Ausgabe 
11.9.1904
 
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Nr. 37.

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

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die für alle Verfolgten und Unterdrückten, gleich⸗ viel welchen Standes, eintritt.

Die hohen und höchsten Herrschaften haben in der letzten Zeit gehäuftes Pech. Ein Skandal folgt dem andern, eine r empörende und lächerliche Tragikomödie der andern. Es ist eine internationale Epidemie in den Für sten⸗ hänsern ausgebrochen oder vielmehr die Eigenschaften einiger, die dem untertänigen Pöbel ein ängstlich gehütetes Geheimnis waren, treten plötzlich an den hellen Tag und die fromme Legende von den vorzüglichen Tugenden dieser Edelsten und Besten geht jämmerlich vor die Hunde. Insoweit hat der Skandal eine ganz nützliche Seite und niemand kann die abergläubische Verehrung der Dummen so gründlich zerstören wie diese Herrschaften selber, die eifrig daran sind, zu zeigen, daß sie nich! Uebermenschen, sondern vielfach Untermen⸗ schen sind.

Die Antisemiten

von der Richtung derDeutschen Reformpartei das sind die von der Pückler'schen Sorte halten soeben in Dresden ihrenallgemeinen Parteitag ab. Natürlich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Die tapfern teutschen Helden scheuen das Licht der Oeffentlichkeit, sie ge⸗ währen laut Bekanntmachung nurGesinnungs⸗ genossen Zutritt zum Parteitage, die sich als solche ausweisen. Die Presse speist man mit gefärbten Berichten ab, damit die antisemitischen Geistesprodukte nicht in ihrer Blöße den Blicken der Welt preisgegeben, sondern mit den nötigen Feigenblältern bersehen werden.

Uebrigens wollen die Herren Antisemitriche die verlorenen hessischen Kreise, Gießen, Als⸗ feld und Marburg, unter allen Umständen zurückerobern. Es liegt dazu ein Antrag des kurhessischen Landesverbandes vor, der verlangt, schon jetzt eine planmäßige Agitatton zu ent⸗ falten unddie Anstellung eines geeigneten Redners mit dem Sitze in Frankfurt a. M. ist in Erwägung zu ziehen. Insbesondere er⸗ scheint es auch notwendig, daß unsere jetzigen Abgeordneten in den genannten Wahlkreisen abwechselnd Werbereisen unternehmen. Die Wünsche sind ja sehr begreiflich. Was aber den Gießener Kreis betrifft, so können sie den endgültig ins Verlustkonto schreiben, den be⸗ kommen weder die Antisemiten noch die Libe⸗ ralen wieder, dafür wird die Sozialdemokratie sorgen. Und ob die Wählerschaft im Alsfelder und im Marburger Kreise den abgetakelten Antisemitismus wieder aufs Schild erheben wird, das ist mehr als fraglich.

Jüdischer Sozialistenvernichter.

Ein jüdischer Mirbach im Taschenformat scheint der Rabbi Dr. Wallfisch zu sein. DieWelt am Montag reproduzierte nämlich ein Schreiben dieses Herrn, worin er für einen großen von ihm erfundenen, aber sehr geheim⸗ nisvollen Plan zur Vernichtung der Sozial⸗ demokratie um milde Gaben bittet, und ver⸗ spricht die Namen der Spender Sr. Majestät bekannt zu geben. Ferner beruft sich der talent⸗ volle Mirbachschüler auf das Wohlwollen der Regierung, die ihm für seine Korrespondenzen Portofreiheit und für seine Reisen freie Fahrt oder doch Fahrpreisermäßigungen bewilligt habe. So viel oder so wenig dabei geschwindelt sein mag, jedenfalls weiß Rabbi Wallfisch, wo heute noch Geschäfte zu machen sind. Er sollte sich mit Stöcker und Pückler zu einer Aktten⸗ gesellschaft verbinden, damit die Sache im Großbetrieb geht. Der brave Sozialisten⸗Ver⸗ nichter soll nach weiteren Mitteilungen ein ge⸗ taufter Jude und Agent für Seifen⸗ pulver sein.

