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f waltige Staubwolken auffliegen und die Fenster
Nr. 10.
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.
Seite 5.
eöffnet werden, so daß eben der Aufenthalt m Saale unmöglich ist. Die Arbeiter führen lebhaft Klage über die ungünstige Zugverbin⸗ dung. Die Eisenbahnverwaltung sollte darauf Kück nehmen und den späteren Zug beibe⸗ halten.
Aus dem Nreise griedberg⸗Büdingen.
„Der beleidigte Lehrer. Durch einen in der Frankfurter„Volksstimme“ erschienenen Artikel mit der Stichmarke„Ein kurzsichtiger Herr“ fühlte sich der Lehrer Schreiber in Him bach bei Büdingen beleidigt und stellte gegen das Blatt Strafantrag. Nach dem Artikel sollte der Lehrer eine Aeußerung getan haben, eine Frau, die sich um eine Stelle als Industrielehrerin bewarb, würde die Stelle nicht erhalten, well ihr Mann, au dem man Rache nehmen wolle, bei der Reichstags⸗ wahl für die Sozialdemokratie tätig gewesen sei. Durch die Beweisaufnahme wird festgestellt, daß der Lehrer privatim sich äußerte, ob es sich wohl empfehle, der Frau eines Sozialdemokraten die Stelle zu übertragen. Von Rache nehmen soll er aber nichts gesagt haben. Das Urteil gegen den verantwortlichen Redakteur Genossen Quint lautet auf 50 Mark Geldstrafe.
Aus dem Rreise Wetzlar.
h. Ganz netten Profit verzeichnen die Buderus'schen Eisenwerke nach dem be⸗ kannt gegebenen Rechnungsabschluß für 1903. Der Reingewinn beziffert sich danach auf fast eine halbe Million Mark(499 133 Mk.), trotzdem für Abschreibungen und Rücklagen eine Million Mk. eingesetzt wurde. Es soll der Generalversammlung eine Dividende von 5% vorgeschlagen werden; Aufsichtsrat und Vor⸗ stand teilen ca. 48 000 Mk. unter sich und weitere 20000 Mk. sind als Belohnungen an Beamte und„gemeinnützige Zwecke“ vorgesehen. Daß die Arbeiter, deren emsiger Tätigkeit der erzielte Gewinn zu verdanken ist, etwas erhalten sollen, davon steht nichts in dem Rechnungs⸗ abschluß.
h. Die Affaire Jakob zeitigt noch ver⸗ schiedene unangenehme Nachwirkungen. Zunächst hat es Differenzen in dem Vorschuß⸗ und Kredit⸗ Verein abgesetzt, die darin zu Tage treten, daß die Mitglieder auschließlich des Vorstandes und des Aufsichtsrates zu einer Versammlung eingeladen werden, in der man über„alle schwe⸗ benden Fragen“ beraten will. Demnach scheint man mit der Leitung des Vereins keineswegs zufrieden zu sein.— Ferner wird die Tatsache viel erörtert, daß Zeugen, z. B. Heinz, ibre Unterschrift auf verschiedenen ihnen vorgelegten Wechseln als gefälscht erklärten, während Jakob sie als echt bezeichnete. Da der An⸗ geklagte sonst alle Fälschungen eingestanden hat, findet man es auffällig, daß er diese nicht auch anerkannte amal er seine Lag: durchaus nicht verbesserte, enn er sie ableugnete. Mög⸗ licherweise hat bie Sache noch weitere Folgen.
h. Die diesjährige Musterung im Kreise Wetzlar findet laut amtlicher Bekanntmachung vom 8.—17. März im„Schützengarten“ in Wetzlar statt. Dort haben sich 8 Uhr morgens die Milttärpflichtigen an folgenden Tagen einzufinden: Dienstag, den 8. März: die aus der Bürgermeisterei Aßlar; Mittwoch, den 9. März: aus der Bürgermeisterei Atz bach; Donnerstag, den 10. März: aus der Bürgermeisterei Braunfels(Stadt und Land); Freitag, den 11.
März: aus der Bürgermeisterei Greif enstein; Samstag, den 12. März: aus der Bürgermeisterei
Hohensolms und Launs bach; Montag, den 14. März: aus der Bürgermeisterei Rechtenbach; Dienstag, den 15. März: aus der Bürgermeisterei Schöffengrund; Mittwoch, den 16. und Donn ers⸗ tag, den 17. März: aus der Bürgermeisterei Wetzlar. Die Gestellungspflichtigen aus der Bürgermeisterei Launsbach brauchen erst /9 Uhr am Platze zu sein.
