Ausgabe 
2.10.1904
 
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Nr. 40.

Mitteldentsche Sonutaas-geitung ·

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alt war, erlangten Einlaß in die Kaserne und herbergten mehrere Nächte darin. Was sich dabei ereignete, kann man sich leicht denken. An dem fkandalösen Treiben hatte sich auch ein Unteroffizier beteiligt. Wer weiß, wie lange sich dies Treiben noch fortgesetzt hätte, wenn nicht die Eltern des 14 jährigen Mädchens aus Angst und Sorge über dessen Verschwinden Nachfragen über den Verbleib angestellt hätten. Man erwischte sie endlich in der Nähe der Infanterte⸗Kaserne. Die Soldaten 1 5 zu Ein ähn⸗ licher Fall kam bekanntlich vor Kurzem 15 Mainz zur gerichtlichen Verhandlung. *

Sechs Jahre Zuchthaus! Zu dieser unerhört hohen Strafe wurde von dem Mainzer Kriegsgericht der Arbeitssoldat Josef Mathern wegen Fahnenflucht verurteilt. Wegen dieses Vergehens ist der Angeklagte schon wiederholt vorbestraft und die Umstände seiner verschiedenen Fluchtversuche sprechen, wie unser Mainzer Parteiblatt bemerkt, ganz entschieden für eine geistige Anormalität und für die Forderung einer irrenärztlichen Beobachtung, um einwands⸗ frei festzustellen, wie weit der Unglückliche für seine Vergehen strafrechtlich verantwortlich ge⸗ macht werden kann. Das barbarische Urteil, das von einem bürgerlichen Gericht nie und nimmer ohne eine vorherige Beobachtung auf den Geisteszustand verhängt worden wäre, wird hoffentlich wieder einmal der breiten Oeffent⸗ lichkeit die Notwendigkeit der Beseittigung des Militärstrafgesetzbuches beweisen.

Wenig vornehme Gesinnung

legte ein Träger desvornehmsten Rockes in einer Affaire an den Tag, die kürzlich vor dem Schwurgericht in Augsbur g verhandelt wurde. Wegen Verbrechens des Kindesmordes saß das 20 Jahre alte Dienstmädchen Wolf von Neu⸗ burg a. D. auf der Anklagebank. Das Mäd- chen stand im Hause des Herrn Forstkandidaten und Reserveoffiziers Hermann Lang in Aschaffenburg im Dienst, wurde von diesem verführt und als dasVerhältnis Folgen hatte, ließ der Herr Reserveoffizier das Mädchen im Stich, was diesem Anlaß gab, das Kind nach der Geburt zu töten. Das junge Ding wurde zu 3 Jahren 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Herr Vater des getöteten Kindes war zwar zur Verhandlung geladen, konnte aber, da zur Zeit im Manöver, nicht aufge⸗ funden(2) werden. Wenn er auch das arme Mädchen in's tiefste Unglück gestürzt hat, läuft er doch alshochangesehen in den besten Kreisen herum.

Nahrungsmittel der Aermsten verteuert.

Der Stadtrat in Gera hat eine Eingangs⸗ abgabe auf Heringe eingeführt, einem Haußt⸗ nahrungsmittel der meisten thüringischen Arbeiterfamilien. Für Heringe sind jetzt nach einem Stadtratsbeschluß 30 Pfg. per Eimer für ein größeres Gefäß 50 Pfg. Eingangsab⸗ gabe an der beim Eingange zuerst berührten Hebestelle zu entrichten. Daß er mit diesem Zoll die Aermsten in einer ganz unverant⸗ wortlichen Art besteuert, scheint dem Stadtrat von Gera keine Kopfschmerzen zu machen.

Die Stöckerei

telt dieser Tage in Frankfurt⸗Sachsenhausen . 5 1 75 ab. Dr. Burckhardt⸗Godesberg erstattete den Tätigkeitsbericht. Zum Vorsitzen⸗ den wurde Stöcker wiedergewählt und beschlossen, den nächsten Parteitag in Essen abzuhalten. Den Wahlkreis Wetzlar wollen die Stöckerianer bei der nächsten Wahl unbedingt erobern und deshalb sollen die Konservativen und die Anti⸗

mäßig bescheiden ist also Burckhardt gerade boch d wohl mit der Eroberung des

In einer öffentlichen Versammlung am Diens⸗

iltennot, Volksnot und wer weiß was 5 Stöcker führte dazu

sucht und ⸗Genußsucht hätten so die Herrschaft an sich gerissen, daß man auch von einer Volks⸗ not sprechen könne. Moralischer Schmutz ver⸗ giste die Jugend. Mag stimmen. Wo das aber der Fall, trägt das Pfaffentum sein gerüttelt Maß voll Schuld daran.

