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. Nr. 2.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
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Errichtung des Turmes mit 7 gegen 4 Stimmen be⸗
willigt. Vorher fragte Genosse Haas, wer dann eigentlich das Projekt ausgeheckt habe, aber weder der Bürgermeister noch der Architekt Rohrbach konnten die Frage beant⸗ worten. Da taugen unversehens kostspielige Projekte auf, man weiß nicht von wannen sie kommen, die Mehrheit des Gemeinderats ist aber mit der Bewilligung ganz schnell bei der Hand, schneller als oft bei sehr notwendigen und im Interesse der Gemeinde liegenden Dingen der Fall ist. Auch an diesem Falle ersehen die Arbeiter wieder, wie notwendig es ist, daß sie für eine Ver⸗ mehrung ihrer Vertreter im Gemeinderat sorgen. Feste Organisation!
Aus dem Rreise Jriedberg-Wüdingen.
— Das Militärverbot wurde über die Wirtschaft des Genossen Ihl„Zur Stadt New⸗Nork“ in Friedberg verhängt So berichtet wenigstens die „Kl. Presse“. Wenn die Militärbehörde damit beabsichtigt, die Ausbreitung der Sozialdemokratie zu hindern, so wird sie bald einsehen müssen, daß diese Maßregel ver⸗ geblich war. Zum großen Teil sorgen schon die Zustände, unter denen die Soldaten zu lelden haben und die Er⸗ fahrungen, welche sie in ihrer Dienstzeit machen, dafür, daß die sozialdemokratische Saat bei ihnen später auf guten Boden fällt.— Uebrigens wird wohl der Gen. Ihl den Verlust ertragen können. Friedberg hat keine Garnison; und die paar Soldaten, die hier und da auf Urlaub dorthin kommen, machen den Kohl auch nicht fett. Das Verbot wird also wohl nicht den Bank⸗ rott des Wirtes herbeiführen.
Aus dem Rreise Wetzlar.
* Aus Idiotien. Das Wetzlarer Amts⸗ blatt leistete sich dieser Tage einen von Schwein⸗ burg bezogenen Artikel in drei Fortsetzungen „Aus dem Lande Utopien“ gegen die Sozial⸗ demokratie. Mit dem pyramidalen Blödsinn, der da in drei Artikeln aufgehäuft wird, sich zu befassen, hieße unsere Leser beleidigen. Aber es geht ohne bewußte Lügen nicht ab. Da wird behauptet, der Vorwärts habe ge⸗ schrieben:„Die Ernte gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen“. Daß das Schwindel ist, und daß der Vorwärts geschrieben hat:
Die Erde gehört nicht den Bauern usw., weiß
der Anzeiger ganz genau. drauf los gelogen!
h. Herr Gymnasiallehrer Weber wird, wie der„Anz.“ mitteilt, zum 1. April an das Gymnastum in Wesel versetzt. Weber ist eine Stütze der konservativen Partei und tat sich während der Wahlkämpfe im Juni als Vorsitzender des Heckenroth'schen Wahlkomités hervor. Daß ein Lehrer zu derjenigen Partei hält, die sich auf dem Gebiete des Schulwesens stets als die rückfändigste erwiesen hat, auch den sonstigen Forderungen der Lehrerschaft feindlich gegenübersteht, muß allerdings als eine Mer“ gürdigkeit verzeichnet werden.
