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Nr. 1. Mitteldeutsche Lountags⸗Zeitung Seite. tung dieser Fragen wurde ebenfalls auf Ver⸗ eine Abonnements⸗Einladung worin der In⸗ f f anlassung Hilgers abgelehnt! Zeuge halt der bürgerlichen Presse aufgezählt und Soziales, Hewerkschastliches,
Bürger meister Offermann aus Wiebels⸗ kirchen durfte nur über das befragt werden, was er„als Privatmann“ getan. Er hat also„als Privatmann“ durch seinen Sekretär festgestellt, wie die Leute gewählt haben, und hat das Ergebnis an die Bergwerks ver⸗ waltung mitgeteilt, das heißt, nicht etwa der Direktion, sondern nur der Inspektion, soweit diese Beamten, soweit Zeuge weiß, Mit⸗ glieder des nationalliberalen Vereins waren. Die 9 291 nach den Gründen der bürgermeister⸗ lichen Wißbegierde wird nicht beanwortet.
Wiederholt protestierte der Verteidiger da⸗ gegen, daß die einvernommenen Bergwerks⸗ beamten bei ihrer Aussage unverwandt ihren Vorgesetzten, Herrn Direktor Hilger, fixierten. Das, was die Verhandlung trotz dieses Druckes ans Licht brachte, genügt, um in den Augen jedes Unbefangenen die Angriffe der Zentrums⸗ blätter als völlig begründet erscheinen zu lassen. Freilich ist's nicht die Sorge um die Wahlfreiheit der Arbeiter, die diese Angriffe veranlaßte, sondern nur der Aerger, daß der Terroismus nicht zugunsten des Zentrums geübt wird. Der Staatsanwalt war boshaft genug, durch Zeugenaussagen feststellen zu lassen, daß das Zentrum Wahlbeeinflussungen nicht etwa prinzipiell abgeneigt sei: der katholische Pfarrer Didier mußte zugeben, daß er die Verweigerung der kirchlichen Sakramente als Mittel politischen Gesinnungszwangs angewen⸗ det habe.
Die Reichstags ⸗Ersatzwahl im 22. sächs. Kreise
findet am nächsten Dienstag statt. Es ist zu erwarten, daß unser Kandidat, Gen. A. Hoff⸗ mann⸗Berlin im ersten Wahlgange als Sieger aus der Wahlurne hervorgeht. Als Gegen⸗ kandidat tritt wiederum, wie bei den allgemeinen Wahlen, der Exjesuit Graf Hoensbroich auf. — Eine weitere Ersatzwahl ist für den wel⸗ fischen Abg. v. Schiele im Wahlkreise Os na⸗ brück auf den 18. Januar angesetzt.
Albert Schäffle,
der bekannte Nationalökonom und Staatsmann ist am 26. Dezember in Stuttgart gestorben. Er ist der Verfasser der bekannten Broschüre „Die Quintessenz des Sozialismus“, welche während des Sozialistengesetzes auch in Partei⸗ kreisen viel verbreitet und auch auf einige Tage verboten war. In dieser trat er der blöden Schlagwort⸗Agitation der Bürgerlichen gegen die Sozialdemokratie entgegen und versuchte, objektiv den Marx⸗Engelsschen Sozialtsmus darzustellen. Diese Broschüre wurde vielfach als eine Verteidigung des Sozialismus aufge⸗ faßt und daraus erklärt sich ihre weite Ver⸗ breitung in Arbeiterkreisen. Später hat Schäfle (1885) sich in einer Gegenschrift:„Die Aus⸗ sichtslosigkeit des Sozialismus“ von dem Ver⸗ dachte zu reinigen gesucht, den Sozialismus fördern zu wollen. Hermann Bahr antwortete ihm mit einer Broschüre: Die Einsichtslosigkeit des Herrn Schäffte. b Immerhm hat Schäffle sich eine gewisse Vorurteilslosigkeit dem Sozialismus gegenüber bewahrt. Im dritten Bande seines Hauptwerkes: Bau und Leben des sozialen Körpers, führte er aus, die Vergesellschaftung der Produktions⸗ mittel sei ein schwer zu erreichendes Ziel, aber ste würde, wenn es erreicht werden könnte, den kapitalistischen Privatbetrieb an Vollkommen⸗ heit und Gerechtigkeit weit übertreffen. Schäffle wurde 1831 in Württemberg ge⸗ boren. In den sechziger Jahren war er Pro⸗ fessor in Tübingen, im Jahre 1871 öster⸗ reichischer Handels minister.