Sozialistischer Wahlsieg in Oesterreich.

Bei den Landtagswahlen in Steiermark haben unsere Parteigenossen gute Erfolge erzielt. In der Stadt Graz stegte der frühere Reichs⸗ ratsabgeordnete Resel und in Leoben gelangte Genosse Dr. Schacherl in eine aussichtsvolle Stichwahl. Die sozialdemokratischen Stimmen zeigten fast überall Zunahme, teilweise recht bedeutende.

Nussisch⸗japanischer Krieg.

Aus der Mandschurei sind nach den vorliegen⸗ den Nachrichten besondere Veränderungen nicht zu be⸗ richten. Die japanische Armee, die 300000 Mann stark sein soll, gruppiert sich bei Mukden in Hufeisenform nach drei Richtungen. Im allgemeinen befinden sich die Streitkräfte der Japaner zwei Tagemärsche von Mukden. Es ist bemerkenswert, daß die japanische Reiterei, die im Anfang des Feldzuges stets sehr vorsichtig und immer mit Infanterie zusammen operierte, plötzlich die Taktik geändert hat und unabhängig vorgeht. Die Japaner eroberten die Bergwerke von Jentai, doch waren die Maschinen zerstört.

Vor Port Arthur soll der letzte Angriff der Japaner zurückgeschlagen worden sein. Die Japaner hätten ungeheure Verluste erlitten. Doch haben sie in den Tagen vom 19. 21. September wichtige Stellungen erobert. Einige Meldungen bezeichnen die Lage Port Arthurs als hoffnungslos.

Soziales, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung.

Das Vermögen der Gewerkschaften ist in den letzten Jahren mit der Zunahme der Mitglieder selbst bedeutend gewachsen. Die Abrechnung vom 1. Quartal des Holzarbeiter⸗ Verbandes weist bei einem Mitgliederstande von 87650 einen Kassenbestand von 968 379 Mark auf, der jetzt weit über eine Million ge⸗ stiegen ist. Der Kassenbestand stieg um 160000 Mark im letzten Vierteljahre; die Zahl der Mitglieder um 5000. Dieses gewaltige Wachstum zeigen fast ausnahmslos alle unsere Gewerkschaften. So hat die Berliner Zahlstelle des Deutschen Metallarbeiter⸗Verbandes durch die kürzliche Aussperrung der Former allein über 3000 Mitglieder gewonnen. Die Zeiten, in denen dem deutschen Arbeiter die Mitglieder⸗ zahl und der Kassenbestand der englischen Ge⸗ werkschaften als Beispiele vorgeführt wurden, sind heute vorbei. Es gibt in Deutschland fast keinen Beruf mehr, in dem nicht die Gewerk⸗ schaft ein gewichtiges Wort mitzusprechen hätte. Einigung im Bremer Tischlerstreik. Der Holzarbeiterverband hat eine Einigung zwischen den streikenden Tischlern in Bremen und ihren Arbeitgebern erzielt. Auf Grund derselben erhalten die Arbeiter eine Lohnerhöhung. Auch die Beilegung der Differenzen im Maurergewerbe steht nahe bevor.

72 ̃²˙ 1111 Von Nah und Lern.

Hessisches.

. Die Kriegsbriefe des Generals Kretschmann vor Gericht. Der oft ver⸗ tagte Prozeß gegen dieMainzer Volkszeitung wegen Veröffentlichung der Kretschmann⸗Briefe kam am Montag endlich zur Verhandlung vor der Mainzer Strafkammer. Als Angeklagter erschten der Geschäftsleiter Döller, welcher durch die Veröffentlichung den Oberstleutnant a. D. Balser und den Major a. D. Mickel, beide 1870 Angehörige der hessischen Diviston, beleidigt haben soll. Der Angeklagte erklärte, daß ihm eine Beleidigung der beiden Herren, die er garnicht kenne, vollständig ferngelegen habe. DieVolkszeitung habe wie andere

veröffentlicht. Mit Rücksicht auf die Autorität

des Generals hätten sie die Briefe für wahr ee Da sich aber die Unrichtigkeit der