Die Stöckerianer wollen zur nächsten Reichs⸗ tag wahl unbedingt den Wahlkreis Wetzlar erobern. sie fangen deshalb jetzt schon an ihn zu beackern. Zwei Trabanten Stöckers, der Apotheker Dr. Burckhardt und der„Gärtner“ Behrens— beide so wahrheits⸗ liebend wie ihr Herr und Meister und beide auch so unverfroren und skrupellos in der Agitation wie er— durchziehen den Wahlkreis um Gimpel zu fangen und den Antisemitismus von der Giese⸗Reutherschen Couleur abzulösen. Damit das leichter von statten geht, gibt man sich vorwiegend in der antisemitischen Maske und serviert den„christlichen Sozialismus“ als Nachtisch. Selbstverständlich wird dabei gehörig über die Sozial⸗ demokratie geschimpft— das ist die Hauptsache— alle alten Märchen über einzelne unserer Parteigenossen, ganz besonders über Singer, aufgewärmt, kurz die Sozialdemo⸗ kratie als der Inbegriff aller Scheusäligkeit hingestellt. So machte es auch„Gärtner“ Behrens in Ehrings⸗ hausen, wo er am Dienstag Versammlung abhielt. Der Mann hat seinen Lehrer Stöcker— das muß man ihm lassen— ganz gut begriffen und betreibt die Agi⸗ tation wie der„teure Gottesmann“ es stets getan. Da⸗ mit ist genug gesagt. Behrens tut sich auch nicht wenig darauf zu gute, daß er als Komiteemitglied des„na⸗ tionalen“ Frankfurter Arbeiterkongresses mit bei dem Reichskanzler herumscherwenzelte und mit einem Sack voll Versprechungen wieder abtrotten konnte. Was er in Ehringshausen vorbrachte, waren neben den Schimpfe⸗ reien auf die Sozialdemokratie und die Juden nichts als„nationale“ Phrasen.„Freie Diskussion“ war an⸗ gekündigt, deshalb ergriff der anwesende Gen. Vetters das Wort, wies die Angriffe auf unsere Partei zurück, legte dar, wie die„christliche“ Arbeiterorganisation nur Zersplitter ung in der Arbeiterbewegung hervor⸗ rufe. Das ganze Verhalten der christlich⸗sozialen Partei
Aber nur breist
sei stets ein arbeiterfeindliches gewesen. Wer als Arbeiter seine Lage verbessern wolle, müsse sich den freien Gewerkschaften anschließen und zur Sozial⸗ demokratie halten, die stets die Arbeiterinteressen vertreten habe. Auf die etwa halbstündigen Ausführungen Vetter's antwortete Behrens, der zugleich Vorsitzender war, mit einer mehr als einer Stunde langen Pauke, in der er alles Mögliche und Unmögliche vorbrachte. Als Vetters entgegnen wollte, brüllte ihn der größte Teil der Ver⸗ sammlung nieder. Das Verhalten der Leute machte den Eindruck, als ob es verabredet war. Wenigstens wurde uns gesagt, daß der Kriegerverein sich besonders bemerkbar gemacht habe.— Nun, wir kommen wieder!
h. Bürgermeister Lichtenthäler aus Krofdorf ist nunmehr wieder aus der Unter⸗ suchungshaft entlassen worden.— Bemerken wollen wir bei dieser Gelegenheit noch, daß der Bürgermeister und sein Sekretär bei ihrer Verhaftung per Chaise nach Wetzlar gebracht wurden, eine Rücksicht, von der wir wünschten, daß sie auch sogenaunten„politischen Ver⸗ brechern“ gegenüber, Leuten, denen keine un⸗ ehrenhafte Handlung zur Last gelegt wird, geübt würde.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
r. Einelebhafte Krankenkassen-Ver⸗ sammlung tagte am Montag im Gasthaus „zur Sonne“. Es war die Generalversammlung der Filiale der Zentral⸗Krankenkasse der Schnei⸗ der, die in Marburg ca. 60 Mitglieder zählt, die sich zur Hälfte aus Arbeitgebern und Ar⸗ beitern zusammensetzt. Die Verwaltung hatten bisher stets die Arbeitgeber in den Händen, doch scheinen die Gesellen Grund zu haben, damit unzufrieden zu sein, weshalb sie ver⸗ langten, daß der Vorstand aus ihrer Mitte gebildet werde. Darüber kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen, an der sich besonders die Schneidermeister Braun und Hein⸗ möller beteiligten. Ersterer zog es vor, das Lokal zu verlassen, letzterer dagegen tat sein Möglichstes, die Vorstandswahl zu verhindern. Als es trotzdem dazu kam und der Kandidat der Gehilfen mit 14 Stimmen gewählt wurde, während Meister Heinmöller als bisheriger Vorsitzender nur 8 Stimmen erhielt, erklärte er sich mit dieser Wahl nicht zufrieden. Es sei Stichwahl notwendig, meinte er. Als ihn die Gehilfen aufmerksam machten, daß bei nur 2 Kandidaten eine Stichwahl der größte Un⸗ sinn sei, schloß er kurzerhand die Versamm⸗ lung, ohne die anderen Wahlen, und überhaupt die Tagesordnung zu erledigen.— Herr Schneidermeister Heinmöller hat sich damit eine Blöße gegeben, die man von ihm nie erwartet hätte. Als eifriges Mitglied der Nationalsozialen hielt er bei der Reichstagswahl selbst Ver⸗ sammlungen ab, und sollte man daher meinen, daß er eine Versammlung geschäftsordnungs⸗ mäßig leiten könne. Daß dies aber nicht der Fall ist, hat die Krankenkassenversammlung gezeigt. Hoffentlich wird er sich besinnen, und sein Amt niederlegen, ehe es ihm vom Haupt⸗ vorstand genommen wird.
