Ausgabe 
4.9.1904
 
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6.

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A 36.

Mittel dentsche Sonutags⸗Zeitung.

Seite 5.

wird, soll der Fleischschmuggel von Vilbel aus schon

länger betrieben werden. Hoffentlich trifft die Schuldigen

eine empfindliche Strafe. Genosse Dr. Quarck brachte in der Frankfurter Stadtverordneten⸗Versammlung die Sache zur Sprache und verlangte Maßregeln zur Ver⸗ hütung ähnlicher Durchstechereien.

Aus dem Nreise Alsfesd-Cauterbach.

Beim Kriegerfest. In Lauter hatte kürz⸗ lich der Kriegerverein ein Preisschießen arrangiert. Dabei gerieten ein paar Dorfgrößen, der Gutsbesitzer Zimmer und der Spinnereibesitzer Birkelbach in Differenzen. Die Gegner bearbeiteten sich schließlich derart mit Biergläsern,

daß der eine Kämpfer mit einem Haupt voll Blut und

Wunden abzog. Zunächst mußte der Arzt in Aktion treten, später wird es noch das Gericht. So geht's, wenn bei den Kriegern die schon so lange aufgespeicherte Kraft explodiert.

Aus dem Nreise Wetzlar.

h.Der Dank des Vorwärts. Unter dieser Ueberschrift macht ein Schweinburg⸗Artikel die Runde durch die ganze Ordnungspresse und selbstverständlich fand er auch imWetzlarer Anzeiger willige Aufnahme. Genannter Artikel macht sich einen schoflen Angriff der zentrumskatholischen BerlinerGermania zu eigen, worin der Druckerei Vorwärts vorgeworfen wird, einen bei ihr 19 Jahre beschäftigt gewesenen Maschinenmeister am 1. Januar ds. Js. auf die Straße gesetzt habe. Der Entlassene habe keine Stellung mehr gefunden, sei erkrankt und jetzt kürzlich gestorben. Die Druckerei habe demnach an dem Arbeiter so hartherzig gehandelt, wie es kaum ein Privatunternehmer tun würde. Wie der brave Anzeiger und seine Mit⸗Reptilien sich doch der Arbeiter in den sozialdemokratischen Betrieben liebevoll annimmt! Die Kreisblätter ꝛc. sollten doch erst mal in ihren eigenen Betrieben nach dem Rechten sehen, in der Vorwärts⸗Druckerei helfen sich die Arbeiter schon selber. Letztere haben auch in diesem Fall mit der Leitung der Druckerei verhandelt, aber die Entlassung des Betreffenden ist eben zum Bedauern der Leitung selbst nicht zu vermeiden gewesen. Die Arbeitsverhältnisse im Vorwärts dürfen sich schon sehen lassen und es sollten die Kreisblätter erst einmal in ihren Betrieben Arbeits⸗ bedingungen einführen, die nur zu 60 Prozent so günstig sind wie im Vorwärts, wo bei 8 stündiger Arbeitszeit bessere Löhne als in anderen Druckereien bezahlt werden und außerdem noch andere Vergünstigungen(Ferien ꝛc.) geboten werde. Dagegen bezahlen die beiden Wetzlarer Blätter erst seit Kurzem tarifmäßig und würden es heute

noch nicht tun, wenn sie von ihren Arbeitern nicht dazu

gedrängt worden wären.

Kürzlich veröffentlichte übrigens der Korre⸗ spondent deutscher Buchdrucker diejenigen Zet⸗ tungsdruckereien, die nicht tarifmäßig bezahlen. Darunter befanden sich etwa 40 bis 50 Kreis⸗ blätter!

h. Der Spielteufel wird zu Gunsten der Wieder⸗ herstellung des Wetzlarer Domes mobil gemacht der Oberpräsident der Rheinprovinz hat dem Domverein die Genehmigung zu einer Lotterie mit 650 000 Mk. Rein⸗ gewinn erteilt. Außerdem erhob man bekanntlich Steuern von der Einwohnerschaft zum gleichen Zwecke, was den Steuerzahlern durchaus kein Vergnügen macht. Warum hat man den Freiherrn v. Mirbach nicht für den Dombau interessiert. Nebenbei bemerkt, dürfte es fraglich sein, ob die Steuerzahler überhaupt zur Leistung dieser Dom⸗ bausteuer gezwungen werden können.