* Krof dorf. Der Vater des Genossen Dr. David, der lange Jahre in Krofdorf tätig war und später in Jülich wohnte, ist dort im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Verstorbene war bei der Bevölkerung seines ehemaligen Amtsbezirks und weit darüber hin⸗ aus bekaunt und beliebt. Ueberall steht er als wohlwollender und gerecht denkender Mann in bestem Andenken.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
r. Wahlverein. Die am letzten Sams⸗ tag stattgefundene Wahlvereins⸗Versammlung ehrte zunächst den verstorbenen Genossen Abg. E. Rosenow in üblicher Weise.— Alsdann fand eine rege Aussprache über„Die politische Lage in Deutschland“ statt, in der die verschie⸗ denen Redner die wichtigsten Vorkommnisse der letzten Zeit zur Sprache brachten. Nament⸗ lich die russische Spitzelwirtschaft wurde scharf von der Versammlung verurteilt. Auch die Reichstagsverhandlungen wurden erwähnt und die Stellungnahme„unseres“ jetzigen Reichs⸗ tagsabgeordneten v. Gerlach besprochen.— Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde be⸗ sonders auf eine rege Agitation zur Verbreitung der„Mittel deutschen Sonnt.⸗Ztg.“ hingewiesen. Um auch die übrigen Genossen im Wahlkreise für unsere Presse zu gewinnen, wurde man stch dahin einig, daß die Marburger Genossen, die die gelesenen Zeitungen entbehren können, sie an den Vertrauensmann Gg. Härtling, Ritter⸗ straße 9, abliefern sollten. Derselbe würde als⸗ dana das weitere veranlassen.— Zur März⸗ feier findet am Freitag, den 18. März im Jesbergschen Lokale eine Volksversammlung statt, in der über die Bedeutung des Tages referiert wird.
* Wegen Flugblattver teilen am Sonntag standen kürzlich zwei Arbeiter aus Kassel zum zweiten Male vor der Marburger Strafkammer. Sie hatten während der Reichstagswahl in Frielendorf im Kreise Ziegenhain Sonntags Flugblätter verteilt und waren deswegen vom Schöffengericht Ziegenhain wegen Ver⸗ gehens gegen die Sonntagsruhe verurteilt worden. In der Berufs instanz erkannte die Strafkammer hier auf Freisprechung, weil festgestellt wurde, daß die Betreffenden die Flugblätter nicht öffentlich und sichtbar getragen, sondern nur in den Häusern abgegeben hatten. Das Kammergericht verwies dann die Sache zur nochmaligen Verhandlung zurück, doch die Strafkammer kam abermals zu einem freisprechenden Erkenntnis.
— Ein sächsische„Sittlichkeits“ rettung eigener Art wird, wie die Frankfurter Volksstimme berichtete, in Leipzig vorbereitet, und zwar gegen Genossen Dr. bn J 171 ff. in e Er soll gegen die berühmten 88 171 ff. im Straf⸗ gesetzbuche, die von„Verbrechen und Vergehen gegen die Sittlichkeit“ handeln, durch einen Aufsatz verstoßen haben, der bereits vor länger als sechs Monaten im bekannten Leipziger Magazin für Literatur, einem bürgerlichen Fach⸗ blatte erschien. Was tat aber Michels in diesem Aufsatze? Predigte er etwa Unzucht und Amü⸗
sement zum Gebrauch agrarischer Zirkus Busch⸗
Konsumverein für Marburg u. Umg. e. G. u. b. H.
Aktiva. Bilauz am 30. September 1903. Passiva Kassenbestand 169,87 Geschäftsanteile 1830,50 Warenbestand 8116,04 Reservefond.. 250,.— Fastage ꝛc. 282,77 8398,81 Kautionen 17 7 5 99 5(in Olasröhrchen zu 28 Tabletten) Anteil bei der Groß⸗ Anleihen 1 Il einkaufs⸗Gesellschaft 310,30 e ed 0 40 0 ne 2 zept* t 5 1, 1 ition 7 8 1 71111 1 Außenstände 1 541,46 Spareinlagen 1106,18 erhälllich in allen Unkostenrest 58,50 Apotheken. Reingewinn. 1115.89 1057.7 1057244 6 9 K* Mitgliederstand zu Anfang des Geschäftsjahres 172, Zugang U. Kamin d 99, 10 6, mithin verbleiben 265 Mitglieder.— Die Geschäfts⸗ guthaben betrugen am 30. September 1902: 1057 Mk., Zugang Uhrmacher
773,50 Mk., mithin am 30. September 1903: 1830,50 Mk. samthaftsumme der Mitglieder betrug am 30. September 1902 k., Zugang 2970 Mk., Abgang 30 Mk. mithin haben am 30. September 1903 die Mitglieder für 8130 Mk. Haftsumme auf⸗
Gustav Rohr.
5190
zukommen.
Der Vorstand: Franz Fischer.
decharin
Giessen, Neustadt 19, Neubau Vorteilhafte Bezugsquelle für
Uhren, Gold⸗
und
Die Ge⸗
Männer für die Nacht nach Wucherzoll⸗Kund⸗ gebungen? Ach nein— Genosse Michels be⸗ ging das Verbrechen, für die Moral gegen die bestehende Brautstandsunmoral aufzutreten. Er geißelt die jeder Sittlichkeit und jedem feinen Empfinden Hohn sprechenden umständ⸗ lichen Vorbereitungen, mit denen heute die bürgerliche Gesellschaft für Verlobte die Braut⸗ nacht umgibt. Statt daß man in der Braut- nacht die junge Frau ihrem Bräutigam über⸗ liefert, wie man eine gefangene Maus dem Kater vorwirft, damit er sie verschlinge, sollten nach Dr. Michels die Brautleute vielmehr einer an der Seite des andern wie zwei getreue Freunde und gute Kameraden leben. Er ver⸗ langt statt der plötzlichen Revolution im Ge⸗ schlechtsleben eine langsame Entwicklung des⸗ selben; statt all der vielen heute üblichen In⸗ delikatessen will er Gefühlsfeinheit. Man mag mit ihm über Einzelheiten seiner Kritik und seiner Reformvorschläge streiten— aber wer möchte auf den Gedanken verfallen, den Ver⸗ fasser wegen— Unsittlichkeit anzuklagen! Und doch ist das unglaubliche in Leipzig, am Er⸗ scheinungsort des Aussatzes, geschehen, der von der Verlagsbuchhandlung auch als kleine Broschüre herausgegeben wurde. Da breitet sich wieder einmal eine jener Justizaktionen vor, die für ihre Urheber zu enden pflegen mit— nun, man weiß, womit... Der Leipziger Staatsanwalt müßte denn noch im letzten Augenblick erkennen, was er anrichtet, und das 0 tun, was er tun kann— sich zurück⸗ ziehen.
Durchgebraunter Bankier.
Der Bankier Christoph Schade in Dar m⸗ stadt ist nach Unterschlagung mehrerer Hundert⸗ tausend Mark verschwun den. Seiner Fa⸗ milie teilte er mit, daß er sich das Leben nehmen wolle, doch glaubt man, daß er sich ins Aus⸗ land begeben hat.
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Genosse Göhre hat seine Kandidatur im 20. sächsischen Kreise niedergelegt. Die am Sonntaß statt⸗ gefundene Parteiversammlung in Gelenau stellte Pink a u⸗ Leipzig auf.
Versammlungskalender. Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗
sammlungen! b Samstag, den 5. März.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 8 Uhr Versamm⸗ lung bei Lö b(Wiener Hof). Vortrag von Vetters. Wahl zum Verbandstage.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Sonntag, den 6. März.
Lollar. Wahlverein. Nachmittags 3/ Uhr Versammlung bei Wirt Schupp. Berichterstattung von der Kreiskonferenz.
Montag, den 7. März.
Gießen. Schneiderverband. Abends 2/9 Uhr
Verfammlung bei Orbig.
Briefkasten.
Pfr. Sommerlad Watzenb.⸗Stbg. Ihre Zuschrift findet in der nächsten Nummer Aufnahme. R. Mbg. So war's doch nicht gemeint! Das Uebrige wird beachtet. h.⸗Wtzl. Ganz recht. Wenn Herr Kaiser sich so warm für das Volksbad ins Zeug legt, sollte er auch dafür sorgen, daß die Arbeiter in seinem
Wer ke Waschgelegenheit haben.
Hein reichhaltiges Lager in
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Markt Silberwaren ee e eee
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