Eine Reichstagsersatzwahl

fand am 1. September in dem kleinsten Wahl⸗ kreise, Schaumburg-Lippe, für den verstorb⸗ nen nationall. Abg. Deppe statt. Es erhielten der Genossenschaftsanwalt Dr. Crüger(Freis. Volksp.) 1452, Amtsgerichtsrat Dr. Brunster⸗ mann(kons. Kartell) 3586 und Klingenhagen (Soz.) 2191 Stimmen. Der Freisinn, der es

hält, ist also berdientermaßen ganz ausgefallen und es wird Stichwahl zwischen Brunstermann und Klingenhagen erforderlich. Bei der Haupt⸗ wahl im vergangenen Jahre wurden abgegeben: für den nattonalliberalen Kandidaten Deppe 3328, für Klingenhagen(Soz.) 2310, für Bendix(Freis. Volksp.) 1256 und für den Antisemiten Raab 375 Stimmen. In der engeren Wahl siegte dann der Nationalliberale mit 4552 Stimmen gegen den Sozialdemokraten, der 3241 Stimmen auf sich vereinigte. Daß etwa der Freisinn in der Stichwahl die Kourage finden wird, für den Sozialdemokraten einzu⸗ treten, ist nicht anzunehmen und darum wird der 8 mit freisinniger Hilfe gewählt werden.

Don der deutschen Gerechtigkeit.

Gegen ein Urteil des Kölner Schöffengerichts, das einen Arbeiter zu einem Tag Ge⸗ fängnis verurteilt hatte, weil er bei Gelegen⸗ heit eines Ausstandes einen Arbeit swilli gen gestoßen und getreten hatte, hatte der Staats⸗ anwalt Berufung eingelegt. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen zu drei Monaten Ge⸗ fängnis. Den Richtern der ersten Instanz fehlte es höchstwahrscheinlich an dem rechten Verständnis für die staatsgefährliche Schwere desVerbrechens!

Von der Strafkammer in Stendal wurde ferner der Kassierer des Tangermünder Streikkomitees der Maurer wegen angeblicher Bedrohung eines Arbeitswillig en zu der überaus harten Strafe von(Monaten Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet! Das Urteil ruft in allen Kreisen der Einwohner⸗ schaft ungeheures Aufsehen hervor.

Dagegen erhielt kürzlich ein steinreicher Mann in Hennef a. Rh. der einen dortigen Gasthofsbesitzer, dessen Tochter er entführt hatte, fürchterlich mißhandelte, Zähne einschlug, zu Boden warf und mit Füßen trat, ganze 14 Tage Gefängnis! Die Strafkammer in Bonn bestätigt das Urteil.

Gegen Militäraufgebote bei Streiks.

Das Bundeskomitee des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes hat beschlossen, gemeinsam mit dem Parteikomitee der Schweizer sozial⸗ demokratischen Partei, ein Protest⸗Massenflug⸗ blatt herauszugeben, das sich gegen Militär⸗ aufgebote bei Streiks wenden soll. Gleichzeitig sollen Massenversamulungen abgehalten werden.

Präsidentenwahl in Amerika.

Demnächst hat in den Vereinigten Staaten die Wahl des Präsidenten der großen Republik stattzufindeu, die jedesmal eine bedeutende Auf⸗ regung mit sich bringt. Sogar das Geschäfts⸗ leben wird nicht unbedeutend davon beeinflußt. In der Hauptsache streiten sich die beiden großen kapitalistischen Parteien, Republikaner und De⸗ mokraten, die sich aber nur wenig von einander unterscheiden. Der wesentlichste Unterschied be⸗ steht in der Auffassung über die Zoll⸗ und Handelspolitik. Als Kandidat der Republikaner tritt der bisherige Präsident Roesevelt auf, während die Demokraten einen ehemaligen Richter am New⸗Yorker Appellationshofe, Parker, aufstellen. Dieser Demokrat hat aber für die ökonomische Entwickelung und die In⸗ teressen der Arbeiterschaft ebensowenig Ver⸗ ständ eis, wie sein bürgerlicher Gegner. Die Arbeiterschaft kann für keinen von beiden stimmen und deshalb hat die Sozialdemokratie einen eigenen Kandidaten in der Person Eugen Debs aufgestellt. Dieser agittert jetzt fleißig für seine Kandidatur und damit für die Aus⸗ breitung des Sozialismus. Ist auch an einen Sieg des sozialistischen Kandidaten nicht zu denken, so wird die gegenwärtige Wahlkampagne doch die Ausbreitung der sozialistischen Ideen in den Vereinigten Staaten in hohem Maße fördern.

