sekt gereicht. Dadurch und durch den Beifallsjubel immer toller gemacht, tanzte sie schließlich mit hochgehobenen Kleidern. End⸗ lich sprang sie hinunter, einem zu ihren Füßen sitzenden glatzköpfigen Galan ihre Kleider über den Kopf stülpend. Der Jubel der Zuschauer kannte keine Grenzen. An einer anderen Stelle „vergnügte“ sich eine Gruppe von Männern damit, die in ihre Nähe geratenden Angehörigen des anderen Geschlechts zu ergreifen, hochzuhalten, dann auf den Kopf zu stellen und die ekelhaftesten Schamlosigkeiten zu begehen. f
Die wenigen anständigen Leute auf dem „Balle“ waren gegen das Treiben machtlos“.
Der Saal, in dem diese Schweinereien sich abspielten, gehört der Stadt Köln. Zu sozial⸗ demokratischen Versammlungen verweigert die Stadtverwaltung den Saal!— Ein Bild aus dem Kultur⸗ und Ordnungsstaate! Hier wüste Orgien der Besitzenden, auf der andern Seite hunderttausende trotz unablässiger Arbeit hun gernde und darbende Arbeiterfamilien.
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