riefe in Bezug auf die zweite Kompagnie des hessischen Jägerbataillons herausgestellt und die Hessen sich in Sens durchaus korrekt verhalten haben, hätte die Zeitung sofort eine berich⸗ tigende Erklärung abgegeben. Als erster Zeuge wurde Oberstleutnant a. D. Balser vernommen, der über den Aufenthalt der zweiten Kompagnie des hessischen Gardejägerbataillons beim Durch⸗ marsch und auf der Rückkunft in Sens ein⸗ gehend Auskunft gab. Danach hätten sich die Hessen nur korrekt benommen. Major a. D. Mickel teilte mit, daß die zweite Kompagnie des hessischen Jägerbataillons am 12. Novem⸗ ber 1870 in Sens im Quartier gelegen habe. Es seien keinerlei Ausschreitungen vorgekommen, im Gegenteil der Bürgermeister habe ihm gegen⸗ über seine Anerkennung über das Verhalten der Hessen ausgesprochen. Der Staatsanwalt hält die Veröffentlichung der Kretschmannbriefe für sehr bedauerlich, es habe sich um eine Tendenz⸗ schrift gehandelt. Der Krieg sollte als Greuel dargestellt werden. Die Gelegenheit sollle be⸗ nutzt werden, der deutschen Armee eines anzu⸗ hängen. Die Briefe Kretschmanns über das Verhalten der Hessen in Sens stellten eine Leicht⸗ fertigkeit über alle Maßen dar. Dieser Vor⸗ wurf könne dem General nicht erspart werden. Es treffe Frau Lilly Braun wegen der Ver⸗ öffentlichung der größte Vorwurf. Er bean⸗ trage gegen den Angeklagten 300 Mk. Geld⸗ strafe und Urteilspublikation. Der Verteidiger erinnerte an die Veröffentlichung von Er⸗ innerungen großer Staatsmänner wie Bismarck, von Stosch, und an die hlstorische Depesche von Ems. Unbefangene Leser der Briefe urteilten anders über die Briefe Kretschmanns als der Staatsanwalt. Der Verteidiger bestritt im üb⸗ rigen die Aktivlegitimation der Antragsteller und beantragte Freisprechung. Das Gericht erkannte dahin, daß der Strafantrag von den dazu be⸗ fugten Personen gestellt sei. Der Angeklagte wurde zu 100 Mark Geldstrafe und Publi⸗ ketion in drei Zeitungen verurteilt. So wäre auch diese Sünde gesühnt!

Herr Landtagsabgeordneter Weidner, der sichchristlich⸗sozial nennt, hat in seinem Heimatsorte Herchenh ain, dem er beinahe drei Jahrzehnte als Bürgermeister vorstand, eine schwere Niederlage erlitten. Bei der vorige Woche dort stattgefundenen Bürgermeisterwahl bekam er nicht eine einzige Stimme, sondern sein Gegenkandidat, Landwirt Komp wurde mit 65 Stimmen gewählt. Und was Herrn Weidner noch besonders grämen mag, tatsächlich auch tief blicken läßt, war, daß dieses Resultat im ganzen Orte mit ungeheurem Jubel begrüßt und gefeiert wurde. Wie wir hören, sind es nicht besonders saubere Dinge, welche dieses unzweideutige Mißtrauensvotum zeitigten und sie werden wohl noch später Gegenstand der öffentlichen Erröterung sein.

Gemeindewahlen. Einen recht erfreulichen Erfolg brachte unserer Partei die am Samstag stattgefundene Gemeinderats⸗ wahl in Urberach. Hier herrschte bisher das Zentrum im Gemeinderat, jetzt ist es aber unsern Genossen gelungen, sich die ihnen gebührende Vertretung zu erkämpfen. Von den vier zu wähleuden Gemeinderäten wurden drei unserer Genossen gewählt und zwar Valentin Braun mit 189, Karl Georg Rink mit 179 und Martin Schwab mit 175 Stimmen. Dieser Erfolg wird die Genossen ermutigen, auf dem betretenen Wege fortzuschreiten in ihrer Aufelärungsarbeit.

Gießener Angelegenheiten.

Berichtigung. Der Druckfehlerteufel hat uns in dem ArtikelVolksschule und Religion der vorigen Nummer einen Streich gespielt. Dort muß es auf der zweiten Seite in der dritten Spalte Zeile 7 von oben stattFaust Kunst heißen, was unsere werten Leser gefl. zur Notiz nehmen wollen. Daß übrigens jede Zeitung unter solchenTeufeleien zu leiden hat, ist bekannt genug. So passterte erst dieser Tage demWiesbadener Volksblatt,

Zeitungen die Briefe des Generals Kretschmann

einem Organ des Zentrums, in seiner Nr. 209 folgender arge Schnttzer. Es war da zu lesen: