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Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Nr. 22.

Seite 2. Marinismus. Laßt euch erfüllen bon dem s unfähig. Nicht mitgezählt sind die Verletzungen, heiligen Geiste ed elster Nächstenliebe und! die in den ersten 13 Wochen geheilt wurden. S 3 2 wehret dem Hunger und seinem Nährvater, Und wie hoch waren die Renten? Durch⸗ S ss dem Zollwucher. Laßt euch erfüllen von dem schnittlich betrugen sie bei der Unfallversicherung Partelen 2 8 8 88 888 3 heiligen Geiste der Wis senschaft und wehret] pro Verletzten 106 Mk. Die Indalidenrente 38 3 5 888 der Unwissenheit, der Mutter aller Knechtschaft.] betrug durchschnittlich jährlich 142,04 Mk., 2 3 5. en t 8 1 die Ae 145,54 Mk. 3. üllen von dem heiligen Ge es um Sterben zu viel, zum Leben zu wenig! Selbstbewußtseins und der Pflicht Und dafür Dankbärteit? ö f 9 e e 30 10 80 1 gegen euch und eure Nachkommen und Und dennoch obwohl die Sozialdemokratie Nationalliberale. 53 384190 20 666 gedenket des 16. Juni und eures damals gegen diese Versicherungsgesetze gestimmt(Deutsch)⸗Konservative 50 859 172 15 911 Rechtes. hat, weil sie ihr nicht weit genug gingen Freisinnige Volkspartei 28 558 314 13 566 So feiert Pfingsten! das bißchen an Arbeiterversicherung und Sozial⸗ J Deutsche Reichsparte-i 20 343692 14941 L. W. reform, das wir heute haben, ist der Sozial- Antisem. u. Christl. Soz. 10 284250 28 425 demokratie zu verdanken. Sogar Bis⸗ l f 1 80 hat dies am 26. November 1884 dem 9 55 1 5 1 1. eordneten Auer gegenüber bekannt: ai Arbeiterschutz 1 Saia prager b ed Landwicte 6 1103890 36796 und Versicherungsgesetze. wenn nicht eine Menge sich vor ihnen fürchtete, Süddeutsche Volkspartel 7 108528 13 566 würden die mäßigen Fortschritte, die wir über⸗ S 13 427 Auf der letzten Weltausstellung in Paris haupt in der Sozialreform bisher gemacht Welfen e e 10 484 war ein elf Meter hoher und über steben d n 775 1 16 e lichen Vot Fraktionslos u. zersplittert 15 81262 10 261 Quadratmeter Grundfläche fassender Obeltsk u der vielgenannten kaiserlichen Bort Walonalsozlale. ee schaft vom 17. November 1881 heißt es mit Dänen 5 1 15439 15 439 aufgestellt, der den Umfang der deutschen] dankenswerter O it, d den d d Li Arbeiter- Versicherung veranschaulichen sollte.] Umstur bekän ffenheit, daß nicht eic Sec b* 2255 955 Wenn derselbe aus gemünztem Golde gewesen im 5 70 müsse zwi 155 5 eßlich 7 Nec e wäre so wurde gesagt würde dies die⸗ ege der Repression Joztaldemokratischer] Packen ee 2 20 jenige Zumme betragen, welche in Deutschland Ausschreitungen, sondern gleichmäßig auf dem Mecklenb. Rechtspartel 1 r e b land der posttiven Förderung des Wohle der Ar. Masurisch. Volkspark. ee

für die Arbeiterversicherung bereits ausgegeben worden ist. Man wollte das Ausland zur Nachahmung anreizen. Angesichts eines solchen Goldklumpens werden aber die ausländischen Kapitalisten eher alle Taschen zugehalten haben. Weit zweckmäßiger hätte man den Betrag veranschaulichen können, die der Arbeitgeber pro Tag für den Arbeiter zahlt.

Jüngst wurde dem Internationalen Arbeiter⸗ versicherungskongreß in Düsseldorf eine Denk⸗ schrift vorgelegt, laut welcher die gesamte Ent⸗ schädigungsleisung der Arbeiterversicherung von 1885 bis 1900 betrug 2782 474 948 Mk.:

Das hört sich pompös an. Aber woher kam das Geld? Die Arbeiter haben den größten Teil aufgebracht, nämlich 1337324599 Mk. Die Unternehmer brachten auf 1264 527677 Mk. Das Reich brachte auf 180624 672 Mk.