Preßsünder.
Wegen Majestätsbeleidigung wurde Genosse Markwald, Redakteur der Magde burger Volksstimme, am 23. Dezember vom Landgericht wegen Majestätsbeleidigung und Aufreizung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Artikel, in welchem die Ma⸗ jestätsbeleidigung gefunden wurde, ist
darunter auch„kaiserliche Danksagungen“ aufge⸗ führt wurden. Es ist derselbe, den Garbe in Kassel abdruckte und dafür 3 Monate Ge⸗ fängnis erhielt. Die„Aufreizung“ wurde in einem zweiten Artikel gefunden, in dem von eventuell anzuwendenden„äußersten Gewalt⸗ mitteln“ die Rede war. Gen. Markwald er⸗ klärte, er habe darunter den Generalstreik ver⸗ standen.
Ausland.
Neues sozialistisches Blatt in Frankreich.
Der sozialistische Abgeordnete Jaur es ist aus dem Parteiorgan,„Petite Republique“ ausgeschieden. Die„Petite Republique“ befindet fich in Privathänden nnd Jaurès empfand es schon seit langer Zeit unangenehm, daß das Blatt Verleger⸗Interessen dienen mußte, welche mit der politischen Tendenz nicht immer übereinstimmten. ie Bemühungen, diese Situa⸗ tion zu ändern, sind gescheitert, dagegen hat Jaurés Mittel gefunden, ein neues Organ zu gründen, zu dem er die Abgeordneten Rouanet und Pressense, sowie Viviani und andere bekannte Sozialisten hinzuzieht. Dieses Blatt dürfte wohl schon zu Neujahr erscheinen.—
Zum Dreyfus⸗Prozeß.
Die Revisions⸗Kommission hat sich nun ein⸗ stimmig für die Zulässigkeit des Wiederauf⸗ nahmeverfahrens des Dreyfus⸗Prozesses ausge⸗ sprochen. Die Zahl der gegen Dreyfus im Rennes⸗Prozesses aufgeführten Schriftstücke, die sich jetzt als ganz oder teilweise gefälscht er wie⸗ sen, soll etwa 1000 betragen.
Giuseppe Zanardelli,
der frühere italienische Ministerpräsi⸗ dent, ist am zweiten Weihnachtstage in Maderno am Gar dasee im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hat somit seinen im Oktober durch die unter⸗ bliebene„Zarenreise“ erfolgten Sturz nicht lange überlebt. Mit Zarnadelli ist einer der letzten jener wackeren Soldaten Garibaldi's dahinge⸗ gangen, die für die Einigung Italiens kämpften. Schon als Neunzehnjähriger hatte er sein Rechts⸗ studium unterbrochen, um in die 1848er Legion einzutreten. Nach der Niederlage derselben
kehrte er nach seiner, damals zu Oesterreich
gehörenden Vaterstadt Brescia zurück, beendete seine Studien und war gleichzeitig im Stillen journalistisch und agitatorisch für die italienische Einheitsidee tätig. Nachdem er früher schon einigemale Ministerposten innegehabt hatte, wurde er 1901 Ministerpräsident. Er verwahrte sich mit aller Entschtedenheit gegen die von einzelnen Chauvinisten warm befürwortete Politik der Rache und blieb Zeit seines Lebens ein Freund der Arbeiter und der Demokratie. Leider fand er aber zu wenig Unterstützung in den Reihen seiner eigenen demokratischen Parteigenossen.— In einer Rede über das Koalitionsrecht der Arbeiter, die er vor zwei Jahren im Parlament hielt, sprach er den sehr richtigen Satz aus: „Die aus der Freiheit entspringenden Uebel sind vorübergehender Natur, ihre Vorteile dagegen von Dauer“.
Kriegsgefahr in Ostasien.
Zwischen Rußland und Japan besteht gegen⸗ wärtig ein äußerst gespanntes Verhältnis, das jeden Augenblick den Ausbruch des Krieges zwischen beiden Mächten befürchten läßt. Nach den von dort eingegangenen Meldungen werden in Japan die Kriegsrüstungen mit ziemlichem Eifer betrieben. Im japanischen Volk nimmt die Kriegsstimmung von Tag zu Tag zu. Die Presse rät nachdrücklich zur sofortigen Entsen⸗ dung von japanischen Truppen nach Korea, wo die japanischen Interessen durch den von Norden her seitens der russischen Militärbehör⸗ den ausgeübten Druck und die russischen Intri⸗ guen in Sbul bedroht seien. In unterrichteten Kreisen macht sich mehr und mehr die Meinung geltend, daß dieser Schritt unvermeidlich sein werde.