DieHeiligkeit des Eigentums wucde neulich von dem Wetzlarer Schöffen⸗ gericht 3 Frauen zum Bewußtsein gebracht, die sich bei der Grube Raab ein Stückchen Gruben⸗ holz, das dort unter dem Schutt verfaulte, angeeignet hatten. Wert: 5080 Pfennig. Strafe je einen Tag Gefängnis und die Kosten. So will es die heutige göttliche Weltordnung. Von den Frauen waren zwei Wittwen.

o Zur Lassallefe ter in Gleiberg fand am Sonntag eine Versammlung im Saale zum schwarzen Walfisch statt, in welcher Gen, Vetters über die Be⸗ deutung dieses großen Vorkämpfers der sozialistischen Bewegung sprach und die Anfänge derselben schilderte. Die Ausführungen des Redners wurden aufmerksam ver⸗ folgt und beifällig aufgenommen,

Aus dem Rreise Dillenburg⸗Herborn.

t. Ein Dorf trocken gesetzt! In dem Dörfchen Korb im Oberwesterwald erschienen am Samstag ein Gendarm von Hachenburg und verschloß im Verein mit dem Bürgermeister und Polizeidiener sämtliche Zieh⸗ brunnen. Sie machten an sämtlichen Wasserpumpen, welche sich in den Wohnhäusern befanden, die Schwengel und Kolben unbrauchbar, um so die Wasserentnahme zu verhüten, trotzdem die Pumpen und Brunnen Eigentum der Hausbesitzer sind. Dadurch ist jetzt das ganze Dorf ohne Trinkwasser und die Bewohner sind daher gezwungen, ihren Wasserbedarf aus dem durch das Dorf

fließenden Waschbach zu nehmen. Den Anlaß zu diesem Vorgang kann man nur darin suchen, daß der Königl. Landrat Büchting, ein sehr zu Reformen geneigter Be⸗ amter, mehrmals die Gemeinde aufgefordert hat, eine Hochdruckwasserleitung anzulegen, was aber stets abge⸗ lehnt wurde, weil das Dorf zu klein ist und die Ge⸗ meinde zu viel Schulden hat. Daß das Wasser der Brunnen schlecht sein soll, glaubt hier niemand; wenig⸗ stens ist hier nichts davon bekannt. Der Gesundheits⸗ zustand unter den Einwohnern in Korb ist ein sehr guter, unter den ca. 130 Einwohnern befinden sich 82, 80⸗ und 78 jährige Personen; eine ansteckende Krankheit, die aufs Wasser zurückgeführt werden kann, ist noch nie im Orte gewesen. Ueber die Maßnahme ist Beschwerde geführt und es herrscht darüber eine große Aufregung unter der Bevölkerung.

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

Von der Tabakfabrik Niederehe in Marburg geht uns mit Bezug auf unsere Notiz in Nr. 34 folgende Berichtigung zu:

Die Firma Stephan Niederehe& Sohn in Marburg a. d. Lahn beschäftigt 105 Personen, davon sind 33 Mädchen.

Von den weiblichen Arbeitern werden Ueberstunden überhaupt nicht gemacht. Dieselben arbeiten teils in Akkord tells im Tagelohn. Durchschnitts⸗Tagelohn für ausgebildete Arbeiterinnen ist Mk. 1.60 und steigt derselbe bis zu Mk. 2.20. Alle Ueberstunden der männlichen Arbeiter werden durchweg bis zu 10 Pfg. per Stunde höher bezahlt als die ge⸗ wöhnlichen Arbeitsstunden. Die Mädchen haben einen Weg bis zur Fabrik von höchstens einer Stunde. Von weiterliegenden Plätzen kommen alle mit der Bahn. Der Gesundheitszu⸗ stand der Mädchen ist stets ein guter und sind Krankheitsfälle äußerst selten.