r. Vom Konsum verein. In der Notiz in Nr. 51 war die Mitgliederzahl des Kon⸗ sumvereins unrichtig wiedergegeben; es mußte 271 Mitglieder heißen, nicht 171, wie dort zu lesen war. Jetzt ist die Mitgliederzahl bereits auf 330 gesttegen; gewiß eine recht er⸗ freuliche Entwicklung, die sich in gleicher Weise auch im Warenumsatz zeigt.— Bei dieser Ge⸗ legenheit sei erwähnt, daß im Leipzig⸗ Plag witzer Konsumverein der Umsatz allein im Monat Dezember nicht weniger als 1374612 Mark betrug, während das mit Ende Dezem⸗ ber zu Ende gegangene halbe Geschäftsjahr einen Erlös von 6131937 Mk. brachte, bei⸗ nahe ½ Million mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Eine sehr leistungs⸗ fähige Genossenschaft!
* Die Aerztebezirke der Ortskranken⸗ kasse. Den in der vorigen Nummer veröffentlichten Arztbezirken seien noch die folgenden hinzugefügt: Bezirk Schönstadt, Schwarzenborn, Wolfskaute, Schwabendorf, Albshausen, Halsdorf, Ernsthausen, Wolferode, Burg⸗ holz, Sindersfeld, Reddehausen, Betziesdorf: Sanitäts⸗ rat Dr. Rehn und Dr. Reinhardt in Rauschen⸗ berg; Sterzhausen, Goßfelden, Sarnau, Göttingen, Niederwetter, Unterrosphe, Oberrosphe, Mellnau, Toden⸗ hausen, Ober⸗, Mittel⸗ und Untersimtshausen, Münch⸗
hausen, Niederasphe, Amös au, Treisbach, Oberndorf, Warzenbach, Brungershausen, Kernbach: Sanitätsrat Dr. Güngerich und Dr. Schlipp in Wetter; Bortshausen, Ronhausen, Beltershausen, Hahnerheide, Leidenhofen, Dreihausen, Heskem, Mölln, Hachborn, Ilschhausen: Dr. Frohwein in Ebsdorf; Allendorf, Langenstein, Niederklein, Amöneburg, Rüdigheim, Schweinsberg, Kleinseelheim, Großseelheim, Niederwald, Schönbach, Stausebach, Anzefahr, Himmelsberg: Sant⸗ lätsrat Dr. Römer, Dr. Klöne und Dr. Eisen⸗ berg in Kirchhain; Oberweimar, Niederwalgern, Wenkbach, Argenstein, Roth, Wolfshausen, Erbenhausen, Hassenhausen, Bellnhausen, Sichertshausen, Oberwalgern, Reimertshausen, Weipoltshausen, Kirchvers, Alten vers, Rollshausen, Damm, Holzhausen, Stedebach, Odenhausen: Dr, Wigand und Dr. Hofmann in Fronhausen; Moischt, Wittelsberg, Roßdorf, Mardorf, Erfurtshausen, Schröck: Sanitätsrat Dr. Mütze in Holzhausen; Mornshausen, Lohra, Willershausen, Nanzhausen, Allna: „Dr. Haun und Dr. Göring in Gladenbach.