Arbeiterbewegung.
Aerzte und Krankenkassen. In einer Anzahl Orte ist es wieder zu Konflikten zwi⸗ schen Krankenkassen und Aerzten gekommen, weil die letzteren immer höhere Forderungen stellen. Die Verhandlungen mit den Aerzten in Leip⸗ zig haben bis jetzt zu keiner Einigung ge⸗ führt. Die Aerzte veschlossen bei Nichtannahme ihrer Vorschläge die Kündigung bis zum 1. April. Der strittige Punkt ist der§ 2 des ärztlichen Entwurfs. Dieser lautet:„Die Ortskrankenkasse verpflichtet sich, die Namen der Aerzte ihren Mitgliedern in geeigneter Weise bekannt zu geben und die Mitglieder anzuweisen, einen der ihnen zu nächst wohnenden Aerzte zu Rate zu ziehen und dessen Weisungen streng zu befolgen.“ Die Kassenvertreter erklären, daß mit Annahme dieser Bestimmung die ganze„freie Arztwahl“ wieder illusorisch gemacht würde, sie weigern sich entschieden, diesem Vorschlage zuzustimmen.
Der Töpferstreik in Velten ist beendigt, den die Untern⸗hmer als Anlaß zur allgemei⸗ nen Aussperrung der Töpfer genommen hatten. Nach den Einigungsbedingungen begnügen sich die Streikenden mit einer Erhöhung der nied⸗ rigsten Tarifpositionen um 3 Prozent, und ei⸗ ner Lohnerhöhung um 1˙½ Pfg. pro Stunde für die Hilfsarbeiter. Auf diese Bedingungen hatte man sich schon im November geeinigt, damals lehnten ste aber die Ofenfabrikanten ab. Der Streik hat 12 Wochen gedauert.
Sozialdemokratische Wahlsiege bei Gewerbegerichtswahlen. In Bamberg, wo bei den Wahlen zum Gewerbegericht bei den Arbeitgebern einer Liste des Gewerbevereins eine solche der sozialistischen Kleinmeister und bei den Arbeitnehmern die sozialdemokratischen Gewerkschaften und die vereinigten christlichen Arbeiter sich gegenüberstanden, siegten in allen Wahlbezirken die sozialistischen Kan⸗ didaten.— In Krefeld siegten ebenfalls die freien Gewerkschaften bei den Gewerbe⸗ gerichtswahlen. Auf ihre Kandidaten fielen 1977 Stimmen, während es die Christlichen nur auf 815 brachten.
Sulvester.
Vas Jahr verrinnt, es geht zu Ende, Und während es zu Grabe sinkt, Rings auf dem ganzen Erdenrunde Der letzte Abschiedsgruß erklingt.
Das letzte Lied zur Scheidestunde. Das von den Lippen leise fließt,
Es wird zum Hoffnungs⸗Hochgesange Der laut das neue Jahr begrüßt.
Es ist das Lied von bess'ren Seiten, Das ewig durch die Lande tönt,
Es klingt in jedem Herzen wieder, Das sich nach Glück und Freiheit sehnt.
Die Menschen kommen und vergehen, Das Leben ist ein Augenblick,
Wir sehen Naß und Liebe schwinden Doch nicht die Hoffnung nach dem Glück.
Auch heute steht das Traumbild wieder Vor uns'rem Geiste hell und klar,
Und mit der Hoffnung in dem Herzen Begrüßen wir das neue Jahr.
Wir wollen kühn mit festem Blicke Der Sukunft in das Auge sehn, Denn uns beseelt stets ein Gedanke: Das Wissen, daß wir vorwärts gehn.
Wir wissen, daß die Sahl der Streiter Mit jedem Tage größer wird
Und daß die Bahn, auf der wir gehen Uns endlich doch zum Siege führt.
Die alten Vorurteile stürzen,
Wenn wir geeint zusammenstehn,
Und wo Gewalt und Willkür thronen, Dort werden Freiheitsbanner wehn.
Das iel liegt nah, der Weg ist offen, Nur vorwärts Brüder in den Streit.
Ruft laut hinaus in alle Winde:
Wir kämpfen für Gerechtigkeit!
Heinrich Bartel.


