Ausgabe 
8.5.1904
 
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Nr. 19.

Mittel deutsche Souuiags⸗Reitung.

Seite 5.

alle Kollegen zu interessieren, werden die Unternehmer

am Jahresschluß wieder mitvollem Beutel heimgehen und die Maurer hätten das Nachsehen. Redner bespricht die lange Arbeitszeit, den ungenügenden Unfallschutz, und die Behandlung der Arbeiter. Besonders der Parlier Wahl bei Winn behandle die Maurer wie Sklaven, die nur nach seiner Pfeife tanzen müßten. Solchen Trabanten der Unternehmer müßten Manieren beige⸗ bracht werden. Nachdem noch einige andere Redner in ähnlichem Sinne sich geäußert, und nachdem Koll. Mandler als Vorsitzender gewählt war, ging die Versammlung mit dem Beschluß auseinander, über 14 Tage eine neue Versammlung einzuberufen.

Kulturträger für Afrika gesucht! An den Plakattafeln der Stadt befinden sich Bekannt⸗ machungen des Bezirkskommandos, durch die Reservisten aller Waffengattungen zum Eintritt in die nach Afrika gegen die Schwarzen zu entsendenden Expeditionen ge⸗ sucht werden. Wer sein Leben und seine Gesundheit nicht nützlicher anzuwenden weiß, als sie freiwillig in Afrika der Profitsucht einzelner Kapitalisten zu opfern, der hinge sich besser gleich auf.

Aus dem Rreise gießen.

Unsere Landeskonferenz wird, wie in voriger Nummer bekannt gegeben, am 30. und 31. Juli in Pfungstadt abgehalten. Zum ersten Male sind für die Konferenz zwei Tage vorgesehen, wozu das Landeskomité in seiner Bekanntgabe folgendes bemerkt:

Parteigenossen! Das Landeskomité hat, entsprechend den Wüunschen der letzten Landes⸗Konferenzen, zum erstenmal zwei Tage für die Konferenz vorge⸗ sehen. Es ist der Anschauung, daß am Samstag, abend s 8 Uhr mit der Verhandlungen begonnen werden soll.

Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht eine zahl⸗ reiche Beschickung der Konferenz nötig, sorgt deshalb dafür, daß überall Delegierte gewählt werden. Diskutiert die Tagesordnung und sendet etwaige Anträge recht⸗ zeitig an den mitunterzeichneten Genossen Ulrich, damit dieselben veröffentlicht werden können.

Die Delegierten sollen mit einem Mandat verse hen sein; die Formulare versendet das Landes⸗Komité und werden dieselben von Genossen Ulrich bezogen.

Für unsere Parteigenossen in Oberhessen ist also diesmal die Beschickung des Landes⸗ parteitags mit erheblicheren Kosten verknüpft. Es wäre daher empfehlenswert, wenn sich mehrere Parteiorte über gemeinsame Delegation einigten und sich zu diesem Zwecke bald mit einander in Verbindung setzten.

Steinberg. Eine Volksver⸗ sammluung findet Samstag, den 7. Mai im SaaleZum grünen Baum statt. Frau Tietz aus Berlin wird das Referat halten. Alle Arbeiter und besonders auch die Frauen seien hierzu eingeladen; die Genossen werden ersucht, für starken Besuch zu wirken.

Gestohlene rote Schleife. Aus Stein⸗ berg schreibt man uns: 1 Hier scheinen sich jetzt sogar Spitzbuben mit unsern Gegnern zur Sozialistenbekämpfung verbündet zu haben. Der hiesige Arbeiterverein legte am Dienstag voriger Woche einen Kranz mit roter Schleife am Grabe des verstorbenen Genossen Hinkler nieder. Doch diese Schleife muß das Blut zweier der Tat dringend verdächtigen Herren arg in Wallung gegen uns gebracht haben, denn am Sonntag hörten wir, daß die Schleife von dem Kranze verschwunden sei, was wir auch bestätigt fanden. Wenn diese Herren nun glauben, mit ihrer Niederträchtigkeit uns gegenüber etwas be⸗ sonderes getan und den Staat gerettet zu haben, so haben sie sich doch verrechnet. Wir werden uns be⸗ mühen, der Diebe habfaft zu werden, um sie ihrer verdienten Strafe nicht entgehen zu lassen. Der Staats⸗ anwaltschaft ist bereits davon Anzeige gemacht worden

Aus dem Nreise ꝗriedberg⸗Büdingen.