Die aus aus eigenen Mitteln der Arbeiter aufgebrachte Summe kann ihnen nicht vorgehalten werden als Geschenk. Nicht viel anders steht es mit dem Beitrag des Reiches, das durch indirekte Steuern zuvor seinen Teil den Arbeitern cbzwackte.

Aber die Beiträge der Unternehmer! Die erwähnte amtliche Denkschrift sagt dar⸗ über, es verursachtedie Kranken⸗ und Inva⸗ lidenversicherung pro Tag etwa je 4 Pfennige, die Unfallversicherung pro Tag 2 Pfg., also zusammen 10 Pfg. Kosten, wovon aber der Arbeitgeber nur etwas über die Hälfte zu tragen hat. Daß der Unternehmer durch der⸗ artige Beitragskosten nicht übermäßig belastet ist, liegt auf der Hand.

Also 5 Pfg. pro Tag im Durchschnitt, manchmal mehr, manchmal weniger. Aber dieser Betrag, den man einem Bettler giebt, ohne groß auf Dankbarkeit zu rechnen, ist schließlich nur ein Teil des Lohnes. Auf dem⸗ selben Internationalen Kongreß in Düsseldorf erklärte der frühere Präsident des Reichs⸗ versicherungsamtes Dr. Bödicker:

5Die Arbeiterversicherungslasten werden höchstens die steigende Tendenz der Löhne aufhalten, niemals aber die Industrie und Landwirtschaft mehr schädigen können, als

Mit andern Worten: Müßten nicht die Unternehmer Beiträge leisten, dann wären die Löhne entsprechend höher! Eine Art Zwangs⸗ sparkasse für die Arbeiter sind also diese Gesetze!

Und was leisten die Arbeiter dafür? Sie müssen arbeiten, ihre Gesundheit und ihre geraden Knochen, auch ihr Leben zu Markte tragen. Von 1885 bis 1900 blieben auf dem Schlachtfelde der Arbeit, so weit die Unfall- versicherung in Frage kommt(also das ganze Handwerk, die Hausindustrie, häusliche Berufe ꝛc. nicht gerechnet), 915 965 Opfer.

Darunter waren 90333 Todesfälle, 30566 Personen dauernd und völlig erwerbs unfähig, 447447 teilweise und dauernd erwerbs⸗ unfähig und 317619 vorübergehend erwerbs⸗

die Löhne selbst.

beiter. Was heißt das wieder anders als Ohne Sozialdemokratie keine Soztal⸗ ee

Um zu verstehen, mit welchem Rechte sich die sozialdemokratischen Abgeordneten damals der obrigkeitlichen Sozialreform ablehnend gegenüberstellten, sei hier noch der folgende Satz aus jener kaiserlichen Botschaft erwähnt, der gleichfalls erkennen läßt, daß es sich um alles andre, nur nicht um ehrliche Sozialreform handelte:In Wahrheit, so hieß es,handelt es sich bei den Maßnahmen, welche zur Ver⸗ besserung der Lage der besitzlosen Klassen er⸗ griffen werden können, nur um eine würdigere Ausgestaltung der staatlichen Armenpflege und um eine Weiterentwicklung der dieser bereits zugrunde liegenden Idee! In derselben so vielgepriesenen Botschaft wurden außerdem noch die Vermehrung der indirekten Steuern und das Tabakmonopol, dagegen Beseitigung von direkten Steuern verlangt. Die Armen sollten also ein paar Almosen erhalten und dafür durch neue Belastungen mit der ungerechtesten Steuerart wieder gestraft werden. Man nahm ihnen mit Scheffeln und man gab ihnen mit Löffeln.

Nicht nur auf dem Gebiete der sozialen Versicherungsgesetzgebung, auch auf jedem andern Gebiete des Arbeiterschutzes war die Sozial- demokratie von jeher bis auf den heutigen Tag die treibende Kraft, die die faulen bürgerlichen Parteien und die Regierung zwang, Schritt für Schritt den berechtigten Anforderungen der Arbeiter Rechnung zu tragen.