Kleine Mitteilungen.
Ein schreckliches Unglück ereignete sich am Mittwoch vor 8 Tagen in Kastel. Die Kinder der Witwe Möslein dortselbst, benutzten seit längerer Zett ein Shrap nell Artilleriegeschoß) als Spielzeug, ohne zu wissen, daß es noch geladen war. Als nun der 10jährige Junge ein Loch in einen Riemen schlagen wollte und dazu das Geschoß als Unterlage benutzte, explodierte es und richtete große Ver⸗ wüstungen in der Wohnung an. Der Mutter wurde der Unterleib aufgerissen, so daß die Gedärme hervor⸗ traten. Dem dreijährigen Mädchen drang der größte
Teil des Geschosses in den Körper, dem Knaben selbst wurde der rechte Arm zerrissen. Die Schwerverletzten wurden nach dem Rochusspital geschafft, wo das Mäd⸗ chen innerhalb einer Stunde und die Mutter am andern Morgen verstarb.
Wegen Unterschlagung wurde der Gerichts⸗ altuar Wilkow vom Fuldaer Amtsgericht verhaftet und in das Gefängnis in Hanau eingeliefert.
i Vom Zuge überfahren wurde auf der Westerwalderstrecke Siershahn⸗Engers der Kannenbäcker Krämer aus Grenzhausen und sofort getötet.
Opfer der Arbeit. In der Grube Resen bei Neunkirchen stürzte ein junger Bergmann, der mit einem Pferde auf der Förderschale stand, zusammen mit diesem in die Tiefe. Mann und Tier waren sofort tot.— Bei Siershahn im Westerwald wurde in einer Thongrube ein Arbeiter von herabstürzenden Erdmassen verschüttet und getötet.— Beim Neubau des Bahn⸗ hofs in Bebra wurden am Mitwoch 2 Arbeiter durch herabfallende Erdmassen schwer verletzt.
Quittung.
Für die ausgesperrten Weber in Crimmit⸗ schau gingen weiter ein:
Wetzlar. Liste Nr. 2205 Mk. 3.—; Nr. 2206 Mk. 17.—;(darunter Launsbach unter Beteiligung einer Anzahl Frauen 11,95); Nr. 2207 15,17. Nr. 2209 20,85. Nr. 2213 25,10.; Nr. 2215 8,40. Kinzen⸗
bach 2,65. Abgesandt in 2. und 3. Rate Mk. 120.
Ein Theaterbrand in Chikago.
Das Jahr 1903 hat in Chikago mit einem fürchterlichen Brandunglück abgeschlossen, das Hun erte Menschenleben forderte. In dem neu⸗ erbauten, erst kürzlich vollendeten Jroquois⸗ theater in Chikago brach am 30. Dezember während einer Nachmittagsvorstellung auf der Bühne Feuer aus. Man wollte den Astbestvor⸗ hang herablassen, derselbe funktionierte aber nicht, sondern blieb in der Mitte stecken. Binnen kurzem ergriffen nun die Flammen den mit etwa 2000 Personen, darunter viel Frauen und Kindern besetzten Zuschauerraum. Des Publi⸗ kums bemächtigte sich bei Ausbruch des Brandes eine gewaltige Panik. Viele wurden erdrückt; ein Teil mag auch durch die ausströmenden Gase getötet worden sein. In verschiedenen Rängen und Räumen wurden die Leichen haufen⸗ weise übereinander, zum großen Teil mit zer⸗ tretenen Gesichtern und Körpern gefunden, die Gesichtszüge vom Todeskampfe verzerrt. Im Ganzen sind etwa 750 Personen umge⸗ kommen. Viele junge Frauen und Kinder befanden sich unter den Toten. Eine Menge Leichen, die in den Schau- und Leichenhäusern untergebracht wurden, waren nicht mehr zu er— kennen.
Die Entstehungsursache wird von einigen der fehlerhaften elektrischen Leitung, von den Theaterleitern dem Bersten eines Ca«⸗ ciumbehälters zugeschrieben. 8 Das Iroquois Theater war Eigentum des