Die Männer verdienen je nach Leistungs⸗ fähigkeit und ist der Durchschnitts⸗Tagelohn Mk. 2.85. Bei Ueberstunden stieg der Tages⸗ verdienst bis zu Mk. 4.70.

Soweit die Berichtigung, über deren An⸗ gaben sich unser Gewährsmann jedenfalls weiter äußern wird. Außerdem hat die Firma die Freundlichkeit uns anzukündigen, daß sie uns vor den Kadi zu schleppen gedenkt, weil wir stie durch die erwähnte Notiz beleidigt hätten. Wir möchten wissen, inwiefern darin die Firma beleidigt sein soll. Es ist vielmehr gegen die dort beschäftigten Arbeiter der Vorwurf erhoben, daß ste nicht durch Anschluß an die Organisation ihre Lage zu verbessern suchen. Durch den Be⸗ leidigungs⸗Prozeß gewinnen weder die Arbeiter noch die Firma etwas, selbst wenn er für die letztere günstig verläuft. Darum wäre es viel klüger gehandelt und läge im Interesse der Firma, wenn sie nicht prozessterte, sondern sich vielmehr um die Besserung der Lohnverhältnisse ihrer Arbeiter bemühte. Ein solches Bemühen wird bei uns stets Anerkennung finden..

r. Feldzug der Stöckerianer. Die Christlich⸗ Sozialen wollen diesen Winter eine rege Agitation ent⸗ falten, In der letzten Kriegsratssitzung des christlich⸗ sozialen Vereins wurde beschlossen, zwölf Versammlungen in der Umgegend Marburgs abzuhalten, in denen ihre Größen als Redner auftreten sollen. Daß die Christlich⸗ soztalen in der nächsten Reichstagswahl einen eigenen Kandidaten aufstellen, ist ficher. Drum fangen sie schon jetzt mit der Agitation an. Zu bedauern sind dabei nur die armen Bauern, welche die sattsam bekannten Stöckeriaden und pfäffischen Vernichtungsreden über sich ergehen lassen müssen.

v. Opfer des Kriegsspiels. Bei einer am Mittwoch stattgefundenen Felddienstübung des Marburger Jägerbataillons sind vier Reservisten zusammengebrochen. Einer davon ist am Herzschlag sofort gestorben. Mußten denn die Leute kurz vor dem Manöver noch in dieser Weise angestrengt werden?

Gewerkschafts⸗-Kommission. Als Vor⸗ sitzender fungiert von jetzt ab Herr Otto Busse, Schuh⸗ macher, und sind alle Anfragen an diesem zu richten.

Durchgebraunnte Prinzessin.

Die Prinzessin Luise von Koburg, eine Tochter des belgischen Königs, welche wegen angeblicher Geistesstörung in der Heilanstalt Lindenhof in Coswig(Sachsen) untergebracht und seit zwei Wochen in Bad Elster zur Kur aufhältlich war, ist von dort spurlos ver⸗ schwunden. Die 47 jährige Frau hatte ein Verhältnis mit einem ungarischen Oberleutnant und man nimmt an, daß ste mit diesem ge⸗ flüchtet ist.

Austritt aus der Landeskirche.

In Breslau faßte eine von über 1000 Per⸗ sonen, auch Frauen besuchte Maurerversammlug nach einem Vortrag des fretreligtösen Predigers Tschirn nahezu einstimmig eine Resolution, zur Befreiung von geistiger Vormundschaft für den Massenaustritt ihrer Familien aus der Landes⸗ kirche und den Uebertritt zur freireligtösen Ge⸗ meinde sorgen zu wollen.

Großes Petroleumlager im Brand.

Freitag voriger Woche gerieten die riesigen Petroleumtanks(große Kessel oder Be⸗ hälter aus Eisenblech) im Hafen von Ant⸗ werpen durch Explosion in Brand. Es sind dabei etwa 35 Millionen Liter Petroleum verbrannt, nach andern Angaben ist das Quan⸗ tum noch viel größer. Die durch das Riesen⸗ feuer entwickelte Hitze war so groß, daß im Bereich derselben die Pflastersteine glühten und 175 Etwa 20 Menschen kamen ums

eben.

Kleine Mitteilungen.

* In Hungen war am Freitag ein junger Mann mit Reinigen abgeschossener Patronen beschäftigt. Plötzlich explodierte eine noch nicht entladene Patrone und verletzte ihn schwer an der Hand und Arm.

* Unglück bei der Arbeit. Der Bergmann Uehl in Ehringshausen verletzte sich vorige Woche beim Sprengen so schwer, daß er sofort in die Gießener Klinik gebracht werden mußte.

a An die 50000 Mk. unterschlagen. Dieser Tage wurde die Buchhalterin Elise Frettwurst in Mainz zu Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie ihrem Prinzipal 36 000 Mk. unterschlagen hatte. Nachträglich hat sich herausgestellt, daß sie außerdem noch ca. 10000 Mark veruntreut hat, weshalb sie nochmals vor Gericht erscheinen muß.

Versammlungs kalender.

Samstag, den 3. September.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb(Wiener Hof). Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Lauterbach. Sozialdemokrat. Wahlverein. Abends 8/ Uhr Versammlung bei Gastwirt Keutzer.

Marburg. Bauhilfsarbeiter. Versammlung

abends 9 Uhr bei Hildmann. Ref.: Mäckelmann⸗ Frankfurt. Wahlverein: Oeffentliche Ver⸗ sammlung., Vortrag von Dr. Quarck⸗Frankfurt überHandelspolitik und Sozialdemokratie.

Staufenberg. Volks verein. Abends 9 Uhr

Versammlung bei Wirt Vogel(oberes Zimmer). Zahlreich und pünktlich erscheinen! Sonntag, den 4. Sept.

Daubringen. Arbeiterverein, Versammlung nachmittags 3 Uhr bei E. Schäfer. Vollzähliges Erscheinen notwendig!

Montag, den 5. Sept.

Gießen. Schneider verband. abends 9 Uhr bei Orbig. 5

Marburg. Oeffentliche Holzarbeiter⸗Versammlung. Abends 8 Uhr bei Hildmann. Ref.: Buckendahl⸗ Frankfurt.

Dienstag, den 6. Sept.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr

Sitzung bei Orbig.

Letzte Nachrichten.

Freiherr v. Mirbach, der große Kirchen⸗ bauer, dessen Name in der letzten Zeit in Ver⸗ bindung mit dem Pommernbankprozesse viel genannt wurde, ist, wie eine Depesche meldet, auf wiederholtes Ersuchen von den ihm neben⸗ amtlich übertragenen Geschäften als Kabinetts⸗ sekretär der Kaiserin und Oberverwalter der Schatulle entbunden. Auch seine Stellungen in den kirchlichen und gemeinnützigen Vereinen habe er niedergelegt. Das hat lange genug gedauert.

Russich⸗japanischer Krieg. Aus Tokio wird der Frkftr. Ztg. vom 1. Septbr. depeschiert: Nach zweitägigen Kämpfen ist Liaujang heute vou den Japanern eingenommen worden. Die Japaner verfolgen die Russen.

Briefkasten.

Daubringen. Disziplin ist ja gut, die Eure aber wohl zuhaarscharf. Wollt Ihr jeden aus⸗ schließen, der in der Versammlung fehlt, da wird bald nichts mehr zum Ausschließen da sein! Uebrigens war die Zeit der Versammlung nicht angegeben! Mehrere Einsendungen mußten zurückgestellt werden,

Versammlung