Von sozialpolitischen Aufgaben der letzten Jahre seien erwähnt, die Gewerbenovelle von 1900, die einige Verbesserungen brachte und für die unsere Fraktion stimmte, obwohl ihre weitergehenderen Anträge abgelehnt waren; die Seemannsordnung, die von unsrer Fraktion abgelehnt wurde, da ste zu geringfügige Ver⸗ besserungen brachte und den Seeleuten nicht einmal das uneingeschränkte Koalitionsrecht gewährt; das Kinderschutzgesetz, das auch nur mangelhaft ist, besonders deshalb, weil es die Kinderarbeit auf dem Lande völlig außer Betracht läßt. Von der sozialdemokratischen Fraktion waren eine Reihe wichtiger Initiativ⸗ anträge auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes gestellt, die aber nur zum kleinen Teil Berück⸗ sichtigung fanden.

politische Rundschau. Gießen, den 28. Mai.

Zu den Reichstagswahlen. Die Stärke der Parteien im Reich s⸗ tage war am Schluffe seiner Tätigkeit nach einer von derHilfe veröffentlichten Zusammen⸗

stellung unter Berücksichtigung aller Nachwahlen die folgende:

Summe 7752 693= 68,1 Proz. Wahlberechtigte.

Wie die Zusammenstellung zeigt, entfallen auf einen sozialdemokratischen Abgeordneten im Durchschnitt fast dreimal soviel Stimmen als auf einen Zentrumsmann.

Erhöhte Tabaksteuern und Zölle.

Zurzeit wird vom ausländischen Tabak in Deukschland ohne Unters chied der Onalität 85 M. Zoll(bis 1879 nur 24 M.) auf 100 kg erhoben; dom inländischen Tabak erhebt das Reich eine Verbrauchsabgabe 45 M. pro 100 kg(bis 1879 nur 4 M.); zuletzt betrugen die Einnahmen aus der Verbrauchsabgabe un efähr 13 Mill. Mark, aus dem Zoll 53 ½ Mill., zusammen also 66 Mill. Mk. Durch die jetzige Be⸗ steuerung sind die teueren, besseren Zigarren im Verhältnis zu ihrem Preise weniger, mit Staatsabgaben belastet als die billigen, schlech⸗ teren! Seit den Bismarckschen Monopolplänen von 1882 haben die Versuche, größere Summen aus dem Tabakkonsum für den St. Militaris⸗ mus und Marinismus herauszuschlagen, nicht aufgehört; sie alle hatten als Kennzeichen: die billige Zigarre des Volkes, die Pfeife des armen Mannes sollte unverhältnismäßig verteuert werden. Und gleichzeitig wollte man kaltherzig über das Schicksal der vielen in der Tabakindustrie beschäftigten Arbeiter hinweggehen. Cs sind ja nur Proletarier!

Inder Zolltarifkommission beantragte Freiherr von Heyl, den Zoll auf Tabak von 85 auf 125 M. zu erhöhen. Die Kommis⸗ sion lehnte diesen Antrag ab, beschloß dagegen eine Resolution:unter Hinzuziehung von Ver⸗ tretern des inländischen Tabakbaues in eine Prüfung darüber einzutreten, in welchen Be⸗ ziehungen die zur Ausführung des Gesetzes vom 16. Juli 1879, betreffend die Besteuerung des Tabaks, erlassenen Vorschriften im Interesse der kleineren Tabakbauern vereinfacht werden können. Dieser Resolution stimmte am 13. Januar d. J. der Reichstag einschließlich unsrer Fraktion zu. a

Die Reichsregierung plant aber, wie gesagt, nicht eine Erniedrigung, sondern eine Erhöhung der Steuern und des Zolls..

Gegenwärtig sind in der Tabakindustrie 120 000 bis 150000 Arbeiter beschäftigt. Jede Zollerhöhung würde deren ohnehin sehr schlechte Lage noch verschlimmern, denn jene Erhöhungen wurden, wie ziffernmäßig nachzuweisen ist, den Arbeitern vom Lohn abgezogen.* tausend Zigarren, für das früher 24

ezahlt wurden, giebt es jetzt Viele Töchter von Kleir bauern si beschäftigt, die für ein niedriges Kostgeld bei den Eltern untergebracht sind.

Während früher Hamburg und Bremen der Hauptsitz der Zigarrenindustrie waren, ist diese nach Süddeutschland verlegt worden, wo z. B. in Baden für 1000 Stück 4,50 M. Lohn

bezahlt werden, während in Altona 6 M. selbst

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