Russisch⸗japanischer Krieg. Die Niederlage der Russen bei

getrost als das russische Sedan bezeichnen. Bei Liaujang stand die russische Hauptarmee unter Kuropatkin in gut befestigter Stellung, Sie wurde von den Japanern in drei Armeen, die unter dem Oberbefehl des Marschalls Oyama stehen und von den Generalen Ku⸗ rokt(am rechten Flügel), Nodz m(Zentrum) und Oku(linker Flügel) kommandierk werden angegriffen. Nach mehrtägigen Kämpfen, die beiden Seiten ungeheuere Verluste brachten, zogen sich die Russen am 4. September zurück und die Japaner besetzten Staujang. Kuropatkin mußte sich nordwärts auf Mukden zurückziehen und wie die Berichte meldeten, artete der Rück⸗ zug in regellose Flucht aus. Dabei sei der General Stackelberg mit 25000 Russen abge⸗ schnitten worden. Ein Telegramm eines Londoner Blattes besagt, daß am Samstag gegen 18 000 Russen von dem rechten russischen Zentrum die Waffen gestreckt hätten. Der übrige Teil der Russen, etwa 25000 Mann sei nach Südwesten gedrängt worden und habe keine Aussicht nach Norden durchzubrechen. Die chinesische Regierung habe eiligst Auordnungen getroffen um die nach Westen gedrängten Truppen des russischen rechten Flügels beim Uebertritt auf das chinesische Gebiet zu ent⸗ waffnen. Hier handelt es sich jedenfalls um das Korps Stackelbergs. Gleich nach der Schlacht von Liaujang ist Kuroki in der Richtung nach Mukden vorgedrungen und hätte sich der Eisenbahn zwischen Liaujang und Mulden bemächtigt. Die Räumung dieser Stadt beginne bereits. Kurz, die russische Armee ist so gut wie zerschmettert worden, das Zaren⸗ tum hat eine entscheidende Niederlage erlitten. In Peters burg haben diese Hiobsposten natürlich unbeschreibliche Aufre gun g her⸗ vorgerufen. Die Niederlagen werden moͤglichst zu vertuschen gesucht, das Zarentum will seine Blamage vor der Welt nicht eingestehen. Trotz⸗ dem mehren sich die Preßstimmen, welche die Mißerfolge den korrupten Zuständen in der Heeresverwaltung und der Unfähigkeit der Heeresführer zuschreiben. Mehrere Blätter raten zum Friedensschluß, damit das Ansehen Rußlands im Auslande nicht untergraben und die unterjochten Volksstämme in Asien nicht zum Abfall von Rußland veranlaßt werden. Ueber die Bedeutung des japanischen Sieges von Liaujang äußert sich der Sekretär der japanischen Botschaft in Paris einem Mit⸗ arbeiter desTemps gegenüber: Ob unser Sieg von Liaujang entscheidend ist, hängt von den Folgen ab. Kuropatkin ist angesichts der kurzen Entfernung von Mukden nicht mehr im Stande, sich dort genügend zu befestigen. Kuropatkin wurde in Liaujang, wo er zweifellos stegreich Widerstand zu leisten ge⸗ hofft hatte, von Kuroki überrascht. Sein Rück⸗ zug erfolgte ohne Ordnung und das Gros der russischen Armee kann nun erst wieder in Char- bin erusten Widerstand entgegensetzen. Dort wird es unseres Erachtens zu der entschei⸗ denden Schlacht kommen, von der das Schicksal der Mandschurei abhängt. In Charbin kann der Widerstand der Russen ernst werden, weil die Ernährung der japanischen Armee schwieriger wird, je weiter wir vordringen. Aber wir werden unterdessen unsere Armee vervoll⸗ ständigen und auch Port Arthur angreifen. In den japanischen Regierungskreisen denkt Niemand an Frieden. Man hat berechnet, daß der Krieg drei Jahre dauern kann, und man hat sich darauf vorbereitet und auch der japanische Staatsschatz ist nicht so arm, wie man in Paris geglaubt hatte. Vor Port Arthur dauern die Kämpfe noch immer an, die Beschteßung wird Tag und Nacht fortgesetzt. Die Zufuhr an Lebensmitteln wird immer schwieriger. Das Pferdefutter ist verbraucht, Gemüse sind selten, Kohl kostet einen Dollar pro Pfund.

Soziales, Gewerkschaftliches,

Arbeiterbewegung. Daß der bestbezahlte Arbeiter meist auch der billigste ist, bestätigt von

Liaujang ist eine vollständige, man kann ste

neuem der lothringische Gewerberat Rick. Er