Die Wahrsagerin von Vilbel. Vor der Gießener Strafkammer wurde am Dienstag gegen die Katharina Bind aus Vilbel wegen Betrugs verhandelt. Als Belastungszeugen traten eine Anzahl ältere und jüngere Frauen aus Vilbel auf, denen die Angeklagte durch unglaublich plumpe Schwindeleien größere und kleinere Geldbeträge abzunehmen verstand. Die Schwindeleien be⸗ standen darin, daß sie den Frauen zuredete, in der Lotterie zu spielen; ne kenne eine Frau in Bornheim, die mit dem Looseetwas machen (es mit Sympathie behandeln,behexen) könne, damit es gewänne. Merkwürdigerwetse glaubten die Leute diese ungeheuerlichen Schwindeleien und stellten dadurch ihrem Intellekt ein sehr schlechtes Zeugnis aus, blamierten gewissermaßen

ihren doch sonst ziemlich aufgeklärten Heimatsort.

Der Familie Klöß knöpfte die Schwindlerin ca. 2500 Mk. ab und führte dadurch deren Ruin herbei. Infolgedessen verübte Frau Kl. Dienstag früh Selbstmord. Die Angeklagte wurde zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

Aus dem Rreise Wetzlar.

h. Schwere Krise im Kredit⸗ und Vo r⸗ schuß verein. Am Mittwoch Abend hat im Schützen⸗ garten wiederum eine Generalversammlung des Vor⸗ schußvereins stattgefunden, in der die im Verein herr⸗ scheuden schweren Mißstände, die in der letzten Zeit besonders durch den Fall Jakob ans Tageslicht kamen, erörtert wurden. Welcher Art die Mißstände waren, ließ schon die bekannt gemachte reichhaltige Tag⸗sord⸗ nung vermuten; noch mehr aber deuteten mehrere An- träge von Mitgliedern daraufhin. So war ein Antrag gestellt auf Umwandlung des Vereins in eine Genossen⸗ schaft mit beschränkter Haftpflicht, event. Festsetzung der Haftsumme. Weitere Anträge lauteten:

1. Antrag, die Decharge bezüglich der letzten Jahresrechnung dem Vorstand nicht zu er⸗ teilen.

2. Haftbarmachung des Vorstandes für den Effektivverlust am Konto Hermann Jakob, sowie für die im Protokoll festgestellten Fehl beträge an Deckungen für gewährte Kredite durch Beschreitung des Rechtswegs und Beschluß über eventl. Einleitung des Strafverfahrens gegen den Vorstand.

3. Absetzung des Vorstandes und Neuwahl.

Die Generalversammlung war außerordentlich stark besucht. Ueberhaupt hat die Angelegenheit in den Reihen der Mitglieder begreiflicherweise eine große Erregung her⸗ vorgerufen. Nachdem die Vorstandswahlen erledigt, ver⸗ las der Vorsitzende Herr Heinzenberg das Revisions⸗ protokoll. Er legt zunächst dar, welche Schwierigkeiten die Revisionskommission zu überwinden hatte, da ihr von Seiten des Kassierers Genz Widerstand entgegen⸗ gesetzt und der Einblick in die Bücher verweigert wurde. Es stellte sich aber dann heraus, daß eine ganz unver⸗ antwortliche Wirtschaft eingerissen war, derart, daß sich die Kommission genötigt sah, die Sache dem Staatsan⸗ walt zu unterbreiten. Man könne es als ein Glück Insehen, daß Jakob damals durchgebrannt sei, dadurch kam die Geschichte an den Tag. Der Bericht stellt fest, daß in einer Anzahl Fälle Kredite gewährt wurden, ohne daß hierfür die nötige Sicherheit vorhanden war. Am bedenklichsten liegt der Fall Oskar Di et yt ch, hier stehen einer Schuld von 129000 Ml. nur für ins⸗ gesamt ca. 109000 Mk. Sicherheiten gegenüber. Fast ebenso hoch beläuft sich die Kreditüberschreitung bei einem andern Konto, über das aber, wie über mehrere kleinere beruhigende Erklärungen abge geben worden. Die An⸗ gelegenheit dürfte noch weitere Kreise ziehen. Für uns ist dabei interessant, daß hier wieder einmal bisher sehr angesehene Bürger und Ordnungsleute höchst be⸗ denkliche Manipulationen machen.

X Sudelei in der Bäckerei und der schnei⸗ dige Rechtsanwalt. Vorigen Freitag wurde vor dem Schöffengericht eine Privatklage verhandelt, die nicht ohne allgemeines Interesse ist. Bäckermeister Hölterle war klagbar gegen eine Frau geworden, die behauptet hatte, daß vor einigen Jahren in der Bäckerei des Klägers ein durch die Backstube führendes Rohr für Abwässer geborsten sei, und daß sich der Inhalt über die darunter liegenden Brote ergossen habe. Teilweise hätte Hölterle die beschmutzten Brote an arme Leuten verschenkt, den größten Teil aber in seiner Filiale in der Neustadt ver⸗ kauft. Bei der Beweisaufnahme gab H. den Vorfall z u, er bestritt aber, daß es sich um ein Abtrittsrohr handele und daß beschmutzte Brote verkauft worden seien. Als Zeuge war von der Frau ein Bäcker ange⸗ geben worden, der zur Zeit des Rohrbruches bei H. ar⸗ beitete. Bei der Vernehmung desselben, der im allge⸗ meinen bestätigt, was die Frau gesagt, trat der Ver⸗ treter des Klägers, Rechtsanwalt Kaufmann, in einer Weise gegen den Zeugen auf, die den energischsten Wider⸗ spruch herausfordern muß. Er suchte zuerst in Ab⸗ wesenheit des Zeugen dessen Glaubwürdigkeit dadurch zu erschüttern, daß er ihn dem Gericht(dem ein Bäcker⸗ meister als Schöffe angehörte) als einen unzuverlässigen Menschen, der schon aus vielen Stellen entlassen worden sei, hinzustellen suchte. Bei der Vernehmung selbst fragte er den Bäcker, wo er überall gearbeitet habe, was ihn doch gar nichts anging und als Zeuge bekundete, daß er gegenwärtig in der Konsumbäckerei arbeite, sagte der Herr Anwalt:So, da werde ich mich nach Ihnen er⸗ kundigen! Verwunderlich ist, daß der Zeuge diese Fragen überhaupt beantwortete und bedauerlich, daß der Vorfitzende sie zuließ. Die Frau wurde zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt.

aus dem Rreise Marburg⸗-Rirchhain.

r. Der Konsumverein hält seine Generalversammlung Montag, den

9. Mai im Restaurant Geisler ab. Es stehen wichtige Punkte auf der Tagesordnung.

r. Maifeier in Marburg. Vom schönsten Wetter begünstigt, konnte am 1. Mai unsere programm⸗ mäßige Feier morgens um 6 Uhr beginnen. Vor dleser Zeit hatte sich eine ganze Anzahl Genossen am be⸗ stimmten Orte eingefunden. Nach längerem Marsche gelan gte man an der Mosseiche, unserm Ausflugsorte an. Hier hatten sich bereits einige Vorläufer und vor allen Dingen die nötige Ersrischung eingefunden. Es dauerte auch gar nicht lange, so entfaltete sich weitere, fröhliche Maifeststimmung. Gesangsvorträge, gemein⸗ schaftliche Gesänge und sonstige Unterhaltungen wechselten mit einander ab. Erst nach 11 Uhr, als kein Tropfen mehr im Becher war, dachte man an den Heimweg und man zog zum Restaurant Hillberger, wo man sich trennte. War die Beteiligung am Vormittag eine gute zu nennen, so hätte man am Nachmittage auf etwas besseren Besuch rechnen dürfen. Zwar war das Lokal voll besetzt, aber immerhin fehlten noch einige Genossen. Der Arbeitergesangoerein leitete die Feter durch ein Lied ein. Darauf hielt Gen. Die h l-⸗Frankfurt die Festrede, welche mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Ein weiteres Lied schloß die einfache aber wür dige Feier. Große Aengstlichkeit legte die Marburger Behörde wegen der Maifeier an den Tag In der Nacht zum 1. Mai ließ sie den Spiegelslustturm scharf bewach en, jedenfalls damit nicht etwa morgens eine rote Fahne als Revolutionszeichen da oben flattere. Natürlich muß⸗ ten die Turmwächter unverrichteter Sache abziehen. Daß man uns in jo schlimmem Verdacht hat! Wir haben ihr doch dazu noch nie eine Veranlassung gegeben.

s. Als Beigeordneter wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung der Regierungsbaumeister Sar⸗ demann gewählt. Er tritt an die Stelle des bis⸗ herigen Beigeordneten Apotheker Siebert, der eine Wieder⸗ wahl ablehnte.

Kleine Mitteilungen.

** Eine Kindesleiche wurde kürzlich auf dem Friedhofe in Eberstadt bei Butzbach in geringer Tiefe auf einen Grabeshügel eingescharrt von einer Frau ent⸗ deckt, die das betr. Grab mit Blumen bepflanzen wollte. Die kleine Leiche konnte erst ganz kurze Zeit in der Erde gelegen haben. In den letzten Tagen wurde uns dar⸗ über mitgeteilt, daß man Spuren über die Herkunft des Kindes gefunden habe.

* Familien⸗Tragödie. In Barmen versuchte der Arbeiter Speiser am Montag seine Frau in der Wohnung ihrer Mutter zu erschießen. Die Kugel prallte an einer Korsettstange ab; ein anderer Schuß traf aber die Schwester der Frau, die sofort tot war. Ebenso wurde die Mutter der Frau lebensgefähr⸗ lich verletzt. Darauf tötete sich Speiser selbst durch einen Schuß.

z Die schwarzen Pocken sind in Westfalen ausgebrochen. Aus Bochum, Witten und Hattingen wurden mehrere Erkrankungsfälle gemeldet. Um eine Verschleppung zu verhüten, begann man mit der Ein⸗ richtung von Isolierungsräumen.

Versammlungskalender.

Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗

sammlungen! Samstag, den 7. Mai. Gießen Soz.⸗dem.⸗Wahl verein. Abends 9 Uhr.

Versammlung bei Orbig.

Montag, den 9. Mai. Gießen. Schneiderverband.

Versammlung bei Orbig.

P. 1 Briefkasten.

r. Mbg. Wir halten es nicht für nötig, uns mit den Rüpeleien des antisemitischen Dienstmanns weiter zu beschäftigen. Dieser Arme im Geiste folgt einfach dem Beispiel, das ihm seine Führer geben. Vielleicht spekuliert er auf eine Hausknechts- oder Schweinehirten⸗ Stelle bei dem Dreschgrafen Pückler.

Mehrere Einsendungen mußten zurückbleiben. 4

Letzte Nachrichten. Vom russesch japan ischen Kriege. Port Arthur blocktert. Den Japanern ist es gelungen, den Hafen von Port Arthur durch Versenken von 9 Handelsschiffen vollstän⸗ dig zu sperreu. Dauach bombardierte das japa⸗ nische Geschwader die Festungswerke und die Stadt. In Tok io rief dieser neue Erfolg lebhafte Kundgebungen hervor.

Abends 9 Ubr

f 5% Bemüht Parteifreunde! cn a nach besten Kräften für die immer weitere Verbreitung Eueres Blattes.

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